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Der Prozess der Entwicklung von Geschlechtsidentität im Kindheitsalter

Title: Der Prozess der Entwicklung von Geschlechtsidentität im Kindheitsalter

Intermediate Diploma Thesis , 2006 , 35 Pages , Grade: 1,7

Autor:in: Bettina Abriß (Author)

Pedagogy - Theory of Science, Anthropology
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Warum soll man sich mit geschlechtsspezifischer Identität beschäftigen? Die Notwendigkeit dieser Fragestellung wird heute darin deutlich, dass im öffentlichen Meinungsbild Geschlechterkategorisierungen unleugbar vorhanden sind und sich allein schon daraus ein ‚Beschäftigungs-Muss’ ergibt. Theoretisch spricht jeder von Gleichberechtigung, praktisch tut man sich mit der Umsetzung aber schwer.
Im Alltag werden die Geschlechterrollen immer wieder thematisiert, in der Werbung zum Beispiel, wenn mit viel Witz und Augenzwinkern mit alten geschlechtsspezifischen Klischees und neuen Freiheiten gespielt wird.
Es ist unter anderem deshalb fast unvermeidbar, sich mit der Thematik zu befassen und sich die Frage zu stellen: „Wo stehe ich als Frau bzw. Mann?“. Doch diese Frage kann nur durch die Analyse der eigenen Entwicklung von Geschlechtsidentität innerhalb einer Gesellschaft beantwortet werden, wobei die Kindheit eine entscheidende Rolle spielt. Aus diesem Grund betrachte ich die Entwicklungsschritte im Kindheitsalter in Verbindung mit geschlechtsspezifischer Sozialisation detailliert, was durch die Beschreibung der Interaktion mit Bezugspersonen im Leben des Kindes vervollständigt wird. Die Grundlage für diese Betrachtung des Erwerbs von Geschlechtsidentität in der Kindheit wird durch die Klärung der Begriffe ‚Geschlecht’ und ‚Geschlechtsidentität’ geschaffen. Die oben schon erwähnte allgegenwärtige Präsenz des Themas ‚Geschlecht’ führt dazu, dass es ausgelaugt erscheint, Geschlechterrollen grundlos hochstilisiert werden und durch diese heillose Überbetonung die Diskussion festgefahren wirkt. Aus dieser Perspektive ist es sinnvoller, die oben gestellte Frage hinsichtlich ihrer Bedeutung zu relativieren, um nicht nur Fakten und Schlagwörter wiederzugeben, sondern Zusammenhänge aufzudecken und Lösungsvorschläge zu entwickeln.
Deswegen gehe ich der Frage nach, wo geschlechtssensible Pädagogik ansetzen und inwieweit auf die einzelnen Entwicklungsstufen beim Erwerb der Geschlechtsidentität in der Kindheit eingegangen werden muss.
Dazu wird die Verbindung zur aktuellen pädagogischen Praxis hergestellt und es werden Ideen für die Umsetzung ‚geschlechtsneutraler Erziehung’ in pädagogischen Institutionen gesammelt. Dabei wird eine Korrespondenz zu den Entwicklungsschritten des Kindes geschaffen.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

0 Einleitung

1 Was ist ‚Geschlecht’?

1.1 Geschlecht als individuelles Merkmal

1.2 Geschlecht als soziale Kategorie und Stimulusvariable

1.3 Geschlecht als Dimension der Selbstwahrnehmung und Informationsverarbeitung

1.4 Geschlecht als duales Symbolsystem

2 Was ist ‚Geschlechtsidentität’?

2.1 Eine psychologische Definition nach Kohlberg

2.2 Eine entwicklungspsychologische Definition nach Trautner

2.2.1 Globale Geschlechtsidentität

2.2.2 Spezifische Geschlechtsidentität

3 Der Erwerb von Geschlechtsidentität in der Kindheit

3.1 Die altersspezifischen Entwicklungsstufen

3.1.1 Das Säuglingsalter – erstes Lebensjahr

3.1.2 Bis zum zweiten Lebensjahr

3.1.3 Das Kleinkindalter – zweites und drittes Lebensjahr

3.1.4 Viertes bis fünftes Lebensjahr

3.1.5 Vorschulalter – fünftes bis sechstes Lebensjahr

3.1.6 Grundschulalter - siebtes bis elftes Lebensjahr

3.2 Interaktion mit Bezugspersonen als entscheidender Faktor

3.2.1 Eltern

3.2.2 Peer groups

4 Geschlechtssensible Pädagogik

4.1 Was ist geschlechtssensible bzw. geschlechtsbewusste Pädagogik?

4.2 Aus- und Fortbildung von ErzieherInnen, PädagogInnen und LehrerInnen

4.3 In einer Kindertageseinrichtung

4.4 Im Kindergarten

4.4.1 Exkurs: Ein Kindergartenprojekt als präventive Maßnahme gegen sexuellen Missbrauch von Kindern

4.5 In der Grundschule

5 Résumée

Zielsetzung & thematische Schwerpunkte

Die vorliegende Arbeit untersucht den Prozess der Entwicklung von Geschlechtsidentität im Kindheitsalter, um aufzuzeigen, wie geschlechtssensible Pädagogik diesen Prozess begleiten und unterstützen kann, ohne Kinder in starre Rollenbilder zu drängen.

  • Psychologische und entwicklungspsychologische Definitionen von Geschlecht und Geschlechtsidentität.
  • Die altersspezifischen Entwicklungsstufen des Geschlechtserwerbs vom Säuglingsalter bis zum Grundschulalter.
  • Die Rolle von Interaktionspartnern wie Eltern und Peergroups bei der Ausbildung von Geschlechtsrollen.
  • Ansätze und methodische Ideen für eine geschlechtssensible Erziehung in Bildungseinrichtungen.
  • Reflexion über die Notwendigkeit der Selbstreflexion von pädagogischen Fachkräften.

Auszug aus dem Buch

3.4 Im Kindergarten

Das Kindergartenalter umfasst etwa den Zeitraum vom dritten bis zum sechsten Lebensjahr. Das Vorschulalter beginnt mit fünf Jahren.

Im vierten und fünften Lebensjahr steht die Körpersozialisation im Zentrum der kindlichen Entwicklung. Neidgefühle und Ängste gilt es zu erkennen und zu verringern. Die Kinder sollten unterstützt werden, ihren Körper zu akzeptieren und sich darin wohl zu fühlen. In dieser Phase sind also körperlich sinnliche, aber auch Raufspiele angebracht, die den Kindern sowohl Berührung, als auch das Entdecken der körperlichen Grenzen näher bringen. Bei Kraftspielen sind Regeln äußerst wichtig, um Verletzungen zu vermeiden und die Kontrolle zu wahren. Zudem sollten vor allem Mädchen dazu animiert werden, denn meist sind deren familiäre Erfahrungen in dieser Hinsicht gering. Für Jungen kann es besonders schön sein, wenn eine männliche Person bei diesen Raufspielen zugegen ist und als Vorbild dient.

Ein ähnliches Projekt führte Petra Vollmann in Österreich durch. Die Erzieherin veranstaltete im Kindergarten regelmäßige Rauf- und Kraftspiele mit anschließender Reflexion und sinnlich- körperbezogene Spiele (z.B. mit Massageutensilien), sowie einen Tanzbereich ein. Ihr Ziel war es, den Kindern fairen und respektvollen Umgang auf körperlicher Ebene, das Erkennen der eigenen Grenzen, Umgehen mit Gefühlen, wie Aggression, Wut, Spaß, und Regelbewusstsein beizubringen. So konnten Mädchen auch traditionell männliches Terrain erobern und Buben sowohl Gewalt abbauen als auch lernen, dass Mädchen nicht den gängigen Klischees von Schwäche entsprechen müssen. Kooperation, Kommunikation und die Beziehung zwischen Mädchen und Buben sollte gefördert werden.

Zusammenfassung der Kapitel

0 Einleitung: Die Einleitung motiviert die Themenwahl und legt das Forschungsziel fest, die Bedeutung von geschlechtssensibler Pädagogik auf der Basis der kindlichen Entwicklung zu untersuchen.

1 Was ist ‚Geschlecht’?: Das Kapitel differenziert den Begriff Geschlecht aus psychologischer und gesellschaftlicher Perspektive, unter anderem als individuelles Merkmal, soziale Kategorie und duales Symbolsystem.

2 Was ist ‚Geschlechtsidentität’?: Hier werden grundlegende Definitionen von Geschlechtsidentität nach Kohlberg und Trautner eingeführt, inklusive der Unterscheidung in globale und spezifische Identität.

3 Der Erwerb von Geschlechtsidentität in der Kindheit: Dieses zentrale Kapitel analysiert die verschiedenen Entwicklungsstufen vom Säuglingsalter bis zum Grundschulalter sowie den Einfluss von Bezugspersonen auf diesen Prozess.

4 Geschlechtssensible Pädagogik: Das Kapitel überträgt die theoretischen Erkenntnisse in die pädagogische Praxis, mit Fokus auf Fortbildung, Kindertageseinrichtungen, Kindergarten und Grundschule.

5 Résumée: Die Arbeit schließt mit einem persönlichen Fazit zur Relevanz der Sensibilisierung für das kindliche Bewusstsein und die Rolle der Pädagogik.

Schlüsselwörter

Geschlechtsidentität, Kindheitsalter, Geschlechtssensible Pädagogik, Sozialisation, Körpersozialisation, Entwicklungsstufen, Geschlechterrollen, Identitätsentwicklung, Kleinkindalter, Vorschulalter, Grundschulalter, Erziehung, Interaktion, Peergroups, Selbstreflexion.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit dem Prozess der Entwicklung von Geschlechtsidentität bei Kindern und untersucht, wie pädagogische Fachkräfte eine geschlechtssensible Erziehung umsetzen können.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Die zentralen Felder umfassen die Definition von Geschlecht und Identität, die altersspezifische Entwicklung dieser Identität sowie die Bedeutung von sozialen Interaktionen in Familie und Bildungseinrichtungen.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist es, Zusammenhänge zwischen der kindlichen Entwicklung und geschlechtsspezifischer Sozialisation aufzudecken, um Ansätze für eine geschlechtssensible Pädagogik in der Praxis zu entwickeln.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine theoretische Vordiplomarbeit, die auf einer Literaturanalyse verschiedener entwicklungspsychologischer und pädagogischer Ansätze basiert.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Im Hauptteil werden die Entwicklungsstufen von der Geburt bis zum Grundschulalter detailliert erläutert und mit praktischen Konzepten für die pädagogische Arbeit verknüpft.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind insbesondere Geschlechtsidentität, geschlechtssensible Pädagogik, Sozialisation, Körpersozialisation und die Bedeutung der frühkindlichen Interaktion.

Welche Rolle spielt das "duale Symbolsystem" für Kinder?

Es strukturiert das soziale Umfeld und vermittelt Kindern schon früh, dass Geschlechtszugehörigkeit grundlegend für Selbstverortung und soziale Interaktion ist.

Warum ist die Körpersozialisation im 4. und 5. Lebensjahr so wichtig?

In dieser Phase setzen sich Kinder intensiv mit körperlichen Geschlechtsunterschieden auseinander, was entscheidend für die Formung ihrer geschlechtsspezifischen Identität und Selbstwahrnehmung ist.

Was leisten geschlechtssensible Projekte im Kindergarten konkret?

Sie ermöglichen Kindern, Rollenklischees zu hinterfragen, soziale Kompetenzen zu erweitern und spielerisch Erfahrungen außerhalb traditioneller Geschlechtergrenzen zu sammeln.

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Details

Title
Der Prozess der Entwicklung von Geschlechtsidentität im Kindheitsalter
College
University of Tubingen  (Institut für Erziehungswissenschaften)
Grade
1,7
Author
Bettina Abriß (Author)
Publication Year
2006
Pages
35
Catalog Number
V85375
ISBN (eBook)
9783638012867
ISBN (Book)
9783638916530
Language
German
Tags
Prozess Entwicklung Geschlechtsidentität Kindheitsalter
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Bettina Abriß (Author), 2006, Der Prozess der Entwicklung von Geschlechtsidentität im Kindheitsalter, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/85375
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