Hans Jonas stellt in seinem Werk Organismus und Freiheit. Ansätze zu einer philosophischen Biologie die folgende These auf: In der anorganischen Welt bringt die Freiheit, die sich gegen die diese intentionalisiert, den Organismus hervor.
Die alten Disziplinen kritisch betrachtend, führt Jonas Beweise für diese These mit seiner Philosophie des Lebens, d.h. der Philosophie des Organismus und des Geistes. Die Freiheit des Organismus sei demnach aufgrund der Kausalität möglich.
Das Ziel dieser Arbeit ist, diese These kritisch zu überprüfen, indem die Begriffe Organismus, Freiheit und Geist genauer untersucht werden. Damit wird die ontologische Begründungsressource für Jonas´ spätere Verantwortungsethik vorgeliefert.
Inhaltsverzeichnis
- I. Einleitung
- II. Freiheit und Organismus
- 1. Stoffwechsel und Identitätsentstehung des Lebendigen
- 2. Kategorien des Konzepts der dialektischen Freiheit
- III. Kritische Bemerkung
- 1. Allgemeine Argumentationsfolge und Klärung der Freiheit
- 2. Der Begriff Geist
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Diese Hausarbeit untersucht Hans Jonas' These, dass die Freiheit in und gegen die anorganische Welt den Organismus hervorbringt. Ziel ist es, die Begriffe Organismus, Freiheit und Geist im Kontext von Jonas' Philosophie der Biologie zu analysieren.
- Die Verbindung von Freiheit und Organismus
- Die Rolle des Stoffwechsels in der Entstehung des Lebens
- Die Unterscheidung zwischen organischen und anorganischen Systemen
- Die Bedeutung des Geistes in Jonas' Philosophie
- Die kritische Auseinandersetzung mit Idealismus und Materialismus
Zusammenfassung der Kapitel
I. Einleitung
Die Einleitung stellt Jonas' zentrale These vor: Die Freiheit in und gegen die anorganische Welt bringt den Organismus hervor. Sie umreißt das Themenfeld der Philosophie des Lebens und die Beziehung zwischen Philosophie des Organismus und Philosophie des Geistes.
II. Freiheit und Organismus
1. Stoffwechsel und Identitätsentstehung des Lebendigen
Jonas erörtert die Bedeutung des Stoffwechsels als entscheidendes Merkmal des Lebens. Er stellt den Vergleich zwischen anorganischen und organischen Systemen hinsichtlich der Beziehung von Form und Stoff dar. Dabei hebt er die Selbstzentrierung und Individualität des Lebens hervor.
Häufig gestellte Fragen
Was ist Hans Jonas' zentrale These zum Organismus?
Jonas postuliert, dass der Organismus eine „bedürftige Freiheit“ darstellt, die sich in und gegen die anorganische Welt durch den Stoffwechsel behauptet.
Welche Rolle spielt der Stoffwechsel in Jonas' Philosophie?
Der Stoffwechsel ist das fundamentale Merkmal des Lebens. Er ermöglicht die Identitätsentstehung des Lebendigen, indem die Form über den ständig wechselnden Stoff triumphiert.
Wie unterscheidet Jonas zwischen organischen und anorganischen Systemen?
Anorganische Systeme sind identisch mit ihrem Stoff. Organische Systeme hingegen besitzen eine dialektische Freiheit; sie sind auf Stoff angewiesen, aber nicht an einen spezifischen Stoff gebunden.
Inwiefern ist Jonas' Biologie eine Grundlage für seine Ethik?
Indem Jonas Freiheit bereits auf biologischer Ebene verankert, schafft er eine ontologische Basis für seine spätere Verantwortungsethik („Das Prinzip Verantwortung“).
Was versteht Jonas unter dem Begriff „Geist“?
Geist ist bei Jonas kein Gegensatz zum Körper, sondern eine Steigerung der im Organismus bereits angelegten Freiheit und Innerlichkeit.
- Citation du texte
- Chise Onuki (Auteur), 2005, Der Organismus als die bedürftige Freiheit - Hans Jonas´ Philosophie der Biologie, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/84561