Alex, ein straffälliger Jugendlicher, kommt im Gefängnis in ein Resozialisierungsprogramm, das es ihm unmöglich macht, Gewalt auszuüben, was früher seinen Lebensinhalt ausmachte. Er vergewaltigte, prügelte und tötete ohne Anzeichen von Reue oder Mitleid. Nach dem Programm versetzt ihn jeder Gedanke an Gewalt oder Sex in extreme Übelkeit. Für politische Zwecke wird er vom Staat und von der Opposition ausgenutzt. Alex’ Suizidversuch scheitert, und er wird im Krankenhaus wieder zu dem Menschen gemacht, der er vor dem Programm war. Nach seiner Krankenhausentlassung spürt er, dass sich seine ehemals deviante Begeisterung hin zu einer gesellschaftlich
konformen wandelt.
Inhaltsverzeichnis
1. EINLEITUNG
1.1 KURZE ZUSAMMENFASSUNG DES ROMANS „CLOCKWORK ORANGE“
1.2 CHARAKTERISIERUNG VON ALEX
1.3 ZIEL DER HAUSARBEIT
2. ANOMIETHEORIEN
2.1 ANOMIETHEORIE NACH DURKHEIM
2.2 ANOMIETHEORIE NACH MERTON
2.2.1 Anpassungstypen
2.2.2 Kritik an Merton
3. SUBKULTURTHEORIEN
3.1 SUBKULTURTHEORIE NACH COHEN
3.1.1 Delinquente Subkultur-Typen
3.1.2 Prozess der Entstehung abweichenden Verhaltens
3.2 SUBKULTURELLE STILE
3.3 THEORIE DER DIFFERENTIELLEN GELEGENHEITEN VON CLOWARD UND OHLIN
3.4 STRUKTURFUNKTIONALISTISCHER VS. INTERAKTIONISTISCHER ANSATZ
4. LABELING APPROACH
4.1 ROLLENÜBERNAHME
4.2 PRIMÄRE UND SEKUNDÄRE DEVIANZ BEI LEMERT
4.3 BECKERS VERLAUFSMODELL EINER KRIMINELLEN KARRIERE
5. ANWENDUNG DER THEORIEN ABWEICHENDEN VERHALTENS AUF ALEX
5.1 ANOMIETHEORIE NACH DURKHEIM
5.2 ANOMIETHEORIE NACH MERTON
5.3 DELINQUENTE SUBKULTUR NACH COHEN
5.4 THEORIE DER DIFFERENTIELLEN GELEGENHEITEN NACH CLOWARD UND OHLIN
5.5 LABELING APPROACH
6. FAZIT
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht das normenbrechende Verhalten der Romanfigur Alex aus „Clockwork Orange“ von Anthony Burgess unter Anwendung verschiedener soziologischer Theorien abweichenden Verhaltens, um die Beweggründe seiner Handlungen wissenschaftlich einzuordnen.
- Analyse klassischer Anomietheorien von Durkheim und Merton in Bezug auf den Protagonisten.
- Untersuchung delinquenter Subkulturtheorien nach Cohen sowie Cloward und Ohlin.
- Anwendung des Labeling Approach zur Analyse der gesellschaftlichen Stigmatisierung von Alex.
- Diskussion über die Wechselwirkung zwischen staatlicher Kontrolle und deviantem Handeln.
- Reflektion über die Möglichkeiten und Grenzen soziologischer Erklärungsmodelle bei literarischen Charakteren.
Auszug aus dem Buch
1.2 Charakterisierung von Alex
Im Roman „Clockwork Orange“ von Anthony Burgess (1962) erzählt der Hauptdarsteller Alex seine Geschichte aus der Teenager-Zeit in einer nahen Zukunft Großbritanniens. Alex ist ein intelligenter 15-Jähriger (Burgess 2000: 95), der die Musik liebt und besonders Beethoven verehrt. Seine Liebe zur Kunst und Ästhetik drückt sich auch in seiner Redegewandtheit und Höflichkeit aus, die er allerdings oft nur zu eigennützigen Zwecken verwendet, wenn er mit Personen außerhalb seines Kreises kommuniziert (z.B. mit dem Bewährungshelfer), die ihn aufgrund der besonderen Ausdrucksweise respektieren sollen. Innerhalb seines Kreises und zu Personen, die er missachtet, verwendet er die Sprache der Jugendlichen mit eigenen Vokabeln und Bedeutungen. Die bisher genannten und im Allgemeinen als positiv zu beurteilenden Eigenschaften machen Alex jedoch nur zur Hälfte aus. Das Grundthema, um das sich Alex’ Geschichte dreht, ist seine extreme Leidenschaft, wehrlosen Personen Leid zuzufügen, meist mit einer Brutalität und Grausamkeit, die zwei Opfern sogar den Tod gebracht haben. Mit seinen drei „Droogs“ (Freunden) zelebriert Alex als Anführer der Gang beinahe jede Nacht das Ritual der Gewalt. Prügeleien, Messerstechereien mit den rivalisierenden Gangs, Raubüberfälle und Vergewaltigungen sind neben dem Konsum von Drogen und Alkohol die wichtigsten Bezugspunkte, um die sich bei Alex alles dreht und die aus seinem Alltag nicht wegzudenken sind.
Zusammenfassung der Kapitel
1. EINLEITUNG: Einführung in den Roman und Charakterisierung des Protagonisten Alex, gefolgt von der Darlegung des Zieles der Hausarbeit.
2. ANOMIETHEORIEN: Erläuterung der Anomietheorien nach Durkheim und Merton sowie deren Definition von gesellschaftlicher Desintegration als Ursache für Devianz.
3. SUBKULTURTHEORIEN: Analyse der Entstehung abweichenden Verhaltens durch die Einbindung in delinquente Subkulturen und die Bedeutung subkultureller Stile.
4. LABELING APPROACH: Vorstellung der Etikettierungstheorie, die den Fokus von den Ursachen der Tat auf die gesellschaftliche Reaktion und Zuschreibung lenkt.
5. ANWENDUNG DER THEORIEN ABWEICHENDEN VERHALTENS AUF ALEX: Praktische Anwendung der zuvor erläuterten soziologischen Ansätze auf das Handeln und die soziale Stellung von Alex im Roman.
6. FAZIT: Synthese der Ergebnisse, wobei festgestellt wird, dass keine Theorie allein, wohl aber ein theoretischer Verbund die Handlungen von Alex annähernd erklären kann.
Schlüsselwörter
Abweichendes Verhalten, Anomie, Delinquenz, Subkultur, Labeling Approach, Stigmatisierung, Sozialisation, Clockwork Orange, Anthony Burgess, Devianz, soziale Kontrolle, kriminelle Karriere, Normen, Gesellschaftsstruktur, Rollenübernahme.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht das gewalttätige Verhalten der Hauptfigur Alex aus dem Roman „Clockwork Orange“ anhand soziologischer Theorien.
Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?
Die Arbeit fokussiert sich auf Anomietheorien, Subkulturtheorien und den Labeling Approach.
Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?
Das Ziel ist es, zu begreifen, warum Alex gesellschaftliche Normen bricht und welche soziologischen Faktoren dabei eine Rolle spielen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine theoretische Literaturanalyse, bei der soziologische Modelle auf eine literarische Vorlage angewendet werden.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Im Hauptteil werden die theoretischen Grundlagen (Anomie, Subkultur, Labeling) erläutert und anschließend direkt auf Alex und seine Erlebnisse im Roman bezogen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Neben dem zentralen Begriff des abweichenden Verhaltens (Devianz) sind Begriffe wie Subkultur, Stigmatisierung und soziale Kontrolle von zentraler Bedeutung.
Inwiefern spielt der Staat im Roman laut der Autorin eine Rolle bei Alex' Verhalten?
Die Autorin vermutet, dass der Staat im Roman totalitäre Züge trägt und durch seine Kontrollinstanzen und die Ausübung von Gewalt zur Stigmatisierung von Alex beiträgt.
Warum kann laut der Autorin keine einzelne Theorie Alex' Verhalten vollständig erklären?
Aufgrund fehlender Hintergrundinformationen im Roman über die Kindheit von Alex sowie der Komplexität seiner Persönlichkeit reichen allgemeine soziologische Modelle nur als Leitfaden, aber nicht zur vollständigen Deutung aus.
- Quote paper
- Katharina Alt (Author), 2007, Wieso bricht Alex Normen?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/85172