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William Lamormaini - Gläubiger jesuitischer Beichtvater oder politischer Berater?

Title: William Lamormaini - Gläubiger jesuitischer Beichtvater oder politischer Berater?

Seminar Paper , 2007 , 17 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Michael Gamperl (Author)

History of Europe - Modern Times, Absolutism, Industrialization
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Summary Excerpt Details

Diese Arbeit beschäftigt sich denn auch mit einem bedeutsamen Beichtvater. Es ist dies der Jesuitenpater William Lamormaini, der während des Dreißigjährigen Krieges Beichtvater von Kaiser Ferdinand II. war. Es soll der Einfluss von Lamormaini auf den habsburgischen Kaiser Ferdinand II. beleuchtet werden. War der Jesuit ein einfacher, tief im Glauben verhafteter, Beichtvater oder wirkte er mit politischem Kalkül auf seinen Herrscher ein? Dies soll anhand der Untersuchung einzelner zu Ferdinand II. in Relation stehenden Themenfeldern aufgeschlüsselt werden.
Allgemein ist die Regierungszeit von Ferdinand II. durch den Dreißigjährigen Krieg geprägt. Der Dreißigjährige Krieg dauerte von 1618 bis 1648. Nach seinem örtlich begrenzten Beginn in Böhmen entwickelte er sich zu einem Krieg, in welchem fast alle Völker Europas verwickelt waren. Die Streitfragen dieses Krieges waren zum einen in den religiösen Gegensätzen zwischen Katholiken und Protestanten und zum anderen in den offenen Fragen der Reichsverfassung zu finden. Beendet wurde der Dreißigjährige Krieg mit dem Westfälischen Frieden von 1648. Mit diesem gingen eine neue Art von Religionsfrieden für das Reich und tiefgreifende Veränderungen der Verfassungsverhältnisse einher.
Es handelt sich um ein Thema mit religiöser Akzentuierung, wodurch es gerade dem heutigen Leser oftmals Mühe bereiten wird, sich in den Gemütszustand der damals handelnden Akteure hineinzuversetzen. Dies ist auch der Grund warum bei der Anfertigung dieser Arbeit weitgehend auf Quellen verzichtet wurde, da diese oft den religiösen Eifer der Zeit wiederspiegeln.
Eine Grundlage für diese Arbeit bilden zwei Bücher von Robert Bireley , welche sich zum einen mit dem allgemeinen jesuitischen Einfluss im Dreißigjährigen Krieg und zum anderen mit der speziellen Beziehung zwischen Lamormaini und Ferdinand II. beschäftigen. Bireley betrachtete in seinem Gesamtwerk hauptsächlich den Einfluss des Religiösen zur Zeit des 16. und 17. Jahrhundert. Robert Bireley gehört dem Jesuitenorden an und lehrt an der Loyola Universität von Chicago. Weiterhin ist das Buch von Johann Franzl zu nennen, der das Leben von Ferdinand II. autobiographisch darstellt.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. William Lamormaini und Ferdinand II.

3. Das persönliche Verhältnis zwischen Kaiser und Beichtvater

4. William Lamormainis Einfluss auf die Politik Ferdinands II.

4.1 Die Aussenpolitik mit Spanien und Frankreich

4.2 Das Restitutionsedikt

4.3 Der Feldherr Wallenstein

5. Schlussbetrachtung

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht die Rolle des Jesuitenpaters William Lamormaini als Beichtvater von Kaiser Ferdinand II. während des Dreißigjährigen Krieges, um zu klären, ob er lediglich eine geistliche Funktion ausübte oder als politischer Berater maßgeblichen Einfluss auf das kaiserliche Handeln nahm.

  • Die Beziehung und Kommunikation zwischen dem Kaiser und seinem Beichtvater.
  • Einflussnahme Lamormainis auf die Außenpolitik gegenüber Spanien und Frankreich.
  • Die Rolle des Paters bei der Initiierung und Durchsetzung des Restitutionsediktes.
  • Der Anteil Lamormainis an den politischen Entscheidungen bezüglich Wallenstein.
  • Die Charakterisierung Lamormainis als vormoderner Sicherheitsberater.

Auszug aus dem Buch

4.1 Die Außenpolitik mit Spanien und Frankreich

Elementar für die Beziehungen zwischen Lamormaini und Spanien war der Konflikt um die Erbfolge in Mantua. Die spanische Seite hätte sich ein entschiedenes Eingreifen zugunsten ihrer Interessen gewünscht, denn immerhin stand Ferdinand II. dem spanischen König Philip IV. schon aus verwandtschaftlichen Gründen näher als den Franzosen. Lamormaini erklärte hierbei seinem Kaiser, dass ein Eingreifen in diesen Konflikt auch stets durch das göttliche Recht gerechtfertigt sein müsste, was aber nicht der Fall sei wenn sich die katholischen Mächte gegenseitig befehdeten. Man hätte sich vielmehr gegen die Häretiker zu wenden welche die Restauration des katholischen Glaubens hintertreiben würden. Lamormaini hatte mit seinen Einwänden bei Ferdinand II. Erfolg, denn dieser unterließ es zunächst eine Entscheidung zu fällen oder sogar Truppen nach Mantua zu senden. Dadurch zog sich Lamormaini wilden Zorn aus Spanien zu: „Ein Kleriker sollte beten und sich nicht in Angelegenheiten dieser Art einmischen.“ Einer der führenden Minister Spaniens, Olivares, kritisierte Lamormaini öffentlich, Politik gegen den König von Spanien zu betreiben, was der Pater jedoch unter dem generellen Verweis auf die Einheit der Katholiken zurückzuweisen wusste. Selbst nachdem Ferdinand II. aus machttaktischen Gründen gezwungen war, doch Truppen nach Mantua zu schicken, hoffte der Beichtvater immer noch auf eine Vermeidung der Konfrontation zwischen den katholischen Mächten. Weiterhin hatte ja das Restitutionsedikt im Heiligen Römischen Reich durchgesetzt zu werden.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Gründung des Jesuitenordens ein, erläutert die Bedeutung der Beichtpraxis für die Jesuiten und skizziert die Forschungsfrage zur politischen Rolle von William Lamormaini am Hofe Ferdinands II.

2. William Lamormaini und Ferdinand II.: Dieses Kapitel beleuchtet den Lebensweg von William Lamormaini und dessen erste Kontakte zum Prinzen Ferdinand sowie die Hintergründe der frühen religiösen Erziehung des Kaisers.

3. Das persönliche Verhältnis zwischen Kaiser und Beichtvater: Der Text beschreibt die Dynamik und die Zielsetzungen der Beziehung zwischen dem Kaiser und seinem Beichtvater sowie die unterschiedliche Bewertung dieser Beziehung in der Fachliteratur.

4. William Lamormainis Einfluss auf die Politik Ferdinands II.: Dieser Hauptteil analysiert das Wirken Lamormainis in den kritischen Feldern der Außenpolitik, der Durchsetzung religiöser Edikte und im Umgang mit dem Feldherrn Wallenstein.

4.1 Die Aussenpolitik mit Spanien und Frankreich: Das Unterkapitel untersucht die Einmischung Lamormainis in den Mantua-Konflikt und seine Bemühungen um eine katholische Allianz, wobei er oft in Interessenkonflikte mit den spanischen Gesandten geriet.

4.2 Das Restitutionsedikt: Hier wird Lamormainis Rolle als treibende Kraft bei der Unterstützung des Restitutionsediktes dargelegt, wobei sein anfänglicher politischer Kalkül zunehmend religiösem Eifer wich.

4.3 Der Feldherr Wallenstein: Dieses Kapitel thematisiert die zwiespältige Beziehung zwischen dem Jesuiten und Wallenstein, die schließlich in Lamormainis entscheidender Unterstützung für die Absetzung des Feldherrn mündete.

5. Schlussbetrachtung: Das Fazit fasst zusammen, dass Lamormaini weit mehr als ein einfacher Beichtvater war und als vormoderner nationaler Sicherheitsberater des Kaisers agierte.

Schlüsselwörter

William Lamormaini, Kaiser Ferdinand II., Dreißigjähriger Krieg, Jesuiten, Beichtvater, Gegenreformation, Restitutionsedikt, Außenpolitik, Albrecht von Wallenstein, Religiöser Eifer, Machtpolitik, Politische Beratung, Katholisches Reich, Konfessionelles Zeitalter, Sicherheitsberater

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Hausarbeit befasst sich mit der Person des Jesuitenpaters William Lamormaini und dessen Rolle als Beichtvater von Kaiser Ferdinand II. während des Dreißigjährigen Krieges.

Welche zentralen Themenfelder behandelt die Studie?

Die zentralen Themen sind das persönliche Verhältnis zwischen Kaiser und Beichtvater, die kaiserliche Außenpolitik gegenüber Frankreich und Spanien, die Umsetzung des Restitutionsediktes sowie die Entlassung und Ermordung des Feldherrn Wallenstein.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, die Forschungsfrage zu beantworten, ob Lamormaini lediglich eine geistliche Rolle erfüllte oder ob er aktiv als politischer Berater Einfluss auf die Entscheidungen des Kaisers nahm.

Welche wissenschaftliche Methode kommt zur Anwendung?

Die Arbeit basiert auf einer Quellen- und Literaturanalyse, wobei insbesondere die Werke von Robert Bireley und Johann Franzl herangezogen werden, um die historische Rolle Lamormainis einzuordnen.

Was steht im Hauptteil der Arbeit im Mittelpunkt?

Der Hauptteil konzentriert sich auf die spezifischen Einflussnahmen Lamormainis in den drei Bereichen: Außenpolitik, Restitutionsedikt und die Causa Wallenstein.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Schlüsselbegriffe sind unter anderem Gegenreformation, politischer Katholizismus, Machtfülle des Beichtvaters sowie der Übergang von kalkuliertem politischen Handeln zu religiös motiviertem Eifer.

Wie bewertet der Autor Lamormainis Rolle am Hofe?

Der Autor kommt zu dem Schluss, dass Lamormaini als ein "vormoderner nationaler Sicherheitsberater" bezeichnet werden kann, da er maßgeblichen Anteil an politischen und militärischen Entscheidungen hatte.

Warum war das Verhältnis zu Spanien so schwierig?

Das Verhältnis war durch den Konflikt um die Erbfolge in Mantua belastet, da Lamormaini den Kaiser vor einem Eingreifen warnte, um die Einheit der katholischen Mächte nicht zu gefährden, was in Madrid auf scharfe Kritik stieß.

Was war der entscheidende Grund für den Machtverlust Lamormainis?

Mit der Aussetzung des Restitutionsediktes im Frieden zu Prag 1635 verloren religiös motivierte Regierungsweisen an Bedeutung, wodurch Lamormainis Vision einer katholischen Restauration scheiterte und er politisch in den Hintergrund trat.

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Details

Title
William Lamormaini - Gläubiger jesuitischer Beichtvater oder politischer Berater?
College
Helmut Schmidt University - University of the Federal Armed Forces Hamburg  (Geschichte )
Course
Der Dreißigjährige Krieg
Grade
1,3
Author
Michael Gamperl (Author)
Publication Year
2007
Pages
17
Catalog Number
V85755
ISBN (eBook)
9783638008327
ISBN (Book)
9783640481811
Language
German
Tags
William Lamormaini Gläubiger Beichtvater Berater
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Michael Gamperl (Author), 2007, William Lamormaini - Gläubiger jesuitischer Beichtvater oder politischer Berater?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/85755
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