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Männlicher Habitus und Krise im Hollywoodfilm der 90er Jahre: AMERICAN PSYCHO, AMERICAN BEAUTY und FIGHT CLUB. Eine medien- und kulturwissenschaftliche Analyse

Title: Männlicher Habitus und Krise im Hollywoodfilm der 90er Jahre: AMERICAN PSYCHO, AMERICAN BEAUTY und FIGHT CLUB. Eine medien- und kulturwissenschaftliche Analyse

Thesis (M.A.) , 2002 , 212 Pages

Autor:in: Jörn Wendt (Author)

Film Science
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Summary Excerpt Details

Vor Beginn der inhaltlichen Erörterungen dieser Arbeit sollen hier einige Bemerkungen zur formalen Gestaltung gemacht werden. Die Arbeit ist in zwei Bände unterteilt, um dem Leser das parallele Nachschlagen der Dokumentation zu den Filmen zu ermöglichen. Filmtitel und Nachnamen von Autoren sind im Unterschied zu fiktiven Personen aus den Filmen in KAPITÄLCHEN gesetzt. Zitate aus Büchern oder Filmen im fortlaufenden Text sind kursiv gekennzeichnet. Längere Zitate sind als einzelner Absatz in kleineren Lettern hervorgehoben. Die Literaturangaben finden sich in den Fußnoten und orientieren sich weitgehend an PREIßNER1. Bei der ersten Nennung eines Werkes wird es vollständig genannt, dann nur noch im Format [Verfasser] ([Jahr]), S. [Seite], nachzuschlagen außerdem in der Literaturliste am Ende des ersten Bandes. Zum Verständnis notwendige, vom Verfasser eingefügte Ergänzungen erscheinen in [], Auslassungen als [...]. Texte aus dem Internet sind nach dem Merkblatt "Hinweise zum Zitieren aus dem Internet" des Fachbereichs Sprache und Kommunikation der Universität Lüneburg angegeben.
Um den Text nicht zu "überladen", sind nur wenige Dialogauszüge aus den Filmen im Text zitiert. Stattdessen findet sich nur der Hinweis auf den Anhang. Zitate aus und Hinweise auf Dialoge aus dem Film AMERICAN PSYCHO, die mit "Dialogauszug: [Stunde]:[Minute]′[Sekunde] gekennzeichnet sind, verweisen auf die Dokumentation der Dialogauszüge im Anhang, sortiert nach Timecode-Zeiten des Films. Hinweise, die nur mit [Stunde]:[Minute]′[Sekunde] gekennzeichnet sind, dienen nur als Angabe des Timecodes im Film. Bei den anderen Filmen, zu denen Szenenprotokolle vorliegen, erfolgt die Angabe "Sz." als Verweis auf die Szene im Szenenprotokoll im Anhang. Zur besseren Orientierung ist teilweise zusätzlich die Timecode-Zeit angegeben. Auslassungen in der Dokumentation der Dialoge sind mit [...] gekennzeichnet.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

Vorbemerkungen

Einleitung

Hinführung zum Thema / Zur Vorgehensweise dieser Arbeit

1. Herleitung des Ansatzes: Wie lassen sich "Geschlecht" und "Männlichkeit" in der filmischen Darstellung begreifen?

1.1 "Geschlecht" und "Männlichkeit"

1.1.1 Was ist "Geschlecht" und wie läßt es sich begreifen? – Grundannahmen

1.1.2 Leitbild und individuelle Identität

1.1.3 Soziales Geschlecht als Habitus

1.1.4 Habituelle Sicherheit und Krise

1.1.5 Was ist "Männlichkeit"? – Geschlecht als Machtkategorie

1.2 "Männlichkeit" im Film

1.2.1 Die Bedeutung von Film für die Konstruktion von kollektiven Geschlechterarrangements

1.2.2 Zu Untersuchung von Geschlechterkonstruktionen im Medium Film

2. Die Bestie im goldenen Käfig: Patrick Bateman in AMERICAN PSYCHO

2.1 Formale Analyse

2.1.1 Handlung und Rahmeninformationen

2.1.2 Dramaturgie und Erzählstrategie

2.1.3 Mise-en-Scène

2.2 Interpretation: Männlichkeit in AMERICAN PSYCHO

2.2.1 Batemans Habitus: hegemoniale Männlichkeit in einer männlichen Hegemonie

2.2.2 Männlichkeitsnorm und Darstellungsformen des doing gender

2.2.3 Batemans habituelle Unsicherheit

2.3 Zwischenfazit

3. Die Angst, ein "Freak" zu sein oder: Das Glück liegt in den kleinen Dingen: Männlichkeitskonstruktionen in AMERICAN BEAUTY

3.1 Formale Analyse

3.1.1 Handlung und Rahmeninformationen

3.1.2 Erzählstrategie

3.1.3 Dramaturgie

3.1.4 Mise-en-Scène

3.2 Interpretation: Formen des männlichen Habitus in AMERICAN BEAUTY

3.2.1 Traditionelle Formen des männlichen Habitus

3.2.1.1 "Das Image des Erfolgs ausstrahlen, zu jeder Zeit": Carolyn Burnham und Buddy Kane

3.2.1.2 "Struktur und Disziplin": Colonel Fitts

3.2.1.3 Bewertung der traditionellen Formen des männlichen Habitus durch den Film

3.2.2 Neuere Formen des männlichen Habitus

3.2.2.1 "Nichts mehr zu verlieren": Lester Burnham

3.2.2.2 "Gott in die Augen schauen": Ricky Fitts

3.2.2.3 Bewertung der alternativen Formen des männlichen Habitus durch den Film

3.2.3 Zwischenfazit

4. "Soap, Mayham, Mischief" – Von der Depression zur Weltrevolution: Männlichkeiten in FIGHT CLUB

4.1 Formale Analyse

4.1.1 Handlung und Rahmeninformationen

4.1.2 Erzählstrategie

4.1.3 Dramaturgie

4.1.4 Mise-en-Scène

4.2 Interpretation: Männlichkeiten in FIGHT CLUB

4.2.1 Ausgangssituation: Das "portionierte Leben"

4.2.1.1 Beschreibung

4.2.1.2 Interpretation: Männliches doing gender in der "Lifestyle-Gesellschaft" und das Krisenhafte daran

4.2.2 Der "Fight Club"

4.2.2.1 Beschreibung

4.2.2.2 Interpretation: Der individuelle "Nullpunkt" als Lösung?

4.2.3 Das "Projekt Chaos"

4.2.3.1 Beschreibung

4.2.3.2 Interpretation: Der gesellschaftliche "Nullpunkt" als Lösung?

4.2.4 Das Finale

4.2.4.1 Beschreibung

4.2.4.2 Interpretation: Männlichkeit als Kampf mit sich selbst, den "Mann" kämpfen muß?

4.3 Zwischenfazit

5. Fazit

6. Literatur

6.1 Drehbücher

6.2 Monografien und längere Aufsätze in Sammelwerken

6.3 Kürzere Artikel aus Zeitungen, Zeitschriften und Internet

6.3.1 Allgemeines

6.3.2 Zu AMERICAN PSYCHO

6.3.3 Zu AMERICAN BEAUTY

6.3.4 Zu FIGHT CLUB

Zielsetzung & Themen

Diese Magisterarbeit untersucht die Darstellung männlicher Geschlechteridentitäten in den Hollywoodfilmen AMERICAN PSYCHO, AMERICAN BEAUTY und FIGHT CLUB unter Einbeziehung soziologischer Theorien zu "Männlichkeit" und "Krise". Ziel ist es zu analysieren, wie diese Filme Männlichkeitsbilder konstruieren, bewerten und in einen gesellschaftlichen Kontext zur "Krise der Männlichkeit" setzen.

  • Analyse des männlichen Habitus und dessen habitueller Sicherheit oder Krise.
  • Untersuchung der Rolle von Massenmedien und Film bei der Konstruktion kollektiver Geschlechterarrangements.
  • Vergleich der Krisenbewältigungsstrategien in den gewählten Primärtexten.
  • Deutung der filmischen Inszenierung von "Männlichkeit" als Machtkategorie.
  • Kritische Reflexion der gesellschaftlichen Wirkweise filmischer Männlichkeitsrepräsentationen.

Auszug aus dem Buch

Bateman und sein Körper

Eines der wichtigsten Medien für Batemans doing gender ist die Gestaltung und Präsentation seines Körpers. Er treibt äußersten Aufwand, seinen Körper zu formen und zu gestalten (Abb. unten). Er unterzieht sich einer strengen Diät. Er absolviert ein hartes Sportprogramm, bei dem er täglich tausend "Sit-Ups" macht. Und er führt jeden Morgen ein langwieriges Kosmetikprogramm durch (Dialogauszug: 0:04'53). Bei seinem Kosmetik- und Fitneßprogramm wird Bateman über weite Strecken nackt oder fast nackt gezeigt. Dabei wird er in harten Kontrasten ausgeleuchtet und häufig in Verbindung mit Spiegeln inszeniert. Sein Körper fügt sich ästhetisch ins kühle, technokratische Set-Design ein, was dessen Darstellung als "Produkt" unterstützt.

Batemans Körper ist sein "Werk". Bateman ist höchst eitel und liebt ihn als Produkt seiner Bemühungen mehr als die Frauen, mit denen Bateman schläft. Besonders bei der Sexualität wird dies deutlich: Die Darstellung folgt Batemans erzählerischer (und oft auch Kamera-) Perspektive, wie er im Spiegel mit seinen Muskeln posiert und sich selbst dabei beobachtet (Abb. unten). Die Frauen sind dabei wieder nur Beiwerk, das nur gelegentlich im Bildrahmen auftaucht. Batemans Narzißmus zeigt, wie wichtig ihm sein Körper als Quelle seiner männlichen Identität ist. Andererseits hat er große Angst, ob sein Körper gut genug aussieht, wie er Jean gegenüber äußert: "Man kann immer noch schlanker sein, noch besser aussehen." (Dialogauszug: 0:57'10). Beide Aspekte belegen, daß Bateman seinen Körper entsprechend einem genau definierten Männlichkeitsideal formt und in seiner Männlichkeit vom Gelingen dieses Projekts abhängig ist. Männlichkeit besteht hier nicht darin, einen entsprechenden Körper zu haben, sondern ihn in eigener Leistung herzustellen.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Herleitung des Ansatzes: Wie lassen sich "Geschlecht" und "Männlichkeit" in der filmischen Darstellung begreifen?: Dieses Kapitel legt die theoretische Basis durch soziologische Konzepte von Geschlecht, Habitus und Männlichkeit, um eine analytische Grundlage für die Filmanalyse zu schaffen.

2. Die Bestie im goldenen Käfig: Patrick Bateman in AMERICAN PSYCHO: Das Kapitel untersucht den Film hinsichtlich formaler Aspekte und analysiert Patrick Batemans hegemonialen Habitus, der in einer tiefen Krise und habituellen Unsicherheit mündet.

3. Die Angst, ein "Freak" zu sein oder: Das Glück liegt in den kleinen Dingen: Männlichkeitskonstruktionen in AMERICAN BEAUTY: Hier wird der Film AMERICAN BEAUTY analysiert, wobei Lester Burnhams und Ricky Fitts' alternative Männlichkeitskonstruktionen den traditionellen, krisenhaften Modellen gegenübergestellt werden.

4. "Soap, Mayham, Mischief" – Von der Depression zur Weltrevolution: Männlichkeiten in FIGHT CLUB: Dieses Kapitel behandelt die Spaltung der Identität in FIGHT CLUB als zentrales Motiv und untersucht die Eskalation vom individuellen "Nullpunkt" hin zum Totalitarismus des "Projekt Chaos".

5. Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse der Filmanalysen zusammen und reflektiert die Rolle des Hollywood-Kinos bei der Thematisierung gesellschaftlicher Krisen und Männlichkeitskonzepte.

Schlüsselwörter

Männlichkeit, Hegemonie, Geschlecht, Krise, Habitus, doing gender, American Psycho, American Beauty, Fight Club, Film, Soziologie, Konsum, Identität, Macht, Filmästhetik

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Magisterarbeit untersucht das gesellschaftliche und individuelle Phänomen der "Krise der Männlichkeit" anhand von drei populären Hollywoodfilmen der 90er Jahre.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Zentrale Themen sind soziologische Theorien zu Männlichkeit (nach u.a. Connell und Meuser), die Konstruktion von Geschlechteridentitäten durch mediale Inszenierung und der Umgang mit Identitätskrisen in modernen Gesellschaften.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Ziel ist es aufzuzeigen, wie Filme als kulturelle Produkte Diskurse über Männlichkeit widerspiegeln und welche Lösungskonzepte für habituelle Krisen sie den Zuschauern anbieten.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt eine kulturwissenschaftliche Filmanalyse, die soziologische Konzepte (Habitus, Doing Gender) mit formaler Filmanalyse (Dramaturgie, Mise-en-Scène, Kamera) verknüpft.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in drei große Analysen zu den Filmen AMERICAN PSYCHO, AMERICAN BEAUTY und FIGHT CLUB, wobei jeweils die formalen Gestaltungsmittel und inhaltliche Interpretationen der männlichen Hauptfiguren im Fokus stehen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Schlüsselbegriffe sind unter anderem hegemoniale Männlichkeit, habituelle Unsicherheit, Konsumgesellschaft, Identitätskrise und die filmische Konstruktion von Geschlecht.

Warum wird Patrick Bateman als Prototyp bezeichnet?

Bateman wird als Prototyp bezeichnet, weil er die Ideale der US-amerikanischen Erfolgsgesellschaft (High Society) perfekt verkörpert, aber gleichzeitig an der resultierenden inneren Leere und dem gnadenlosen Konkurrenzdruck leidet.

Inwiefern unterscheidet sich der Ansatz in FIGHT CLUB von den anderen Filmen?

FIGHT CLUB wird im Gegensatz zu den anderen Filmen über die Identitätsspaltung des Protagonisten in zwei Anteile (Jack und Tyler) analysiert, was eine spezifische Interpretation von Männlichkeit als Kampf mit sich selbst ermöglicht.

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Details

Title
Männlicher Habitus und Krise im Hollywoodfilm der 90er Jahre: AMERICAN PSYCHO, AMERICAN BEAUTY und FIGHT CLUB. Eine medien- und kulturwissenschaftliche Analyse
College
University of Lüneburg  (Fach Kulturwissenschaften)
Author
Jörn Wendt (Author)
Publication Year
2002
Pages
212
Catalog Number
V8442
ISBN (eBook)
9783638154147
Language
German
Tags
Männlicher Habitus Krise Hollywoodfilm Jahre AMERICAN PSYCHO AMERICAN BEAUTY FIGHT CLUB Eine Analyse
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Jörn Wendt (Author), 2002, Männlicher Habitus und Krise im Hollywoodfilm der 90er Jahre: AMERICAN PSYCHO, AMERICAN BEAUTY und FIGHT CLUB. Eine medien- und kulturwissenschaftliche Analyse, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/8442
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