Lange Zeit galten Kinder und Jugendliche als Sinnbild für die Abwesenheit von Krankheiten und Gesundheitsbeschwerden. Betrachtet man jedoch die Situation des Gesundheitszustandes aus gegenwärtiger Sicht, so stellt sich heraus, dass der Gesundheitszustand bei Kindern und Jugendlichen ein weites Krankheitsspektrum aufweist.
Nicht mehr die akuten Infektionskrankheiten bestimmen das Krankheitspanorama der Kinder und Jugendlichen, sondern zunehmend chronische Erkrankungen, psychosomatische Krankheiten und emotionale Befindlichkeitsstörungen. Neben der Themenkomplexe wie psychosoziale Gesundheit und der sozialen Lebenswelten der Jugendlichen erlangen dementsprechend Risikothemen wie Alkoholkonsum an Bedeutung. Der hohe Alkoholkonsum, der zurzeit bei Kindern und Jugendlichen vorzufinden ist, trägt somit immer mehr am Krankheitsspektrum bei.
Nicht nur Jugendliche selbst fügen sich Krankheiten durch Alkoholkonsum zu, sondern auch schwangere Frauen, die während der Schwangerschaft Alkohol trinken und somit das Embryo schädigen. Tendenziell kommt jedes 350. Neugeborene mit einer unheilbaren Krankheit zur Welt – der Alkohol – Embryopathie: zu klein und zu leicht, mit Störungen im Gehirn und Fehlbildungen im Gesicht. Die Chance auf ein normales Leben vieler Kinder ist somit auch stark durch die Mütter selbst belastet.
Wie man auf den Zigarettenschachteln lesen kann:“Rauchen gefährdet die Gesundheit“, „Rauchen kann tödlich sein“, „Raucher sterben früher“ so kann man dieses auch mit dem Alkoholkonsum verbinden. Den meisten Jugendlichen ist
bewusst, dass Alkohol gesundheitsgefährdend ist, obwohl man auf Alkoholflaschen noch keine Warnungen vorfindet. Doch warum konsumieren Kinder und Jugendliche, trotz Krankheitsbewusstseins dann Alkohol? Mit dieser Fragestellung möchte ich mich in dieser Arbeit ausführlicher beschäftigen. Aufgrund der gesundheitlichen Schäden, die vom Alkohol ausgehen, ist der Alkoholkonsum im Jugendalter ein zentrales Problem für die Gesundheit in der Gesellschaft. Folgendermaßen gehe ich in der Arbeit vor:
Zuerst gehe ich allgemein auf die Epidemiologie ein, um einen groben Überblick über den Alkoholkonsum bei Kindern und Jugendlichen zu geben. Da Alkoholkonsum für bestimmte Gesundheitsschäden verantwortlich ist, beschäftige ich mich anschließend mit dem Thema. Zum Schluss gehe ich auf die Ursachen ein, die für den Alkoholkonsum eine große Rolle spielen und anschließend möchte ich mich der Prävention widmen.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Alkoholkonsum bei Kindern und Jugendlichen
2.1 Verteilung des Alkoholsonsums in Deutschland
3 Alkohol als Risikofaktor für bestimmte Krankheiten
3.1 Alkoholkonsum und Herzkreislaufkrankheiten
3.2 Alkoholkonsum und Schlaganfall
3.3 Alkoholkonsum und Lebererkrankungen
3.3.1 Fettleber
3.3.2 Leberentzündung (Hepatitis)
3.3.3 Leberzirrhose
3.4 Nerven
3.5 Alkoholkonsum und Erkrankungen des Pankreas
3.6 Alkoholkonsum und Tumore in Mundhöhle, Pharynx und Oesophagus
3.7 Alkoholkonsum und kolorektale Karzinome
4 Ursachen des Alkoholkonsums
4.1 Alkoholkonsum als Gruppenzugehörigkeit
4.2 Alkoholkonsum als Situationshemmung
4.3 Alkoholkonsum als Ursache familiärer Probleme
4.4 Alkoholkonsum als Ursache des Erwachsen werden
5 Prävention
5.1 Aufklärung
5.2 Elternarbeit
5.3 Kindergarten
5.4 Vereine und Verbände
5.5 Schulen
5.6 Außerschulische Jugendarbeit
5.7 Zusammenarbeit mit Diskotheken und Gaststätten
5.8 Polizeiliche Maßnahmen
6 Schlussfolgerung
Zielsetzung und thematische Schwerpunkte
Die vorliegende Arbeit untersucht das zentrale gesundheitliche Problem des Alkoholkonsums bei Kindern und Jugendlichen. Dabei steht die Forschungsfrage im Mittelpunkt, warum Jugendliche trotz eines weit verbreiteten Wissens über die gesundheitlichen Gefahren dennoch Alkohol konsumieren und welche präventiven Strategien geeignet sind, um diesem Verhalten entgegenzuwirken.
- Epidemiologische Verbreitung des Alkoholkonsums in Deutschland
- Medizinische Folgen und Krankheitsrisiken durch Alkoholkonsum
- Psychosoziale und familiäre Ursachen für den Alkoholkonsum bei Jugendlichen
- Präventionsansätze in verschiedenen Lebenswelten und Institutionen
- Strategien zur Förderung eines bewussten Gesundheitsverhaltens
Auszug aus dem Buch
4.1 Alkoholkonsum als Gruppenzugehörigkeit
Neugierde ist zunächst die Ursache für den Alkoholkonsum. Mit der Befriedigung ihrer Konsumwünsche wollen sie etwas erleben, das sie aus ihrem alltäglichen Dasein entfliehen lässt. Einige Kinder und Jugendliche haben schlechte Beziehungen zu anderen Kindern.
Daher versuchen Kinder und Jugendliche oft in der trinkenden Gruppe der Altersgenossen zu trinken, um durch den Konsum einen festen Platz zu finden und damit anerkannt zu werden. Gruppenzugehörigkeit und Findung der eigenen Identität ist für Jugendliche meistens sehr wichtig und wird somit auf diese Weise ausgenutzt.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Diese Einleitung führt in die veränderte gesundheitliche Situation bei Kindern und Jugendlichen ein, bei der chronische Erkrankungen an Bedeutung gewinnen und der Alkoholkonsum ein zentrales Risikothema darstellt.
2 Alkoholkonsum bei Kindern und Jugendlichen: Dieses Kapitel gibt einen Überblick über die globale Problematik und zeigt anhand von Daten und einer eigenen Studie das Ausmaß des Alkoholkonsums bei Jugendlichen in Deutschland auf.
3 Alkohol als Risikofaktor für bestimmte Krankheiten: Hier werden die körperlichen Schäden durch Alkoholkonsum detailliert aufgeführt, von Herzkreislauferkrankungen und Leberschäden bis hin zu nervlichen Beeinträchtigungen und Tumorrisiken.
4 Ursachen des Alkoholkonsums: Dieses Kapitel beleuchtet die Beweggründe für den Alkoholkonsum, darunter Gruppendruck, Situationshemmungen, familiäre Probleme und der Wunsch, erwachsener zu wirken.
5 Prävention: In diesem Teil werden verschiedene Strategien und Maßnahmen der Prävention vorgestellt, die von Aufklärung und Elternarbeit bis hin zu schulischen Angeboten und polizeilichen Maßnahmen reichen.
6 Schlussfolgerung: Das letzte Kapitel fasst zusammen, dass trotz vorhandener Präventionserfolge weitere Anstrengungen und eine stärkere Evaluation notwendig sind, um Jugendliche zu einem gesundheitsbewussteren Verhalten zu bewegen.
Schlüsselwörter
Alkoholkonsum, Jugendliche, Prävention, Gesundheitsbewusstsein, Risikofaktoren, Lebererkrankungen, Gruppenzugehörigkeit, Sucht, Aufklärung, Elternarbeit, Jugendliche Gesundheit, Krankheitsprävention, Adoleszenz, Lebenswelten.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit thematisiert den Alkoholkonsum bei Kindern und Jugendlichen als ein ernstes Gesundheitsproblem, analysiert die Ursachen und diskutiert mögliche Präventionsmaßnahmen.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Themen umfassen die gesundheitlichen Folgen des Alkohols auf den jugendlichen Körper, die psychologischen Ursachen für den Konsum sowie die Rolle der Prävention in Schule und Familie.
Was ist die primäre Forschungsfrage?
Die Arbeit untersucht, warum Jugendliche Alkohol konsumieren, obwohl ihnen die Gesundheitsgefahren bewusst sind, und wie effektive Prävention aussehen kann.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Autorin stützt sich auf Literaturquellen sowie eigene Interviewergebnisse aus dem Jahr 2004, um das negative Bild des Alkoholkonsums bei Jugendlichen zu belegen.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil analysiert das Krankheitsspektrum durch Alkoholkonsum, geht den Ursachen (wie Gruppendruck und Familienverhältnissen) auf den Grund und bewertet verschiedene präventive Strategien.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die zentralen Schlagworte sind Alkoholkonsum, Jugendliche, Prävention, Gesundheitsbewusstsein, Risikofaktoren und Sucht.
Warum spielt die Gruppenzugehörigkeit eine so große Rolle für den Alkoholkonsum?
Jugendliche streben nach Anerkennung und Identitätsfindung; der Alkoholkonsum in der Gruppe wird als Mittel genutzt, um dazuzugehören und dem Alltag zu entfliehen.
Warum ist eine Leberentzündung bei Jugendlichen besonders kritisch?
Da der Körper von Jugendlichen noch in der Reifephase und besonders empfindlich ist, können giftige Substanzen wie Alkohol schwerwiegende und bleibende Schäden an den Organen verursachen.
Welche Rolle spielt die Schule bei der Prävention?
Die Schule dient als wichtiger Ort für die Stabilisierung von Verhaltensgewohnheiten; durch ein gutes Klassenklima und Life-Skills-Programme können präventive Fähigkeiten gestärkt werden.
- Quote paper
- Helene Warkentin (Author), 2007, Jugendliche und Alkoholkonsum - Gesundheitsförderung und Prävention, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/85293