In Zeiten zunehmenden Wettbewerbs und eng vernetzter internationaler Arbeitsteilung müssen sich Unternehmen täglich neuen Herausforderungen stellen. Die Schnelllebigkeit wirtschaftlicher Strukturen und technologischer Entwicklungen sowie der Märkte selbst führen zu ständigen Veränderungen der Unternehmensumwelt, denen sich alle Mitarbeiter stellen müssen. Diese Tendenzen bringen es mit sich, dass Mitarbeiter heute und in Zukunft ein höheres Maß an Flexibilität, Motivation, Engagement und Kreativität in ihre Arbeit einfließen lassen müssen als noch vor einigen Jahren, um dem erhöhten Konkurrenzdruck standhalten zu können. Da die eben genannten Soft Skills heutzutage aus keinem Anforderungsprofil einer Stellenanzeige mehr wegzudenken sind gilt es einen speziellen Vorgang, der die fachwissenübergreifenden Kompetenzen fördert, zu initiieren. Nach Backhausen (2006, S. 5) kann Coaching als Mittel zur Steigerung der Veränderungsfähigkeit und Veränderungsbereitschaft von Mitarbeitern eingesetzt werden. Die Unternehmens- und Managementberatung Böning-Consult belegt durch ihre Studie zum deutschen Coaching-Markt 2004, dass 84% der befragten Personalmanager konstatieren, dass die Nutzung von Coaching in den letzten fünf Jahren gewachsen ist. Weitere 88% von ihnen geben an, dass Coaching in den kommenden fünf Jahren weiter an Bedeutung gewinnen wird (vgl. Böning & Fritschle, S. 108 f.). Aufgrund der vielfältigen Möglichkeiten des Internets stellt sich die Frage nach neuen Wegen der Beratung.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Grundlagen des Coachings
2.1 Begriff von Coaching
2.2 Bedeutung von Coaching in der Berufspraxis
2.3 Anlässe von Coaching
2.4 Funktionen und Ziele von Coaching
2.5 Varianten von Coaching
2.5.1 Interne und Externe Coachs
2.5.2 Settings
2.5.2.1 Einzel-Coaching
2.5.2.2 Gruppen- und Team-Coaching
3 eCoaching
3.1 Verbreitung von Internetzugang und Internetanbindung
3.2 Kommunikationsformen
3.2.1 Face-to-Face-Kommunikation (FTF)
3.2.2 Computervermittelte Kommunikation (CvK)
3.2.2.1 Klassifizierung computervermittelter Kommunikation
3.2.2.2 Kennzeichen computervermittelter Kommunikation
3.3 eCoaching-Prozess
3.4 Anforderungen an den eCoach
3.5 Klassifizierung von eCoaching-Formen
3.5.1 Asynchrone eCoaching-Form (eMail)
3.5.2 Synchrone eCoaching-Formen
3.5.2.1 Voice over IP
3.5.2.2 Videokonferenzen
3.6 Medienwahl
3.7 Beispiel für ein eCoaching-Konzept
4 Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht, ob eCoaching durch den Einsatz moderner Medien das klassische Coaching effektiv ersetzen oder als ergänzende Beratungsmethode effizienter gestalten kann, wobei insbesondere die technischen Voraussetzungen, die Unterschiede in der Kommunikationsform sowie spezifische Anforderungen an den eCoach beleuchtet werden.
- Grundlagen des Coachings und seine Bedeutung in der modernen Berufspraxis.
- Analyse der computervermittelten Kommunikation im Vergleich zur Face-to-Face-Interaktion.
- Erarbeitung eines Vorgehensmodells für den eCoaching-Prozess.
- Identifikation spezifischer Kompetenzanforderungen für eCoachs.
- Klassifizierung und Bewertung verschiedener eCoaching-Formen (asynchron vs. synchron).
- Modell zur medienbasierten Entscheidungsfindung in Coaching-Situationen.
Auszug aus dem Buch
3.2.2.2 Kennzeichen computervermittelter Kommunikation
Die grundlegenden Kennzeichen computervermittelter Kommunikation (CvK) sollen anhand eines Vergleichs mit den Kennzeichen der unvermittelten Face-to-Face-Kommunikation dargestellt werden. Bezüglich des Einsatzes von CvK wird häufig auf das Problem der Kanalreduktion hingewiesen (vgl. Beck 2006; Döring 2003; Boos, Jonas und Sassenberg 2000). Die mit ihr einhergehenden Begriffe Entkörperlichung, Textualität, Entzeitlichung / Enträumlichung, Entkontextualisierung sollen neben der Digitalisierung herangezogen werden, um die grundlegenden Merkmale der computervermittelten Kommunikation zu veranschaulichen.
Während sich die Face-to-Face-Kommunikation (F-T-F) durch körperliche Kopräsenz, die wiederum durch Reichhaltigkeit der Sinnesbeteiligung gekennzeichnet ist, auszeichnet verschwindet bei einigen Formen der CvK der Körper als Zeichenträger (vgl. Misoch 2006, S. 56). Werden Botschaften vom Sender per Tastatur eingegeben wie bspw. bei der Nutzung von eMail, Chat oder Newsgroups, bleiben die Körper der Sender unsichtbar und es entsteht eine gewisse Entkörperlichung. In diesem Zusammenhang ist auch die Textualität als Form der Kanalreduktion zu nennen, denn die CvK kann ausschließlich in verschriftlichter Form stattfinden, ist jedoch nicht auf den Textkanal reduziert (vgl. Misoch 2006, S. 58). Die gesendeten Botschaften werden vom Empfänger ausschließlich vom Auge wahrgenommen.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Diese Einleitung führt in die zunehmende Dynamik der Arbeitswelt ein und stellt die Forschungsfrage, ob moderne Medien das klassische Coaching effizienter gestalten oder ersetzen können.
2 Grundlagen des Coachings: Dieses Kapitel erläutert den Begriff des Coachings, seine Bedeutung in der Berufspraxis, sowie dessen Anlässe, Ziele und verschiedene Settings wie Einzel- oder Gruppencoaching.
3 eCoaching: Dieses Kernkapitel untersucht die Voraussetzungen, Kommunikationsformen, Prozessabläufe, Kompetenzanforderungen und verschiedene Formen des eCoachings unter Berücksichtigung der Medienwahl.
4 Fazit: Das Fazit fasst die Erkenntnisse zur Effektivität des eCoachings zusammen und weist auf die Notwendigkeit von Qualitätsstandards für eine zukünftige Etablierung hin.
Schlüsselwörter
Coaching, eCoaching, computervermittelte Kommunikation, Medienwahl, Online-Beratung, Face-to-Face-Kommunikation, Personalentwicklung, digitale Medien, Kommunikationsformen, eMail-Coaching, Videokonferenzen, VoIP, Kompetenzanforderungen, Beratungsprozess, virtuelle Räume
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht das Potenzial von eCoaching als moderne Beratungsform im Vergleich zum klassischen Face-to-Face-Coaching unter Berücksichtigung neuer Medien.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Felder umfassen die Definition und Grundlagen des Coachings, die Analyse der computervermittelten Kommunikation und die praktische Anwendung von eCoaching-Formen.
Was ist das primäre Ziel der Forschungsfrage?
Die Forschungsfrage zielt darauf ab zu klären, ob eCoaching das klassische Coaching durch die Nutzung neuer Medien ersetzen oder Teile der Beratung effizienter gestalten kann.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine theoretische Arbeit, die auf einer umfassenden Literaturanalyse sowie der Auswertung bestehender Studien zur Coaching-Praxis und Internetnutzung basiert.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil analysiert die Voraussetzungen für eCoaching, vergleicht Kommunikationsformen, leitet ein Anforderungsprofil für eCoachs ab und evaluiert verschiedene eCoaching-Techniken wie E-Mail, VoIP und Videokonferenzen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird durch Begriffe wie eCoaching, digitale Kommunikation, Kanalreduktion, Medienkompetenz und Beratungsqualität charakterisiert.
Welche Rolle spielt die Kanalreduktion bei eCoaching?
Die Kanalreduktion bezeichnet den Verlust nonverbaler Signale, wird aber in der Arbeit auch als Chance zur Fokussierung auf die eigentliche Problemstellung diskutiert.
Warum ist die Medienwahl für den Erfolg von eCoaching entscheidend?
Da jeder Coaching-Anlass eine spezifische Emotionalität aufweist, muss das gewählte Medium die passende Reichhaltigkeit bieten, um Missverständnisse zu vermeiden und den Prozess zu unterstützen.
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- Bjoern Cebulla (Author), 2007, Coaching auf neuen Wegen: Grundlagen und Potentiale des eCoachings, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/85472