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Symptomatologie, Ätiologie und Therapie des Stotterns im Kindesalter

Titre: Symptomatologie, Ätiologie und Therapie des Stotterns im Kindesalter

Dossier / Travail de Séminaire , 2007 , 55 Pages , Note: 2,0

Autor:in: Corinna Kühn (Auteur)

Science de Langue / Linguistique (interdisciplinaire)
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Résumé Extrait Résumé des informations

1. Einleitung
Sprechen ist akribische Präzisionsarbeit. „Innerhalb von Millisekunden steuert unser Gehirn den Sprechapparat an, damit dieser alle notwendigen Laute hervorbringt. Präzise arbeiten die Muskeln von Kehlkopf, Zunge und Lippen, während der Atem dosiert aus unseren Lungen entweicht“ (Neumann 2005, 30). Eben diese Präzisionsarbeit ist für viele Menschen mit großer Anstrengung verbunden, besitzen sie eine Redeflussstörung. Die verbreiteste Redeflussstörung ist das Stottern (vgl. z.B. Orthmann & Scholz 1975, V). In Deutschland sind derzeitig 800 000 Menschen betroffen (vgl. Neumann 2005, 30). Dabei ist Stottern bei Kindern weit aus häufiger zu diagnostizieren als bei Erwachsenen. Ungefähr 4 % aller Kinder stottern; der Anteil erwachsener Stotterer liegt bei etwa 1 % (vgl. z. B. Wirth 52000, 471; Van Riper 1971 in Fiedler & Standop 1992, 21).
Das Phänomen Stottern ist seit über zweitausend Jahren bekannt. „Keine andere Sprachstörung hat zu so vielen theoretischen Ansätzen und therapeutischen Versuchen veranlaßt wie das Stottern. Es gibt kaum eine Therapieform, die nicht zur Behandlung des Stotterns herangezogen wäre“ (Braun 1997, 1). Erschwert wird die Analyse des gegenwärtigen Erkenntnisstandes über die Phänomenologie des Stotterns aufgrund des Vorhandenseins diverser und teilweise sich widersprechender Hypothesen über Kausa, Symptome und Therapie (vgl. Böhme 1977, 7). Die Phänomenologie des Stotterns ist zum „Gegenstand einer unüberschaubaren Anzahl von wissenschaftlichen, empirischen und hypothetischen Einzelarbeiten und Monographien aus der Sicht der Phoniatrie, Logopädie, Neurologie, Psychiatrie, Pädiatrie, Psychologie, Sonder-pädagogik, Heilpädagogik, Sprecherziehung und Gesangspädagogik“ (Böhme 1977, 7) gemacht worden. „Hinzu kommt, daß die Nomenklatur und die Auffassungen über das Stotter-Syndrom von Land zu Land, besonders aber von Kontinent zu Kontinent sehr stark variieren“ (ebd., 7).
Viele Forscher und Therapeuten bezeichneten das Phänomen des Stotterns als eine rätselhafteste Sprachstörung (vgl. Orthmann & Scholz 1975, V; vgl. Schwartz 1977, 13).

Extrait


Inhaltsverzeichnis

1. EINLEITUNG

2. DIE BEZEICHNUNGS- UND DEFINITIONSPROBLEMATIK

3. SPRECHUNFLÜSSIGKEITEN UND STOTTERN

3.1 FUNKTIONALE UND SYMPTOMATISCHE SPRECHUNFLÜSSIGKEITEN

3.2 KERN- UND BEGLEITSYMPTOME DES STOTTERNS

3.2.1 Wechselwirkung der Kern- und Begleitsymptome

3.2.2 Coping-Strategien

3.3 ABGRENZUNG DES PATHOLOGISCHEN STOTTERNS VON PHYSIOLOGISCHEN SPRECHUNFLÜSSIGKEITEN

4. ZUR GESCHICHTE DER ERFORSCHUNG DES STOTTERNS

4.1 DER FORSCHUNGSSTAND BIS ZUM ENDE DES 19. JAHRHUNDERT

5. DER IDIOGRAPHISCHE, MULTIFAKTORIELLE ERKLÄRUNGSANSATZ

5.1 ORGANISCHE HYPOTHESEN

5.2 PSYCHOSOZIALE HYPOTHESEN

5.3 PSYCHOLINGUISTISCHE HYPOTHESEN

5.3.1 Befunde auf der Kapazitätsseite

5.3.2 Befunde auf der Anforderungsseite

6. THERAPIE

7. SCHLUSSBETRACHTUNG

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Symptomatologie, Ätiologie und Therapie des Stotterns im Kindesalter. Sie analysiert den aktuellen Forschungsstand, um ein tieferes Verständnis für die komplexen Ursachen und Entwicklungsverläufe dieser Redeflussstörung zu entwickeln und therapeutische Implikationen abzuleiten.

  • Phänomenologie und Definitionsproblematik des Stotterns
  • Differenzierung zwischen physiologischen Sprechunflüssigkeiten und pathologischem Stottern
  • Multifaktorielle Erklärungsmodelle (organisch, psychosozial, psycholinguistisch)
  • Geschichte der Stotterforschung
  • Therapeutische Ansätze und moderne Behandlungskonzepte

Auszug aus dem Buch

Die Hypothese des Erwartungskampfes (´antipicatory-struggle-hypothesis`)

Stottern sei eine Kampf- oder Vermeidungs-Reaktion auf die Erwartung von Sprechproblemen. Neben einer leichten, organischen Prädisposition seien es vor allem psycho-soziale Einflüsse (zum Beispiel Sozialisation in einer Gesellschaft mit hohem sprachlichen Leistungsdruck), die zum Stottern führen.

Die Hypothese des unbewussten Bedürfniskonflikts (´unconscious-need-hypothesis`): Stottern sei ein Versuch, zwei unterschiedliche, sich konkurrierende Bedürfnisse, von denen das eine aus Angst ins Unbewusste verdrängt wurde, gleichzeitig zu erfüllen. Als Ursachen des Stotterns werden unter dieser Hypothese das frühkindliche psychosoziale Lernen unter Bezugspersonen, die in schwerwiegenden psycho- und familiendynamischen Konflikten stehen, verstanden (Kollbrunner 2004, 24; vgl. Bloodstein 1993, 8 ff.).

Zusammenfassung der Kapitel

1. EINLEITUNG: Einordnung der Redeflussstörung Stottern in den Kontext menschlicher Kommunikationsanforderungen und kurze Darstellung der Zielsetzung der Arbeit.

2. DIE BEZEICHNUNGS- UND DEFINITIONSPROBLEMATIK: Erläuterung der Schwierigkeiten bei der eindeutigen begrifflichen Bestimmung und wissenschaftlichen Definition des Phänomens Stottern.

3. SPRECHUNFLÜSSIGKEITEN UND STOTTERN: Differenzierung zwischen verschiedenen Arten von Unflüssigkeiten sowie Analyse der Kern- und Begleitsymptome bei Kindern.

4. ZUR GESCHICHTE DER ERFORSCHUNG DES STOTTERNS: Historischer Rückblick auf die Entwicklung von Erklärungsansätzen und Behandlungsmethoden vom Altertum bis zur Gegenwart.

5. DER IDIOGRAPHISCHE, MULTIFAKTORIELLE ERKLÄRUNGSANSATZ: Darstellung der heute vorherrschenden Sichtweise, die Stottern als komplexes, multifaktorielles Störungsbild durch das Zusammenwirken verschiedener Einflussfaktoren begreift.

6. THERAPIE: Überblick über moderne therapeutische Konzepte und die Notwendigkeit einer einzelfallorientierten Behandlung bei kindlichem Stottern.

7. SCHLUSSBETRACHTUNG: Zusammenfassende Einschätzung der aktuellen Forschungslage, der Problematik von Ursache-Folge-Zuschreibungen und der Herausforderungen in der therapeutischen Praxis.

Schlüsselwörter

Stottern, Kindesalter, Sprechunflüssigkeiten, Redeflussstörung, multifaktorieller Erklärungsansatz, Ätiologie, Therapie, idiographische Sichtweise, Sprachentwicklung, Kernsymptome, Begleitsymptome, Coping-Strategien, Anforderungs-Kapazitäten-Modell, Sprechmotorik, Diagnostik

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der Symptomatologie, Entstehung und Behandlung des Stotterns, insbesondere im Kindesalter.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Die Themenfelder umfassen die Definitionsproblematik, die Abgrenzung zu normalen Unflüssigkeiten, die wissenschaftliche Erklärungsgeschichte und die moderne Therapie.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist die systematische Aufarbeitung des Forschungsstandes zum Stottern im Kindesalter im Sinne einer multifaktoriellen Betrachtung.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine theoretische Arbeit auf Basis einer umfassenden Literaturanalyse und Auswertung aktueller Fachpublikationen.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung der Symptomatik, die historische Erforschung, den multifaktoriellen Erklärungsansatz mit seinen organischen, psychosozialen und psycholinguistischen Teilbereichen sowie die therapeutische Praxis.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zu den wichtigsten Begriffen zählen Stottern, idiographische Sichtweise, multifaktorielle Ätiologie, Anforderungs-Kapazitäten-Modell und therapeutische Verfahren.

Was unterscheidet das Stottern von normalen Sprechunflüssigkeiten?

Während normale Unflüssigkeiten bei Kindern im Zuge der Sprachentwicklung auftreten, zeichnet sich das Stottern durch eine spezifische Qualität, Häufigkeit und oft begleitende Anspannung aus.

Warum ist eine idiographische Sichtweise in der Therapie entscheidend?

Da Stottern so heterogen auftritt und sich individuell unterschiedlich entwickelt, erfordert es einen Behandlungsansatz, der den jeweiligen Einzelfall mit all seinen spezifischen Faktoren berücksichtigt.

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Résumé des informations

Titre
Symptomatologie, Ätiologie und Therapie des Stotterns im Kindesalter
Université
University of Dortmund
Cours
Naturwissenschaftliche Grundlagen von Sprache und Sprachwissenschaft
Note
2,0
Auteur
Corinna Kühn (Auteur)
Année de publication
2007
Pages
55
N° de catalogue
V85975
ISBN (ebook)
9783638017855
ISBN (Livre)
9783638940528
Langue
allemand
mots-clé
Symptomatologie Therapie Stotterns Kindesalter Naturwissenschaftliche Grundlagen Sprache Sprachwissenschaft
Sécurité des produits
GRIN Publishing GmbH
Citation du texte
Corinna Kühn (Auteur), 2007, Symptomatologie, Ätiologie und Therapie des Stotterns im Kindesalter, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/85975
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Extrait de  55  pages
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