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Der Einfluß von Dehnungsmethoden auf Leistungsfähigkeit und Verletzungsprävention im Sport

Ein systematischer Review

Title: Der Einfluß von Dehnungsmethoden auf Leistungsfähigkeit und Verletzungsprävention im Sport

Thesis (M.A.) , 2006 , 140 Pages , Grade: 1,5

Autor:in: M. A. Stefan Elbe (Author)

Sport - Kinematics and Training Theory
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Summary Excerpt Details

In der vorliegenden Arbeit wird nach wissenschaftlichen Beweisen für die erwarteten Effekte von Dehnung auf Verletzungen und Leistungsfähigkeit gesucht, aus denen Empfehlungen für den sinnvollen Einsatz von Dehnungstechniken in der Praxis abgeleitet werden sollen.
Es ist das Ziel des systematischen Reviews, durch eine Recherche in Literaturdatenbanken und eine Handsuche in medizinischen Fachzeitschriften wissenschaftliche Studien zu finden, die den definierten Auswahlkriterien entsprechen, um eine Beurteilung der methodischen Qualität und eine Analyse der Studienergebnisse durchzuführen. Anhand der Zusammenfassung der Beweiskraft der einzelnen Studien soll die Fragestellung beantwortet werden, ob Dehnung einen Einfluss auf die Verletzungsprävention und die Leistungsfähigkeit im Sport hat und welche Rolle die angewendete Dehnungstechnik und der Zeitpunkt der Durchführung spielen.

Im ersten Kapitel dieser Arbeit werden zum allgemeinen Verständnis die theoretischen Grundlagen der Beweglichkeit erläutert.
Die Einordnung der Beweglichkeit in die Struktur der motorischen Fähigkeiten wird differenziert betrachtet und verschiedene Modelle zur Systematisierung werden vorgestellt (Kapitel 2.1). Neben der Gelenkigkeit wird Beweglichkeit vor allem durch die Dehnfähigkeit der Muskulatur bestimmt. Die Beeinflussung der Dehnfähigkeit durch die zentralnervöse Versorgung der Muskulatur und die mechanischen Eigenschaften der Muskelfasern basiert auf komplexen Abläufen und wird deshalb umfangreich beschrieben (Kapitel 2.3.2.1, Kapitel 2.3.2.2).
Im Kapitel 2.4 werden die verschiedenen Dehnungstechniken und ihre erwarteten und tatsächlichen Effekte beschrieben.
Im Kapitel 3 wird die Methode der Evidence- based Medicine vorgestellt, da sie neben der Medizin erst in jüngster Zeit in weiteren wissenschaftlichen Disziplinen angewendet wird und ein systematischer Review einen Beitrag zum expliziten und kritischen Gebrauch von wissenschaftlichen Beweisen darstellt.
Im Anschluss daran folgt der Methodikteil (Kapitel 4), in dem die Fragestellungen formuliert (Kapitel 4.2) und die Auswahlkriterien für die Studienselektion definiert werden (Kapitel 4.3). Die methodische Qualität der ausgewählten Studien wird im Kapitel 4.4 anhand der zuvor beschriebenen Bewertungssysteme beurteilt und die Effektgrößen werden bestimmt, um die praktische Bedeutsamkeit der Studienergebnisse abschätzen zu können. Am Ende des Methodikteils werden die Ergebnisse der selektierten Studien interpretiert.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Theoretische Grundlagen der Beweglichkeit

2.1 Beweglichkeit in der Struktur der motorischen Fähigkeiten

2.2 Formen der Beweglichkeit

2.3 Leistungsbestimmende Faktoren der Beweglichkeit

2.3.1 Faktoren des passiven Bewegungsapparates – die konstitutionelle Komponente

2.3.2 Faktoren des aktiven Bewegungsapparates – die koordinative und die konditionelle Komponente

2.3.2.1 Beeinflussung der Dehnfähigkeit durch die zentralnervöse Versorgung der Muskulatur – Steuerung des Muskeltonus, Funktionsweise von Muskel- und Sehnenreflexen

2.3.2.2 Die Dehnfähigkeit der Muskulatur als physiologische Grundlage der Beweglichkeit

2.3.3 Weitere leistungsbestimmende Faktoren der Beweglichkeit

2.3.4 Zusammenfassung

2.4 Verschiedene Methoden für das Training der Beweglichkeit

2.4.1 Entwicklung verschiedener Methoden zur Muskeldehnung

2.4.2 Differenzierung der Dehnungsmethoden und –techniken

2.4.3 Belastungsfaktoren und Beweglichkeitstraining

2.4.4 Erwartete und tatsächliche Effekte von Dehnungstechniken

3 Grundlagen von Evidence- based Medicine

3.1 Ursprung der Evidence- based Medicine

3.2 Begriffsbestimmung und Vorgehensweise

3.3 Anwendungsgebiete von EBM

3.4 Kritische Stellungnahmen

3.5 Zusammenfassung

4 Methodik

4.1 Der systematische Review

4.2 Forschungsziel und Hypothesen

4.3 Durchführung des Reviews

4.3.1 Auswahlkriterien zur Studienselektion

4.3.2 Literatursuche und Methoden der Datenbeschaffung

4.3.3 Ergebnisse der Literatursuche

4.3.4 Studienbewertung – methodische Qualität

4.3.4.1 Bewertungssysteme

4.3.5 Studienbewertung – statistische Bearbeitung und Darstellung

4.4 Darstellung der Ergebnisse

4.4.1 Dehnung und Verletzungsprävention

4.4.2 Dehnung und Leistungsfähigkeit

4.5 Diskussion

5 Zusammenfassung

Zielsetzung & Themen

Ziel dieser Magisterarbeit ist es, mittels eines systematischen Reviews den wissenschaftlichen Kenntnisstand zum Einfluss verschiedener Dehnungsmethoden auf die Verletzungsprävention und die sportliche Leistungsfähigkeit zu untersuchen. Die Arbeit geht dabei der zentralen Forschungsfrage nach, ob die in der sportlichen Praxis weit verbreitete Dehnung einen nachweisbaren Einfluss auf diese beiden Parameter hat und welche Rolle dabei die angewendete Technik sowie der Zeitpunkt der Durchführung spielen.

  • Theoretische Grundlagen und Systematisierung der Beweglichkeit
  • Physiologische Mechanismen der Dehnfähigkeit (Muskeltonus, Reflexe, muskuläre Strukturen)
  • Methoden und Belastungsfaktoren im Beweglichkeitstraining
  • Grundlagen der Evidence-based Medicine (EBM) als methodischer Rahmen
  • Systematische Analyse und Qualitätsbewertung existierender Studien

Auszug aus dem Buch

Aufbau und Funktion der Muskulatur

Jeder Muskel der quergestreiften Skelettmuskulatur, die für Bewegungen verantwortlich ist und im Gegensatz zur glatten Muskulatur der Organe willentlich gesteuert werden kann, besteht aus vielen einzelnen Muskelzellen. Die Muskelzellen sind die kleinste selbständige Baueinheit des Muskels und werden als Muskelfasern bezeichnet. Sie können bis zu 15cm lang und damit wesentlich größer als andere Körperzellen sein (vgl. Tittel, 2003, S. 52) und sind zu Hunderten von primären und sekundären Muskelfaserbündeln zusammengefasst, die den Muskel in Längsrichtung durchziehen. Primäre Faserbündel werden von einer bindegewebigen Hülle, dem Epimysium, umschlossen und wiederum zu Sekundärbündeln zusammengefasst, die vom Perimysium ummantelt sind (Tittel, 2003, S. 53, Klee & Wiemann, 2005, S. 28). Die Zusammenfassung aller Bündel ergibt den eigentlichen Muskel, der von einer sehr straffen und zugfesten Bindegewebshülle, der sogenannten Faszie, umschlossen wird, die den Muskel gegenüber der Umgebung abgrenzt.

Durch die Bindegewebshüllen wird eine freie Verschiebbarkeit der Faserbündel bei Verkürzung oder Dehnung gewährleistet und ein Kraftverlust durch die Herabsetzung der Reibung reduziert (Klee & Wiemann, 2005, S. 28).

Innerhalb des Perimysiums entspringen die meisten Muskelfasern und an ihren Enden gehen sie in die sehr dehnungsfesten, kollagenen Fasern der Sehne über, die den Muskel mit dem Skelett verbindet.

Auch die einzelnen Muskelfasern werden außen von einem dehnungsfähigen, gitterähnlich verwobenen Bindegewebsschlauch, dem sogenannten Sarkolemm, abgeschlossen (Klee & Wiemann, 2005, S. 28). Darüber liegt mit dem Endomysium eine weitere zarte Bindegewebsschicht, die Nervenfasern und Blutgefäße (Kapillaren) enthält, die sich eng an die Zellwand bzw. das Sarkolemm anschmiegen, um den Stofftaustausch mit der Muskelfaser zu gewährleisten (Albrecht, Meyer & Zahner, 1997, S. 22, Hollmann & Hettinger, 2000, S. 40, Tittel, 2003, S. 53).

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Die Einleitung thematisiert die weite Verbreitung von Dehnungsübungen im Sport trotz fehlender wissenschaftlicher Beweiskraft und definiert das Ziel, durch einen systematischen Review Empfehlungen für die Praxis abzuleiten.

2 Theoretische Grundlagen der Beweglichkeit: Dieses Kapitel erläutert die Einordnung der Beweglichkeit in die motorischen Fähigkeiten und analysiert detailliert die leistungsbestimmenden Faktoren, insbesondere das Zusammenspiel von passiven Strukturen und aktiver nervöser Steuerung.

3 Grundlagen von Evidence- based Medicine: Das Kapitel führt in das Konzept der EBM ein, um das methodische Vorgehen für die kritische Würdigung wissenschaftlicher Studien zu begründen.

4 Methodik: Der Methodenteil beschreibt den systematischen Review als formalen Prozess zur Identifikation, Selektion und Bewertung relevanter Studien anhand definierter Qualitätskriterien.

5 Zusammenfassung: Die Zusammenfassung rekapituliert die theoretischen Hintergründe, die Bedeutung des Dehnungstrainings und konstatiert den dringenden Forschungsbedarf zur wissenschaftlichen Fundierung verschiedener Dehnungstechniken.

Schlüsselwörter

Beweglichkeit, Dehnfähigkeit, Dehnungsmethoden, Leistungsfähigkeit, Verletzungsprävention, Evidence-based Medicine, systematischer Review, Muskeltonus, Sarkomer, Titin, motorische Fähigkeiten, Trainingswissenschaft, methodische Qualität, Effektstärke, Verletzungsrisiko.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der vorliegenden Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht den wissenschaftlich belegten Einfluss verschiedener Dehnungsmethoden auf die Leistungsfähigkeit und die Verletzungsprävention von körperlich aktiven Personen.

Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?

Die zentralen Felder sind die theoretischen Grundlagen der Beweglichkeit, physiologische Mechanismen der muskulären Dehnfähigkeit, die Grundlagen der Evidence-based Medicine sowie die systematische Auswertung aktueller Studien.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage der Arbeit?

Das primäre Ziel ist es, evidenzbasierte Antworten auf die Frage zu finden, ob Dehnung einen Einfluss auf Verletzungsprävention und Leistungsfähigkeit hat und welche Rolle die gewählte Dehntechnik spielt.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es wird die Methode des systematischen Reviews angewandt, bei der Literatur gezielt recherchiert, nach definierten Kriterien selektiert und in ihrer methodischen Qualität bewertet wird.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Im Hauptteil werden zunächst die theoretischen Grundlagen und Mechanismen der Beweglichkeit erläutert, gefolgt von einer Einführung in die EBM und dem methodischen Prozess des systematischen Reviews, um schließlich die gefundenen Studienergebnisse zu analysieren.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit lässt sich primär durch die Begriffe Beweglichkeit, Dehnfähigkeit, Evidence-based Medicine, systematische Studienanalyse und sportliche Leistungsoptimierung charakterisieren.

Warum ist die Unterscheidung zwischen statischem und dynamischem Dehnen so wichtig für diese Analyse?

Die Analyse zeigt, dass unterschiedliche Dehntechniken teils sehr gegensätzliche Wirkungen auf die muskuläre Spannung und die Leistungsfähigkeit haben, weshalb eine differenzierte Betrachtung für die praktische Anwendung unerlässlich ist.

Zu welchem Ergebnis kommt der Autor bezüglich statischem Dehnen vor der sportlichen Belastung?

Der Autor kommt zu dem Schluss, dass ein statisches Dehnen vor der sportlichen Belastung keinen positiven Einfluss auf die Leistungsfähigkeit oder Verletzungsprävention hat und in Aufwärmprogrammen kritisch hinterfragt werden sollte.

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Details

Title
Der Einfluß von Dehnungsmethoden auf Leistungsfähigkeit und Verletzungsprävention im Sport
Subtitle
Ein systematischer Review
College
Otto-von-Guericke-University Magdeburg
Grade
1,5
Author
M. A. Stefan Elbe (Author)
Publication Year
2006
Pages
140
Catalog Number
V85100
ISBN (eBook)
9783638900133
ISBN (Book)
9783638905633
Language
German
Tags
Dehnungsmethoden Verletzungsprävention Systematischer Review Muskelphysiologie Leistungsfähigkeit im Sport Bewegungslehre
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
M. A. Stefan Elbe (Author), 2006, Der Einfluß von Dehnungsmethoden auf Leistungsfähigkeit und Verletzungsprävention im Sport, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/85100
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