Rezension zu Nick Hornby´s „Fever Pitch. Ballfieber - Die Geschichte eines Fans" - Warum Fußballfans eine Dauerkarte fürs Stadion besitzen


Rezension / Literaturbericht, 2006

2 Seiten, Note: 1,7


Leseprobe

Warum Fußballfans eine Dauerkarte fürs Stadion besitzen

„Ballfieber ist ein Versuch, einen Blick auf meine Besessenheit zu werfen.“ Mit diesem Satz offenbart der Autor Nick Hornby die Intention seines autobiografischen Debütromans „Fever Pitch“, der erstmalig 1992 erschienen ist. Seit 1996 ist er auf Deutsch erhältlich. Er wurde von Marcus Geiss und Henning Stegelmann übersetzt.

Nick Hornby, der als Ich-Erzähler auftritt, beschreibt sein Leben eingeteilt in drei große Abschnitte: Wie er überhaupt zum Fußball kommt und es zwei Mal beinahe schafft, den Virus loszuwerden und am Ende doch nur einen annehmbaren Kompromiss erzielt.

Seine „Sucht“ erstreckt sich über fast ein Vierteljahrhundert und ist zum Teil das Ergebnis unbeständiger Lebensumstände: Seine Eltern leben getrennt, lassen sich schließlich scheiden, doch zu seinem Vater hat der typische Teenager kaum ein Verhältnis. So ist es ein Zufall, eine mürrische Laune Hornbys, dass er auf den Vorschlag des Vaters, zu einem Fußballspiel zu gehen, mit Ja antwortet. Damit haben die beiden von nun an ein Gesprächsthema, sofern Männer überhaupt eines brauchen. Und Hornby wird vom Fußballfieber ergriffen, das ihn so schnell nicht mehr loslassen wird, doch es bildet auch die einzige beständige Komponente in seinem Leben, auf sie kann er sich verlassen.

Von nun an folgt eine sehr genaue Beschreibung seiner eigenen Entwicklung in Verbindung mit dem Fußball, denn sogar seine Zeitrechnung richtet sich nach bestimmten Saisons, entscheidenden Toren und Endspielen. Er versucht, seiner Sprache einen bestimmten Dialekt zu geben, um der entwurzelten Identität eines weißen Südengländers zu entkommen und sich eine interessante kulturelle Herkunft zu konstruieren. Das wirkliche Leben zieht an ihm vorbei, die Dinge passieren mit ihm. So haben sein erster Kuss, die erste Freundin, die erste Schlägerei und weitere einschneidende Erlebnisse eines Teenagers keine besonderen Auswirkungen auf ihn. Vielmehr denkt er eingehend über bestimmte Spieler bei Arsenal und deren Auswirkungen auf ihn nach. Denn schließlich halten sie seinen Lieblingsclub am Leben, auch wenn der Verein den Fans seiner Ansicht nach mehr bedeutet als den Spielern.

Auch vor dem Hooliganismus kann Hornby sich nicht verstecken. Des Öfteren kommt er im Stadion oder auf dem Weg dorthin in unangenehmen Kontakt mit der winzigen Anzahl schlagwütiger Fans. Ein anderes Mal möchte er seinem Englischkurs, den er als Lehrer unterrichtet, seinen Lieblingsverein stolz präsentieren. Doch ausgerechnet in diesem Spiel quetschen englische Hooligans 38 belgische Fans zu Tode und Hornby muss sich für seinen Verein schämen.

Hornby richtet sein gesamtes Leben nach dem Fußball aus: Seine Lebenspartnerinnen müssen mit den durch Spielergebnisse erzeugten Launen ohne Wenn und Aber zurechtkommen, sein Beruf muss es ihm weiterhin ermöglichen, an den Wochenenden zu Spielen gehen zu können und letztendlich legt er auch seinen Wohnort ganz in die Nähe des Asenal’schen Stadions. „Ich will nicht mitten in der Saison sterben, aber ich bin, denke ich, andererseits einer von denen, die glücklich wären, wenn ihre Asche über dem Rasen von Highbury verstreut würde.“, sinniert er über sein Lebensende.

[...]

Ende der Leseprobe aus 2 Seiten

Details

Titel
Rezension zu Nick Hornby´s „Fever Pitch. Ballfieber - Die Geschichte eines Fans" - Warum Fußballfans eine Dauerkarte fürs Stadion besitzen
Hochschule
Ruhr-Universität Bochum
Note
1,7
Autor
Jahr
2006
Seiten
2
Katalognummer
V85490
ISBN (eBook)
9783638013703
Dateigröße
408 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Rezension, Nick, Hornby´s, Pitch, Ballfieber, Geschichte, Fans, Warum, Fußballfans, Dauerkarte, Stadion
Arbeit zitieren
Bachelor of Arts Isabelle Strohkamp (Autor), 2006, Rezension zu Nick Hornby´s „Fever Pitch. Ballfieber - Die Geschichte eines Fans" - Warum Fußballfans eine Dauerkarte fürs Stadion besitzen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/85490

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