Um sich dem Menschen Schachermeyr ein wenig zu nähern, werde ich mich auf folgende Kernfragen konzentrieren: 1. Wie lässt sich seine berufliche Haltung während der Phase des Nationalsozialismus charakterisieren? 2. Welches Geschichtsbild vertritt Fritz Schachermeyr in den Werken des Dritten Reiches und wie begründet er dieses? 3. In welcher Form setzt sich der Historiograph mit dem Nationalsozialismus auseinander?
Um diesen Fragen nachzuspüren, beziehe ich mich auf die wichtigsten Veröffentlichungen von Fritz Schachermeyr während des Dritten Reiches, aber auch auf seine Autobiographie, sowie das abschließende Werk: Die Tragik der Voll-Endung.
Inhaltsverzeichnis
Vorbemerkung
1. Gedanken zu Althistorie und Lehrstuhlpolitik im 3. Reich
2. Leben und Werk des Fritz Schachermeyr
3. Analyse ausgewählter Schriften
4. Die Frage der Kontinuität
Resümee
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit analysiert das Wirken des Althistorikers Fritz Schachermeyr während der Zeit des Nationalsozialismus, untersucht dessen ideologische Verflechtungen sowie die Kontinuität seines Geschichtsbildes nach 1945.
- Berufliche Haltung von Fritz Schachermeyr im Nationalsozialismus
- Darstellung der Alten Geschichte im Kontext der NS-Ideologie
- Analyse ausgewählter Schlüsselwerke von Schachermeyr
- Rollenbild und Rassebegriffe in der geschichtswissenschaftlichen Forschung
- Frage der wissenschaftlichen Kontinuität in der Nachkriegszeit
Auszug aus dem Buch
3. Analyse ausgewählter Schriften
Um einen Einblick in das Wirken von Fritz Schachermeyr während des `Dritten Reichs` zu bekommen, ist es unerlässlich, einige seiner Schriften näher zu betrachten. Dabei werde ich mich auf die Folgenden stützen, welche ich in historischer Reihenfolge betrachten werde:
1. Die nordische Führerpersönlichkeit im Altertum. Ein Baustein zur Weltanschauung des Nationalsozialismus.
2. Die Aufgaben der Alten Geschichte im Rahmen der nordischen Weltgeschichte.
3. Rezension zu Hans F. K. Günther, Die nordische Rasse bei den Indogermanen Asiens.
4. Indogermanen und Orient. Ihre kulturelle und machpolitische Auseinandersetzung im Altertum.
Folgende Fragen stehen im Mittelpunkt der Betrachtung: Welches Geschichtsbild vertritt Fritz Schachermeyr in diesen Werken? Wie lässt sich seine Auffassung von Volk und `Rasse` charakterisieren?
Wenden wir uns zunächst seiner Schrift über die `nordische Führerpersönlichkeit` zu: Es handelt sich um die Langfassung des im Völkisches Beobachter erschienen Artikels vom April 1933. Schachermeyr befasst sich hier mit der Notwendigkeit einer Neubetrachtung der Antike, wobei die Begriffe `Rasse` und `nordische Führerpersönlichkeit` von tragender Bedeutung sind: Schachermeyr definiert den `nordischen Führer` als eine Einzelindividualität, welche es durch Wollen und Können vermag, ihre Umwelt einem ideellen Ziel näher zu bringen. Dabei ist die Verbindung von `Führertum` und `Ideal` unabdingbar.
Zusammenfassung der Kapitel
Vorbemerkung: Einführung in die vielschichtige Persönlichkeit Fritz Schachermeyrs und Darstellung der Forschungslücken hinsichtlich seiner Tätigkeit im Nationalsozialismus.
1. Gedanken zu Althistorie und Lehrstuhlpolitik im 3. Reich: Untersuchung der universitären Rahmenbedingungen und der Lehrstuhlpolitik zwischen 1933 und 1945 unter Berücksichtigung der unterschiedlichen Haltungen der Althistoriker.
2. Leben und Werk des Fritz Schachermeyr: Überblick über den Lebenslauf des Historikers und seine wissenschaftliche Prägung sowie die zentralen Themenbereiche seines Schaffens.
3. Analyse ausgewählter Schriften: Detaillierte Betrachtung ausgewählter Publikationen Schachermeyrs aus der Zeit des Nationalsozialismus im Hinblick auf sein Geschichts- und Rassenbild.
4. Die Frage der Kontinuität: Analyse der persönlichen Aufarbeitung sowie der ideologischen Beständigkeit in Schachermeyrs Werk über das Jahr 1945 hinaus.
Resümee: Zusammenfassende Einschätzung des Verhaltens von Schachermeyr als Vorkämpfer des Nationalsozialismus und der Kontinuitätslinien seines wissenschaftlichen Denkens.
Schlüsselwörter
Fritz Schachermeyr, Nationalsozialismus, Alte Geschichte, Geschichtswissenschaft, Nordische Rasse, NS-Ideologie, Kontinuität, Lehrstuhlpolitik, Rassenkunde, Indogermanen, Geschichtspessimismus, Wissenschaftsgeschichte, Drittes Reich, Historiker, Quellenanalyse.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit?
Die Arbeit untersucht das Wirken des Althistorikers Fritz Schachermeyr während der NS-Zeit und die Kontinuität seines wissenschaftlichen Weltbildes.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Die zentralen Themen sind die NS-Lehrstuhlpolitik, Schachermeyrs Geschichtsbild, seine Rassenkonzeption und die wissenschaftliche Aufarbeitung nach 1945.
Was ist die Forschungsfrage?
Die Arbeit konzentriert sich auf seine berufliche Haltung, das vertretene Geschichtsbild und den Umgang des Historikers mit dem Nationalsozialismus.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es erfolgt eine quellenbasierte Analyse ausgewählter Schriften sowie eine Auseinandersetzung mit biografischen Dokumenten und der einschlägigen Fachliteratur.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Im Hauptteil werden die politische Situation an den Universitäten, die Biografie Schachermeyrs sowie eine eingehende Textanalyse seiner Schriften zur "nordischen Rasse" durchgeführt.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Zu den Kernbegriffen zählen Fritz Schachermeyr, Nationalsozialismus, Alte Geschichte, Rasselehre und wissenschaftliche Kontinuität.
Wie bewertet der Autor Schachermeyrs Verhältnis zum Antisemitismus?
Der Autor stellt fest, dass Schachermeyr zwar einer rassistischen Ideologie anhing, jedoch keine explizit diffamierenden Aussagen gegen Juden traf und somit nicht als aktiver Antisemit bezeichnet werden kann.
Welche Rolle spielte der "nordische Gedanke" in Schachermeyrs Werk?
Schachermeyr stilisierte die "nordische Rasse" als überlegen und sah in ihr den treibenden Faktor der Geschichte, was er besonders in seinen Werken zwischen 1933 und 1944 propagierte.
- Citation du texte
- Richard Oehmig (Auteur), 2006, Fritz Schachermeyr und sein Wirken in der Zeit des Nationalsozialismus, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/84812