Verständlichkeit von Wissensmagazinen im TV

Eine Analyse am Beispiel des Beitrags „Knochenfabrik mitten in Hamburg“ innerhalb der Pro7 Sendung „Galileo"


Hausarbeit (Hauptseminar), 2003

27 Seiten, Note: 2,3


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Einleitung

Strukturprotokoll

Feinprotokoll

Allgemeines

Analyse
Visuelle Verständlichkeit
Auditive Verständlichkeit
Bild-Ton Verhältnis

Schlussteil

Literaturverzeichnis

Einleitung

In den letzten Jahren strömten immer mehr Wissenssendungen auf den TV-Markt. Formate wie Abenteuer Wissen (ZDF), Abenteuer Forschung (ZDF), W wie Wissen (ARD), Planet Wissen (WDR), DSF Science (DSF), Abenteuer Leben (Kabel 1) oder Galileo (Pro 7) sind täglich im Fernsehprogramm zu finden. Sie versuchen oft schwierige, teilweise sogar hoch komplizierte, Sachverhalte darzustellen und einem breiten Publikum näher zu bringen. Doch sind die einzelnen Beiträge auch verständlich? Ist es dem Laien möglich die Zusammenhänge zu begreifen? Oder sind lediglich Fachleute in der Lage die Informationen sinnvoll zu verarbeiten?

Die Platzierung des Pro7 Wissensmagazins „Galileo“ in das Vorabendprogramm eines der größten deutschen Fernsehsender, lässt auf großes Interesse an der Sendung schließen. Und das wiederum sollte für die Verständlichkeit von Galileo sprechen.

Das Magazin selbst beschreibt sich als „verblüffend einfach, für jeden verständlich. Das Wissensmagazin für die ganze Familie“ und wurde 2001 sogar mir dem bayrischen Fernsehpreis ausgezeichnet[1].

In dieser Arbeit möchte ich anhand des Beitrags „Knochenfabrik mitten in Hamburg“ innerhalb des Magazins „Galileo“ (zweiter Beitrag in der Sendung am Mittwoch den 03. September 2003 von 19:25 Uhr bis 20:00 Uhr auf Pro 7) die Verständlichkeit der dargestellten Sachverhalte, in eben einem der Vorzeigeformate unter den Wissensmagazinen im deutschen Fernsehen, untersuchen. Dabei werde ich nicht nur auf die Textverständlichkeit eingehen, sondern auch darauf, wie mit der Stärke des Mediums Fernsehen, dem Bild, gearbeitet wurde. Ich werde versuchen zuerst einzeln die auditive Verständlichkeit sowie die des Films zu analysieren, und anschließend auf das Bild-Ton Verhältnis eingehen. An dieser Stelle möchte ich anmerken, dass ich zur auditiven Verständlichkeit nicht nur die Worte des Kommentators aus dem, so genannten, OFF, sondern auch die Redebeiträge von im ON auftretenden Personen, wie zum Beispiel Experten, zähle, da mir auch die Verständlichkeit ihrer Aussagen für die Plausibilität eines Beitrags als wichtig erscheint. Des Weiteren gehe ich in diesem Punkt kurz auf Musik und Hintergrundgeräusche ein.

Im Folgenden stelle ich das Strukturprotokoll der Sendung sowie das Feinprotokoll des Beitrags dar, um anschließend anhand dieser Aufzeichnungen die Analyse vorzunehmen.

Strukturprotokoll

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Allgemeines

Fernsehsendungen sind Medien der Kommunikation[2]. Als diese nehmen sie mit dem Publikum Kontakt auf, und wollen diesem etwas vermitteln. Die Sendungen verfolgen also ein Ziel, was von Information bis zu Unterhaltung reichen kann. Ob eine Sendung ihr Ziel erreicht, hängt dabei vom Verständnis des Betrachters ab. Denn die Darstellungen, seien sie visuell oder auditiv, in Fernsehbeiträgen, können nur ein Angebot an den Zuschauer sein[3], ob dieser die Angebote annimmt und somit den Film in der Form versteht in der es der Autor gemeint hat, liegt einzig beim Betrachter selbst. Der Autor eines Filmbeitrags oder einer Fernsehsendung hat dabei allerdings durch verschiedenste Stilmittel die Möglichkeit die Aufnahme des Zuschauers zu beeinflussen, und somit sein Verständnis in die Richtung zu lenken, in die er es wünscht. Der Erfolg hängt dabei von der richtigen Verwendung der einzelnen Stilmittel ab. Trotzdem darf der große Einfluss den der Betrachter selbst auf sein eigenes Verständnis hat, nicht übersehen werden, da dieser seine Sicht des Beitrags durch sein Vorwissen, Hintergrundwissen, seine Aufmerksamkeit, Aufnahmefähigkeit und andere Einflüsse aus seiner Umgebung beeinflusst.

Um diese Einflüsse so gut es geht zu umgehen, muss der Autor eines Beitrags, wie gerade angesprochen, versuchen möglichst viele Stilmittel korrekt zu verwenden. Dabei ist die wichtigste Feststellung, dass der Zuschauer dem Bild mehr Glauben schenkt, als dem Kommentar. Bei gleichzeitiger Bildschirmpräsenz dominiert das Bild also das Wort[4].

Eine Filmanalyse kann nun auf verschiedenen Ebenen stattfinden. Mikos zum Beispiel schlägt vor TV-Sendungen auf 5 Ebenen zu analysieren. Die erste Ebene ist die des Inhalts und der Repräsentation, die zweite die der Narration und Dramaturgie, die dritte die der Figuren und Akteure, eine weitere die der Ästhetik und Gestaltung und die letzte Ebene ist schließlich die der Kontexte[5]. Korte unterschiedet nur 4 Ebenen, die der Filmrealität (Inhalt, Form und Handlung), der Bedingungsrealität (historische und gesellschaftliche Kontextinformationen), der Bezugsrealität (Verhältnis der filmischen Darstellung zur realen Bedeutung des Problems) und die Ebene der Wirkungsrealität (Wie wurde der Film zu seiner Entstehungszeit, und wie wird er heute, gesehen?)[6]. In der Breite möchte ich mich keiner dieser Vorgehensweisen anschließen. Da mich lediglich die Verständlichkeit des Inhaltes interessiert, werde ich mich, nach der inhaltlichen Darstellung durch das Feinprotokoll, darauf beschränken die Bild- und Filmsprache, die Textverständlichkeit und das Text-Bild-Verhältnis zu analysieren.

Analyse

Visuelle Verständlichkeit

Bilder erzählen die Geschichte, die in dem Beitrag dargestellt werden soll. Sie schaffen, durch Bewegung Spannung und sollen den Zuschauer so am Bildschirm halten[7]. Da der Zuschauer durch die Kamera sieht[8], kann der Autor sein Verständnis hier in besonderem Maße beeinflussen. Dem zu Folge hat die richtige Verwendung der Stilmittel im Bereich der Visualisierung eine besonders große Bedeutung. Elemente der Filmgestaltung sind laut Mikos: Kamera, Licht, Montage/ Schnitt, Ausstattung, Ton/Sound, Musik, Spezialeffekte[9]. Unter anderem wegen des Fehlens von Spezialeffekten im ausgewählten Beitrag und weil ich Ton und Musik in die auditive Verständlichkeit eingeordnet habe, werde ich mich auf die Analyse der Kamera (Einstellung, Bewegung und Perspektive), des Lichts und der Montage konzentrieren.

Im Allgemeinen sorgt Licht für die 3. Dimension auf den zweidimensionalen TV-Bildschirmen. Indem es Schatten schafft, kreiert es die Raumtiefe.[10] Aus filmischer Sicht kommen ihm aber auch dramaturgische Aufgaben zu. So kann es nicht nur die Aufmerksamkeit des Zuschauers auf ein bestimmtes Objekt lenken, sondern auch dessen Stimmung beeinflussen. Helles beziehungsweise rotes oder gelbes Licht wirken dabei in erster Linie freundlich und warm, wobei dunkles oder blaues Licht eine gefährliche, kühle oder distanziert Ausstrahlung hat.[11]

Der zu untersuchende Magazinbeitrag geht in Szenen, in denen lediglich Knochen gezeigt werden, aber auch besonders in der historischen Anfangssequenz, in der auch eine Blaudominanz zu erkennen ist, sehr sparsam mit seinem Lichteinsatz um. Das schafft, wie eben beschrieben, eine eher gefährliche Stimmung, die dem, durch den Beitrag im weitesten Sinne bedienten, Thema „Tod“ entspricht.

Ein verstärkter Lichteinsatz ist in erster Linie zu erkennen, wenn es um die Darstellung der Mitarbeiter in dem Beitrieb geht. Sie sollen also positiv und nett auf den Betrachter wirken, auch um ihre Arbeit nicht, irrtümlicher Weise, negativ darzustellen, da das was sie tun der ärztlichen Ausbildung hilft und kein „Geschäft mit dem Tod“ ist.

[...]


[1] SevenOne Intermedia GmbH (03.09.2003) http://www.prosieben.de/programmguide/detail.php?id=6174462

[2] Mikos (2003) S.19

[3] ebd. S.21

[4] Morgenthaler (2000) S.102

[5] Mikos S.39

[6] Korte (2000) S.21

[7] Morgenthaler (2000) S.103

[8] Mikos (2003) S.182

[9] ebd. S.182

[10] ebd. S.199

[11] ebd. S.199ff.

Ende der Leseprobe aus 27 Seiten

Details

Titel
Verständlichkeit von Wissensmagazinen im TV
Untertitel
Eine Analyse am Beispiel des Beitrags „Knochenfabrik mitten in Hamburg“ innerhalb der Pro7 Sendung „Galileo"
Hochschule
Freie Universität Berlin  (Publizistik- und Kommunikationswissenschaft)
Veranstaltung
Medienseminar Fernsehen
Note
2,3
Autor
Jahr
2003
Seiten
27
Katalognummer
V84456
ISBN (eBook)
9783638008099
Dateigröße
486 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Verständlichkeit, Wissensmagazinen, Medienseminar, Fernsehen
Arbeit zitieren
Nico Meissner (Autor), 2003, Verständlichkeit von Wissensmagazinen im TV, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/84456

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Titel: Verständlichkeit von Wissensmagazinen im TV



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