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Als die Toten sprechen lernten - Zum Verhältnis von Körper, Stimme und Seele im Film

Title: Als die Toten sprechen lernten - Zum Verhältnis von Körper, Stimme und Seele im Film

Term Paper , 2007 , 14 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Felix von Boehm (Author)

Communications - Movies and Television
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Die theoretischen Gedanken zum Verhältnis von Körper, Stimme und Seele im Film werden anhand beispielhafter Szenenanalysen veranschaulicht.

Excerpt


Gliederung

I: Einleitung

II: Die Stimme im Körper – Eine Ideologie des Sichtbaren

III: Die Stimme ohne Körper – Drei Sonderformen

1) Die akusmatische Stimme

2) Die Ich-Stimme

3) Die neutrale Erzählstimme

IV: Die Stimme der Toten - Weniger Körper, mehr Seele

1) Sunset Boulevard

2) Alles auf Zucker!

3) Alles über meine Mutter

V: Reflexion

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht das häufig vernachlässigte Potenzial der Stimme im Film, indem sie das klassische, an den Körper gebundene Synchronisationsprinzip kritisch hinterfragt und das Verhältnis von Körper, Stimme und Seele neu analysiert.

  • Die Ideologie des Sichtbaren im klassischen Hollywoodkino
  • Theoretische Abgrenzung der akusmatischen Stimme, Ich-Stimme und neutralen Erzählstimme
  • Analyse der Stimme von Toten als entkörperlichte "Seelenstimme"
  • Fallbeispiele: Sunset Boulevard, Alles auf Zucker! und Alles über meine Mutter
  • Die emanzipatorische Funktion der Stimme gegenüber ihrer physischen Gebundenheit

Auszug aus dem Buch

1) Der Tod in Hollywood – Absurdität und Ironie

Es ist die Stimme William Holdens, Darsteller der Hauptfigur des Films, die uns in Billy Wilder’s Szenerie des Sunset Boulevard einführt:

This is the Sunset Boulevard in Los Angeles, California.It’s about five o’ clock in the morning. That’s the homicide Swap. A murder has been reported in one of these great big houses in the ten-thousand block. You’ll read about it, I’m sure. You’ll get it over your radio, see it on television. Because an old-time star is involved. One of the biggest.

Schon indem er den Zuschauer direkt anspricht, vermittelt er den Eindruck von Exklusivität, erhebt den Zuschauer auf eine privilegierte Ebene. Dieser Eindruck wird sogleich bestätigt.

But before those Hollywood columnists get their hands on it, maybe you’d like to hear the facts of story, the whole truth.

Jene Stimme, die bisher noch nicht deakusmatisiert wurde, ist allwissend und allgegenwärtig, sieht sich als Vermittler der ganzen Wahrheit, hat einen nahezu göttlichen Anspruch.

Wie sich sogleich zeigen wird, ist es die Stimme eines Toten:

You’ve come to the right spot. You see the body of a young man floating in the pool of a mansion with two shots in the back and one in the stomach. No one important, really. (...) A pool though. He always wanted a pool. Well, in the end he got himself a pool. Only the price turned out to be a little high.

Zusammenfassung der Kapitel

I: Einleitung: Diese Einleitung führt in die Scharnierfunktion der Stimme ein und stellt die zentrale These der "Ideologie des Sichtbaren" im klassischen Tonfilm zur Diskussion.

II: Die Stimme im Körper – Eine Ideologie des Sichtbaren: Dieses Kapitel erläutert die Bedeutung der Synchronisation und den Wunsch des klassischen Kinos, Stimme und Körper zu einer untrennbaren, perfekten Einheit zu verschmelzen.

III: Die Stimme ohne Körper – Drei Sonderformen: Hier werden theoretische Konzepte der entkörperlichten Stimme wie die akusmatische Stimme, die Ich-Stimme und die neutrale Erzählstimme als Alternativen zum synchronen Modell vorgestellt.

IV: Die Stimme der Toten - Weniger Körper, mehr Seele: Anhand von drei Filmbeispielen wird analysiert, wie eine entkörperlichte Stimme die Seele einer Figur präsent machen und über eine bloße körperliche Bindung hinausgehen kann.

V: Reflexion: Das Fazit fasst zusammen, dass die Stimme jenseits ihrer rein synchronen Rolle ein distanziertes, selbstreflexives und mächtiges Gestaltungsmittel des Films darstellt.

Schlüsselwörter

Filmwissenschaft, Stimme, Tonfilm, Synchronisation, Ideologie des Sichtbaren, akusmatische Stimme, Ich-Stimme, Off-Stimme, Seelenstimme, Körper, Erzählinstanz, Sunset Boulevard, Alles auf Zucker, Alles über meine Mutter, Filmanalyse.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit?

Die Arbeit untersucht das filmtheoretische Potenzial der menschlichen Stimme und kritisiert die im klassischen Kino dominierende "Ideologie des Sichtbaren", die eine feste Kopplung von Körper und Stimme voraussetzt.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Im Fokus stehen die Konzepte der Synchronisation, entkörperlichte Stimmen (Off-Stimmen) und die spezifische Darstellung von Toten durch ihre Stimme im Film.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es, das Verhältnis von Körper, Stimme und Seele neu zu überdenken und aufzuzeigen, dass die Stimme als "Seelenstimme" eine eigenständige, autonome Bedeutung produzieren kann.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt filmtheoretische Ansätze, insbesondere von Michel Chion und Christian Metz, und wendet diese durch eine vergleichende Analyse spezifischer Szenen in drei ausgewählten Filmen an.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Fundierung verschiedener Stimmen-Sonderformen und eine praktische Analyse von "Seelenstimmen" in den Filmen *Sunset Boulevard*, *Alles auf Zucker!* und *Alles über meine Mutter*.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?

Die zentralen Begriffe sind Stimme, Körper, Akusmatik, Ich-Stimme, Synchronisation und Filmanalyse.

Welche Rolle spielt die Ironie bei der Darstellung von Toten in den analysierten Filmen?

Die Ironie entsteht durch die Unmöglichkeit eines toten Sprechers, was der Regisseur durch den Einsatz der Stimme als Kommentar oder Rückblick nutzt, um eine Distanz zum Zuschauer aufzubauen.

Was unterscheidet die "Ich-Stimme" von der "akusmatischen Stimme"?

Während die akusmatische Stimme durch ihre bewusste Ursprungslosigkeit Spannung erzeugt, setzt die Ich-Stimme meist einen Körper voraus und dient als intimes Erzählinstrument zur Vertiefung der Diegese.

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Details

Title
Als die Toten sprechen lernten - Zum Verhältnis von Körper, Stimme und Seele im Film
College
Free University of Berlin  (Seminar für Filmwissenschaft)
Course
Die Stimme im Film, Sulgi Li, FU Berlin
Grade
1,3
Author
Felix von Boehm (Author)
Publication Year
2007
Pages
14
Catalog Number
V84643
ISBN (eBook)
9783638014878
ISBN (Book)
9783640204359
Language
German
Tags
Toten Verhältnis Körper Stimme Seele Film Stimme Film Sulgi Berlin
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Felix von Boehm (Author), 2007, Als die Toten sprechen lernten - Zum Verhältnis von Körper, Stimme und Seele im Film, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/84643
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