Die vorliegende Arbeit behandelt das Thema Macht und Landesherrschaft, sowie den daraus resultierenden Herrschaftspflichten im Mittelalter. Diese sollen am Beispiel des Werks von Hartmann von Aues „Iwein“ verdeutlicht werden.
Unter anderem werden die Fragen beantwortet, wie Macht erlangt werden konnte und welche Rechte und Pflichten mit ihr einhergingen. Vorrausgehend soll eine Definition von Macht und Herrschaft stehen.
Inhaltsverzeichnis
EINLEITUNG
2. DER MACHTBEGRIFF
2.1 MACHTAUSÜBUNG
3. ERLANGEN VON MACHT UND HERRSCHAFT
3.1 DURCH GEBURT
3.2 DURCH HEIRAT
4. PRÄSENTATIONSFORMEN DER MACHT
5. HERRSCHAFTSRECHTE
6. HERRSCHAFTSPFLICHTEN
7. FAZIT
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht das Verhältnis von Macht und Landesherrschaft sowie die daraus resultierenden Herrschaftspflichten im Mittelalter am Beispiel von Hartmann von Aues Artusroman "Iwein". Die zentrale Forschungsfrage befasst sich mit den Prozessen des Machterwerbs, der Repräsentation von Macht sowie den spezifischen Pflichten, an denen der Protagonist im Verlauf seiner Entwicklung scheitert und schließlich reift.
- Definition und Ausübung von Macht im mittelalterlichen Kontext
- Wege zum Erwerb von Herrschaft (Geburt vs. Heirat)
- Symbolik und Präsentationsformen adliger Macht
- Vergleich von mittelalterlicher Realität und fiktiver Darstellung
- Die moralische Entwicklung des Helden und das Konzept des Landfriedens
Auszug aus dem Buch
2.1 Machtausübung
An einem Beispiel, der Brunnenaventiure, aus Hartmanns Iwein soll dieser theoretische Ansatz zur Machtausübung deutlich gemacht werden.
Iwein reitet zur âventiure aus und wird von einem Menschen in Tiergestalt zu einer Quelle geschickt, mit deren Wasser er einen Stein übergießen soll. Hierdurch wird ein heftiges Unwetter ausgelöst, auf das folgend der Landesherr Askalon erscheint. Dieser wird im Kampf mit Iwein verwundet und stirbt schließlich auf seiner Burg.4
In dieser Szene ist der machtausübende Akteur Iwein. In seiner Position als Ritter und den damit verbundenen Ressourcen Stärke und ritterliche Körper- und Kampfesübung übt er mit seiner Handlung, dem Begießen des Steins mit Wasser, Macht aus. Er begeht Landfriedensbruch um sein Ziel, sich durch Machtausübung zu bewähren und dadurch Ruhm und Ehre im Kontext der âventiure zu erlangen, zu erreichen.
Zusammenfassung der Kapitel
EINLEITUNG: Einführung in die Thematik der Macht- und Herrschaftsstrukturen im Mittelalter unter Bezugnahme auf Hartmann von Aues Iwein.
2. DER MACHTBEGRIFF: Theoretische Herleitung des Machtbegriffs sowie Definition der Komponenten von Machtausübung anhand von philosophischer und historischer Literatur.
2.1 MACHTAUSÜBUNG: Analyse der Machtausübung anhand der Brunnenaventiure, die als konkretes Beispiel für den Beginn von Iweins Herrschaft dient.
3. ERLANGEN VON MACHT UND HERRSCHAFT: Erörterung der rechtlichen Grundlagen für Herrschaft, insbesondere durch Standeszugehörigkeit und dynastische Verbindungen.
3.1 DURCH GEBURT: Darstellung der Bedeutung der Geburt für den sozialen Status und den privilegierten Zugang zu Herrschaftsrechten.
3.2 DURCH HEIRAT: Untersuchung der politisch-praktischen Gründe für Eheschließungen im Mittelalter und deren Rolle bei der Erlangung von Landesherrschaften.
4. PRÄSENTATIONSFORMEN DER MACHT: Analyse symbolischer und ritueller Ausdrucksformen königlicher und adliger Macht, einschließlich Kleidung und höfischer Erziehung.
5. HERRSCHAFTSRECHTE: Untersuchung der konkreten hoheitlichen Rechte, wie Gerichtsbarkeit und Verwaltung von Land, innerhalb der Iwein-Erzählung.
6. HERRSCHAFTSPFLICHTEN: Analyse der ethischen und politischen Verpflichtungen eines Herrschers, insbesondere der Landfriedenswahrung, und Iweins Scheitern an diesen.
7. FAZIT: Zusammenfassende Betrachtung der Entwicklung Iweins vom Jungritter zum verantwortungsvollen Landesherrn und die Bedeutung des Tugendbegriffs.
Schlüsselwörter
Macht, Herrschaft, Landesherrschaft, Hartmann von Aue, Iwein, Mittelalter, Landfrieden, Rittertum, âventiure, Ehre, Tugend, Lehnsherrschaft, Gerichtsbarkeit, Herrschaftspflichten, Höfische Kultur.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert die Konzepte von Macht und Herrschaft im Mittelalter und spiegelt diese an der literarischen Figur Iwein aus Hartmann von Aues gleichnamigem Artusroman.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themen sind der Erwerb und die Ausübung von Macht, die rechtlichen und rituellen Rahmenbedingungen des Adels sowie die moralischen Pflichten eines Landesherrn.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es aufzuzeigen, wie der Protagonist Iwein durch seine Abenteuer eine Entwicklung durchläuft, in der er vom abenteuernden Ritter zum würdigen Landesherrn reift, der seine Pflichten erfüllt.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit nutzt eine Kombination aus literaturwissenschaftlicher Textanalyse und historischer Kontextualisierung anhand von Rechtsquellen wie dem Sachsenspiegel.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Definition von Macht, die Wege zum Machterwerb (Geburt/Heirat), die Präsentationsformen adliger Macht sowie die Untersuchung von Herrschaftsrechten und -pflichten.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Zu den wichtigsten Begriffen zählen Macht, Herrschaft, Iwein, Landfrieden, Rittertum, Ehre, Tugend und die höfische Kultur des Mittelalters.
Warum ist die Heirat für Iweins Macht so entscheidend?
Die Heirat mit Laudine ermöglicht Iwein erst den direkten Zugang zu Land und Leuten und begründet seinen neuen Status als Territorialherrscher.
Inwiefern scheitert Iwein zunächst an seiner neuen Rolle?
Iwein vernachlässigt seine Pflichten als Landesherr durch exzessives ritterliches Abenteurertum, was zum Ehrverlust und zum Bruch mit seiner Frau Laudine führt.
Welche Bedeutung kommt dem Landfrieden zu?
Der Landfrieden ist die zentrale Pflicht des Landesherrn; seine Sicherung ist ein roter Faden durch den gesamten Roman und ein Maßstab für Iweins Bewährung.
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- Till Keßler (Author), 2007, Herrschaft und Macht in Hartmanns von Aues "Iwein", Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/85604