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Die Werbung bzw. die Herstellerwerbung als „Haftungsgrundlage“ für die Mängelverantwortung des Verkäufers

Ein sinnvoller Haftungsansatz? Inhalt und Grenzen

Title: Die Werbung bzw. die Herstellerwerbung als „Haftungsgrundlage“ für die Mängelverantwortung des Verkäufers

Seminar Paper , 2005 , 27 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Dennis Tomurko (Author)

Law - Civil / Private, Trade, Anti Trust Law, Business Law
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Das Europäische Parlament und der Europäische Rat haben am 25.05.1999 die Verbrauches-güterkauf-Richtlinie 1999/44/EG beschlossen. Diese Richtlinie galt ab dem 07.07.1999 und sollte von den EG-Mitgliedsstaaten bis zum 01.01.2002 in nationales Recht umgesetzt wer-den. Die Umsetzung dieser Richtlinie in deutsches Recht erfolgte schließlich am 26.11.2001 durch das Schuldrechtsmodernisierungsgesetz.

Diese Richtlinie regelte u.a. den Sachmangelbegriff, die Verbraucherrechte bei Sachmängeln, die Verjährungsfristen, die Anforderungen an Garantien und den Rückgriff der Unternehmen in der Lieferkette. Der Zweck dieser Richtlinie bestand darin, ein harmonisches Kauf- und Leistungsstörungsrecht in den EU-Ländern zu schaffen, weil disharmonische Rechtsvorschriften über die Sachmängelhaftung beim Kauf und über die Garantiehaftung den freien Warenverkehr zwischen den Mitgliedsländern erschweren. Außerdem hat früher das Wettbewerbsrecht durch die §§ 3, 4, 13a UWG den Konsumenten ungenügend geschützt.

Die vorliegende Arbeit beschäftigt sich schwerpunktmäßig mit dem § 434 I 3 BGB. Dieser soll umfassend dargestellt und bewertet werden, vor allem die Ausschlusstatbestände. Im Mittelpunkt der Arbeit steht nur die Verkäuferhaftung für die Werbung des Herstellers oder Dritten.

§ 434 BGB umfasst lediglich den Sachkauf. Mit dem Rechtskauf und mit dem Kauf anderer „Gegenstände“ als Sache beschäftigt sich § 453 BGB, welcher die Vorschriften über den Sachkauf für entsprechend anwendbar erklärt.

Zuerst wird der Sachmangelbegriff genau erläutert. Dem folgt – auf dem Vorhergehenden aufbauend – die Darstellung von Begrifflichkeiten des § 434 I 3 BGB.

Der Begriff „Garantie“ gem. § 443 BGB fällt unter bestimmten Voraussetzungen unter den Begriff „die Öffentlichkeit der Äußerungen“. § 443 BGB führt in bestimmten Konstellationen zur Verkäuferhaftung für Herstellergarantie. Der Fehlerbegriff des § 3 ProdHaftG umfasst zwar Mängel, die nicht unter den § 434 BGB fallen, weist aber mit dem Begriff der Darbietung in § 3 I a) ProdHaftG gewisse Parallelen zu der Regelung des § 434 I 3 BGB auf, vor allem zum Begriff der Werbung und zum Bewertungsmaßstab. Aus diesen Gründen beschäftigt sich die vorliegende Arbeit auch mit den § 443 BGB und § 3 I a) ProdHaftG.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 Einführung

2 Sachmangel i.S.d. § 434 I BGB

2.1 Beschaffenheitsbegriff

2.1.1 Enger Beschaffenheitsbegriff

2.1.2 Die extremen Ansichten in der Literatur

2.1.3 Weiter Beschaffenheitsbegriff, h.M.

2.1.4 Stellungsnahme und Ergebnis

3 Sachmangelbegriff des § 434 I 3 BGB

3.1 Begrifflichkeiten

3.1.1 Hersteller i.S.d. § 4 I und II ProdHaftG

3.1.1.1 Hersteller des Endprodukts i.S.d. § 4 I 1, Var. 1 ProdHaftG

3.1.1.2 Hersteller eines Teilproduktes i.S.d. § 4 I 1, Var. 3 ProdHaftG

3.1.1.3 Grundstoffhersteller i.S.d. § 4 I 1 Var. 2 ProdHaftG

3.1.1.4 Quasi-Hersteller i.S.d. § 4 I 2 ProdHaftG

3.1.1.5 Importeur i.S.d. § 4 ProdHaftG

3.1.1.6 Lieferant i.S.d. § 4 III ProdHaftG

3.1.2 Gehilfe

3.1.3 Öffentlichkeit der Äußerungen

3.1.3.1 Werbung

3.1.3.2 Kennzeichnung über bestimmte Sacheigenschaften

3.1.3.3 Bewertungsmaßstab

3.2 Ausnahmefälle

3.2.1 Der erste Ausschlusstatbestand gem. § 434 I 3 BGB

3.2.2 Der zweite Ausschlusstatbestand nach § 434 I 3 BGB

3.2.3 Der dritte Ausschlusstatbestand gem. § 343 I 3 BGB

3.3 Stellungnahme hinsichtlich der Ausnahmetatbestände

4 Rechtsfolgen beim Vorliegen eines Sachmangels

5 Beschaffenheits- und Haltbarkeitsgarantie i.S.d. § 433 BGB

5.1 Garantie

5.2 Voraussetzungen einer wirksamen Garantie

5.2.1 Kaufvertrag

5.2.2 Garantieerklärung

5.2.3 Angegebene Bedingungen

5.3 Garantiegeber

5.4 Garantiefrist

5.5 Geltendmachung der Rechte aus einer Garantie

5.6 Beweislastfragen

6 Bewertung des § 443 BGB

7 Fehler i.S.d. § 3 I a) ProdHaftG

7.1 Produktfehler

7.2 Fehlerkategorie Instruktionsfehler

7.3 Darbietung nach § 3 I a) ProdHaftG

7.3.1 Die äußere Gestaltung des Produkts

7.3.2 Produktbeschreibung und Werbung

7.3.3 Offensichtliche Produktrisiken

7.3.4 Zurechnung

7.4 Der Maßstab der berechtigten Sicherheitserwartungen

7.5 Berücksichtigung aller Umstände

7.6 Abgrenzung zur Mängelhaftung

8 Bewertung der Vorschrift des § 434 I 3 BGB im Hinblick auf die Verkäuferhaftung für Dritte

9 Fazit

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit analysiert die Haftung des Verkäufers für öffentliche Werbeaussagen von Herstellern oder Dritten gemäß § 434 I 3 BGB. Das primäre Ziel ist die umfassende juristische Bewertung des Haftungsansatzes, insbesondere der Ausschlusstatbestände sowie die Abgrenzung zur Garantiehaftung und zur produkthaftungsrechtlichen Darbietung.

  • Sachmängelhaftung nach § 434 BGB
  • Öffentliche Äußerungen des Herstellers
  • Ausschlusstatbestände bei Herstellerwerbung
  • Garantievereinbarungen gemäß § 443 BGB
  • Fehlerbegriff und Darbietung nach dem Produkthaftungsgesetz

Auszug aus dem Buch

3.1.3.3 Bewertungsmaßstab

Bei der Bewertung der öffentlichen Äußerungen ist der Verständnishorizont eines Durchschnittskonsumenten maßgebend. Beim Durchschnittsverbraucher wird angenommen, dass es sich um einen vernünftigen und kritikfähigen Konsumenten handelt, der versteht, dass die Werbung nur ein Ziel hat, und zwar den Wunsch zum Kauf zu erwecken. Damit ist ein objektiver Maßstab entscheidend, d.h. allein die Erwartungen eines vernünftigen Konsumenten und nicht die individuellen Erwartungen des jeweiligen Verbrauchers sind maßgebend.

Es ist jedoch zu berücksichtigen, dass auch der Zugang des Verbrauchers zu Informationen gesichert werden muss. Der Verbraucherschutz vor irreführenden Informationen ist demgegenüber zweitrangig. Der Verbraucherschutz gegen irreführende Informationen beginnt erst dann, wenn ein vernünftiger Verbraucher durch die falsche Information irregeführt wird. Es gilt somit das Prinzip des Schutzes durch Information, nicht des Schutzes vor Information.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einführung: Die Einleitung erläutert die Bedeutung der EU-Verbrauchsgüterkaufrichtlinie und deren Umsetzung in nationales Recht sowie den Fokus der Arbeit auf die Verkäuferhaftung durch Herstellerwerbung.

2 Sachmangel i.S.d. § 434 I BGB: Dieses Kapitel definiert die verschiedenen Formen des Sachmangels und beleuchtet den umstrittenen Beschaffenheitsbegriff in der juristischen Literatur.

3 Sachmangelbegriff des § 434 I 3 BGB: Es werden die zentralen Begrifflichkeiten wie Hersteller, Gehilfe und Öffentlichkeit der Äußerungen detailliert analysiert sowie die gesetzlichen Ausnahmetatbestände zur Haftungsausübung erläutert.

4 Rechtsfolgen beim Vorliegen eines Sachmangels: Das Kapitel behandelt die Mängelrechte des Käufers, insbesondere Nacherfüllung, Rücktritt und Schadensersatz sowie die Verjährungsregelungen.

5 Beschaffenheits- und Haltbarkeitsgarantie i.S.d. § 433 BGB: Fokus liegt auf den Voraussetzungen einer wirksamen Garantie, deren Abgrenzung zur Mängelhaftung und der Beweislast bei Inanspruchnahme.

6 Bewertung des § 443 BGB: Eine rechtspolitische Analyse der durch Garantien intensivierten Verkäuferhaftung und des damit einhergehenden Wahlrechts des Käufers.

7 Fehler i.S.d. § 3 I a) ProdHaftG: Hier wird der Fehlerbegriff des Produkthaftungsgesetzes, insbesondere im Hinblick auf Instruktionsfehler und die Darbietung des Produkts, untersucht.

8 Bewertung der Vorschrift des § 434 I 3 BGB im Hinblick auf die Verkäuferhaftung für Dritte: Eine ökonomische und rechtliche Würdigung der Haftungserweiterung für den Verkäufer als Antwort auf arbeitsteilige Absatzwege.

9 Fazit: Die abschließende Würdigung stuft § 434 I 3 BGB als angemessene Regelung zur Stärkung des Verbraucherschutzes ein.

Schlüsselwörter

Sachmängelhaftung, § 434 BGB, Verbraucherschutz, Herstellerwerbung, öffentliche Äußerungen, Produkthaftung, Beschaffenheitsbegriff, Garantie, Kaufrecht, Gewährleistung, Beweislast, Verbrauchsgüterkauf, Produktrisiken, Haftung, Verkäufer

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser juristischen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit befasst sich mit der Haftung des Verkäufers für Aussagen, die nicht von ihm selbst, sondern von Herstellern oder Dritten in der Werbung oder Kennzeichnung getroffen wurden.

Welche Themenfelder stehen im Zentrum der Untersuchung?

Zentral sind die Auslegung des Sachmangelbegriffs nach § 434 BGB, die rechtliche Einordnung von Garantievereinbarungen und die Haftung für Produktfehler nach dem Produkthaftungsgesetz.

Was ist die zentrale Forschungsfrage der Arbeit?

Die Arbeit untersucht, ob die Einbeziehung von Herstellerwerbung als Haftungsgrundlage für den Verkäufer ein sinnvoller Ansatz zur Stärkung des Verbraucherschutzes darstellt und wo dessen Grenzen liegen.

Welche wissenschaftliche Methodik wurde angewandt?

Die Arbeit stützt sich auf eine detaillierte Auslegung des Gesetzeswortlauts sowie die Analyse herrschender Meinungen und aktueller Kommentarliteratur zum Schuldrecht.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Neben der Definition von Sachmängeln werden insbesondere die Ausnahmetatbestände der Haftung, die Garantieformen und die Darbietung eines Produkts im Sinne des Produkthaftungsgesetzes erörtert.

Welche Schlagworte charakterisieren das Dokument?

Die wichtigsten Schlagworte sind Sachmängelhaftung, § 434 I 3 BGB, Verbraucherschutz, Herstellerwerbung und Produkthaftung.

Warum spielt der "Bewertungsmaßstab" eine so wichtige Rolle für die Haftung?

Weil bei öffentlichen Äußerungen der objektive Erwartungshorizont eines vernünftigen Durchschnittsverbrauchers entscheidend ist, um irreführende Werbung von bloßen Anpreisungen abzugrenzen.

Wie wirkt sich die Herstellerinsolvenz auf die Ansprüche des Käufers aus?

§ 434 I 3 BGB entlastet den Käufer, da dieser bei insolvenzbedingtem Ausfall des Herstellers den Verkäufer in die Haftung nehmen kann, was die komplizierte Suche nach dem Verantwortlichen in der Lieferkette erübrigt.

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Details

Title
Die Werbung bzw. die Herstellerwerbung als „Haftungsgrundlage“ für die Mängelverantwortung des Verkäufers
Subtitle
Ein sinnvoller Haftungsansatz? Inhalt und Grenzen
College
University of Hannover  (Lehrgebiet für Zivilrecht und Recht der Wirtschaft)
Course
Ausgewählte Probleme des privaten Verbraucherrechts
Grade
1,0
Author
Dennis Tomurko (Author)
Publication Year
2005
Pages
27
Catalog Number
V84821
ISBN (eBook)
9783638012522
ISBN (Book)
9783638919234
Language
German
Tags
Werbung Herstellerwerbung Mängelverantwortung Verkäufers Ausgewählte Probleme Verbraucherrechts
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Dennis Tomurko (Author), 2005, Die Werbung bzw. die Herstellerwerbung als „Haftungsgrundlage“ für die Mängelverantwortung des Verkäufers, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/84821
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