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Betrachtungen zum ontologischen Gottesbeweis von Anselm von Canterbury und dessen kritische Rezeption bei Kant

„...wenn mir jemand in Wirklichkeit oder auch nur in Gedanken etwas findet außer dem ,worüber hinaus größeres nicht gedacht werden kann’, worauf sich die Logik dieses meines Arguments anwenden ließe...“

Title: Betrachtungen zum ontologischen Gottesbeweis von Anselm von Canterbury und dessen kritische Rezeption bei Kant

Term Paper , 2007 , 16 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Michael Dathe (Author)

Philosophy - Theoretical (Realisation, Science, Logic, Language)
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1. Einleitung
Die Thematik „Gottesbeweise“ zieht eine Vielzahl an Fragen und Problematiken nach sich, welche eine vertiefende Bearbeitung dieser erschweren. Die vorliegende Arbeit stellt einen Versuch dar, sich mit einem der Gottesbeweise, nämlich dem von Immanuel Kant als „ontologischen Gottesbeweis“ bezeichneten, auseinander zu setzen.
Dabei wird zunächst der Begriff „Gottesbeweis“ definiert und anschließend der wohl bekannteste unter ihnen, der „ontologische Gottesbeweis“ bzw. das so genannte „anselmianische Argument“ mit seiner Geschichte vorgestellt. Wie der Name schon sagt, ist dieser auf Anselm von Canterbury zurückzuführen.
Zuletzt folgt ein Einblick in die Kritik Kants bezüglich des ontologischen Gottesbeweises.
Die Auswahl der beiden Philosophen unter der Vielzahl derer, die sich mit dem ontologischen Gottesbeweis beschäftigten, begründet sich auf ihre Stellung, die sie ihm bezüglich einnehmen: Anselm von Canterbury als Begründer und Immanuel Kant als schärfster Kritiker und gleichzeitig Über¬winder desselben.
Zunächst aber muss an dieser Stelle kurz auf grundsätzliche Probleme der Thematik eingegangen werden. Die Gottesbeweise an sich grenzen an zwei große Disziplinen. Zum Einen an die Theologie und die zum Anderen an die Philosophie. Am unproblematischsten lassen sie sich wohl in den Bereich der Religionsphilosophie einordnen, der philosophischen Disziplin, welche „[t]rotz aller damit verbundenen Vorbehalte [...] eine mehr oder minder reflektierte Unterscheidung zwischen dem religiösen Vollzug einerseits und der menschlichen Vernunft andererseits“ voraussetzt und sich mit diesem „religiösen Vollzug“ eben auf Basis „der menschlichen Vernunft“ auseinandersetzt.
Des Weiteren hat die uralte Frage nach Gott und somit die Suche nach Gottesbeweisen besonders durch die Aufklärung an Bedeutung verloren. Sie zählt nicht mehr zu den existentiellen Fragen der Menschheit, aber sie steht trotzdem nach wie vor im Interesse der Geisteswissenschaften. Gerade der ontologische Beweis hat innerhalb seiner bald tausendjährigen Existenz zahlreiche Angriffe und Kritiken überdauert und geriet niemals endgültig ins Abseits. Auch heute setzen sich immer wieder Religionsphilosophen mit ihm auseinander. Aus diesem Grund erscheint eine nähere Auseinandersetzung mit dem ontologischen Gottesbeweis im Rahmen einer Hausarbeit als eine durchaus interessante Herausforderung.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Zum Begriff „Gottesbeweis“

3. Der ontologische Gottesbeweis nach Anselm von Canterbury

3.1 Zur Person Anselm von Canterbury

3.2 Der ontologische Gottesbeweis

3.2.1 Zur Entstehung des Gottesbeweises

3.2.2 Gottesbeweise in der Schrift „Monologion“

3.2.3 Der Gottesbeweis in der Schrift „Proslogion“

3.3 Zur Rezeption des ontologischen Gottesbeweises

4. Immanuel Kants Kritik am ontologischen Gottesbeweis

4.1 Zur Person Immanuel Kants

4.2 Kants Kritik

5. Zusammenfassung

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Die vorliegende Arbeit zielt darauf ab, den ontologischen Gottesbeweis sowie dessen historische Entwicklung und die anschließende kritische Auseinandersetzung durch Immanuel Kant zu beleuchten. Dabei wird untersucht, inwiefern sich das anselmianische Argument logisch rekonstruieren lässt und warum es trotz Kants weitreichender Kritik bis heute Gegenstand religionsphilosophischer Debatten bleibt.

  • Begriffsbestimmung und historische Einordnung von Gottesbeweisen.
  • Analyse des anselmianischen Arguments in den Schriften „Monologion“ und „Proslogion“.
  • Kritische Würdigung der Rezeptionsgeschichte des ontologischen Beweises.
  • Untersuchung der Kantischen Kritik und deren Bedeutung für die Metaphysik.
  • Erörterung der Rolle der menschlichen Vernunft in der Religionsphilosophie.

Auszug aus dem Buch

3.2.3 Der Gottesbeweis in der Schrift „Proslogion“

Die Schrift „Proslogion“ wurde von Anselm von Canterbury in einer ungewöhnlichen Form verfasst. Sowohl zu Beginn als auch am Schluss findet man eine dialogische Passage vor, genauer gesagt einen Dialog zwischen Mensch und Gott. Diese Gebete, die den Beweis für die Existenz Gottes umranden, stellen die oben beschriebene Unabhängigkeit des philosophischen Strebens vom Gottesglauben durchaus in Frage. Schließlich zählen Gebete zu einer der wichtigsten Formen der Glaubensausübung. Allerdings unterstützen sie die These, dass es Anselm nicht darum ging, sich selbst von der Existenz Gottes zu überzeugen.

Ohne ein Vertrauen auf dessen Vorhandensein hätte er kaum ausgerechnet Gebete als Klammer für seinen Beweis genutzt. Der Beweis an sich zeichnet vor allem durch seine Einfachheit aus. Kennt man die oben beschriebenen Vorgedanken Anselms, ist er simpel zu begreifen. Aus den bekannten Beweisen leitet Anselm im „Proslogion“ seinen Gottesbegriff ab, den er in keinem Moment in Frage stellt. Gott ist für ihn etwas, dass geglaubt wird, „etwas, über dem nichts Größeres gedacht werden kann.“ Anselm geht in seiner Schrift von Gläubigen und Ungläubigen, die er als „Tor“ bezeichnet, aus. Der Tor ist laut Anselm durchaus in der Lage seine Worte zu verstehen: „So wird also auch der Tor überführt, dass wenigstens im Verstande etwas ist, über dem nichts Größeres gedacht werden kann, weil er das versteht, wenn er es hört und was immer verstanden wird, ist im Verstande.“ Zu einem Streit zwischen dem Gläubigen und dem Ungläubigen bezüglich des Gottesbegriffes kommt es nicht. Dieser unbestrittene Begriff bildet die Grundlage für den Beweis, dass Gott existieren muss. Die Existenz ist quasi im Gottesbegriff enthalten.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Thematik der Gottesbeweise ein und begründet die Auswahl von Anselm von Canterbury und Immanuel Kant als zentrale Gegenpole der Arbeit.

2. Zum Begriff „Gottesbeweis“: Hier werden die methodischen Grundlagen für Gottesbeweise sowie die Unterscheidung zwischen a priori und a posteriori Ansätzen im Kontext der Religionsgeschichte erläutert.

3. Der ontologische Gottesbeweis nach Anselm von Canterbury: Dieser Teil widmet sich der Biografie Anselms und analysiert den Aufbau seines ontologischen Gottesbeweises in den Werken Monologion und Proslogion sowie dessen erste Rezeptionsgeschichte.

4. Immanuel Kants Kritik am ontologischen Gottesbeweis: Dieses Kapitel stellt Kants philosophische Position dar und erläutert seine zentrale Kritik, insbesondere die Zurückweisung des Existenzbegriffs als Prädikat.

5. Zusammenfassung: Die Arbeit schließt mit einer Reflexion über die Bedeutung und die anhaltende Relevanz des ontologischen Beweises in der Philosophiegeschichte.

Schlüsselwörter

Gottesbeweis, Ontologie, Anselm von Canterbury, Immanuel Kant, Religionsphilosophie, Monologion, Proslogion, Vernunft, Metaphysik, Existenz, Prädikat, Scholastik, Glaube, Dialektik, Sein.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit behandelt den ontologischen Gottesbeweis, seine Begründung durch Anselm von Canterbury und die grundlegende Kritik daran durch Immanuel Kant.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Zentrale Themen sind die Philosophie des Mittelalters, die Aufklärung, das Verhältnis von Glaube und Vernunft sowie die erkenntnistheoretische Frage nach der Existenz Gottes.

Was ist die primäre Forschungsfrage des Dokuments?

Die Arbeit untersucht, wie Anselm von Canterbury den ontologischen Gottesbeweis konzipierte und warum Immanuel Kant diesen Entwurf als metaphysisch ungültig einstufte.

Welche wissenschaftliche Methode wird primär verwendet?

Es handelt sich um eine systematische philosophische Text- und Literaturanalyse, die zentrale historische Argumentationslinien vergleicht und kritisch einordnet.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung der anselmianischen Gottesbeweise (Monologion/Proslogion) und die detaillierte Analyse der Kantischen Kritik an der Struktur dieser Beweisführung.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die vorliegende Arbeit?

Die Arbeit lässt sich am besten mit Begriffen wie Ontologie, Gottesbeweis, Anselm von Canterbury, Kant, Metaphysik und Religionsphilosophie beschreiben.

Warum nutzt Anselm von Canterbury laut Autor Gebete im „Proslogion“?

Anselm nutzt Gebete, um den Rahmen für seinen Beweis zu bilden, was laut Autor unterstreicht, dass es ihm nicht um einen rein rationalen Überzeugungsversuch geht, sondern um die Erschließung einer bereits im Glauben feststehenden Gewissheit.

Was ist Kants Hauptkritikpunkt am ontologischen Gottesbeweis?

Kants Hauptkritikpunkt ist, dass Existenz kein reelles Prädikat ist; das bloße Denken eines vollkommenen Wesens impliziert nach Kant nicht dessen reale Existenz in der Welt.

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Details

Title
Betrachtungen zum ontologischen Gottesbeweis von Anselm von Canterbury und dessen kritische Rezeption bei Kant
Subtitle
„...wenn mir jemand in Wirklichkeit oder auch nur in Gedanken etwas findet außer dem ,worüber hinaus größeres nicht gedacht werden kann’, worauf sich die Logik dieses meines Arguments anwenden ließe...“
College
University of Potsdam  (Institut für Philosophie)
Course
Das Gute
Grade
1,3
Author
Michael Dathe (Author)
Publication Year
2007
Pages
16
Catalog Number
V85794
ISBN (eBook)
9783638008365
ISBN (Book)
9783638914239
Language
German
Tags
Betrachtungen Gottesbeweis Anselm Canterbury Rezeption Kant Gute Hausarbeit Essay wissenschaftliche Arbeit Religion Religionswissenschaft
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Michael Dathe (Author), 2007, Betrachtungen zum ontologischen Gottesbeweis von Anselm von Canterbury und dessen kritische Rezeption bei Kant, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/85794
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