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Städtenetzwerke als globale Hierarchie und als Koordinationsmechanismus - Ein Vergleich

Título: Städtenetzwerke als globale Hierarchie und als Koordinationsmechanismus - Ein Vergleich

Trabajo , 2007 , 31 Páginas , Calificación: 1,0

Autor:in: Kai Posmik (Autor)

Sociología - Vivienda y Sociología urbana
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Populär, inflationär, alltäglich – drei Worte, die bei der Charakterisierung des Siegeszuges eines Begriffes häufig zu vernehmen sind: Gemeint ist der des Netzwerkes. ‚Netzwerk’ als Begriff ist populär, weil er scheinbar so zutreffend gesellschaftliche Strukturen und Prozesse heutiger Zeit beschreibt. Wegen vielfältiger Einsatzmöglichkeiten kann tatsächlich gelegentlich der Eindruck inflationärer Verwendung entstehen und dies hängt auch mit dem dritten Merkmal zusammen, der inzwischen zu konstatierenden weitgehenden Alltäglichkeit des Begriffs. Vom Computer- bis zum Beziehungsnetzwerk, insbesondere innerhalb jüngerer Generationen ist ‚Netzwerk’ zumindest sprachlich zur Normalität geworden.
Eng verbunden ist die Konjunktur von ‚Netzwerk’ mit einem weiteren Begriff, der inzwischen zahlreiche gesellschaftliche und politische Diskurse prägt (um nicht zu sagen dominiert) – dem der Globalisierung. Allgemein kann Globalisierung als „auf die Ausweitung, auf die Zunahme und Ausdehnung der Verbindungen zwischen verschiedenen Regionen und/oder gesellschaftlichen Kontexten“ gerichtet verstanden werden. Demzufolge beschäftigen sich gerade Soziologie und Politikwissenschaft seit einiger Zeit damit, inwieweit Globalisierung eine Modifikation zentraler sozialwissenschaftlicher Kategorien und Perspektiven erfordert. Wenn in diesem Zusammenhang mögliche Umorientierungen in Bezug auf einen eher an Ökonomie, Politik und Kultur ausgerichteten Gesellschaftsbegriff diskutiert werden, so muss angesichts der im Verständnis von ‚Globalisierung’ inkludierten grenzüberschreitenden Interaktionen auch die Frage nach neuen Raumbezügen gestellt werden. „The concept of globalization represents an important shift in transmuting this temporality into a spatial framework.”
Insofern ist es dem Globalisierungsdiskurs mit zu verdanken, dass sich das bislang anzutreffende, der Geographie entlehnte chorische Denkmuster vom Raum als Objekt und als „Container“ von Gesellschaft auf dem Rückzug befindet. Schwerwiegende Auswirkungen hat diese De- und anschließende Rekonstruktion des bisherigen Raumverständnisses auf die Stadt als Objekt sozialwissenschaftlicher Reflexion.

Extracto


Inhaltsverzeichnis

A Einleitung

B. Der Netzwerkbegriff in den Sozialwissenschaften

C Raum und Gesellschaft im Denken von Manuel Castells

C.I Die informationelle Gesellschaft

C.II Implikationen für die Stadtforschung

C.III Kritik: Empirische Evidenz und Reichweite der Überlegungen von Castells

D. Stadt als transnationaler Akteur – Städtenetzwerke aus der Policy-Perspektive

D.I Netzwerk als Koordinationsmechanismus

D.II Chancen und Risiken von Städtenetzwerken

D.III Berlin als Knoten des Städtenetzwerkes METROPOLIS

E. Schlussfolgerungen und Ausblick

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Die vorliegende Arbeit untersucht die Rolle von Städten in globalen Netzwerken und vergleicht dabei die Sichtweise von Manuel Castells, der Städte primär als Knoten in einer ökonomisch determinierten Hierarchie betrachtet, mit der Perspektive der Policy-Forschung, welche Städtenetzwerke als bewusste Koordinationsmechanismen zur Problemlösung versteht.

  • Analyse des Netzwerkbegriffs in den Sozialwissenschaften.
  • Kritische Rekonstruktion des Raumverständnisses von Manuel Castells.
  • Untersuchung von Städtenetzwerken als Instrumente der politischen Kooperation.
  • Diskussion der Handlungsspielräume von Städten jenseits ökonomischer Dominanz.
  • Fallstudie: Berlin als Akteur im Netzwerk METROPOLIS.

Auszug aus dem Buch

C.III Kritik: Empirische Evidenz und Reichweite der Überlegungen von Castells

Im vorangegangenen Abschnitt ist bereits auf die analytische Leistung Castells hingewiesen worden. Tatsächlich hat er einen wesentlichen Beitrag zur Wiederentdeckung des Raumes geleistet – seine ‚Verflüssigung des Raumes’ im Raum der Ströme führt von einem verkürzten, rein geographischen und territorialen zu einem mehr relationalen Raumverständnis, welches transnationale Vernetzung betont. Letztlich bietet der Raum der Ströme eine durchaus treffende, wenn auch sehr abstrakte Beschreibung von Prozessen der heutigen globalen Ökonomie. Auch die Schilderung von ‚Stadt’ als Ort im internationalen Netz von Wirtschaftsströmen kann Möglichkeiten und Risiken dieser neuen informationellen Ökonomie aufzeigen. Seit Erscheinen von Castells Trilogie sind seine Thesen jedoch nicht nur auf Zustimmung, sondern auch auf Kritik gestoßen. Diese fokussiert sich einerseits allgemein auf sein methodisches Vorgehen und die Aussagen zur informationellen Gesellschaft und zweitens auf seine daraus gezogenen Schlussfolgerungen für die Stadt (in der Stadt selbst und ihre Rolle im Netzwerk).

Insbesondere Jochen Steinbicker kritisiert an Castells methodischem Vorgehen, dass er letztlich keinen analytischen, sondern mehr einen formalen Bezugsrahmen formuliere, der einem eher lockerem Netz von Begriffen gleichkomme. Diese Kritik ist insofern nachvollziehbar, als Castells Werk insgesamt im Deskriptiven verharrt, theoretisch fundiert sind nur Teile, insbesondere die Gedanken vom Raum der Ströme. Überdies ist Castells nicht unberechtigt immer wieder der Vorwurf des technologischen Determinismus gemacht worden, auch wenn er diesen selbst bestreitet. Seine Charakterisierung gesellschaftlicher Beziehungen bleibt leider ebenso oberflächlich wie die Analyse der Machtverhältnisse zwischen politischen Akteuren. Außerdem bleibt zu hinterfragen, warum Castells die Prozesse der Etablierung der informationellen Gesellschaft ebenso wie die der Globalisierung als nahezu unbeeinflussbar hinnimmt. Zum technologischen scheint sich also noch ein ökonomischer Determinismus zu gesellen. Bereits Peter Marcuse kritisierte diese letztlich akteurslose Vorgehensweise: „Prozesse und Beziehungen werden verdinglicht, werden selbst zu autonomen Kräften und unabhängigen Akteuren. Reale Akteure verschwinden und Dinge werden zu Akteuren“. Dem muss zugestimmt werden.

Zusammenfassung der Kapitel

A Einleitung: Einführung in die Relevanz des Netzwerkbegriffs im Kontext der Globalisierung und Vorstellung der zentralen Forschungsfrage.

B. Der Netzwerkbegriff in den Sozialwissenschaften: Historische Herleitung und theoretische Grundlagen der Netzwerkanalyse von Moreno bis zur modernen Definition als soziale Beziehungsgeflechte.

C Raum und Gesellschaft im Denken von Manuel Castells: Analyse von Castells Konzept der informationellen Gesellschaft und seiner Theorie des Raumes der Ströme.

C.I Die informationelle Gesellschaft: Darstellung der technologischen und ökonomischen Grundlagen der Informationsgesellschaft bei Castells.

C.II Implikationen für die Stadtforschung: Erläuterung, wie sich Castells' Theorien auf das Verständnis von Städten als Knotenpunkte in globalen Netzwerken auswirken.

C.III Kritik: Empirische Evidenz und Reichweite der Überlegungen von Castells: Auseinandersetzung mit theoretischen Schwachstellen und methodischer Kritik an Castells Werk.

D. Stadt als transnationaler Akteur – Städtenetzwerke aus der Policy-Perspektive: Kontrastierung zu Castells durch die Einführung netzwerktheoretischer Ansätze der Politikwissenschaft.

D.I Netzwerk als Koordinationsmechanismus: Definition von Netzwerken als Instrument der Politikproduktion durch Kooperation und Tausch.

D.II Chancen und Risiken von Städtenetzwerken: Typologie von Städtenetzwerken und Analyse der Voraussetzungen für erfolgreiche Zusammenarbeit.

D.III Berlin als Knoten des Städtenetzwerkes METROPOLIS: Anwendung der theoretischen Überlegungen am praktischen Beispiel der Berliner Mitgliedschaft im Netzwerk METROPOLIS.

E. Schlussfolgerungen und Ausblick: Zusammenfassender Vergleich der beiden Perspektiven und Fazit zur Rolle von Städten in der globalisierten Welt.

Schlüsselwörter

Netzwerk, Globalisierung, Manuel Castells, Städtenetzwerke, Raum der Ströme, Policy-Analyse, Informationelle Gesellschaft, Koordination, Global City, Governance, Metropolen, Berlin, Metropolis, Politikproduktion, Wissensaustausch

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht, wie Städte in einer globalisierten Welt interagieren und welche theoretischen Ansätze geeignet sind, diese Interaktionen – organisiert in Netzwerken – zu beschreiben.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die Schwerpunkte liegen auf der Soziologie des Raumes, der Politikwissenschaft (Policy-Forschung) und der praktischen Fallstudie städtischer Kooperationsnetzwerke.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Ziel ist es, das hierarchische, ökonomisch determinierte Städtemodell von Manuel Castells mit einem akteurszentrierten Policy-Ansatz zu vergleichen, um die Handlungsspielräume von Städten besser zu verstehen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Literaturanalyse zweier unterschiedlicher sozialwissenschaftlicher Disziplinen und illustriert diese durch eine Fallstudie unter Verwendung eines Experteninterviews.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Dekonstruktion der Ansätze von Castells, die Kontrastierung mit der Policy-Perspektive und die empirische Einbettung durch das Beispiel Berlin.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zentrale Begriffe sind Netzwerk, Globalisierung, Raum der Ströme, Policy-Netzwerke, Governance und Städtenetzwerk.

Warum wird Berlin als Fallbeispiel herangezogen?

Berlin dient als Beispiel einer Stadt, die ökonomisch betrachtet keine herausragende globale Rolle spielt, sich aber dennoch erfolgreich als politischer Akteur in transnationalen Netzwerken wie METROPOLIS behaupten kann.

Was ist die Kernkritik an Manuel Castells in dieser Arbeit?

Dem Autor wird ein zu starker technologischer und ökonomischer Determinismus vorgeworfen, der den Blick auf soziale Akteure verstellt und Städte eher als passive Standorte ökonomischer Prozesse denn als handelnde politische Subjekte begreift.

Final del extracto de 31 páginas  - subir

Detalles

Título
Städtenetzwerke als globale Hierarchie und als Koordinationsmechanismus - Ein Vergleich
Universidad
Free University of Berlin  (Otto-Suhr-Institut für Politikwissenschaften)
Curso
„Verheißung und Verdammnis – Stadt als Gegenstand sozialwissenschaftlicher Theorie“
Calificación
1,0
Autor
Kai Posmik (Autor)
Año de publicación
2007
Páginas
31
No. de catálogo
V84442
ISBN (Ebook)
9783638007825
Idioma
Alemán
Etiqueta
Städtenetzwerke Hierarchie Koordinationsmechanismus Vergleich Verdammnis Stadt Gegenstand Theorie“
Seguridad del producto
GRIN Publishing Ltd.
Citar trabajo
Kai Posmik (Autor), 2007, Städtenetzwerke als globale Hierarchie und als Koordinationsmechanismus - Ein Vergleich, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/84442
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