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Der Organismus als die bedürftige Freiheit - Hans Jonas´ Philosophie der Biologie

Title: Der Organismus als die bedürftige Freiheit  - Hans Jonas´ Philosophie der Biologie

Term Paper , 2005 , 17 Pages , Grade: 2

Autor:in: Chise Onuki (Author)

Philosophy - Philosophy of the 20th century
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Hans Jonas stellt in seinem Werk Organismus und Freiheit. Ansätze zu einer philosophischen Biologie die folgende These auf: In der anorganischen Welt bringt die Freiheit, die sich gegen die diese intentionalisiert, den Organismus hervor.
Die alten Disziplinen kritisch betrachtend, führt Jonas Beweise für diese These mit seiner Philosophie des Lebens, d.h. der Philosophie des Organismus und des Geistes. Die Freiheit des Organismus sei demnach aufgrund der Kausalität möglich.
Das Ziel dieser Arbeit ist, diese These kritisch zu überprüfen, indem die Begriffe Organismus, Freiheit und Geist genauer untersucht werden. Damit wird die ontologische Begründungsressource für Jonas´ spätere Verantwortungsethik vorgeliefert.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

I. Einleitung

II. Freiheit und Organismus

1. Stoffwechsel und Identitätsentstehung des Lebendigen

2. Kategorien des Konzepts der dialektischen Freiheit

III. Kritische Bemerkung

1. Allgemeine Argumentationsfolge und Klärung der Freiheit

2. Der Begriff Geist

Zielsetzung und Themen der Arbeit

Die vorliegende Arbeit setzt sich kritisch mit Hans Jonas' Philosophie der Biologie auseinander, insbesondere mit seiner These, dass Freiheit das grundlegende Element ist, welches den Organismus in der anorganischen Welt hervorbringt. Ziel ist es, die Konzepte Organismus, Freiheit und Geist im Kontext von Jonas' Werk "Das Prinzip Leben" zu untersuchen und auf ihre argumentative Konsistenz zu prüfen.

  • Die ontologische Bedeutung des Stoffwechsels für die Freiheit des Organismus.
  • Analyse der vier Kategorien der dialektischen Freiheit bei Jonas.
  • Kritische Reflexion der Verbindung von biologischer Existenz und dem Begriff des Geistes.
  • Untersuchung der teleologischen Interpretation der Lebensentwicklung.
  • Die Rolle der "Bürde der Notdurft" versus das Streben nach positiver Freiheit.

Auszug aus dem Buch

2. Kategorien des Konzepts der dialektischen Freiheit

Die Form ist nach Jonas´ Konzept ein Produkt der dialektischen Freiheit. Ihre Dialektik hat den ontologischen Charakter, der der Form die Freiheit ermöglicht, indem das Aufheben der Form ihre weitere Seinsgründe und –möglichkeit verleiht. Der dialektische Charakter dieser Freiheit wird durch die gleichzeitige Abhängigkeit der Form vom Stoffwechsel deutlich. Der Stoffwechsel als die Fähigkeit der organischen Form wird zur unerlässlichen Bedingung der Existenz der Form. Dieses ist als ihr „Muss“ bzw. Notwendigkeit - die Antinomie der Freiheit an den Wurzeln des Lebens. Die Freiheit und die Notwendigkeit münden jedoch in die Autonomie der Form anhand des Stoffes als die materielle Bedingungsressource ihrer Regierbarkeit. Diese Dialektik ist die erste Kategorie Jonas´ Konzepts der dialektischen Freiheit. Es gibt insgesamt vier Kategorien der Freiheit des Organismus, an denen sich die passenden Gegenstücke ergeben, die Jonas als Antinomie der dialektischen Freiheit versteht:

Der Organismus öffnet sich als nächstes - wegen seiner o.g. notwendigen, bedürftigen Freiheit - seiner Umwelt, die sich außerhalb seines selbst-geeinigten Seins befindet, und ist zugleich auf sie bezogen. Die Bezogenheit ergibt sich aus der tätigen Selbstbesorgung des organischen Seins, das für seine Aufrechterhaltung Stoffe von außen benötigt. Die Suche nach dem Stoff zeigt deswegen sowohl die Bedürftigkeit des Organischen als auch dessen Intentionalität auf. Letzteres führt ihn zur Offenheit: Dieser Intentionalität liegt nach Jonas die Hypothese zugrunde, dass der Organismus sich aktiv der Umwelt zuwendet und damit über sich selbst und über seine eigene Einheit hinaus nach außen in die Welt hinausgeht, um zu agieren. Daher wird in diesem Prozess der Organismus gleichzeitig zu einem „Selbst“ gegenüber der Umwelt, die für ihn „die Welt“ bedeutet. Jonas nennt dieses Hinausgehen mit der Intentionalität die Transzendenz des Lebens als Transzendenz der Bedürftigkeit und Selbsttranszendenz zugleich (1. Art der Transzendenz).

Zusammenfassung der Kapitel

I. Einleitung: Die Einleitung führt in die zentrale These von Hans Jonas ein, dass der Organismus als Ausdruck von Freiheit in der anorganischen Welt zu verstehen ist und stellt das Vorhaben dar, diesen Zusammenhang kritisch zu prüfen.

II. Freiheit und Organismus: Dieses Kapitel erläutert den Stoffwechsel als Grundlage der Identitätsentstehung des Lebendigen und analysiert die vier Kategorien der dialektischen Freiheit, durch die sich der Organismus konstituiert.

III. Kritische Bemerkung: Der abschließende Teil hinterfragt Jonas' Argumentationslinie und untersucht kritisch den Begriff des Geistes sowie die problematische Verschiebung von der funktionalen Notdurft hin zur positiven Teleologie.

Schlüsselwörter

Hans Jonas, Philosophie der Biologie, Organismus, Freiheit, Stoffwechsel, Dialektik, Geist, Transzendenz, Zweckhaftigkeit, Notdurft, Subjektivität, Ontologie, Lebensphilosophie, Antinomie.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit?

Die Arbeit untersucht Hans Jonas' Philosophie der Biologie, insbesondere seine These, dass das Leben bzw. der Organismus als eine Form von Freiheit in der anorganischen Welt zu begreifen ist.

Welche zentralen Themenfelder behandelt die Autorin?

Zentrale Themen sind die ontologische Bedeutung des Stoffwechsels, das Selbst-Welt-Verhältnis des Organismus, die dialektische Freiheit und die Verbindung von Lebensprozessen mit dem Begriff des Geistes.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist die kritische Überprüfung der These, dass der Organismus notwendigerweise Freiheit und Geist beinhaltet, wobei die argumentative Konsistenz bei Jonas hinterfragt wird.

Welche wissenschaftliche Methode wird angewendet?

Es handelt sich um eine philosophische Textanalyse, die auf der kritischen Auseinandersetzung mit Jonas' Werk "Das Prinzip Leben" und ergänzenden philosophischen Kommentaren basiert.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung der Stoffwechseltheorie, die Analyse der vier Kategorien der dialektischen Freiheit und eine abschließende kritische Reflexion des Geistsbegriffs bei Jonas.

Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit maßgeblich?

Die wichtigsten Schlagworte sind Freiheit, Organismus, Stoffwechsel, dialektische Kategorien, Notdurft und Teleologie.

Warum kritisiert die Autorin Jonas' Verwendung des Begriffs "Geist"?

Die Autorin argumentiert, dass Jonas den Geistbegriff zu früh und zu stark teleologisch einsetzt, was Gefahr läuft, die lebensnahe, prozesshafte Realität des Organismus gegenüber einer idealistischen Interpretation zu vernachlässigen.

Wie bewertet die Autorin die Rolle der "Notdurft"?

Sie bemängelt, dass Jonas zwar die Bedeutung von Notdurft und Leiden erwähnt, diese jedoch im Verlauf seiner Argumentation zugunsten einer positiven Entwicklungsidee der Freiheit an den Rand drängt.

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Details

Title
Der Organismus als die bedürftige Freiheit - Hans Jonas´ Philosophie der Biologie
College
Humboldt-University of Berlin
Grade
2
Author
Chise Onuki (Author)
Publication Year
2005
Pages
17
Catalog Number
V84561
ISBN (eBook)
9783638008617
Language
German
Tags
Organismus Freiheit Hans Jonas´ Philosophie Biologie
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Chise Onuki (Author), 2005, Der Organismus als die bedürftige Freiheit - Hans Jonas´ Philosophie der Biologie, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/84561
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