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Ethnische Differenzierung und Moderne am Beispiel Japans

Title: Ethnische Differenzierung und Moderne am Beispiel Japans

Term Paper , 2000 , 17 Pages , Grade: 1,7

Autor:in: Chise Onuki (Author)

Sociology - Politics, Majorities, Minorities
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Seitdem die Menschheit ihr Leben in einzelnen differenzierten Volksstämmen führt, dauern die Konflikte zwischen verschiedenen ethnischen Gemeinschaften unentwegt bis in die heutige Zeit an. Indem sich einige Volksgruppen in den Mittelpunkt des Denkens und Handelns stellen wollten und manchmal dafür auch andere gewalttätig
zerschlugen, versuchten die anderen mit Taktiken, diese Gruppen zu benutzen, um Vormachtstellung in einem Gebiet, Land und Kontinent zu erringen. Dabei spielte das Identitätsgefühl einer Gruppe eine große Rolle, das der Verherrlichung der eigenen Gruppe diente. Daneben entwickelten sich negative Vorurteile gegen die ihr nicht
angehörenden Menschen und Völker. Solche Vorurteile waren meistens nicht objektiv begründet. In den meisten Fällen stellen sie nur das negative Spiegelbild der vorgeblichen Tugenden der eigenen Gruppe dar. Von der Neuzeit bis in die Gegenwart waren die „Wissenschaftler“ der modernen Gesellschaft der Ansicht, daß starke Zusammenhänge zwischen der ethnischen Differenzierung, dem Schlüsselwort der ethnischen Konflikte, und der modernisierten Gesellschaft bestehen. Die „Neuen Theoretiker“ moderner Gesellschaften stritten gegen die traditionelle Theorie von Kausalbeziehungen zwischen der ethnischen Vergemeinschaftung und Modernisierung. Jedoch konnten weder das traditionelle noch das neue Argument beim Streit den „Rahmen“ der abendländischen Denkweise überschreiten, in dem die Debatte und die sie fundamentierende Wissenschaft verbleiben. Die Theorien entrollten sich nur in Untersuchungen von europäischen und amerikanischen Sachlagen. Sie widerspiegelten daher keineswegs die Wirklichkeit „unserer“ Welt.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Vier unterschiedliche Ansichten

3. Folgerung aus den Debatten

4. Erweiterung von Kreckels Kritik

5. Aus der Geschichte Japans

1) Die Bedeutung des Beispiels Japan

2) Hauptuntersuchung anhand der Geschichte

6. Ergebnis

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht das komplexe Verhältnis zwischen ethnischer Differenzierung und den Modernisierungsprozessen, wobei sie eine kritische Perspektive auf die westlich zentrierte Modernisierungstheorie einnimmt. Die zentrale Forschungsfrage befasst sich mit der wahren Beschaffenheit moderner Gesellschaften in einer globalen Wirklichkeit und der Herkunft der modernen Ursachen ethnischer Differenzierung.

  • Kritik an der eurozentrischen soziologischen Modernisierungstheorie
  • Die globale Perspektive auf ethnische Differenzierung
  • Analyse der japanischen Modernisierungsgeschichte im Kontext des Imperialismus
  • Die Rolle intellektueller Bewegungen im Meiji-Japan
  • Interdependenz von Staatsegoismus, Modernisierung und Nationalismus

Auszug aus dem Buch

2. Vier unterschiedliche Ansichten

a. In der traditionellen Theorie wird Modernisierung als funktionale Differenzierung als Grundlage in einer Gesellschaft verstanden. Davon abgesehen konfiguriert ethnische Differenzierung, als Vergemeinschaftung auf ethnischer Grundlage, ein Element von Gesellschaft mit Merkmalen des Gemeinsamkeitsglaubens aufgrund subjektiver Überzeugungen. Ethnische Gemeinschaft besitzt organisatorische Eigenschaften der Selbstgenügsamkeit, internen und externen Grenzziehungen, monopolistischen Schließungen u.a., die dem Konzept der modernen Gesellschaft widersprechen. Auf solche Bedingungen gestützte Mobilisierungen ethnischer Differenzierung werden angesichts funktionaler Differenzierung als „Relikt“ angesehen, deren Auflösung nur eine Frage der zunehmenden Versachlichung und Vergesellschaftung ist. Funktionale Differenzierung bedeutet also die Überwindung ethnischer Vergemeinschaftung. Mit der Zeit wird die askriptive Differenzierung verschwinden.

b. In der neuen Diskussion wurde aufgrund der empirischen Widerlegung der traditionellen Theorie jedoch behauptet, daß diese ethnischen Differenzierung und Bewegungen gerade erst durch Prozesse der Modernisierung aufgekommen sind. Als eine Reaktion auf „Modernisierung als ungleichmäßigen Entwicklung“ in der Gesellschaft entstehen ethnische Schichtungen, systematische Kombinationen von vertikalen Ungleichheitsstrukturen mit ethnischen Zugehörigkeiten. Indem sie, die materiellen und sozialen Probleme begleitend, in diesem Verlauf im immer größeren Maß mobilisieren, bildet sich ethnische Vergemeinschaftung.

c. Esser meinte zu diesen Ansichten, daß jede von beiden unter dem Begriff „Modernisierung“ Unterschiedliches verstand. Der Prozeß der ethnischen Vergemeinschaftung ist gerade nicht eine Folge von Modernisierung im Sinne funktionaler Differenzierung, sondern eine Folge der ungleichmäßigen Modernisierung. Durch die Ausbreitung von formalen Gleichheitsrechten, Massenkommunikation usw. könnte der Eindruck einer abnehmenden Bedeutung ethnischer Differenzierung entstehen und sogar ein überlastungsarmer Prozeß der sozialen Ausdifferenzierung folgen.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die historische Persistenz ethnischer Konflikte und kritisiert die westliche Fokussierung soziologischer Theorien auf europäische und amerikanische Sachlagen.

2. Vier unterschiedliche Ansichten: Dieses Kapitel stellt verschiedene theoretische Positionen zum Verhältnis von Modernisierung und ethnischer Differenzierung gegenüber, wobei besonders die Ansätze von Esser und Kreckel diskutiert werden.

3. Folgerung aus den Debatten: Hier wird kritisch reflektiert, dass bisherige Debatten oft zeitgebunden und theorieabhängig sind, was den Anspruch auf universelle wissenschaftliche Gültigkeit in Frage stellt.

4. Erweiterung von Kreckels Kritik: Das Kapitel vertieft die Kritik an einer teleologischen Vorstellung der modernen Gesellschaft und untersucht, wie westliche Ideale im Zuge des Imperialismus exportiert wurden.

5. Aus der Geschichte Japans: Dieser Hauptteil analysiert am konkreten Beispiel Japans, wie die Modernisierung unter dem Druck kolonialer Einflüsse zur Herausbildung eines eigenen Nationalismus und ethnischen Stolzes führte.

6. Ergebnis: Das Fazit stellt fest, dass die sogenannte modernisierte Zivilisation des Okzidents untrennbar mit einem egoistischen Machtanspruch verknüpft ist, der weltweit zu Widersprüchen und ethnischen Konflikten führt.

Schlüsselwörter

Ethnische Differenzierung, Moderne, Modernisierung, Japan, Meiji-Zeit, Nationalismus, Imperialismus, Gesellschaftstheorie, ethnische Vergemeinschaftung, Okzident, Staatsegoismus, soziale Differenzierung, Kulturkreis, Weltmarkt, Sozialwissenschaft.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht das Verhältnis von ethnischer Differenzierung und Modernisierung, wobei sie den Prozess nicht nur aus europäischer Sicht, sondern anhand der japanischen Geschichte im globalen Kontext betrachtet.

Welches sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Im Fokus stehen die Kritik an eurozentrischen Modernisierungstheorien, der Einfluss kolonialer Machtstrukturen auf die Entwicklung von Gesellschaften sowie die Entstehung von Nationalismus als Reaktion auf globale Modernisierungsprozesse.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Ziel ist es, die "modernen" Ursachen ethnischer Differenzierung aufzuzeigen und zu hinterfragen, ob die "moderne" westliche Gesellschaft als universelles Modell für den Rest der Welt dienen kann.

Welche wissenschaftliche Methode wird in der Arbeit verwendet?

Die Autorin kombiniert eine theoretische Diskursanalyse soziologischer Modernisierungstheorien mit einer historischen Fallstudie über die Modernisierungsphase Japans während der Meiji-Zeit.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil analysiert die japanische Geschichte, insbesondere die Meiji-Zeit, und stellt verschiedene intellektuelle Strömungen (wie die Meirokusha-Gruppe) vor, die auf die westliche Einflussnahme mit unterschiedlichen Konzepten von Zivilisation und Nation reagierten.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren diese Arbeit?

Die zentralen Begriffe sind Ethnische Differenzierung, Moderne, Nationalismus, Imperialismus und der kritische Blick auf das westliche Zivilisationsmodell im globalen Kontext.

Warum wurde Japan als spezifisches Beispiel gewählt?

Japan wird als Beispiel gewählt, da es als einziges asiatisches Land jener Zeit seine Unabhängigkeit gegenüber den Kolonialmächten bewahren konnte und somit einen einzigartigen Prozess der Modernisierung zwischen eigener Mentalität und westlicher Technik durchlief.

Was schlussfolgert die Autorin über den "modernen" Individualismus?

Die Autorin argumentiert, dass der westliche Individualismus in Verbindung mit staatlichen Machtstrukturen oft in einen heuchlerischen Nationalismus oder Staatsegoismus umschlägt, der ethnische Konflikte in anderen Kulturkreisen eher befördert als löst.

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Details

Title
Ethnische Differenzierung und Moderne am Beispiel Japans
College
Humboldt-University of Berlin
Grade
1,7
Author
Chise Onuki (Author)
Publication Year
2000
Pages
17
Catalog Number
V84732
ISBN (eBook)
9783638010375
Language
German
Tags
Ethnische Differenzierung Moderne Beispiel Japans
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Chise Onuki (Author), 2000, Ethnische Differenzierung und Moderne am Beispiel Japans, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/84732
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