Den USA fällt nicht nur als dem größten Ressourcennutzer und globalen Umweltverschmutzer, sondern auch als der führenden Industrienation und Supermacht eine besondere globale Verantwortung zu. Inwieweit trägt sie dieser Verantwortung, insbesondere in ihrer Außenpolitik Rechnung?
In diesem Beitrag wird versucht, das Verhalten und die Rolle der USA in der internationalen Umweltpolitik zu beschreiben und zu erklären, insbesondere auf den Gebieten Klima- und Artenschutz. Als roter Faden dient dabei die Frage nach den Bestimmungsgründen und internen Rahmenbedingungen amerikanischer Umweltaußenpolitik.
Inhaltsverzeichnis
1. Zielstellung
2. Internationale Politik und Umwelt – eine neue Herausforderung
3. Amerikanische Umweltaußenpolitik
3.1. Die Reagan Administration
3.2. Die Bush Administration
3.2.1. Der Clean Air Act
3.2.2. Die USA und der UNCED in Rio de Janeiro
3.2.2.1. Die Konvention zum Klimaschutz
3.2.2.2. Die Konvention zum Erhalt der biologischen Vielfalt
3.3. Die Clinton Administration
3.3.1. Die vielversprechende umweltpolitische Programmatik
3.3.2. Schwierigkeiten bei der Umsetzung
4. Ansätze zur Erklärung einer amerikanischen Umweltaußenpolitik
5. Fazit
6. Literatur
Zielsetzung und thematische Schwerpunkte
Diese Arbeit analysiert das Verhalten und die Rolle der Vereinigten Staaten in der internationalen Umweltpolitik. Im Zentrum steht die Untersuchung, inwiefern die USA ihrer globalen Verantwortung als führende Industrienation gerecht werden und welche internen Rahmenbedingungen sowie Bestimmungsgründe ihr außenpolitisches Handeln im Bereich Klima- und Artenschutz prägen.
- Historische Entwicklung der amerikanischen Umweltaußenpolitik unter den Administrationen Reagan, Bush und Clinton.
- Analyse der US-Positionierung bei internationalen Abkommen wie dem Montrealer Protokoll und den Konventionen von Rio de Janeiro.
- Spannungsfeld zwischen nationalen wirtschaftlichen Interessen, dem politischen System (Checks and Balances) und globalen ökologischen Herausforderungen.
- Theoretische Erklärungsansätze für das US-Umweltverhalten, unter anderem durch nationale Interessen, sektorale Einflüsse und die Ausbeutung von Allgemeingütern.
Auszug aus dem Buch
3.1. Die Reagan Administration
Unter Reagan wurde dem Umweltschutz eine niedrige Priorität beigemessen. Im Innern wurden umweltschutzpolitische Regeln abgebaut und die Umweltpolitik wurde hinter kurzfristige industrielle Interessen zurückgestellt. Mangels amerikanischer Führung kam es zu keiner internationalen Weiterentwicklung. Erst ein wachsender inneramerikanischer Widerstand von der Umweltbewegung und Parlamentariern gegen den „umweltpolitischen Kahlschlag“ sowie personelle Veränderungen führten zu einer umweltpolitischen Wende. Der wesentlichste Erfolg dieser Umorientierung zeigte sich in der entschlossenen amerikanischen Führungsrolle bei der Ausarbeitung des Ozonschichtabkommens, mit dem die FCKW-Produktion begrenzt werden sollte. 1987 wurden die internationalen Verhandlungen abgeschlossen mit der Unterzeichnung des Protokolls von Montreal. „Die Vorreiterrolle bei den internationalen Bemühungen um den Ausstieg aus der Fluorchlorkohlenwasserstoffproduktion gehört zu den wenigen Erfolgen amerikanischer Umweltaußenpolitik in den 1980er Jahren.“
Für die Amtszeit von Reagan läßt sich feststellen, daß Umweltbelange in einer von Bipolarität und traditionellem Sicherheitsverständnis geprägten Strategie eine untergeordnete Rolle einnahmen.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Zielstellung: Einleitung und Definition des Forschungsinteresses an der US-Umweltaußenpolitik sowie der zugrunde liegenden Fragestellung.
2. Internationale Politik und Umwelt – eine neue Herausforderung: Darstellung der Entwicklung globaler Umweltprobleme zu einem zentralen Thema der internationalen Beziehungen und der Notwendigkeit internationaler Kooperation.
3. Amerikanische Umweltaußenpolitik: Detaillierter Überblick über die Umweltpolitik unter den Präsidenten Reagan, Bush und Clinton unter besonderer Berücksichtigung ihrer jeweiligen Erfolge und Hindernisse.
4. Ansätze zur Erklärung einer amerikanischen Umweltaußenpolitik: Systematisierung des chaotisch erscheinenden US-Verhaltens anhand von vier wissenschaftlichen Erklärungsmodellen.
5. Fazit: Zusammenfassende Einschätzung der US-Umweltpolitik und die Schlussfolgerung, dass die Ausbreitung internationaler Regime den besten Ersatz für eine konsistente US-Führungsrolle bietet.
6. Literatur: Verzeichnis der in der Arbeit verwendeten wissenschaftlichen Quellen und Dokumente.
Schlüsselwörter
Umweltaußenpolitik, USA, internationale Umweltpolitik, Klimaschutz, Artenschutz, UNCED, Rio de Janeiro, Reagan-Administration, Bush-Administration, Clinton-Administration, globale Verantwortung, nationale Interessen, Umweltregime, Nachhaltigkeit, Umweltpolitik.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht das außenpolitische Handeln der USA im Bereich des Umweltschutzes und analysiert, ob die USA dabei eher als Bremser oder als Motor internationaler Bemühungen agieren.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Im Fokus stehen vor allem der Klima- und Artenschutz sowie das Spannungsverhältnis zwischen nationaler Politik und globaler Umweltverantwortung.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es, das Verhalten der USA in der internationalen Umweltpolitik zu beschreiben und die Bestimmungsgründe sowie die internen Rahmenbedingungen zu erklären, die dieses Verhalten beeinflussen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es wird eine politikwissenschaftliche Analyse der Umweltaußenpolitik durch den Vergleich verschiedener US-Administrationen sowie die Anwendung theoretischer Erklärungsansätze für das US-Verhalten vorgenommen.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine historische Analyse der Administrationen von Reagan, Bush und Clinton sowie die Vorstellung von vier theoretischen Erklärungsansätzen für die US-Umweltpolitik.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Umweltaußenpolitik, USA, globale Umweltprobleme, internationale Kooperation, nationale Interessen und Nachhaltigkeit.
Wie wirkte sich die Innenpolitik der USA auf die internationalen Umwelterfolge unter Clinton aus?
Trotz einer vielversprechenden programmatischen Neuausrichtung bremsten das politische System mit seiner Gewaltenzersplitterung, ein träger Verwaltungsapparat und eine konservative Parlamentsmehrheit viele der angestrebten Reformen.
Warum wird die amerikanische Umweltpolitik oft als „chaotisch“ beschrieben?
Auf den ersten Blick wirkt sie unbeständig, da offizielle Positionen sich unter verschiedenen Administrationen oder aufgrund wechselnder innenpolitischer Mehrheiten oft stark unterschieden und es an einer obersten verantwortlichen Instanz für Umweltaußenpolitik fehlte.
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- M.A. Saskia Gerber (Author), 1999, Umweltaußenpolitik der USA. Bremse oder Motor der internationalen Umweltschutzbemühungen?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/8597