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Der Deutsche Presserat

Titre: Der Deutsche Presserat

Exposé Écrit pour un Séminaire / Cours , 2007 , 18 Pages , Note: 1,0

Autor:in: Kathrin Löther (Auteur)

Médias / Communication - Ethique des médias
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Résumé Extrait Résumé des informations

In eine Zeit, in der der Deutsche Presserat ein wenig mehr ans Licht der Öffentlichkeit tritt, als er es sonst zu tun scheint, fällt auch eine seiner wohl herbsten Niederlagen. Im vergangenen Jahr feierte das Selbstkontrollgremium sein 50-jähriges Bestehen1, begleitet von Glückwünschen verschiedenster Seiten, Medien, Justiz, Politik. Überflüssig ist der Rat noch lange nicht; die Frage, ob sich ethisches Handeln nicht längst im Bewusstsein der Journalisten und Verleger verankert hat, lässt sich mit einem Blick auf deren tagtägliche Arbeit schnell verneinen. Nun muss der Presserat dennoch um seine Position bangen – und zwar aus ganz anderen Gründen, für ihn weitaus weniger wünschenswerten. Im Juni 2007 entschied das Landgericht Frankfurt am Main, dass das Gremium eine Rüge gegen die Zeitschrift Öko-Test nicht weiter verbreiten darf. Grund der Maßnahme war ein Test im „Öko-Test-Jahrbuch Kleinkinder“ gewesen, dem der Presserat eine mangelhafte journalistische Sorgfaltspflicht attestierte. Zu Unrecht, wie die Richter nun urteilten.2
Der Presserat hatte sich mit dem betroffenen Verlag schon einmal vor Gericht getroffen, um eine Maßnahme zu diskutieren3. Damals bekräftigte das Oberlandesgericht Köln noch, die Klage von Öko-Test gegen eine Missbilligung sei schon deshalb unbegründet gewesen, weil es sich bei den Bewertungen des Beschwerdeausschusses offensichtlich und inhaltlich um eine Meinungsäußerung handele. Diesmal folgte das Landgericht Frankfurt nicht der Ansicht des Presserats, der seine presseethischen Bewertungen selbst als nicht justiziabel bezeichnete. Als vereinsinterne Entscheidungen seien diese auch nicht durch ordentliche Gerichte überprüfbar. 4 Lutz Tillmanns, Geschäftsführer des Presserats, sagte, das Gericht habe die Rüge wohl als Tatsachenbehauptung gesehen und in Folge dessen strenge presserechtliche Maßstäbe angelegt.5 Der Rat legte Rechtsmittel ein – handelte es sich doch um das erste Urteil gegen ihn seit fast 50 Jahren. Wie das Gremium in Zukunft bewertet und handlungsfähig sein wird, dürfte nicht zuletzt von einer endgültigen Entscheidung in diesem Fall abhängen.

Extrait


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung: Der Presserat zwischen Lob und Tadel

2 Notwendigkeit einer Selbstkontrolle

3 Wichtige Meilensteine von der Gründung bis heute

4 Aufgaben, Ziele und Organisation des Presserats

5 Der Pressekodex

6 Beschwerdeverfahren und Sanktionen

7 Statistik der Beschwerden und Maßnahmen

8 Fallbeispiele aus der Praxis

9 Kritik und Verbesserungsvorschläge

10 Fazit: Nötig, aber verbesserungswürdig

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Seminararbeit befasst sich mit der Rolle und Funktionsweise des Deutschen Presserats als Organ der freiwilligen Selbstkontrolle. Ziel ist es, die Organisationsstruktur, das Beschwerdeverfahren sowie die Wirksamkeit des Pressekodex zu analysieren und kritisch zu hinterfragen, inwieweit das Gremium den Anforderungen an eine effektive presserechtliche Instanz gerecht wird.

  • Historische Entwicklung und Gründung des Deutschen Presserats
  • Die Funktion und Anwendbarkeit des Pressekodex als berufsethischer Leitfaden
  • Prozess der Beschwerdebearbeitung und angewandte Sanktionsmöglichkeiten
  • Analyse aktueller Fallbeispiele aus der journalistischen Praxis
  • Kritische Auseinandersetzung mit Unabhängigkeit, Transparenz und Sanktionsgewalt

Auszug aus dem Buch

8 Fallbeispiele aus der Praxis

Dass es für diese Zielsetzung reichlich Handlungsbedarf gibt, wird nicht nur dem interessierten Leser bei einem Blick in die alltägliche Blättervielfalt deutlich. Unter den immer mehr werdenden Beschwerden, die in einem der Ausschüsse behandelt werden, finden sich besonders viele Fälle von Schleichwerbung – anscheinend ein wachsendes Problem der Presse. Sei es nun in eher versteckter Form oder ziemlich offensichtlich: Der Presserat muss zunehmend über die Vermischung von Werbung und redaktionellen Teilen urteilen. Beispielsweise hob die Studentenzeitschrift Audimax in einem Bericht über Download-Möglichkeiten für Handys einen von mehreren Anbietern ganz besonders hervor. In den Formulierungen wurde kaum um den heißen Brei herumgeredet: „Ist ne feine Sache, das Angebot von…Surf doch mal hin, das lohnt sich.“

Dass ohne ein bestimmtes Getränk „nichts gehe“ und selbiges gute Laune mitbringe, war 2005 in der Jugendzeitschrift Bravo als Zitat der Band Tokio Hotel zu lesen. So weit, so vielleicht noch akzeptabel. Doch die Redaktion erwähnte den Energy-Drink zusätzlich als eigene Aussage und zeigte ihn auf zwei Fotos. Die Beschwerdeführerin vermutete, dass die Marke ganz bewusst gegen Bezahlung in der Zeitschrift erschienen sei, schließlich werde für das Getränk des Öfteren in Bravo geworben. Die Bravo-Rechtsabteilung widersprach den Vorwürfen. Der Drink sei „Teil des realen Alltags und der selbst gewählten Außendarstellung der Künstler“. Dennoch entschied sich der Presserat, gegen das Medium eine öffentliche Rüge auszusprechen: Ziffer 7 des Kodex sei eindeutig verletzt worden. Der Ausschuss habe sich die Frage gestellt, ob und in welchem Ausmaß die Nennung des Getränks notwendig gewesen sei. Durch die Häufung einschlägiger Formulierungen und zwei Bilder sei ein eindeutiger Werbeeffekt entstanden. Ob Geld geflossen sei oder nicht, spiele für die Rüge keine Rolle.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Der Presserat zwischen Lob und Tadel: Die Einleitung beleuchtet den aktuellen Stand des Presserats im Kontext einer juristischen Auseinandersetzung und führt in die Fragestellung der Arbeit ein.

2 Notwendigkeit einer Selbstkontrolle: Dieses Kapitel erörtert die theoretische Notwendigkeit einer freiwilligen Selbstkontrolle, um staatliche Zensur zu vermeiden und ethische Standards zu wahren.

3 Wichtige Meilensteine von der Gründung bis heute: Es wird die historische Entstehung des Presserats im Jahr 1956 sowie dessen Weiterentwicklung durch wichtige Meilensteine wie den Pressekodex skizziert.

4 Aufgaben, Ziele und Organisation des Presserats: Das Kapitel erläutert die Zielsetzung der Lobbyarbeit für Pressefreiheit sowie den organisatorischen Aufbau des Gremiums.

5 Der Pressekodex: Hier wird der Pressekodex als ethischer Leitfaden vorgestellt, der journalistische Grundsätze definiert und in verschiedene Kategorien unterteilt.

6 Beschwerdeverfahren und Sanktionen: Dieser Teil beschreibt den konkreten Ablauf von der Beschwerdeeinreichung bis hin zur möglichen Sanktionierung durch den Presserat.

7 Statistik der Beschwerden und Maßnahmen: Anhand statistischer Daten wird die Entwicklung des Beschwerdeaufkommens und die Verteilung der verschiedenen Maßnahmen dargestellt.

8 Fallbeispiele aus der Praxis: An konkreten Fällen wie Schleichwerbung oder sensiblen Berichterstattungen wird die praktische Anwendung des Kodex verdeutlicht.

9 Kritik und Verbesserungsvorschläge: Es werden die häufig geäußerten Kritikpunkte an der fehlenden Sanktionsgewalt und Transparenz diskutiert sowie Reformvorschläge unterbreitet.

10 Fazit: Nötig, aber verbesserungswürdig: Das Fazit fasst die Bedeutung des Presserats für die Pressefreiheit zusammen und betont die Notwendigkeit kontinuierlicher Reformen.

Schlüsselwörter

Deutscher Presserat, Selbstkontrolle, Pressekodex, Pressefreiheit, Beschwerdeverfahren, journalistische Ethik, Schleichwerbung, Redaktionsdatenschutz, Medienrecht, Sanktionen, Rüge, Menschenwürde, Sorgfaltspflicht, Transparenz, Medienkritik.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit primär?

Die Arbeit untersucht den Deutschen Presserat als Institution der freiwilligen Selbstkontrolle, seine Geschichte, seine Arbeitsweise und seinen Einfluss auf den Journalismus in Deutschland.

Welche zentralen Themenfelder behandelt die Arbeit?

Die Arbeit beleuchtet die Notwendigkeit der Selbstregulierung, den Pressekodex, das Beschwerdeverfahren, die statistische Relevanz von Beschwerden und die medienethische Kritik am System.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist eine möglichst umfassende Beschreibung des Presserats hinsichtlich seiner Struktur, Aufgaben und Wirkungsweise sowie eine kritische Bewertung seiner Reformbedürftigkeit.

Welche wissenschaftliche Methode wird in der Arbeit verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse sowie der Auswertung von Dokumenten und Entscheidungen des Presserats, ergänzt durch die Analyse von Fallbeispielen aus der Medienpraxis.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung der Historie, der organisatorischen Struktur, der inhaltlichen Arbeit mit dem Pressekodex und der praktischen Anwendung des Beschwerde- und Sanktionswesens.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren diese Arbeit?

Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Presserat, Selbstkontrolle, journalistische Ethik, Beschwerdeverfahren und Medienverantwortung charakterisieren.

Wie steht der Presserat zu den Vorwürfen der Schleichwerbung?

Der Presserat betrachtet die Vermischung von Werbung und redaktionellem Inhalt zunehmend kritisch und spricht bei Verstößen gegen das Trennungsgebot (Ziffer 7 des Kodex) Rügen aus.

Warum wird der Presserat oft als "zahnloser Tiger" bezeichnet?

Diese Metapher wird von Kritikern genutzt, da der Presserat als freiwilliges Organ keine rechtsverbindliche Macht besitzt, seine Beschlüsse durchzusetzen, und somit über begrenzte Sanktionsmöglichkeiten verfügt.

Inwiefern beeinflussten reale Ereignisse wie die "Spiegel-Affäre" die Arbeit des Presserats?

Solche Ereignisse dienten als Anstoß für den Presserat, mit Stellungnahmen und Warnungen zum Schutz der Pressefreiheit aktiv zu werden und die Relevanz eines fairen Journalismus zu unterstreichen.

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Résumé des informations

Titre
Der Deutsche Presserat
Université
Catholic University Eichstätt-Ingolstadt
Cours
Medienrecht
Note
1,0
Auteur
Kathrin Löther (Auteur)
Année de publication
2007
Pages
18
N° de catalogue
V85636
ISBN (ebook)
9783638003490
ISBN (Livre)
9783638911368
Langue
allemand
mots-clé
Deutsche Presserat Medienrecht
Sécurité des produits
GRIN Publishing GmbH
Citation du texte
Kathrin Löther (Auteur), 2007, Der Deutsche Presserat, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/85636
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Extrait de  18  pages
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