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Wahrheit und Politik in der Demokratie

Title: Wahrheit und Politik in der Demokratie

Seminar Paper , 2007 , 12 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Heiko Schmolke (Author)

Politics - Political Theory and the History of Ideas Journal
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George Bernard Shaw, ein irischer Dramatiker und Satiriker, der sowohl mit dem Nobelpreis und einem Oscar geehrt wurde, sagte einmal: „Für einen Politiker ist es gefährlich, die Wahrheit zu sagen. Die Leute könnten sich daran gewöhnen, die Wahrheit hören zu wollen.“
Dieser Satz hat nur dann eine satirische Wirkung, wenn man der Überzeugung ist, Politiker sind der Wahrheit moralisch verpflichtet und kommen dieser Pflicht nicht nach. Die Menschen, egal welcher Gesellschaft sie angehören, fordern aus Wahrheit immer einen Anspruch auf Geltung. Gerade in der Politik erleben wir oft, wie Politiker für Ihre Programme Wahrheitsansprüche erheben und politische Gegner als dumm hinstellen. Nicht selten werden der Gegenpartei dann auch noch verwerfliche Beweggründe wie Täuschung und Vorteilsstreben vorgeworfen. Interessant wird es vor allem dann, wenn aber beide Parteien für sich beanspruchen wahre Standpunkte zu vertreten und man als Außenstehender bzw. Unparteiischer geneigt ist keinen von den beiden Standpunkten zu präferieren. Wer setzt sich dann durch? Man ist in einer solchen Situation gewillt zu argumentieren, dass es sich am Ende doch nur um Interessen handelte. Spielt also Wahrheit in der Politik überhaupt eine Rolle, oder anders: Legitimiert Wahrheit politisches Handeln in der Demokratie?

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

I. Einführung und zentrale Fragestellung

II. Wahrheit und Politik in der Demokratie

1. Wahrheitstheorien

1.1. Philosophischer Exkurs nach Julian Nida-Rümelin

1.2. Wahrheitstheorie nach Richard Rorty

2. Deliberative Demokratie nach Julian Nida-Rümelin

3. Richard Rorty und liberale Demokratie

III. Schlussbetrachtung

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht die Rolle von Wahrheit in demokratischen Systemen und fragt, ob Wahrheit politisches Handeln in einer Demokratie legitimieren kann. Dabei werden die theoretischen Ansätze von Julian Nida-Rümelin und Richard Rorty kritisch gegenübergestellt, um zu klären, wie politische Verständigung jenseits absolutistischer Wahrheitsansprüche möglich ist.

  • Vergleich erkenntnistheoretischer Wahrheitstheorien
  • Philosophische Grundlagen der deliberativen Demokratie
  • Pragmatismus und liberale Demokratie nach Richard Rorty
  • Bedeutung von Solidarität und Toleranz im politischen Diskurs
  • Kritik am Universalitätsanspruch in der Politik

Auszug aus dem Buch

1.2. Wahrheitstheorie nach Richard Rorty

Der US-amerikanische Philosoph Richard Rorty gilt aufgrund seines deutlichen und oft humorvollen Stils als auch wegen seiner Fähigkeit, für sicher gehaltene Vermutungen zu unterminieren, zu einen der am meisten gelesenen und streitbarsten lebenden Philosophen. Er ist ein wichtiger Vertreter des Pragmatismus und des Relativismus, wobei sich Rorty nicht als Relativist sieht, sondern als Postanalytischer Philosoph.

Für Rorty ist „Relativismus“ das geläufige Beiwort, welches Realisten auf den Pragmatismus gebrauchen. Mit diesem Begriff gehen in der Regel drei verschiedene Auslegungen einher: „Die erste ist die, wonach ein Glaube genauso viel taugt, wie jeder andere. Die zweite besagt, „wahr“ sei ein mehrdeutiger Ausdruck, dem ebenso viele Bedeutungen entsprächen, wie es Rechtfertigungsverfahren gibt. Die dritte Auffassung ist die, wonach es über Wahrheit oder Rationalität außer den Beschreibungen der vertrauten Rechtfertigungsverfahren, die eine bestimmte Gesellschaft –die unsere- auf diesem oder jenem Forschungsgebiet verwendet, nichts zu sagen gibt.“ Rorty vertritt in seinen Thesen dabei die dritte Auffassung. Nun könnte man der Annahme sein, wonach die dritte These durchaus konform mit den Ansichten Nida-Rümelins geht, schließlich sind für ihn diese Rechtfertigungsverfahren ebenfalls „nicht weiter zugänglich“. Doch gibt es hier einige entscheidende Unterschiede, auf die ich nun eingehen möchte.

Zusammenfassung der Kapitel

I. Einführung und zentrale Fragestellung: Das Kapitel führt in die Problematik ein, inwiefern Politiker Wahrheitsansprüche als Machtmittel einsetzen und ob Wahrheit eine notwendige Legitimation für politisches Handeln darstellt.

II. Wahrheit und Politik in der Demokratie: Dieser Hauptteil analysiert die unterschiedlichen philosophischen Perspektiven auf Wahrheit und diskutiert deren Bedeutung für politische Diskurse, die Demokratie und die liberale Gesellschaftsordnung.

III. Schlussbetrachtung: Das Kapitel fasst zusammen, dass ungeachtet philosophischer Differenzen ein normativer Grundkonsens auf Basis von Toleranz und Verständigung für das Funktionieren einer Demokratie essenziell ist.

Schlüsselwörter

Wahrheit, Politik, Demokratie, Julian Nida-Rümelin, Richard Rorty, Pragmatismus, Deliberative Demokratie, Solidarität, Toleranz, Begründungsspiele, Ethnozentrismus, Kontingenz, Politische Vernunft, Liberalismus, Objektivität

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht das Spannungsfeld zwischen dem Wahrheitsbegriff und politischem Handeln innerhalb einer demokratischen Gesellschaft.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Im Fokus stehen Wahrheitstheorien, die Rolle von Diskursen in der Demokratie sowie das Verhältnis von Ethik und Politik.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Ziel ist es zu klären, ob Wahrheit politisches Handeln legitimiert und wie eine demokratische Verständigung ohne den Zwang zu einer einzigen, absoluten Wahrheit möglich ist.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine politikphilosophische Analyse, die zentrale Thesen von Julian Nida-Rümelin und Richard Rorty kritisch gegenüberstellt und vergleicht.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine erkenntnistheoretische Untersuchung der Wahrheit, eine Analyse deliberativer Demokratie bei Nida-Rümelin und eine Betrachtung des liberalen Demokratieverständnisses bei Rorty.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wahrheit, Politik, Demokratie, Pragmatismus, Solidarität, Toleranz und der deliberative Diskurs.

Inwiefern unterscheidet sich Rortys Ansatz von dem Nida-Rümelins?

Während Nida-Rümelin auf objektive Grundlagen in Begründungsspielen setzt, verlagert Rorty die Basis politischer Verständigung in den Bereich der sozialen Praxis und Ethik.

Warum ist das Thema für die Demokratie relevant?

Da der Anspruch auf eine einzige, absolute Wahrheit in der Politik historisch radikale Folgen (wie im Nationalsozialismus) hatte, ist die Frage nach dem Umgang mit unterschiedlichen Standpunkten für die Stabilität moderner Demokratien entscheidend.

Excerpt out of 12 pages  - scroll top

Details

Title
Wahrheit und Politik in der Demokratie
College
Humboldt-University of Berlin  (Institut für Sozialwissenschaften)
Course
Politik als Beruf
Grade
1,0
Author
Heiko Schmolke (Author)
Publication Year
2007
Pages
12
Catalog Number
V85450
ISBN (eBook)
9783638006620
ISBN (Book)
9783640450909
Language
German
Tags
Wahrheit Politik Demokratie Politik Beruf
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Heiko Schmolke (Author), 2007, Wahrheit und Politik in der Demokratie, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/85450
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