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Die Spaltung von Tugend und Moral in J.M.R. Lenz’ "Zerbin oder die Neuere Philosophie"

Titre: Die Spaltung von Tugend und Moral in J.M.R. Lenz’ "Zerbin oder die Neuere Philosophie"

Exposé Écrit pour un Séminaire / Cours , 2007 , 23 Pages , Note: 2,0

Autor:in: Juliana Hartwig (Auteur)

Philologie Allemande - Littérature Allemande Moderne
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Résumé Extrait Résumé des informations

Lenz’ „Zerbin oder die Neuere Philosophie“ erzählt fiktive Lebensgeschichte eines gescheiterten, in Unmoral gefallenen Moralphilosophen. Martin Kagel ist Moral jedoch „weniger die Absicht als der Gegenstand“ dieser Erzählung , weil an ihrem Ende keine normative Moral steht. Die Ansicht, dass es in Lenz’ Dichtung nicht um die moralische Belehrung des Lesers geht, wird auch von Karin A. Wurst geteilt. Sie beruft sich auf Lenz’ eigene Aussagen, nach denen es in seiner Prosa nicht um „moralische Endzwecke“ oder „philosophische Sätze“ gehe. Martin Rector bezeichnet „Zerbin“ als eine „ästhetische Wahrheitsprobe“ der Lenz’schen theoretischen Schriften zur Moralphilosophie. Das Ergebnis sei die Infragestellung der Realisierbarkeit des aufklärerischen Autonomie-Ideals und die Entlarvung seines Risiko-Potenzials zur unmoralischen Handlung. Roland Krebs wagt die These, dass der Schluss der Geschichte – Zerbins Selbstmord – zeige, „dass es unmöglich ist, völlig nach dem Gesetz der Eigenliebe zu leben, dass die Stimme sich des Gewissens sich nicht auf Dauer unterdrücken lässt“ . In dieser Arbeit soll untersucht werden, wie diese „Stimme des Gewissens“ beziehungsweise die Moral in „Zerbin oder die Neuere Philosophie zum Ausdruck kommt, und inwieweit Lenz darin die Möglichkeit der Verbindung von Eigenliebe und Moral offen lässt.

Extrait


Gliederung

1. Einleitung

2. Der moralische Fall eines Moralphilosophen

2.1. Zerbin - Ein stolzer Charakter mit einer Vorliebe für Moralphilosophie

2.2. Beruflicher Aufstieg, emotionale Enttäuschung

2.3. Liebesbestätigung und moralphilosophische Umorientierung

3. Ursachen für Zerbins Gesinnungswandel

3.1. Psychologische Erklärungen

3.2. Willensschwäche durch Verlust der Konkupiszenz

4. ,Zerbin’ als Dekonstruktion zeitgenössischer Moralkonzeptionen

4.1. Gellerts Sittenlehre als Stolperfalle

4.2. Warnung vor der Modephilosophie

4.3. Das Problem der Ganzheitlichkeit

5. Tugend ohne „Plan“

5.1. Marie – natürlich tugendhaft

5.2. Bewusstes moralisches Verhalten durch die „starkgewordene Vernunft“

6. Zusammenfassung

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht das moralphilosophische Dilemma in J.M.R. Lenz’ Erzählung „Zerbin oder die Neuere Philosophie“. Dabei wird analysiert, wie Lenz die Verbindung von Eigenliebe und Moral hinterfragt und inwieweit das aufklärerische Ideal der menschlichen Autonomie durch den Protagonisten Zerbin dekonstruiert wird.

  • Analyse der moralischen Fallgeschichte Zerbins und dessen Gesinnungswandel.
  • Kritik an der zeitgenössischen Moralphilosophie, insbesondere am Modell von Christian Fürchtegott Gellert.
  • Untersuchung der psychologischen Ursachen und der anthropologischen Konstitution des Menschen bei Lenz.
  • Kontrastierung von Zerbins gescheitertem Autonomie-Anspruch mit der intuitiven, aber verhängnisvollen Tugendhaftigkeit der Figur Marie.

Auszug aus dem Buch

2.1. Zerbin - Ein stolzer Charakter mit einer Vorliebe für Moralphilosophie

In „Zerbin oder die neuere Philosophie“ erzählt ein fiktiver Herausgeber als warnendes Exempel, wie er erklärt, die angeblich wahre Geschichte des an den Umständen des Lebens gescheiterten selbsternannten Moralphilosophen Zerbin.

Dieser wird als einziger Sohn eines reichen, skrupellosen Kaufmanns geboren, der sein Vermögen durch illegale Geldgeschäfte vermehrt. Zerbins Jugendzeit ist durch die Bemühungen seines Vaters geprägt, ihm sein kriminelles Handwerk beizubringen. Die Einstellung des Vaters widerstrebt Zerbins Vorstellungen vom menschlichen Zusammenleben. Seine „Gradheit des Herzens“ schützt ihn vor der negativen väterlichen Einflussnahme. Bereits in seinen Jugendtagen zeigt sich bei Zerbin ein außergewöhnliches Autonomiebestreben. Er hält es für „unwürdig, den Umständen nachzugeben“.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung führt in Lenz’ Erzählung ein, thematisiert das Scheitern des Moralphilosophen Zerbin und umreißt die Forschungsfrage nach der Vereinbarkeit von Eigenliebe und Moral.

2. Der moralische Fall eines Moralphilosophen: Dieses Kapitel zeichnet Zerbins Werdegang nach, von seinem stolzen Autonomiebestreben und dem Studium bis hin zu den beruflichen und emotionalen Enttäuschungen, die ihn in die Krise führen.

3. Ursachen für Zerbins Gesinnungswandel: Hier werden psychologische Erklärungsansätze sowie Lenz’ Theorie der Konkupiszenz herangezogen, um den Umschlag von Zerbins Moral in Unmoral zu ergründen.

4. ,Zerbin’ als Dekonstruktion zeitgenössischer Moralkonzeptionen: Dieses Kapitel kritisiert Gellerts Sittenlehre und die sogenannte „Modephilosophie“ als unzureichend oder missbräuchlich zur Verdeckung eigener Interessen.

5. Tugend ohne „Plan“: Die Analyse vergleicht Zerbin mit Marie, deren intuitive Tugendhaftigkeit ebenfalls an den sozialen Realitäten und mangelnder Vernunftstärke scheitert.

6. Zusammenfassung: Das Fazit fasst das Dilemma zusammen: Weder theoretische Konstrukte noch eine rein gefühlsbasierte Tugend garantieren moralisches Handeln, da menschlicher Stolz und Unvorhersehbarkeit des Lebens zu Krisen führen können.

Schlüsselwörter

J.M.R. Lenz, Zerbin oder die Neuere Philosophie, Moralphilosophie, Aufklärung, Autonomie, Tugend, Eigenliebe, Konkupiszenz, Christian Fürchtegott Gellert, Sturm und Drang, Menschenbild, moralische Erzählung, psychologische Dynamik, Scheinmoral.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die Erzählung „Zerbin oder die Neuere Philosophie“ von J.M.R. Lenz und untersucht das Scheitern des Protagonisten als Moralphilosoph vor dem Hintergrund aufklärerischer Ideale.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Zentrale Themen sind die Kritik an zeitgenössischen Moralsystemen, das menschliche Streben nach Autonomie, die Rolle von Gefühlen gegenüber Vernunft sowie die Problematik des Stolzes.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es zu klären, wie Lenz die „Stimme des Gewissens“ in der Erzählung darstellt und inwieweit er eine Verbindung zwischen Eigenliebe und moralischem Handeln für möglich hält.

Welche wissenschaftliche Methode wird in der Arbeit verwendet?

Es handelt sich um eine literaturwissenschaftliche Analyse, die primär den Text von Lenz sowie verschiedene Forschungspositionen (u.a. von Martin Rector, Karin A. Wurst und Martin Kagel) als interpretatorischen Rahmen nutzt.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung von Zerbins Fall, die Suche nach Ursachen für seinen Gesinnungswandel, eine Dekonstruktion bestehender Moralkonzepte und den Vergleich mit der Figur Marie.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Autonomie, Konkupiszenz, Scheinmoral, Triebfeder und das Spannungsfeld zwischen Körper und Geist charakterisiert.

Warum spielt die Figur Marie eine so wichtige Rolle für das Verständnis von Zerbin?

Marie fungiert als „perspektivisches Gegenstück“ zu Zerbin; beide sind Extremcharaktere, die sich in Krisensituationen von ihren Gefühlen leiten lassen, anstatt rational zu agieren.

Welche Schlussfolgerung zieht die Autorin bezüglich einer moralischen Lebensweise?

Die Autorin folgert, dass weder reine Theorie noch intuitive Natürlichkeit vor moralischem Scheitern schützen; eine stabile, durch Erfahrung gereifte Vernunft ist notwendig, um in der Welt zu bestehen.

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Résumé des informations

Titre
Die Spaltung von Tugend und Moral in J.M.R. Lenz’ "Zerbin oder die Neuere Philosophie"
Université
Carl von Ossietzky University of Oldenburg  (Institut für Germanistik)
Cours
Prosa der Aufklärung
Note
2,0
Auteur
Juliana Hartwig (Auteur)
Année de publication
2007
Pages
23
N° de catalogue
V84519
ISBN (ebook)
9783638008679
Langue
allemand
mots-clé
Spaltung Tugend Moral Lenz’ Zerbin Neuere Philosophie Prosa Aufklärung
Sécurité des produits
GRIN Publishing GmbH
Citation du texte
Juliana Hartwig (Auteur), 2007, Die Spaltung von Tugend und Moral in J.M.R. Lenz’ "Zerbin oder die Neuere Philosophie", Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/84519
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Extrait de  23  pages
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