In der Europäischen Union hatte die ernsthafte Auseinandersetzung mit CSR auf dem Gipfel in Lissabon im Jahre 2000 begonnen. Seither beschäftigt sich vor allem die Europäi-sche Kommission mit der Förderung der CSR und der Schaffung eines CSR-Rahmens inner-halb Europas. Auf das Grünbuch zu CSR aus dem Jahr 2001 folgten zwei Mitteilungen der Kommission von 2002 und 2006. In diesen Dokumenten hat die Kommission die zentralen Aspekte des Konzepts vorgestellt.
Inhaltsverzeichnis
Einleitung
I. Das Konzept der sozialen Verantwortung der Unternehmen
1. Definition
2. Historische Entwicklung
3. Merkmale der CSR
a) Die drei Säulen von CSR: Ökonomie, Soziales und Ökologie
b) Stakeholderdialog
c) Generationen der CSR
d) Schaffung eines Mehrwerts
II. CSR als Politikbereich der Europäischen Union
1. Beginn der Beschäftigung mit CSR in der EU
2. Das Grünbuch zu CSR
a) Definition
b) Positive Effekte durch CSR
c) CSR im wirtschaftlichen und politischen Kontext
d) Unternehmensinterne und -externe Dimension
e) Ganzheitliche Sicht der CSR
f) Konsultationsverfahren
3. Reaktionen auf das Grünbuch
4. Die Mitteilung aus dem Jahr 2002
5. Das Europäische Multistakeholderforum zu CSR
6. Die Mitteilung aus dem Jahr 2006 und das Europäische Bündnis für CSR
a) Die Mitteilung von 2006
b) Das Europäische Bündnis für soziale Verantwortung der Unternehmen
7. Reviewtreffen des Europäischen Multistakeholderforums
8. Schwerpunkte der Generaldirektionen der Kommission
Schlusswort
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die Entwicklung und die theoretischen Grundlagen des Konzepts der "Corporate Social Responsibility" (CSR) im Kontext der Europäischen Union. Dabei steht die Forschungsfrage im Mittelpunkt, wie die Europäische Kommission das freiwillige Engagement von Unternehmen für soziale und ökologische Belange fördert und welche institutionellen Strukturen sowie politischen Rahmenbedingungen für eine nachhaltige Unternehmensführung auf europäischer Ebene geschaffen wurden.
- Grundkonzepte und Definitionen von Corporate Social Responsibility
- Historische Entwicklung und Treiber der CSR-Debatte
- Die Rolle der EU-Politik und Kommission bei der CSR-Implementierung
- Stakeholder-Management und das Drei-Säulen-Modell der Nachhaltigkeit
- Kritische Analyse des europäischen Multistakeholder-Ansatzes
Auszug aus dem Buch
1. Definition
Lange Zeit wurden insbesondere Begriffe wie Charity oder Philanthropie für die Umschreibung der sozialen Aktivitäten von Unternehmen benutzt. In den 70er Jahren des letzten Jahrhunderts tauchte dann der Begriff CSR auf, der erst in den 90er Jahren aufgrund von Skandalen großer multinationaler Unternehmen wie Nike und Nestlé gebräuchlicher wurde. Vor allem der Vertrauensverlust der Bürger in die Unternehmen begründete die Verpflichtung der Unternehmen, CSR bei ihrer Geschäftstätigkeit ernst zu nehmen.
Das moderne Verständnis von CSR ist stark mit dem globalen Anspruch der nachhaltigen Entwicklung verknüpft und dient der Förderung dieses Konzepts. Eine allgemein anerkannte Definition der nachhaltigen Entwicklung findet sich im sog. Brundtland-Bericht des United Nations World Committee on Environment and Development aus dem Jahr 1987: „Sustainable development is development that meets the needs of the present without compromising the ability of future generations to meet their own needs“.
Zusammenfassung der Kapitel
Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die steigende Bedeutung von CSR für moderne Konzernmanager und politische Entscheidungsträger als integralen Bestandteil einer erfolgreichen Unternehmensführung.
I. Das Konzept der sozialen Verantwortung der Unternehmen: Dieses Kapitel definiert CSR, erläutert dessen historische Genese sowie die zentralen Merkmale wie das Drei-Säulen-Modell und den Stakeholder-Dialog.
II. CSR als Politikbereich der Europäischen Union: Dieser Abschnitt analysiert den offiziellen EU-Rahmen für CSR, beginnend mit dem Grünbuch von 2001 bis hin zur Mitteilung von 2006 und der Rolle der verschiedenen Generaldirektionen.
Schlusswort: Das Schlusswort kritisiert die zunehmende Tendenz der Kommission, Verantwortung auf unternehmensnahe Bündnisse zu übertragen und das freiwillige Engagement ohne verpflichtende Standards zu belassen.
Schlüsselwörter
Corporate Social Responsibility, CSR, Europäische Union, Europäische Kommission, Stakeholder, Nachhaltigkeit, Grünbuch, Nachhaltige Entwicklung, Unternehmensführung, Stakeholderdialog, Multistakeholderforum, Europäisches Bündnis, Wirtschafts- und Sozialpolitik, Risikomanagement, Freiwilligkeit.
Häufig gestellte Fragen
Was ist das zentrale Thema der Arbeit?
Die Arbeit befasst sich mit der Entwicklung, den Definitionen und den politischen Rahmenbedingungen für Corporate Social Responsibility (CSR) innerhalb der Europäischen Union.
Welche Themenfelder sind für CSR besonders wichtig?
Im Zentrum stehen die ökonomische, soziale und ökologische Dimension unternehmerischen Handelns sowie die Einbindung verschiedener Stakeholder-Gruppen.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es, aufzuzeigen, wie die EU versucht, Unternehmen zu einer freiwilligen Übernahme gesellschaftlicher Verantwortung zu motivieren, um zur Lissabon-Strategie und nachhaltigen Entwicklung beizutragen.
Welche wissenschaftliche Methode liegt der Arbeit zugrunde?
Die Arbeit folgt einer politikwissenschaftlichen und konzeptionellen Analyse, die offizielle EU-Dokumente wie Mitteilungen der Kommission und Berichte des Multistakeholderforums auswertet.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Fundierung des CSR-Begriffs und eine detaillierte Aufarbeitung der europäischen CSR-Politik seit dem Jahr 2000.
Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit am besten?
Zu den prägenden Begriffen gehören Nachhaltigkeit, Stakeholder-Dialog, freiwillige Verpflichtung, das Grünbuch der Kommission und das Drei-Säulen-Modell.
Wie bewertet der Autor den Wandel der EU-CSR-Politik seit 2006?
Der Autor steht dieser Entwicklung kritisch gegenüber, da er eine Schwächung der Rolle der Kommission und eine zu starke Ausrichtung auf unternehmensnahe, unverbindliche Bündnisse wahrnimmt.
Welche Rolle spielt das "Europäische Multistakeholderforum" in der CSR-Politik?
Das Forum fungierte als Diskussionsplattform zur Einbindung von Unternehmen und Zivilgesellschaft, wird vom Autor jedoch im Hinblick auf seine unternehmensnahe Auslegung und mangelnde Durchsetzungskraft gegenüber NGO-Forderungen kritisiert.
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- Dr. Gerald G. Sander (Author), 2007, Entwicklung und Grundlagen der sozialen Verantwortung der Unternehmen in der Europäischen Union, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/85662