Ovids Tristien


Referat (Ausarbeitung), 2007

12 Seiten, Note: 1,3


Leseprobe

Ovids Tristien

Biographie

Ovid, der mit eigentlichem Namen Publius Ovidius Naso heißt, wird am 20. März 43 v. Chr. geboren. Als Hauptquelle für sein Leben sind seine Gedichte zu nennen, vor allem das 10. Gedicht des 4. Buches der Tristien. Obwohl Ovid den Adelstiteln kritisch gegenübersteht, ist er froh darüber, dass er seine soziale Stellung nicht über das Militär definieren muss. Er genießt eine gute Ausbildung in Rom und besucht dort unter anderem Rhetorikvorlesungen bei Seneca dem Älteren. Es folgen auch Reisen nach Griechenland, die auch in den Tristien bezeugt sind.[1] Nach seinen Reisen hat Ovid einige juristische Ämter inne. Allerdings gibt er seine Senatslaufbahn zugunsten der Dichtung wieder auf.

Dichterische Freunde findet Ovid vor allem in Horaz und Properz[2]. Beide sind Mitglieder im Kreis um Maecanas, von dem Ovid sich allerdings stark distanzierte. Da Maecanas vor allem junge Künstler förderte, rührte Ovids Distanzierung auch auf Altersgründen.

Über Ovids Privatleben gibt es nur sehr spärliche Überlieferungen. Er war dreimal verheiratet und von seiner zweiten Frau bekam er eine Tochter. Seine dritte Frau versuchte stets alles, um ihren geliebten Mann aus der Verbannung zurück nach Rom zu holen. Im Jahre 8 n. Chr. erfolgt die Verbannung nach Tomi durch das Urteil des Augustus. 17 n. Chr. stirbt Ovid in der Verbannung in Tomi.

Das Verhältnis zwischen Ovid und Augustus

Ovid steht kurz vor der Vollendung der Metamorphosen, als ihn das Verbannungsurteil des Augustus erreicht. Ovid steht kurz vor der Vollendung der Metamorphosen, als ihn das Verbannungsurteil des Augustus erreicht. Er darf zwar seine bürgerlichen Rechte behalten, muss Rom aber innerhalb einer kurzen Zeit verlassen. Tomi am Schwarzen Meer ist für die damalige Zeit das Ende der zivilisierten Welt.

Augustus wurde mit dem Sieg über Marcus Antonius in der Seeschlacht bei Actium[3] zur neuen Sehnsucht nach Frieden. Das Land war genug von Bürgerkriegen gekennzeichnet und alle wollten nur noch eins: Frieden. Hoffnungsträger war Augustus. Ovid erlebt Republik und die Bürgerkriege nicht als Erwachsener, sondern als Kind. Für die Jugend der damaligen Zeit war die Friedenschaffung des Kaisers eine Selbstverständlichkeit. Dies könnte einer der Gründe gewesen sein, warum bei Ovid keine Glorifizierung des Herrschers wie bspw. bei Vergil vorhanden ist. Obwohl Ovid mit der Zeit ein gefeierter Dichter war, unterstützte er nicht die Bemühungen des Augustus um allgemeine Sittenverbesserung.

Die Tristien

Ganz allgemein lässt sich sagen: fast jedes der Gedichte hat einen Adressaten. Diese werden aber nicht mit ihrem Namen genannt, sondern bleiben anonym. Allein aus dem Kontext lässt sich aber erschließen, an wenn das Gedicht gerichtet ist. Aus der Anonymität folgt eine Allgemeingültigkeit. Das Schreiben hilft Ovid, mit der Situation umzugehen und damit auch einen Weg zu finden, sein Schicksal zu meistern. Er konnte sich trotz dem ganzen Klagen und Jammern im Exil behaupten. Dies realisierte er vor allem durch seine Fähigkeit der dichterischen Adaption. Durch die künstlerische Arbeit konnte er seine Erfahrungen in einem fremden Land, unter fremden Menschen und einer fremden Sprache verarbeiten. Ovids Exildichtung steht vor allem für die dichterische Selbstbehauptung gegenüber Staatsmacht und Herrscherwillkür; zum anderen aber auch für die Not und Verzweiflung im Exil. Ovid wollte sich also wehren und schickte seine Gedichte Jahr für Jahr nach Rom. Dort wurden sie von der hohen Gesellschaft und auch einem breiteren Publikum gut aufgenommen.

Gedicht 1

Das erste Gedicht könnte als eine Art Prolog gemeint gewesen sein. Ovid stellt sich selbst als Volksfeind dar[4] und sein Wunsch nach einer Aufhebung des Urteils und der Wunsch nach einer Versöhnung mit dem Kaiser wird deutlich. Er gibt eine Darstellung seiner eigenen Gemütslage an: „[…] doch mein Herz ist durch eine Katastrophe verdüstert worden.“[5] Am Ende des ersten Gedichts macht Ovid deutlich, dass er noch mehr Gedanken in sich trage, diese aber nicht alle aufgezählt werden könnten.[6] Zu diesem Zeitpunkt befindet sich Ovid auf einem Schiff, das mit starken Winterstürmen zurechtkommen muss. Er befindet sich geographisch zwischen Brindisi und Korinth auf dem Ionischen Meer.

[...]


[1] Vgl. trist., 1, 2, 77-78.

[2] Horaz: 65 v. Chr. – 8 v. Chr.; neben Vergil einer der bedeutendsten Dichter der Augusteischen Zeit; Properz: 50 v. Chr. – 16 v. Chr.; bedeutender lateinischer Elegiendichter.

[3] Actium: antike Hafenstadt im Westen Griechenlands; 31 v. Chr. Seeschlacht zwischen Augustus und Marcus Antonius. Augustus siegt, was dann auch die Alleinherrschaft des Augustus hervorruft.

[4] Vgl. V. 24.

[5] V. 40f.

[6] Vgl. V. 124f.

Ende der Leseprobe aus 12 Seiten

Details

Titel
Ovids Tristien
Hochschule
Universität Bielefeld
Veranstaltung
Lateinische Reisegedichte
Note
1,3
Autor
Jahr
2007
Seiten
12
Katalognummer
V85397
ISBN (eBook)
9783638013154
Dateigröße
440 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Ovids, Tristien, Lateinische, Reisegedichte
Arbeit zitieren
Katharina Milde (Autor), 2007, Ovids Tristien, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/85397

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