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Die Wahrheit der Welt bei Feuerbach - aus: Grundsätze der Philosophie der Zukunft

Ob geistiges Prinzip die Wahrheit oder die Wirklichkeit die Wahrheit des Weltprinzips ist

Title: Die Wahrheit der Welt bei Feuerbach - aus: Grundsätze der Philosophie der Zukunft

Term Paper , 1998 , 14 Pages , Grade: 2

Autor:in: Chise Onuki (Author)

Philosophy - Philosophy of the 19th Century
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Der bedeutende Atheist im 19. Jahrhundert, Ludwig Andreas Feuerbach (1804 Landshut - 1872 Nürnberg), trug zur Philosophie des anthropologischen Sensualismus bei, indem er die vorherrschende Philosophie von dem in der philosophischen Auseinandersetzung längst verehrten Idealismus bis zu dem absoluten Idealismus befreite. Neben der Beschäftigung mit der vergangenen Philosophie des Okzidents bis Hegel, mit den literarischen Schriften von Lessing, Herder, Goethe und Schiller, die seinen humanistischen Ansichtsquellen zugrunde liegen, und den Naturwissenschaften, studierte er die Geschichte des philosophischen Denkens unter dem Gesichtspunkt des
Humanismus, den er durch seine Theismus- und Pantheismuskritik fundierte. Der Ausgangspunkt der anthropologischen Philosophie war seine Erkenntnis, daß sich der irrtümlich weiterentwickelte Idealismus und Theologie, sich in Widersprüche verwickelnd, zur Aufklärung der Wirklichkeit nicht mehr befähigt war. Beide nahmen
die Wirklichkeit der Menschen nicht wahr, wie sie real leben/existieren, als Gegenstand für die Erweiterung ihres Systems, sondern sie versenkten sich in ihre selbst aufgebaute ideale Spekulation1, die nichts mit dem Menschen der wirklichen Realität zu tun hat. Feuerbach übte angesichts des Elendes der Arbeiterschaft der Unterschicht und der Vorzeichen des kommenden Ausbruchs der sozialen Revolution in Deutschland von 1848 scharfe Kritik gegen die irrationalen spekulativen „Autoritäten“ aus und unternahm einen Versuch, den Menschen im Zentrum der Philosophie zu stellen. Seine ausgezeichnete Religionskritik zeigt sich im Werk „Das Wesen des
Christentums“(1841), in dem Feuerbach erst bewies, daß Gott ein vom Menschen bloß vorgestelltes Wesen ist. Ein nicht existierendes Wesen, das aus dem Selbstbildnis des Menschen entsprungen ist, das aber auch reich mit nicht-realen Vermögen und mit der ewigen Glorie ausgestattet ist, nach denen die Menschen angesichts der Nöte im
leidvollen Leben und der Angst vor den Tod nichts anderes als Sehnsucht haben müßten.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung: Feuerbachs Kritik an der unangebrachten Herrschaft der Abstrakten über die Menschheit der Wirklichkeit

2. Feuerbachs Analyse des Übergangs zur spekulativen Philosophie

3. Hegels Wahrheit und Wirklichkeit - Seine spekulative Philosophie

4. Feuerbachs Wahrheit und Wirklichkeit

4.1 Feuerbachs Kritik an Hegels System

4.2 Feuerbachs Wirklichkeit und Wahrheit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die philosophische Auseinandersetzung zwischen Ludwig Feuerbach und dem deutschen Idealismus, insbesondere Hegel, mit dem Ziel, Feuerbachs anthropologische Wende und seine Bestimmung von Wahrheit und Wirklichkeit zu verdeutlichen. Die zentrale Forschungsfrage fokussiert darauf, ob ein geistiges Prinzip die Wahrheit oder die Wirklichkeit die Wahrheit des Weltprinzips darstellt, und wie Feuerbach den Menschen aus der Herrschaft abstrakter spekulativer Systeme befreit.

  • Kritik an der spekulativen Philosophie und deren Weltbild
  • Hegels dialektische Selbstentfaltung des Geistes
  • Feuerbachs anthropologische Kritik am System des Idealismus
  • Die Neudefinition von Wirklichkeit durch Sinnlichkeit
  • Die Rolle der Liebe als Kriterium der Wahrheit

Auszug aus dem Buch

4.2 Feuerbachs Wirklichkeit und Wahrheit

Hier wird das feuerbachsche Konzept deutlicher dargestellt.

Aus den bisherigen Kapiteln ergibt sich erst die Tatsache, daß die Wahrheitskonzeptionen der alten Philosophie, um die Wahrheit aller Phänomene der Welt zu tappen, aus menschlichen Denken abgezeichnet sind. Das Denken, das darüber später nur aus sich selbst resultierte, ohne sich dabei über die wirkliche Realität zurück zu besinnen. Die Kritik von Feuerbach offenbart seine Einsicht, daß das Denken ein Teilvermögen eines Menschen ist, der Mensch in der Wirklichkeit existiert und nicht das Denken, sondern die Wirklichkeit alle Gegebenheiten des Weltalls und daher auch die Spekulation umfaßt.

D.h. einzig die Wirklichkeit ist existierbar und daher die Wahrheit. Die Wahrheit zeigt sich nur davon, was die Wirklichkeit uns mitteilt. Nur Gegenstand für Erkenntnis zur Wahrheit ist also die Wahrheit. Feuerbach meint: Nur, was wirklich ist, ist wahr.19 Dieses „ist“ von „was wirklich ist“ zeigt sich nicht nur das, daß etwas „wirklich“ ist, sondern das subsumiert auch die Bedeutung von Sein, d.h. es muß existieren. Feuerbach definiert also: nur, was Sein ist/ was existiert, ist wahr.

Nun, alle existentielle Wirkliche kann nur Empfindung, d.i. Sinnlichkeit, erkennen, da das Wirkliche sein absolutes Merkmal des „Nicht-gedachten“ im Gegensatz zur Vorstellung aufzuweisen hat und daher das wirkliche Sein nur für Empfindung als Objekt bleibt. Daß das wirkliche Sein zu sein, heißt Sinnlich-sein. Denn das Wirkliche muß selbst, zwar selbstverständlich, sinnlich-existentiell sein.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Feuerbachs Kritik an der unangebrachten Herrschaft der Abstrakten über die Menschheit der Wirklichkeit: Die Einleitung beleuchtet Feuerbachs anthropologischen Ansatz und seine scharfe Kritik an der theologischen und idealistischen Spekulation, die den Menschen in der Realität übersieht.

2. Feuerbachs Analyse des Übergangs zur spekulativen Philosophie: Dieses Kapitel zeichnet nach, wie die Philosophie von Descartes über Spinoza bis zum Idealismus den Menschen und die Welt zunehmend unter ein abstraktes, logisches Grundprinzip subsumierte.

3. Hegels Wahrheit und Wirklichkeit - Seine spekulative Philosophie: Hier wird Hegels dialektischer Weltprozess als Selbstentfaltung des Geistes erläutert, der die Sinnlichkeit und den Verstand in einer spekulativen Einheit zusammenführen möchte.

4. Feuerbachs Wahrheit und Wirklichkeit: Der Hauptteil analysiert Feuerbachs Gegenposition, die das Denken als Teilvermögen des realen Menschen entlarvt und die sinnliche Wirklichkeit als alleiniges Kriterium der Wahrheit setzt.

Schlüsselwörter

Ludwig Feuerbach, Anthropologie, Spekulative Philosophie, Hegel, Idealismus, Wirklichkeit, Wahrheit, Sinnlichkeit, Geistesgeschichte, Religionskritik, Anthropologischer Materialismus, Denken, Existenz, Subjekt-Objekt, Liebe.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit beschäftigt sich mit der Philosophie Ludwig Feuerbachs und seiner kritischen Auseinandersetzung mit der spekulativen Philosophie des deutschen Idealismus, insbesondere mit Hegels System.

Was sind die zentralen Themenfelder der Publikation?

Zentrale Themen sind die Religionskritik, die Frage nach dem Verhältnis von Geist und Wirklichkeit sowie die Neupositionierung des Menschen als reales, sinnliches Wesen im Zentrum der Philosophie.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage dieser Arbeit?

Das Ziel ist es zu ergründen, ob ein abstraktes geistiges Prinzip die Wahrheit konstituiert oder ob die menschliche Wirklichkeit den wahren Kern des Weltprinzips bildet.

Welche wissenschaftliche Methode wird in der Arbeit verwendet?

Die Arbeit verwendet eine philosophisch-analytische Methode, indem sie Feuerbachs Schriften, insbesondere die „Grundsätze der Philosophie der Zukunft“, systematisch gegen Hegels idealistisches System stellt.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil behandelt die historische Entwicklung der Spekulation, die hegelschen Dialektik und die fundamentale Kritik Feuerbachs an der Vernachlässigung der sinnlichen Existenz des Menschen in diesen Systemen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?

Die wichtigsten Schlüsselwörter sind Anthropologischer Materialismus, Sinnlichkeit, Wirklichkeit, Wahrheit, Selbstentfaltung des Geistes und Religionskritik.

Wie unterscheidet Feuerbach die "Wirklichkeit" von der "Spekulation"?

Feuerbach unterscheidet sie dadurch, dass Spekulation ein rein gedankliches, abstraktes Konstrukt ist, während Wirklichkeit die Gesamtheit aller existierenden, sinnlich erfahrbaren Dinge und des Menschen beinhaltet.

Welche Rolle spielt die Liebe bei Feuerbach?

Die Liebe dient bei Feuerbach als das wesentliche Kriterium für das sinnliche Verständnis und ermöglicht die Beziehung zwischen Subjekt und Objekt, wodurch sie zur Basis der Erkenntnis wird.

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Details

Title
Die Wahrheit der Welt bei Feuerbach - aus: Grundsätze der Philosophie der Zukunft
Subtitle
Ob geistiges Prinzip die Wahrheit oder die Wirklichkeit die Wahrheit des Weltprinzips ist
College
Humboldt-University of Berlin
Grade
2
Author
Chise Onuki (Author)
Publication Year
1998
Pages
14
Catalog Number
V84708
ISBN (eBook)
9783638009843
Language
German
Tags
Wahrheit Welt Feuerbach Grundsätze Philosophie Zukunft
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Chise Onuki (Author), 1998, Die Wahrheit der Welt bei Feuerbach - aus: Grundsätze der Philosophie der Zukunft, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/84708
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