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Die Perikopen vom Verlorenen

Eine historisch-kritische Exegese von Lukas 15, 1-32 und Lukas 19, 1-10

Title: Die Perikopen vom Verlorenen

Seminar Paper , 2006 , 44 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Judith Overbecke (Author)

Theology - Biblical Theology
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Summary Excerpt Details

Im Folgenden mache ich mir zur Aufgabe, die so bekannten Perikopen vom Verlorenen (Lk 15, Vom verlorenen Schaf, Von der Verlorenen Drachme, Vom verlorenen Sohn und Lk 19,1-10, Zachäus) historisch-kritisch zu untersuchen, also einmal anders zu beleuchten, als sie aus Grundschule und Kindergottesdienst bekannt sind.
In dieser Arbeit möchte ich die Zweiquellentheorie, die letztendlich auch nur Hypothese ist, zu Grunde legen. Sie besagt, dass das Markusevangelium sowohl Matthäus als auch Lukas als Quelle vorgelegen hat. Damit ist Markus das älteste Evangelium. Lukas und Matthäus haben zudem unabhängig voneinander die so genannte Logienquelle Q verwendet, die Markus unbekannt war. Außerdem haben Lukas und Matthäus so genanntes Sondergut benutzt, Überlieferungsstoff, der nur jeweils einem von ihnen vorgelegen hat.
Ich werde so vorgehen, dass ich die wesentlichen Methodenschritte der neutestamentlichen historisch-kritischen Exegese, Textkritik, Literarkritik, Formkritik und Redaktionskritik zuerst für Lukas 15, im Anschluss bezogen auf Lk 19,1-10 nacheinander abhandeln werde. Überschneidungen werden sich dabei allerdings nicht vermeiden lassen. Abschließend soll eine zusammen schauende Schlussbetrachtung vorgenommen werden. Am Anfang einer Exegese gilt es, die ursprüngliche Textgestalt oder die älteste erreichbare Textgestalt wiederherzustellen und eine Übersetzung des griechischen Textes vorzunehmen .
Dies soll hier vorerst anhand des 15. Kapitels des Lukasevangeliums geschehen.
Weil die Perikopen Vom verlorenen Schaf (VV 15, 4-7), Von der verlorenen Drachme (VV 15,9-10) und Vom verlorenen Sohn (VV 15, 11-32) mir aufgrund der Einleitung (VV 15,1-3), die die Situation beschreibt, in der alle drei Gleichnisse „gesprochen“ werden, als zusammenhängend erscheinen , werde ich sie hier nicht aufspalten, sondern zusammen mit ihrer Einleitung als Ganzes darstellen.
Bei meiner Überprüfung dieses Kapitels mit Hilfe des Textkritischen Apparates der 27. Auflage des Nestle-Aland schien mir aufgrund der Kriterien der Äußeren Textkritik, die, um die ursprüngliche Form eines Textes wiederzugewinnen, nach Alter, Qualität und Quantität der eine Textgestalt überliefernden Handschriften fragt, zunächst der im Nestle-Aland abgedruckte Text übernommen werden zu können, weil dieser den Text der besten und ältesten Zeugen darstellt.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Lukas 15, 1-32

2.1 Textkritik

2.1.1 Äußere Textkritik

2.1.2 Innere Textkritik

2.1.3 Ein weiteres Beispiel zur Textkritik

2.1.4 Die Übersetzung

2.2 Literarkritik

2.2.1 Einleitungsfragen

2.2.2 Kontext, Quellen und synoptischer Vergleich

2.2.3 Abgrenzung

2.2.4 Literarische Analyse

2.2.5 Gliederung

2.2.6 Wortfeldanalyse

2.3 Formkritik

2.3.1 Traditionsgeschichte

2.3.3 Rückfrage nach dem ursprünglichen Jesusgut, Funktion und Sitz im Leben

2.4 Redaktionskritik und Traditionskritik

2.4.1 Redaktion und Tradition von Lukas 15

2.4.2 Komposition und Intention des Lukas

3. Lukas 19, 1-10

3.1 Der Text

3.2 Literarkritik

3.2.1 Abgrenzung

3.2.3 Literarische Analyse

3.2.4 Einheitlichkeit

3.2.5 Gliederung:

3.2.6 Wortfeldanalyse

3.3 Tradition und Redaktion

3.4 Formkritik

3.4.1Gattungs- und Überlieferungsgeschichte, Sitz im Leben (und Redaktion)

3.5 Zur Besonderheit der Zachäusperikope

4. Abschließende Betrachtung

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Seminararbeit verfolgt das Ziel, die biblischen Perikopen vom Verlorenen (Lukas 15, 1-32) sowie die Zachäusperikope (Lukas 19, 1-10) einer tiefgehenden historisch-kritischen Exegese zu unterziehen, um deren theologische Intention im lukanischen Gesamtkontext zu erschließen.

  • Anwendung der historisch-kritischen Methode (Text-, Literatur-, Form- und Redaktionskritik)
  • Untersuchung der lukanischen Sondergutsüberlieferung und Komposition
  • Analyse der zentralen lukanischen Soteriologie und des Menschenbildes
  • Erarbeitung der apologetischen Funktion der Tischgemeinschaft Jesu mit Zöllnern und Sündern
  • Vergleich der Erzählstrukturen und deren Bedeutung für die Verkündigung

Auszug aus dem Buch

2.2.4 Literarische Analyse

Jetzt soll es darum gehen, die zu behandelnden Perikopen auf ihre Einheitlichkeit, ihre funktionale, grammatische und topikale Sequenz zu untersuchen. Ich beginne mit Kapitel 15.45

In 15,1 und 2 wird der situative Anlass geschildert, in dem die Gleichnisrede gesprochen wird. Handelndes Subjekt sind hier Zöllner und Sünder, die sich Jesus nähern mit der Intention, diesen zu hören. Daraufhin empören sich Pharisäer und Schriftgelehrte, die jetzt handelndes Subjekt sind. Sie geben in V. 2b in wörtlicher Rede den Grund dafür an, warum sie murren: „Dieser“, das handelnde Subjekt Jesus, praktiziert die Sünderannahme und die Tischgemeinschaft mit Sündern.

Es folgt die Reaktion Jesu: Er hält eine apologetische Rede an Pharisäer und Schriftgelehrte, die in V 3 eingeleitet wird: „Er sprach aber zu ihnen dieses Gleichnis und sprach“. Situation und Einleitung werden im Vergangenheitstempus geschildert, ab V 4 folgt das Präsens.

V 4 beginnt mit dem Interrogativpronomen „welcher“. Damit erhält dieser Abschnitt eine Frageform. Durch das „Welcher Mensch unter euch“, mit dem das Gleichnis beginnt, sind die Hörer direkt angesprochen, sie müssen das Gleichnis auf sich beziehen. Diese Eröffnung des Gleichnisses bringt also einen Subjektwechsel mit sich. Das jetzige handelnde Subjekt „Mensch“ ist aber so unbestimmt, dass die Identifikation mit diesem Subjekt für Hörer und Leser möglich wird46.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Darstellung des methodischen Vorgehens und Einbettung der Perikopen in die Zweiquellentheorie.

2. Lukas 15, 1-32: Historisch-kritische Exegese des Kapitels durch Text-, Literatur-, Form- und Redaktionskritik sowie Analyse des lukanischen Sonderguts.

3. Lukas 19, 1-10: Untersuchung der Zachäusperikope hinsichtlich Abgrenzung, Struktur und traditioneller vs. lukanischer Prägung.

4. Abschließende Betrachtung: Synthese der Ergebnisse, die Jesus als Heiland der Verlorenen und Randständigen sowie als Integrationsfigur für das Gottesvolk hervorhebt.

Schlüsselwörter

Lukas, Exegese, Verlorener Sohn, Zachäus, historisch-kritische Methode, Redaktionskritik, Sondergut, Tischgemeinschaft, Sünder, Umkehr, Bekehrung, Menschensohn, Heilsgeschichte, Gerechte, Gleichnisrede.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es grundsätzlich in dieser wissenschaftlichen Arbeit?

Die Arbeit untersucht historisch-kritisch die neutestamentlichen Texte Lukas 15, 1-32 und Lukas 19, 1-10, die als zentrale Texte für das Verständnis von Jesu Wirken gegenüber den gesellschaftlich Ausgegrenzten gelten.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Im Zentrum stehen die Themen Sünderannahme, Tischgemeinschaft, Umkehr (Metanoia) und die Rolle Gottes bzw. Jesu als Retter der Verlorenen.

Welches primäre Ziel verfolgt die Forschungsfrage?

Die Arbeit möchte aufzeigen, wie Lukas durch seine redaktionelle Gestaltung der Texte eine apologetische Verteidigung von Jesu Zuwendung zu Zöllnern und Sündern konstruiert.

Welche wissenschaftlichen Methoden werden angewandt?

Die Verfasserin nutzt die klassischen Schritte der neutestamentlichen Exegese: Textkritik, Literarkritik, Formkritik und Redaktionskritik unter Einbeziehung des synoptischen Vergleichs.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine detaillierte Analyse von Lukas 15 und Lukas 19, wobei jeweils Abgrenzung, literarische Struktur, Traditionsgeschichte und die spezifische lukanische Bearbeitung herausgearbeitet werden.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind lukanisches Sondergut, Metanoia, apologetische Ausrichtung, Tischgemeinschaft, eschatologische Dimension und Menschensohn.

Wie unterscheidet sich die Zachäusperikope von anderen lukanischen Texten?

Die Zachäusperikope ist die einzige Stelle in den Evangelien, in der ein reicher Mensch umkehrt, was sie zu einem Gegenstück zum reichen Jüngling macht.

Warum spielt die Tischgemeinschaft eine so große Rolle für den Autor Lukas?

Die Tischgemeinschaft dient als Symbol für die Inklusion von Randständigen in das kommende Reich Gottes, was Lukas nutzt, um soziale Hemmschwellen in seiner eigenen Gemeinde abzubauen.

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Details

Title
Die Perikopen vom Verlorenen
Subtitle
Eine historisch-kritische Exegese von Lukas 15, 1-32 und Lukas 19, 1-10
College
University of Osnabrück  (Evangelische Theologie)
Grade
1,0
Author
Judith Overbecke (Author)
Publication Year
2006
Pages
44
Catalog Number
V85849
ISBN (eBook)
9783638018463
ISBN (Book)
9783656057833
Language
German
Tags
Perikopen Verlorenen
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Judith Overbecke (Author), 2006, Die Perikopen vom Verlorenen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/85849
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