Diskursanalyse zur Berichterstattung über den 11. September 2001 im Hinblick auf die Darstellung des Islamismus und Terrorismus


Hausarbeit (Hauptseminar), 2007
41 Seiten, Note: 2,0

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Die Begriffe „Terrorismus“ und „Islamismus“

3. Hintergrund der terroristischen Anschläge vom 11. September

4. Rahmenbedingungen der Analyse
4.1 Das Textkorpus
4.2 Untersuchte Zeiträume

5. Diskursanalyse
5.1 Der Spiegel
5.1.1 Lexik
5.1.2 Metaphorik
5.1.3 Form und Perspektive der Berichterstattung
5.2 Die Zeit
5.2.1 Lexik
5.2.2 Metaphorik
5.2.3 Form und Perspektive der Berichterstattung

6. Vergleich des Diskurses in den ausgewählten Printmedien
6.1 Lexik
6.2 Metaphorik
6.3 Form und Perspektive der Berichterstattung

7. Fazit

8. Quellen- und Literaturverzeichnis

1. Einleitung

Der Terrorismus ist eine vom Menschen geplante Gewaltausübung, die auf der Welt schon von jeher besteht. In diversen Formen und Ausführungen ist er schon überall zu Tage getreten und hat unzählige Opfer gefordert, immer mit einem Ziel und einem Plan im Hintergrund.

Am 11. September 2001 jedoch ist der Terrorismus erstmals in einer so erschreckenden Form in Erscheinung getreten, dass die ganze Welt erschüttert wurde. Zeitungen berichteten von einem „neuen Zeitalter“, einem „weltweiten Terrorismus“, ja sogar von einer neuen Art von Krieg. Die Anschläge auf das World Trade Center und das Pentagon in Washington, bei denen über 3000 Menschen ums Leben kamen, stellten eine neue Dimension des Terrorismus dar und wurden so zum Anlass einer Flut von Berichten, Reportagen und Kommentaren in den Medien, die um die ganze Welt gingen. Es hat selten Ereignisse gegeben, die in solchem Ausmaße die Medien und das Denken der Menschen ergriffen und zu Diskussionen veranlasst haben. Tages- und Wochenzeitschriften waren voll von Artikeln rund um die Anschläge und die Fernsehsender zeigten schon in den ersten Minuten nach Beginn der Ereignisse ‚Livebilder’ aus New York. Tagelang und wochenlang wurden Tatsachenberichte, Interviews, Expertenmeinungen und Zeugenberichte gesendet und abgedruckt und immer wieder wurde versucht, die Verantwortlichen zu finden, ihre Beweggründe und Ziele zu durchleuchten. Solidarität mit Amerika wurde ausgesprochen, Helden der Rettung wurden gefeiert und Täter wurden verurteilt. Noch lange nach der „Katastrophe“ beschäftigte das Thema die Medien, sodass es auch genau ein Jahr später den Titel vieler Zeitschriften zierte. Immer wieder tauchte dabei der Begriff des „Terrorismus“ auf und mit ihm, teilweise synonym verwendet, auch der Begriff des „Islamismus“.

Der öffentliche Diskurs über die Anschläge des 11. Septembers 2001 ist ohne Frage ein unschätzbar großer, der sich mit vielen Themen beschäftigt. In linguistischer Hinsicht ist dabei aber besonders die Bezeichnung des „Islamismus“ interessant, da der Begriff in diesem Zusammenhang häufig als Ersatz für „Terrorismus“ gebraucht zu werden scheint. Doch was bedeutet der Begriff „Islamismus“ wirklich und inwiefern kann man ihn synonym für „Terrorismus“ verwenden? Wie verschob sich mit und durch den öffentlichen Diskurs über die spektakulären Anschläge am 11. September der Blick der Medien auf die islamische Welt? Denn die Diskussion um die Verantwortlichen für die Terroranschläge lief schnell auf die Erkenntnis hinaus, dass islamische, ja islamistische Attentäter die Schuld tragen. Besonders George W. Bush, Präsident der Vereinigten Staaten, begann einen harten Krieg gegen Länder der islamischen Welt. Dies gab wiederum Anlass für zahlreiche Berichte über den islamischen Glauben und die islamischen Staaten und führte unweigerlich zu diversen Wertungen, die entweder aus der Sicht der Amerikaner sprachen, oder aber die islamische Welt zu verteidigen schienen.

In dieser Hausarbeit soll die Berichterstattung über den 11. September in einem eingeschränkten Textkorpus und Zeitraum Gegenstand der Untersuchungen sein, wobei die Darstellung des Islamismus immer im Vordergrund stehen soll. Aus welchem Blickwinkel wurde berichtet, worüber wurde berichtet und welches Bild des Islamismus wurde vermittelt, beziehungsweise wie wurde der Begriff überhaupt verwendet und ausgelegt? Zum Zwecke dieser Analyse sollen zunächst die Definitionen der Begriffe „Terrorismus“ und „Islamismus“ geklärt und die Hintergründe kurz zusammengefasst werden. Daraufhin wird der Rahmen der Analyse erläutert, bevor dann der untersuchte Diskurs analysiert wird. Am Ende der Analyse des Diskurses anhand zweier Wochenzeitschriften steht der Vergleich dieser beiden Berichterstattungen. Dabei soll letztendlich eine Aussage darüber gemacht werden, wie die beiden untersuchten Begriffe im Rahmen des Diskurses über die Ereignisse am 11. September verwendet wurden und inwiefern sie vielleicht auch einen Wandel vollzogen haben.

2. Die Begriffe „Terrorismus“ und „Islamismus“

Der Begriff „Terrorismus“ ist zum ersten Mal in der französischen Revolution 1793/94 zu finden, wo er allerdings noch einen positiven Beiklang besitzt. Ursprünglich ist der Terrorismus ein Instrument zur Durchsetzung der inneren Ordnung und der Demokratie.

Seit Mitte der 90er Jahre wird der Terrorismus von einigen Ländern aus dem nahen Osten, unter anderem von Iran und Irak, finanziell unterstützt. Somit wird er zu einem Untergrundterrorismus, der es schwächeren Staaten ermöglicht, mächtigere Länder anzugreifen und in ihren Grundfesten zu erschüttern.[1]

Mit dem 11. September 2001 beginnt eine neue Ära des Terrorismus. Ziel neuer terroristischen Anschläge ist es nicht mehr ein konkretes politisches Ziel zu treffen, sondern auf eine möglichst spektakuläre und schockierende Weise so viele Zivilisten wie möglich zu töten. Dabei dominiert bei den neusten Anschlägen die Tendenz, dass Zivilisten wahllos durch unsichtbare Terroristen Opfer der Anschläge werden. Die Terroristen treffen sich für den geplanten Angriff, führen ihn aus und verschwinden wieder, so dass sich die Suche nach den Schuldigen als sehr schwierig herausstellt. Als Ursache für den Terroranschlag in den USA wird das gestörte Verhältnis von islamischer und westlicher Welt angesehen.[2]

So behaupten die Terroristen, „die Gesellschaft […] seien die wirklichen `Terroristen` und […] gäbe es diese Unterdrückung nicht, dann würde[n] [sie] nicht die Notwendigkeit gespürt haben, sich selbst oder die Bevölkerung, die [sie] zu vertreten in Anspruch [nehmen], zu verteidigen.“[3] Für sie ist der terroristische Anschlag die einzige Möglichkeit Aufmerksamkeit zu erlangen. Diese Publizität erfährt zudem durch die verstärkte Berichterstattung in den Medien eine Potenzierung.[4]

Festzuhalten ist, dass der Begriff „Terrorismus“ schwer eindeutig zu definieren ist, da der Wortgebrauch sich fortlaufend geändert hat.

Der Islam als eine Weltreligion ist nicht gleichbedeutend mit der Bezeichnung Islamismus, einer in sich heterogenen politischen Ideologie, die nur eine Minderheit der Muslime befolgt. Die Islamisten fordern, dass ihr ganzes Leben der Ausübung des Islams gewidmet sein soll. Sie wollen eine Wiederherstellung der islamischen Ordnung, so dass die einzelnen Bereiche des Lebens so vollzogen werden, wie Gott, beziehungsweise Allah, es in seinen Offenbarungen vorgibt.

Zwei Begriffe müssen dabei deutlich voneinander abgegrenzt werden: Im Gegensatz zu den meist friedlich lebenden Islamisten, sind die militanten Islamisten davon überzeugt, die oben beschriebene islamische Ordnung, wenn nötig, auch mit Gewalt durchsetzen zu müssen. Sie beziehen sich bei diesem Glauben auf die im Koran niedergeschriebene Aufforderung zum „Jihad“, zum inneren Kampf oder heiligen Krieg gegen Andersgläubige und rechtfertigen somit ihre Attentate.[5]

Es gibt auf der Welt über eine Milliarde Muslime, die genauso überrascht und erschrocken auf die Terroranschläge in New York und Washington reagierten, wie der Rest der Welt. Trotzdem werden die Menschen das Bild der sich freuenden und feiernden Palästinenser, das in den Medien verbreitet wurde, so schnell nicht vergessen und auch wenn es sich dabei nur um eine kleine Gruppe handelt, bleiben diese Eindrücke ein fester Bestandteil beim Gedenken an diese Anschläge und werfen ein schlechtes Bild auf alle Muslime im nahen Osten und auch in unserem Land. Durch diese Bilder wird der Islam der westlichen Bevölkerung als eine gewalttätige und vor nichts zurückschreckende Religion im Gedächtnis bleiben. Je mehr Muslime gewalttätige Anschläge durchführen, desto stärker verfestigt sich der Islam als Feindbild für die westliche Welt.[6]

„Gewalt schafft Aufmerksamkeit und […] [so] wird das westliche Bild des Islam und des vorderen Orients nicht zuletzt durch die Gewalttaten militanter Islamisten geprägt.“[7]

Dabei sollte nie vergessen werden, dass der Großteil der Muslime zwar die islamischen Werte in sein Alltagsleben integriert, die Gewalt der militanten Islamisten hingegen verurteilt. Es sind nicht der Islam oder die Muslime, die die Bedrohung für die westliche Welt darstellen, sondern die islamistischen Terroristen, die in der islamischen Gesellschaft nur geduldet und teilweise von den Regierungen unterstützt werden, da dort häufig die westlichen Staaten für die schlechten Lebensbedingungen verantwortlich gemacht werden.[8]

3. Hintergrund der terroristischen Anschläge vom 11. September 2001

Der islamistische Terrorismus entwickelte sich als Folge der arabischen Niederlage im Jahre 1967. Es handelt sich dabei um den Sechstagekrieg zwischen Israel und dem arabischen Regime im Juni 1967. Durch den Sieg Israels starb für die arabischen Staaten die letzte Hoffnung auf die Errichtung eines arabischen Nationalstaates.[9] Spätestens nach diesem Krieg und der jüdischen Einwanderung in Palästina wird das westlich geprägte Israel in der arabischen Welt als Feind schlechthin angesehen. Und da die USA sich in den 1960er Jahren mit Israel verbündeten, wurde die Rolle der Amerikaner im herrschenden Nahostkonflikt mit zunehmender Intensität diskutiert. Diese traten als Beschützer Israels auf, wodurch aus Sicht der Muslime keine gerechte Regelung über die Aufteilung der umstrittenen Gebiete mehr möglich war. Auch die nach dem zweiten Golfkrieg geforderte Veränderung der amerikanischen Politik, als Folge dessen der damalige Präsident Bush 1991 eine Friedenskonferenz in Madrid einberief, führte nicht zur Lösung des Konflikts. Im Gegenteil- sie verschlimmerte die Situation noch, da keine endgültige Regelung gefunden werden konnte und die Araber sie nachträglich als Stärkung der Position Israels ansahen. Islamisch geprägte Länder befürchteten militärische Angriffe von Seiten der USA. Die Angst vor der Übernahme der Kontrolle durch die USA in den Regionen führte zu vermehrten Diskussionen, wobei Verschwörungstheorien einen hohen Stellenwert besaßen. Infolge der islamischen Unzufriedenheit über die herrschenden Bedingungen war der Besuch des Ministerpräsidenten Ariel Scharon auf dem Tempelberg 2000 ausreichend, um einen Aufstand, die so genannte Intifada, und damit einhergehend den Tod von Hunderten Menschen, auszulösen. Die einseitige amerikanische Unterstützung für Israel hat zur Folge, dass islamistische Gruppen seit einiger Zeit von vielen Muslimen als Freiheitskämpfer gesehen werden und was noch viel wichtiger ist, sie führt zu einer Wende in der Geschichte des islamistischen Terrorismus. Seit dieser Zeit wurde neben Israel und den muslimischen Staaten die USA zu einem potentiellen Ziel terroristischer Aktionen Diese Veränderung der Sichtweise des muslimischen Volkes erleichtert es Terroristen wie Bin Laden Menschen für seine Mission, einen Anschlag gegen den für den Konflikt verantwortlichen Störer Amerika durchzuführen, zu gewinnen. Hinzu kommt die gute Überzeugungsarbeit Saddam Husseins, der dem muslimischen Volk immer wieder vor Augen geführt hat, dass die Intervention der USA der Hauptgrund für den herrschenden Konflikt ist.[10]

Während ein erster Anschlag auf das World Trade Center im Jahre 1993 von radikalen ägyptischen Gruppen ausgeübt wurde, bestimmten Mitte der 90er Jahre saudi-arabischen Militanten den Fortgang des islamistischen Terrorismus. Sie beteiligten sich an vielen Attentaten Osama bin Ladens und unterrichteten ihren Nachwuchs in Ausbildungscamps, um die antijüdische und antiwestliche Haltung weiterzugeben und gut ausgebildete Kämpfer gegen die Großmacht USA zu gewinnen. Die Anschläge auf die amerikanischen Botschaften in Nairobi und Daressalam 1998 zeigten das Gewaltpotenzial Osama bin Ladens und seiner Anhänger. Zu diesem Zeitpunkt hatte sich das Terrornetzwerk Bin Ladins bereits mit der ägyptischen Gihad Gruppe unter Führung von Aiman az-Zawahiri in Afghanistan zusammengeschlossen, die für die Anschläge 1998 verantwortlich gemacht wurden. Die dadurch neu entstandene Gruppierung bewirkte eine Internationalisierung des Terrors und der damit einhergehenden Anschläge. Zudem verstärkte sich dadurch die Effektivität der Organisation und Durchführung von terroristischen Aktionen, da das ägyptische Wissen nun gepaart mit den finanziellen Grundlagen Bin Ladens vorlag. Ihre neue gemeinsame Taktik bestand darin, ihre terroristischen Anschläge auf Amerika zu konzentrieren und dabei möglichst viele Menschen zu töten. Die USA wurde bewusst als Ziel neuer Anschläge gewählt, da ihre militärische Unterstützung die Regime in Ägypten und Saudi-Arabien vor einem Sturz durch die radikalen Islamisten bewahrte. Zumindest erschwerten die USA die Übernahme der Regime durch terroristische Gruppen. Folglich blieb Bin Laden und seinen Anhängern nur die Möglichkeit, die USA mit drastischen Methoden davon zu überzeugen, dass die Unterstützung dieser Länder sich nachteilig für sie auswirkt. Die Terroranschläge vom 11. September 2001 hatten somit das Ziel den Amerikanern vor Augen zu führen, welchen Preis sie für die fortlaufende Unterstützung Ägyptens und Saudi-Arabiens zahlen müssten, nämlich den Tod von Tausenden Amerikanern.[11] Da im Jahre 2002, als die Grundlage dieses Textes (das Buch von Steinberg) erschienen ist, die Motive der Tatverdächtigen noch nicht eindeutig festgestellt waren, darf man dieses wahrscheinliche Terroristenziel noch nicht zweifelsfrei als das einzige mögliche Ziel, wohl aber als das im Moment plausibelste ansehen.

4. Rahmenbedingungen der Analyse

4.1 Das Textkorpus

Bei dem verwendeten Textkorpus handelt es sich um die zwei Wochenzeitungen: Der Spiegel und Die Zeit. Beide Zeitungen konnten in digitalisierter Form in der Datenbank der Hochschulbibliothek eingesehen werden. „Die Zeit“ erschien erstmals am 21. Februar 1946 und zählt seit den 50er Jahren im 20. Jahrhundert zu den liberalen Zeitungen. Der hauptsächliche Gründer der Wochenzeitung war Gerd Bucerius[12]

Ungefähr ein Jahr später, am 4. Januar 1947 folgte mit dem Spiegel eine ebenfalls liberal geprägte Zeitung, das mittlerweile „größte europäische Blatt seiner Art.“[13] Der erste Herausgeber und Chefredakteur war mit Rudolf Augstein ein angesehener deutscher Journalist.[14]

4.2 Untersuchte Zeiträume

Wir entschieden uns bei der Frage nach dem Untersuchungszeitraum für die beiden Septemberausgaben unmittelbar nach dem 11. September 2001, um die auf den Terroranschlag folgende Berichterstattung vom ersten Moment an mitverfolgen zu können. Insbesondere im Bezug auf die Frage nach der Verbindung zwischen den beiden Begriffen „Terrorismus“ und „Islamismus“ ist es von großer Bedeutung die Artikel dieser Ausgaben zu analysieren. Nur so ist es möglich eine Aussage zu treffen, inwieweit die Terroranschläge bereits in der ersten Ausgabe des Spiegels und der Zeit unmittelbar nach besagtem Anschlag mit dem Islam/Islamismus in Verbindung gebracht wurden. Zum Vergleich haben wir die Septemberausgaben des Jahres 2002 hinzugezogen. Somit kann untersucht und aufgezeigt werden, in welchem Maße die Berichterstattung ein Jahr nach den Anschlägen von 2001 abweicht.

5. Diskursanalyse

In der nun folgenden Diskursanalyse soll anhand der Lexik, der Metaphorik und einer Betrachtung der Form und Perspektive der Berichterstattung genauer untersucht werden, wie das bereits eingeschränkte Textkorpus in den untersuchten Wochenzeitschriften gestaltet wurde. Dazu wird zunächst die Lexik betrachtet, damit ein Eindruck über die verwendeten Ausdrücke gewonnen werden kann. Danach soll die verwendete Metaphorik Gegenstand der Analyse sein, woraufhin Form und Perspektive der Berichterstattung näher beschrieben werden. In jedem dieser drei Teile werden jeweils die Ergebnisse aus den beiden untersuchten Zeiträumen miteinander verglichen. Zunächst werden hier die beiden Zeitschriften gesondert untersucht, was zum späteren Vergleich der Diskurse beitragen soll.[15]

Vor dem Hintergrund der untersuchten Begriffe des „Islamismus“ und „Terrorismus“ ist es wichtig die Lexik der vorliegenden Ausgaben der Zeitschrift zu untersuchen. Dabei ist es sinnvoll, diese wiederum zu gliedern, um einen übersichtlicheren Eindruck gewinnen zu können. Da die Beschreibungen der Geschehnisse des 11. Septembers sehr weitgreifend und auf verschiedene Themen bezogen sind, wurde die Lexik nach Ausdrücken für die Anschläge mit dem gesamten Konflikt an sich und Beschreibungen der Attentäter, beziehungsweise der Darstellung des Islam/ Islamismus gegliedert. Dabei spielt natürlich auch der Unterschied der verwendeten Lexik in den Berichten von 2001 und 2002 eine wichtige Rolle.

Der 11. September 2001 als Ereignis bot den Autoren der berichtenden Zeitschriften eine besondere Grundlage, um in ihre Texte viele kreative Metaphern einfließen zu lassen. Vielerlei Vergleiche wurden angestellt und zahlreiche Bilder gezeichnet, um dem Leser das Ausmaß der Katastrophe zu verbildlichen. Durch Vergleiche mit den schlimmsten vorstellbaren Szenarien und Höllen- sowie Teufelsbildern, wurde dem Leser verdeutlicht, welche Qualen die Opfer und Augenzeugen erlitten haben müssen, als mitten in einer Millionenstadt zwei gigantische Türme in sich zusammenfielen. Es wurden äußerst drastische Beschreibungen gewählt, die der Größe und Tragweite dieses Terrorangriffs gerecht werden sollten. Die Anschläge betrafen schließlich –so wurde häufig bemerkt- nicht nur die Vereinigten Staaten, sondern die ganze westliche Welt. Wie bereits in der Untersuchung der Lexik zu erkennen ist, dienten viele Superlative der Beschreibung der Geschehnisse, die sich auch in den verwendeten Metaphern widerspiegelt.

Da die Ereignisse des 11. Septembers 2001 aus ganz verschiedenen Blickwinkeln betrachtet werden konnten, fiel auch die Berichterstattung in den Medien sehr variantenreich aus. Es galt ganze Zeitschriften mit dem Thema zu füllen, wobei natürlich zunächst die Berichterstattung der Geschehnisse im Mittelpunkt stand. Es blieb aber bei Weitem nicht bei diesen Berichten, denn die Klärung der Täterfrage sowie die Ergründung der Beweggründe für eine solche Tat interessierten die Öffentlichkeit in gleichem Maße. Interessant ist dabei, wie die verschiedenen Wochenzeitschriften ihre Artikelauswahl vorgenommen haben und aus welcher Perspektive sie berichten. Überwiegen hierbei vielleicht Zeugenberichte oder sachliche Hintergrundinformationen? Insbesondere soll bei dieser Untersuchung wieder die Stellung des Islam, beziehungsweise Islamismus, herausgearbeitet werden.

5.1 Der Spiegel

In den ausgewählten Ausgaben des Spiegels konnten zahlreiche Artikel zum Thema Terrorismus und 11. September gefunden werden. Besonders die erste Ausgabe nach den Geschehnissen in New York bietet etliche Artikel, die über den Ablauf der Terroranschläge berichten oder nach Gründen und Tätern suchen. Nicht erst in späteren Ausgaben, sondern bereits hier, wird der Blick auch hauptsächlich auf den Nahen Osten und den Islam gerichtet.

Bei diesen Berichterstattungen fällt bei näherer linguistischer Betrachtung eine ganz bestimmte Lexik, sowie auch Metaphorik auf, die teilweise sehr variantenreich zu Tage tritt. Darauf soll nun zunächst das Augenmerk liegen, woraufhin dann Form und Perspektive der Berichterstattung Thema der Analyse sein werden.

[...]


[1] Vgl. Hoffman, S. ROM1.

[2] Vgl. Steinberg, S.5f.

[3] Hoffman, S. ROM 1.

[4] Vgl. Hoffman, S. ROM 1.

[5] Vgl. Bundesamt für Verfassungsschutz.

[6] Vgl. Kermani, S. 17.

[7] Steinberg, S. 10.

[8] Vgl. Steinberg, S. 13.

[9] Vgl. Kodmani.

[10] Vgl. Steinberg, S. 39ff.

[11] Vgl. Steinberg, S. 50ff.

[12] Vgl. Bochow: Die Zeit.

[13] Bochow: Der Spiegel.

[14] Vgl. Bochow: Der Spiegel.

[15] Alle folgenden, nicht angegebenen Zitate entstammen den angegebenen Ausgaben des eingeschränkten Textkorpus:
Der Spiegel 38,39/2001.
Der Spiegel 36/2002.
Die Zeit 38/39 2001.
Die Zeit 37/2002.

Ende der Leseprobe aus 41 Seiten

Details

Titel
Diskursanalyse zur Berichterstattung über den 11. September 2001 im Hinblick auf die Darstellung des Islamismus und Terrorismus
Hochschule
Rheinisch-Westfälische Technische Hochschule Aachen  (Institut für Sprach- und Kommunikationswissenschaft)
Veranstaltung
Mediendiskurse
Note
2,0
Autoren
Jahr
2007
Seiten
41
Katalognummer
V84713
ISBN (eBook)
9783638015257
ISBN (Buch)
9783638918275
Dateigröße
581 KB
Sprache
Deutsch
Anmerkungen
Diese Arbeit befasst sich mit der Analyse des öffentlichen Diskurses über den 11. September 2001. Die Diskursanalyse basiert auf dem eingeschränkten Textkorpus ausgewählter Ausgaben des "Spiegels" und der "Zeit" im Jahre 2001 und 2002.
Schlagworte
Diskursanalyse, Berichterstattung, September, Hinblick, Darstellung, Islamismus, Terrorismus, Mediendiskurse
Arbeit zitieren
Martina Jansen (Autor)Sabine Reichardt (Autor), 2007, Diskursanalyse zur Berichterstattung über den 11. September 2001 im Hinblick auf die Darstellung des Islamismus und Terrorismus, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/84713

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