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Sexuelle Gewalt - Eine evolutionspsychologische Betrachtung

Title: Sexuelle Gewalt - Eine evolutionspsychologische Betrachtung

Term Paper , 2007 , 15 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Kamal Abdul-Karim (Author)

Business economics - Miscellaneous
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„Why do men rape?“, fragten sich Randy Thornhill und Craig T. Palmer als sie ihr Buch A Natural History Rape schrieben. Ausgangspunkt war die Entdeckung Thornhills, dass Fruchtfliegen eine spezielle Adaption entwickelt haben, die nur einer Vergewaltigung dient, falls ein Fruchtfliegenmännchen auf einvernehmlichen Weg keine Sexualpartnerin findet. Die Autoren untersuchten später psychologische Mechanismen des Menschen, die Männer unter gewissen Umständen zu Vergewaltigern werden lassen. Dabei stand die Frage im Focus, ob sexuelle Gewalt ein adaptives Verhalten ist, um die eigene Reproduktion sicherzustellen, falls der Wettbewerb mit anderen Männern um Frauen verloren wird. Denn das Fehlen einer geeigneten Sexualpartnerin stellt unter evolutionären Gesichtspunkten ein adaptives Problem dar. Die Vergewaltigung kann in diesem Zusammenhang entweder eine Adaption speziell zur Lösung des adaptiven Problems - das der Reproduktion - oder ein Nebenprodukt einer anderen Adaption sein (Thornhill & Palmer, 2000). In dieser Arbeit sollen sechs hypothetische Adaptionen vorgestellt werden, die Männer unter bestimmten Bedingungen zu Sexualstraftätern werden lassen. Thornhill & Palmer (2000)
sagen zu diesen Adaptionen, dass eine, keine oder mehrere tatsächlich mit sexueller Gewalt in Zusammenhang stehen. Das liegt vor allem an der schwierigen Überprüfbarkeit der einzelnen Hypothesen. Da sich durch die sexuelle Gewalt von Männer ein adaptives Problem für die Frauen ergibt (z.B.: Verletzung oder Tod), sollen im Weiteren mögliche weibliche Gegenadaptionen betrachtet werden, die vor einer Viktimisierung schützen können.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Grundlagen

2.1. Was ist sexuelle Gewalt?

2.2. Adaption, Nebenprodukte oder Zufallsrauschen?

2.3. Sexuelle Gewaltadaptionen im Tierreich

3. Hauptteil

3.1. Hypothetische Adaptionen des Mannes

3.2. Hypothetische Adaptionen der Frau

4. Zusammenfassung

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht sexuelle Gewalt aus einer evolutionspsychologischen Perspektive, um zu klären, ob es sich dabei um ein adaptives Verhalten zur Sicherstellung der eigenen Reproduktion handelt oder um ein Nebenprodukt anderer evolutionärer Mechanismen.

  • Evolutionstheoretische Analyse von Vergewaltigung
  • Untersuchung hypothetischer männlicher Adaptionen
  • Betrachtung möglicher weiblicher Gegenadaptionen
  • Überprüfung anhand evolutionsbiologischer Bestimmungskriterien
  • Diskussion von Sperma-Wettbewerb und Paarungsstrategien

Auszug aus dem Buch

(3) Sonstige hypothetische Adaptionen

Thornhill & Palmer (2000) erwähnen einige weitere mögliche Adaptionen, die Frauen vor einer Vergewaltigung schützen können. Zum einen beinhalten sie Allianz-Theorien. Frauen können Freundschaften mit Männern und anderen Frauen eingehen. Starke Männer würden als eine Art Bodyguard funktionieren, die sexuell aggressive Männer abschrecken. Auch Frau-Frau-Koalitionen können die eigene Schutzlosigkeit reduzieren. Weiterhin sind physiologische Adaptionen denkbar, wie Antibefruchtungs- oder Abtreibungstechniken, die manche Weibchen in nicht menschlichen Spezies anwenden. Baker & Ellis (1995) sagen, dass Frauen einen großen Teil des Spermas aus dem Reproduktionskanal ausfließen lassen können, wenn es nicht zu einem Orgasmus kommt. Da eine Vergewaltigung selten mit einer sexuellen Erregung bei der Frau einhergeht, ist auch ein Orgasmus äußerst selten. Thornhill & Palmer (2000) schließen daraus, dass die weibliche Orgasmusfähigkeit „in context of reducing the fertilizing capacity of rapists’ ejaculates“ (S. 99) evolviert wurde. Leider reichen auch hier die Daten nicht für eine eindeutige Identifikation der Adaptionen aus.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die evolutionäre Sichtweise auf das Thema Vergewaltigung ein und stellt die zentrale Fragestellung vor, ob es sich um eine spezifische Adaption oder ein Nebenprodukt handelt.

2. Grundlagen: Hier werden Definitionen von sexueller Gewalt sowie die evolutionsbiologischen Begriffe Adaption, Nebenprodukt und Zufallsrauschen erläutert, ergänzt durch das Beispiel der Fruchtfliege.

3. Hauptteil: Dieses Kapitel stellt sechs hypothetische männliche Adaptionen sowie zwei weibliche Gegenadaptionen vor, die im Kontext sexueller Gewalt diskutiert werden.

4. Zusammenfassung: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und stellt fest, dass nach den Kriterien von C.G. Williams keine der untersuchten Hypothesen zweifelsfrei als Adaption bestätigt werden kann.

Schlüsselwörter

Evolutionspsychologie, Sexuelle Gewalt, Vergewaltigung, Adaption, Nebenprodukt, Natürliche Selektion, Reproduktion, Sperma-Wettbewerb, Partnerwahl, Partner-Deprivationshypothese, Psychologischer Schmerz, Viktimisierung, Paarungsstrategien, Fitnesssteigerung, Fortpflanzungserfolg

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert sexuelle Gewalt nicht durch eine soziologische, sondern durch eine explizit evolutionspsychologische Brille, um die biologischen Hintergründe von Sexualstraftaten zu beleuchten.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Felder umfassen die Definition von Adaptionen in der Biologie, die Untersuchung männlicher Strategien zur Fortpflanzung sowie die Analyse weiblicher Schutzmechanismen gegen sexuelle Gewalt.

Was ist die primäre Forschungsfrage?

Die Arbeit fragt, ob sexuelle Gewalt eine gezielte evolutionäre Adaption zur Reproduktionssicherung darstellt oder lediglich als Nebenprodukt anderer psychologischer oder physischer Mechanismen zu betrachten ist.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Methode basiert auf dem Literaturvergleich und der theoretischen Anwendung der Bestimmungskriterien für Adaptionen nach George C. Williams auf verschiedene evolutionspsychologische Hypothesen.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Im Hauptteil werden konkret sechs hypothetische männliche Adaptionen (z.B. das Modul zur Einschätzung der Schutzlosigkeit) und zwei weibliche Gegenadaptionen (z.B. Risikovermeidung während der fruchtbaren Phase) detailliert diskutiert.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird durch Begriffe wie Evolutionspsychologie, Adaption, Sperma-Wettbewerb, Fortpflanzungserfolg und Viktimisierung geprägt.

Warum ist das Beispiel der Fruchtfliege für die Arbeit so wichtig?

Die Fruchtfliege dient als Ausgangspunkt der Untersuchung, da bei ihr physiologische Strukturen (Zangen) nachgewiesen wurden, die spezifisch für die erzwingbare Paarung genutzt werden, was Thornhill und Palmer als Modell für ihre menschliche Hypothesenbildung diente.

Welches Ergebnis liefern die Studien zum Sperma-Wettbewerb?

Die Studien deuten darauf hin, dass Männer zwar ihre Spermienanzahl in Abhängigkeit von Trennungszeiten und Untreue-Risiken variieren können, eine spezifische Adaption für Vergewaltigungssituationen jedoch empirisch noch nicht eindeutig belegt ist.

Inwiefern beeinflusst der weibliche Ovulationszyklus das Verhalten?

Untersuchungen legen nahe, dass Frauen in ihrer hoch-fruchtbaren Phase ein risikoaverseres Verhalten zeigen, um sich potenziell vor sexuellen Übergriffen zu schützen, was auf eine evolutionäre Schutzstrategie hindeutet.

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Details

Title
Sexuelle Gewalt - Eine evolutionspsychologische Betrachtung
College
University of Cologne  (Wirtschafts- und Sozialpsychologie)
Course
Evolutionspsychologie
Grade
1,3
Author
Kamal Abdul-Karim (Author)
Publication Year
2007
Pages
15
Catalog Number
V84721
ISBN (eBook)
9783638009867
Language
German
Tags
Sexuelle Gewalt Eine Betrachtung Evolutionspsychologie
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Kamal Abdul-Karim (Author), 2007, Sexuelle Gewalt - Eine evolutionspsychologische Betrachtung, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/84721
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