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Aspekte der Gastlichkeit in Wilhelm Raabes Erzählung "Zum Wilden Mann"

Title: Aspekte der Gastlichkeit in Wilhelm Raabes Erzählung "Zum Wilden Mann"

Term Paper , 2006 , 18 Pages , Grade: 2,7

Autor:in: Katharina Milde (Author)

German Studies - Modern German Literature
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Die Gastfreundschaft ist ein Thema, das nicht unbedingt zuerst mit der Literatur in Verbindung gebracht wird. Das kann vor allem daran liegen, dass wir alle selber fast täglich mit der Situation des Gastes in Berührung kommen und wir uns unseres Verhaltens darin sehr sicher sind. Der Umgang mit Gästen ist für uns Menschen des 21.
Jahrhunderts eine selbstverständliche Angelegenheit. Der Unterschied zu früheren Zeiten liegt vor allem darin, dass wir heute nicht ohne Weiteres einfach einen völlig fremden Menschen in unseren privaten vier Wänden aufnehmen würden. In die Situation eines Gastgebers kommen wir heute lediglich mit Familie, Freunden oder Arbeitskollegen. All das sind Gruppen von Menschen, zu denen wir ein mehr oder weniger vertrautes Verhältnis pflegen. Die Ursprünge der Gastlichkeit und das, was von ihnen übrig geblieben ist, soll hier untersucht werden. Im Rahmen des Seminars Literarische Gäste. Texte zum Thema Gastlichkeit im 19. und 20. Jahrhunderts wurde deutlich, dass in der Literatur der Gast eine große Rolle spielt. Am Beispiel Wilhelm Raabes soll auch das weiter untersucht werden.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1.Einleitung

2. Formen der Gastlichkeit

2.1. Ursprünge der Gastlichkeit

2.2. Der Gast als Fremder

2.3. Der Gast als Parasit

3. Wilhelm Raabe

3.1. Zur Person

3.2. Inhalt und Erzählhaltung in der Erzählung Zum Wilden Mann

4. Aspekte der Gastlichkeit in Wilhelm Raabes Zum Wilden Mann

5. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die kulturgeschichtliche Entwicklung und die literarische Darstellung von Gastlichkeit, mit einem besonderen Fokus auf Wilhelm Raabes Erzählung "Zum Wilden Mann". Ziel ist es zu ergründen, inwieweit traditionelle Konzepte des Gastrechts und parasitäre Strukturen in literarischen Gastsituationen des 19. Jahrhunderts reflektiert werden.

  • Historische Wurzeln der Gastfreundschaft von der Antike bis zum Christentum
  • Typologie des Gastes als Fremder und als Parasit
  • Biografische Hintergründe und erzählerische Strategien bei Wilhelm Raabe
  • Analyse der Gast-Gastgeber-Dynamik in "Zum Wilden Mann"
  • Reflektion der Bedeutung von Gastlichkeit in der modernen Gesellschaft

Auszug aus dem Buch

2.3. Der Gast als Parasit

Der Gast als Parasit ist eine weitere Darstellung neben dem Gast als Fremden, die wichtig ist. Der Unterschied zum fremden Gast liegt allerdings darin, dass der Parasit viel stärker in das soziale Gefüge eindringt und auch stärker integriert ist. Dies soll im Folgenden kurz erläutert werden.

Zunächst tritt der Parasit als Vermittler und gleichzeitig als Störer in der Gastsituation auf. In der griechisch-römischen Komödie bekommt er gar einen Platz am Tisch oder im Haus, was meistens durch Unterhaltungskunst geschieht. Außerdem ist er sich nicht zu schade, sich zum Affen zu machen, um integriert zu werden. Gleichzeitig ist der Parasit aber auch dazu fähig, Missstände in der Gesellschaft aufzuzeigen, sowie speziell auch die Mängel, die die Gastfreundschaft betreffen.

Im Gegensatz zur Antike zeichnet sich der Parasit heutzutage durch eine Unauffälligkeit aus, die auch eine gewisse Anpassungsfähigkeit beinhaltet. Aufgabe des Parasits ist es, sich in dem Zwischenraum zwischen sich selbst und dem Gastgeber einzufinden und einzufühlen, um die tiefsten und unerkannten Wünsche aufzudecken. Dies „garantier[e] die parasitäre Qualität jeder Beziehung“.

Des Weiteren ist es so, dass der Parasit nie alleine existieren kann, er braucht stets ein Gegenstück, damit er die Beziehung hinterfragen kann. Dringt aber zusätzlich noch eine dritte Person in die Beziehung zwischen dem Parasiten und seinem Gegenstück ein, so wird er gleich darauf wieder ausgegrenzt. Der Parasit ist außerdem dazu fähig, seine Beziehung zum Gastgeber so weit auszudehnen, bis er selber gar nicht mehr als Fremder angesehen wird und als ein Teil des Lebens des Gastgebers angesehen wird. Er dringt also in die Welten des Gastgebers ein, die ansonsten nur durch Tabus oder Unterdrückung gekennzeichnet gewesen sind.

Zusammenfassung der Kapitel

1.Einleitung: Die Einleitung führt in die Bedeutung der Gastfreundschaft ein und begründet die literaturwissenschaftliche Untersuchung am Beispiel von Wilhelm Raabe.

2. Formen der Gastlichkeit: Dieses Kapitel erläutert historische Ursprünge der Gastfreundschaft sowie die soziologische Differenzierung zwischen der Rolle des Gastes als Fremder und als Parasit.

3. Wilhelm Raabe: Hier wird der Autor biografisch vorgestellt und die Erzählung "Zum Wilden Mann" hinsichtlich ihres Inhalts und ihrer spezifischen Erzählhaltung analysiert.

4. Aspekte der Gastlichkeit in Wilhelm Raabes Zum Wilden Mann: Das Kapitel wendet die zuvor erarbeiteten theoretischen Begriffe auf die Figurenkonstellation und die Handlung von Raabes Erzählung an.

5. Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und reflektiert den Wandel der Gastlichkeit von antiken Riten hin zu modernen Hotelstrukturen.

Schlüsselwörter

Gastlichkeit, Gastfreundschaft, Literaturwissenschaft, Wilhelm Raabe, Zum Wilden Mann, poetischer Realismus, Gast, Parasit, Fremder, Gastsituation, Sozialfigur, Antike, soziale Integration, Apotheker, Erzählhaltung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit analysiert das Konzept der Gastlichkeit und dessen literarische Umsetzung, insbesondere in Wilhelm Raabes Erzählung "Zum Wilden Mann".

Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?

Die zentralen Themen sind die historische Entwicklung der Gastfreundschaft, die soziologische Einordnung des Gastes und deren spezifische Ausformung im Werk von Wilhelm Raabe.

Was ist die zentrale Forschungsfrage der Untersuchung?

Die Arbeit fragt danach, wie sich traditionelle Aspekte der Gastlichkeit in der literarischen Moderne widerspiegeln und welche parasitären Strukturen in Gastsituationen erkennbar sind.

Welche wissenschaftlichen Methoden kommen zum Einsatz?

Es wird eine literaturwissenschaftliche Werkanalyse durchgeführt, die durch historische und soziologische Kontextualisierungen des Gastbegriffs ergänzt wird.

Was bildet den inhaltlichen Schwerpunkt im Hauptteil?

Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Fundierung des Gastbegriffs und eine anschließende detaillierte Analyse der Figuren Philipp Kristeller und des Gastes Agonista.

Welche Schlüsselbegriffe prägen die Arbeit?

Kernbegriffe sind Gastfreundschaft, Parasitismus, soziale Integration, Fremdheit sowie die spezifische Erzählhaltung im poetischen Realismus.

Wie unterscheidet sich der Parasit vom gewöhnlichen Gast in der Erzählung?

Im Gegensatz zum einfachen Gast dringt der Parasit tiefer in das soziale Gefüge ein, nutzt die Privatsphäre des Gastgebers aus und beeinflusst dessen Leben maßgeblich.

Welche Bedeutung hat der Likör "Kristeller" für die Erzählhandlung?

Der Likör dient als Symbol für das wiedergefundene Glück und ist gleichzeitig ein zentrales Element, durch das der "Parasit" Agonista in das Leben des Apothekers eindringt und dieses verändert.

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Details

Title
Aspekte der Gastlichkeit in Wilhelm Raabes Erzählung "Zum Wilden Mann"
College
Bielefeld University  (Fakultät für Linguistik und Literaturwissenschaft)
Course
Literarische Gäste: Texte zum Thema Gastlichkeit im 19. und 20. Jahrhundert
Grade
2,7
Author
Katharina Milde (Author)
Publication Year
2006
Pages
18
Catalog Number
V85398
ISBN (eBook)
9783638013161
Language
German
Tags
Aspekte Gastlichkeit Wilhelm Raabes Erzählung Wilden Mann Literarische Gäste Texte Thema Gastlichkeit Jahrhundert
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Katharina Milde (Author), 2006, Aspekte der Gastlichkeit in Wilhelm Raabes Erzählung "Zum Wilden Mann", Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/85398
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