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Das Besitzbürgertum des "langen 19. Jahrhunderts" in Bayerisch-Schwaben unter Betrachtung der Unternehmerfamilie Zenetti in Lauingen

Title: Das Besitzbürgertum des "langen 19. Jahrhunderts" in Bayerisch-Schwaben unter Betrachtung der Unternehmerfamilie Zenetti in Lauingen

Term Paper , 2007 , 55 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Felicitas Söhner (Author)

History - Miscellaneous
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Diese Hausarbeit beschäftigt sich mit dem deutschen Bürgertum des 19. Jahrhunderts und den spezifisch bürgerlichen Lebensweisen, die sich im Zuge der politischen und ökonomischen Veränderungen in der Öffentlichkeit und neuen Privatsphäre entwickelten. Diese Fragestellung soll am Beispiel der Unternehmerfamilie Zenetti im Lauinger Zweig veranschaulicht werden.
Aus der sozialen Gruppe jenes neuen Bürgertums wählte ich das Beispiel der Familie Zenetti, weil deren Aufstieg sich in der eigentlichen Formationsphase des Bürgertums, dem endenden 18. und dem beginnenden 19. Jahrhundert vollzog. Auch lag die Wahl dieser Familie nahe, da es sich bei dieser um wirkliche ‚Newcomer' handelte, ohne breitere Basis im alten, gar patrizischen Stadtbürgertum. Gerade dies charakterisierte auch die Mehrzahl der dann führenden Vertreter und Familien des neuen Bürgertums. Der Blick richtet sich auf eine Familie, deren Aufstieg sich zunächst auf den wirtschaftlichen Erfolg, auf die schöpferische Ausnützung neuer Möglichkeiten und Chancen gründete. Auf das Wirken aller einzelnen Mitglieder der Familie Zenetti kann hier natürlich nicht eingegangen werden, jedoch beschäftigt sich diese Arbeit mit einigen typischen Vertretern des gesellschaftlichen und kulturellen Lebens dieser Zeit.
Diese repräsentative und doch unverwechselbare Familie erschien mir auch deswegen besonders geeignet, weil in den von mir historisch betrachteten acht Generationen auch ihre herausragenden Mitglieder, bei aller ausgeprägter Individualität und persönlichen Lebensleistung, vor allem in ihren typisch bürgerlichen Verhaltensweisen und Auffassungen bemerkenswert sind.
Auch wenn die ideale Gesellschaft des Bürgertums ständeübergreifend und individualistisch sein sollte, ganz auf die individuelle Fähigkeit und Leistung gegründet, kann das Bürgertum nicht als Einheit gesehen werden. Das gesellschaftliche Gefüge der Zeit veränderte sich entscheidend, auch wenn die einzelnen Chancen aufgrund unterschiedlicher Herkunft und Ausbildung unverändert verschieden waren.
Auch wenn familiäre Abstammung und soziale Bindungen zu keinem Zeitpunkt an Bedeutung verloren, gab es doch eine außergewöhnlich große Zahl an Newcomern. Das lange 19. Jahrhundert war gekennzeichnet als eine Epoche der sozialen Mobilität. Gerade hierfür ist die Familie Zenetti ein gutes Beispiel. Sie stehen als Exempel für eine Kaufmannsfamilie, die sich mit dem Ziel des ökonomischen und sozialen Aufstiegs in Bayerisch-Schwaben niederließen.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Das Bürgertum im “langen 19.Jahrhundert”

2. Das Milieu des Besitzbürgertums

2.1 Die bürgerliche Familie

2.2 Kultur und Grundwerte des Bürgertums

3. Die Unternehmerfamilie Zenetti in Lauingen

3.1 Herkunft und Laufbahn

3.2 Kaufleute (Gemischtwaren)

3.2.1 Joseph Anton I (1770 - 1845)

3.2.2 Joseph Anton II (1810 - 1879)

3.2.3 Joseph Anton III (1861 - 1937)

3.3 Kaufleute (Salz- und Eisenhandel)

3.3.1 Eduard Ludwig (1814 – 1882)

3.3.2 Joseph Maria Oskar (1851 – 1907)

3.3.3 Weiterführung der Eisenwarenhandlung in der Familie Zenetti

3.4 Apotheker

3.4.1 Johann Carl (1811 – 1887)

3.4.2 Ferdinand (1839 – 1902)

3.4.3 Weiterführung der Apotheke in der Familie Zenetti

3.5 Akademiker

3.5.1 Dr. Paul Karl Zenetti (1866 – 1943)

4. Einordnung der bürgerlichen Rolle der Familie Zenetti

5. Anhang

5.1 Stammbaum der Lauinger Zenettis

5.2 Tabellen Berufsgliederung (Stand:1954)

5.3 Geographische Verbreitung der Zenettis (Stand:1954)

5.4 Tabelle Kinderanzahl (Stand:1954)

5.5 Karte von Lauingen und Umgebung

Zielsetzung & Themen

Diese Hausarbeit untersucht die Lebensweisen und den gesellschaftlichen Transformationsprozess des deutschen Wirtschaftsbürgertums im "langen 19. Jahrhundert", illustriert am Beispiel der Unternehmerfamilie Zenetti aus dem bayerisch-schwäbischen Lauingen.

  • Soziale Position und Rolle des Wirtschaftsbürgertums
  • Familienstrukturen und geschlechtsspezifische Rollenverteilung
  • Kulturelle Identität und Vereinsleben als Statussymbole
  • Gruppenbiographischer Zugang zur Familiengeschichte der Zenettis
  • Wirtschaftlicher Aufstieg und Anpassung an bürgerliche Lebensstile

Auszug aus dem Buch

3.1 Herkunft und Laufbahn

In dieser Hausarbeit geht es um die seit dem Ende des 18. Jahrhunderts im Bayerisch-Schwaben ansässige Familie Zenetti. Zunächst jedoch ist die Herkunft der Familie zu behandeln und vor allem von den Voraussetzungen für deren Aufstieg.

Die Zenettis, die schon lange in Bayerisch-Schwaben ansässig sind, stammten ursprünglich aus dem norditalienischen Ravascletto (in den karnischen Alpen nördlich von Udine). Dort sind sie seit 1625 nachweisbar, wenn auch der Name als Zanetti in Bologna schon um 1350 vorkommt. Mit dem Zurückgehen des venezianischen Handels boten sich nach dem Dreißigjährigen Krieg in Süddeutschland neue und gute Erwerbsmöglichkeiten für venezianische Kaufleute. Viele verlegten daher Ende des 17. und Anfang des 18. Jahrhunderts ihre Tätigkeit auf die andere Alpenseite. Auch die Zanetti zogen als ‚Kramars’ durch das Drautal zum nordwärts führenden Brenner, jedoch ohne dort zunächst sesshaft zu werden. Sie ließen sich durch die Gründung von Handelshäusern zuerst in Wertingen, dann in Lauingen, Augsburg und München nieder. Mit ihnen kamen aus Ravascletto Angehörige der Familien de Crignis, Pustetto, De Infanti, Morasso und de Stalis, deren Namen zum Teil heute noch in Bayern nachweisbar sind.

Der Stammvater der schwäbischen Zenetti, Antonio Zanetti (1703-1770) gründete im schwäbischen Landstädtchen Wertingen vier aufeinander folgende Handelsgesellschaften, die von 1739 bis 1768 nachweisbar sind. In Bayerisch-Schwaben niedergelassen, verdeutschte er seinen Nachnamen in ‚Zenetti’, dadurch können all seine Nachkommen sich auf ihn als Stammvater berufen.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Das Bürgertum im “langen 19.Jahrhundert”: Diese Einleitung definiert das Wirtschaftsbürgertum und grenzt den Begriff "Bürgertum" im Kontext des 19. Jahrhunderts wissenschaftlich ab.

2. Das Milieu des Besitzbürgertums: Dieses Kapitel erläutert die sozialen Hierarchien, familienpolitische Strategien und die Bedeutung von Kultur und Vereinsleben für die bürgerliche Identität.

3. Die Unternehmerfamilie Zenetti in Lauingen: Der Hauptteil bietet eine detaillierte historische Analyse der einzelnen Familienmitglieder der Zenettis in ihren jeweiligen geschäftlichen Tätigkeiten als Kaufleute, Apotheker und Akademiker.

4. Einordnung der bürgerlichen Rolle der Familie Zenetti: Abschließend wird das Handeln der Familie als beispielhaft für den bürgerlichen Aufstieg und die Transformation der Gesellschaft im 19. Jahrhundert eingeordnet.

5. Anhang: Der Anhang liefert statistische Daten, Stammbäume und grafische Darstellungen zur Familiengeschichte und zum lokalen Kontext.

Schlüsselwörter

Wirtschaftsbürgertum, Familie Zenetti, Lauingen, Bayerisch-Schwaben, langes 19. Jahrhundert, Sozialgeschichte, Unternehmertum, Bürgertum, Familienchronik, Stadtgeschichte, Industrieller Aufstieg, Heiratsverbindungen, Vereinswesen, Professionalisierung, Bildungsbürgertum.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die soziokulturelle Entwicklung des deutschen Wirtschaftsbürgertums während des "langen 19. Jahrhunderts" am Beispiel einer spezifischen Unternehmerfamilie.

Was sind die zentralen Themenfelder der Studie?

Im Zentrum stehen die soziale Transformation, familiäre Identitätsbildung, wirtschaftliche Selbständigkeit und das gesellschaftliche Engagement des Bürgertums.

Welches primäre Ziel verfolgt die Forschungsarbeit?

Das Ziel ist es, den Aufstieg und die Lebensweise der Familie Zenetti als repräsentatives Modell für den Wandel bürgerlicher Lebensläufe in Bayerisch-Schwaben aufzuzeigen.

Welche wissenschaftliche Methode wird in der Arbeit verwendet?

Die Autorin nutzt einen gruppenbiographischen Zugang, gestützt auf Familienchroniken, Tagebücher und historische Statistiken.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung verschiedener Generationen und Berufsgruppen innerhalb der Familie Zenetti, darunter Kaufleute, Apotheker und Akademiker.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die wichtigsten Begriffe umfassen Wirtschaftsbürgertum, Familiengeschichte, bürgerliche Lebensstile und soziale Mobilität im 19. Jahrhundert.

Warum wurde die Familie Zenetti für diese Analyse ausgewählt?

Die Zenettis gelten als klassische "Newcomer", deren Aufstieg exakt in die Formationsphase des Bürgertums fällt und durch reiche Quellenlage gut dokumentiert ist.

Welche Rolle spielten Frauen innerhalb der Familie Zenetti?

Frauen waren zentral für die Haushaltsführung, die Repräsentation nach außen und als "stille Partnerinnen" maßgeblich am wirtschaftlichen Erfolg und der familiären Stabilität beteiligt.

Was symbolisiert die Modernisierung in der Stadt Lauingen für die Familie?

Technik und Infrastruktur, wie der Eisenbahnanschluss oder das Telefon, dienen als Marksteine für das wirtschaftliche Selbstbewusstsein und den Fortschrittsglauben der Familie.

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Details

Title
Das Besitzbürgertum des "langen 19. Jahrhunderts" in Bayerisch-Schwaben unter Betrachtung der Unternehmerfamilie Zenetti in Lauingen
College
University of Hagen
Grade
1,3
Author
Felicitas Söhner (Author)
Publication Year
2007
Pages
55
Catalog Number
V84871
ISBN (eBook)
9783638013871
ISBN (Book)
9783638917407
Language
German
Tags
Besitzbürgertum Jahrhunderts Bayerisch-Schwaben Betrachtung Unternehmerfamilie Zenetti Lauingen Dillingen Apotheker Vogel Stadtgeschichte München Augsburg Italien Wertingen Bürgertum 19. Jahrhundert Bayern Schwaben
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Felicitas Söhner (Author), 2007, Das Besitzbürgertum des "langen 19. Jahrhunderts" in Bayerisch-Schwaben unter Betrachtung der Unternehmerfamilie Zenetti in Lauingen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/84871
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