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Soll Bildungsarbeit im Kindergarten auf den Geschlechtsaspekt ausgerichtet sein?

Título: Soll Bildungsarbeit im Kindergarten auf den Geschlechtsaspekt ausgerichtet sein?

Trabajo Intermedio/Parcial , 2006 , 36 Páginas , Calificación: 1,0

Autor:in: Corinna Kühn (Autor)

Pedagogía - Pedagogía en educación Pre-escolar
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1. Einleitender Problemaufriss

Die aktuelle, durch den internationalen Bildungsvergleich der PISA-Studie ausgelöste Bildungsdebatte beschränkt sich nicht ausschließlich auf Schulen und Hochschulen, sondern bezieht den vorschulischen Bereich ausdrücklich mit ein. Mit der IGLU-Studie gelangen empirische Hinweise an die Öffentlichkeit, die die Bildungsrelevanz des Kindergartens belegen. Aber auch schon vor dem Erscheinen der PISA-Studie war die Bedeutung der frühen Bildung Gegenstand der fachlichen Bildungsdiskussion. „Die elementarpädagogische Diskussion hat sich zunehmend darauf gerichtet, das Gewicht der im Kinder- und Jugendhilfegesetz der in § 22 verankerten Trias „Betreuung, Erziehung, Bildung“ von der Betreuung und Erziehung mehr auf die Bildung zu verschieben“ (GISBERT 2003, S.85).
In den letzten drei Jahren legten nun alle sechzehn Bundesländer Bildungsprogramme für den Elementar- und zum Teil für den Primarbereich vor. „In diesen Programmen verknüpft sich die gesetzlich durch das KJHG vorgeschriebene Aufgabe, den eigenständigen Bildungsauftrag von Kindertageseinrichtungen auf Landesebene zu konkretisieren“ (BOLLIG/KELLE 2006, S. 105), mit dem Ziel, damit einhergehend auch die praktische Bil-dungsarbeit in den Einrichtungen zu optimieren. Betrachtet man die sechzehn Landespläne jedoch hinsichtlich der Geschlechterthematik, findet man diese „– wenn überhaupt – nur allgemein eingeführt und nicht in den einzelnen Bildungsbereichen konkretisiert. Meist bleibt es bei der globalen Aussage, dass Kinder nicht aufgrund ihres Geschlechts benachteiligt werden sollen. Jungen und Mädchen erscheinen in den Texten entweder überhaupt nicht oder aber im „Doppelpack“ als „Mädchen und Jungen“, die gleiche Erfahrungen machen und denen gleiche Entwicklungschancen eröffnet werden sollen“ (ROHRMANN 2006, S. 12)....

Extracto


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitender Problemaufriss

2 Der Bildungsbegriff

2.1 Bildung und Lernen

2.2 Bildung als Selbstbildung

2.3 Sozialkonstruktivistischer Charakter von Bildung

3 Der Genderbegriff

3.1 Geschlecht als Kategorie

3.2 Geschlecht als Konstruktion

3.3 Gender und frühe Bildungsprozesse

4 Aspekte der geschlechtsspezifischen Sozialisation

4.1 Auswirkungen primärer Sozialisationsinstanzen

4.1.1 Notwendigkeit der Geschlechterrollenstereotype

4.2 Aufwachsen in einer feminisierten Welt

5 Die aktuelle Praxissituation

5.1 Kinderspiele als Aufführungsorte von Geschlechterdifferenzen

5.2 Geschlechtsbezogene Wahrnehmungen und Handlungsstrategien pädagogischer Fachkräfte

5.3 Der Kindergarten als weiblicher Raum

5.3.1 Mehr Männer in den Kindergarten

6 Lösungsansätze für eine geschlechtsbewusste Bildungsarbeit im Kindergarten

6.1 Beobachtung, Analyse und Reflektion

6.2 Räume und Alltag bewusst gestalten

6.3 Grundsätze konzeptionell verankern

7 Abschließende Betrachtung

Zielsetzung & Forschungsthemen

Die Arbeit untersucht, inwieweit eine geschlechtsbewusste Bildungsarbeit im Kindergarten notwendig und umsetzbar ist, um die Entwicklungsmöglichkeiten von Kindern jenseits traditioneller Geschlechterrollen zu fördern. Im Zentrum steht die Forschungsfrage, ob Bildungsangebote in Kindertageseinrichtungen stärker auf den Geschlechtsaspekt ausgerichtet werden sollten, um Benachteiligungen abzubauen und eine ganzheitliche Persönlichkeitsentwicklung zu unterstützen.

  • Analyse des Einflusses der geschlechtsspezifischen Sozialisation auf Kinder.
  • Untersuchung der aktuellen Praxissituation in Kindergärten unter Geschlechteraspekten.
  • Herausarbeitung der Rolle des Kindergartens als (feminisierter) Sozialisationsraum.
  • Darstellung von Lösungsansätzen für eine geschlechtsbewusste pädagogische Praxis.

Auszug aus dem Buch

1.2 Bildung als Selbstbildung

„Bildungsprozesse in der frühen Kindheit lassen sich aus zwei Perspektiven betrachten“ (ARBEITSGRUPPE ’PROFESSIONALISIERUNG FRÜHKINDLICHER BILDUNG’ 2005, S. 6): Aus der einen Perspektive werden Kinder in Gesellschaft, Arbeitswelt und Wirtschaftsleben, Kunst und Kultur, Religion und Ethik, Sitten und Bräuche eingeführt – sie werden von anderen Menschen gebildet (vgl. TEXTOR 1999 o. S.). Damit erscheinen sie als Mängelwesen, die entscheidende Kompetenzen erst erwerben müssen. Wie jedoch bereits deutlich wurde, ist Bildung weit aus mehr als nur das Aneignen einer bestimmten Liste von Kompetenzen. In der Modernen Pädagogik wird die passive Komponente von Bildung immer mehr durch das Verständnis von „Bildung als Selbstbildung“ verdrängt, bei der das Lernen und Denken einen konstruktivistischen Vorgang darstellt. Kinder werden nicht als „Schwämme“ angesehen, die alles aufsaugen, was an Umwelteinflüssen vorhanden ist, sondern anstelle dessen als mitgestaltende Menschen auf ihrem Weg zum gesellschaftlich handlungsfähigen Subjekt (vgl. ZIMMERMANN 2000, S. 16).

Durch Selbsttätigkeit und aus eigener Motivation heraus, erkunden und erschließen sich Kinder ihre Welt. Sie werden als aktive, interessierte Lerner begriffen, die von Geburt an mit „Selbstbildungspotentialen“ ausgestattet sind, mit deren Hilfe sie ihre Alltagswirklichkeit erfassen und bewältigen können (vgl. ARBEITSGRUPPE ’PROFESSIONALISIERUNG FRÜHKINDLICHER BILDUNG’ 2005, S. 7 f.). Ausgangspunkt des aktiven sich Selbstbildens ist das, was Kinder erfahren und wahrnehmen. Die komplexen Wahrnehmungs- und Verarbeitungsstrukturen müssen also selbst schon als ein eigener Konstuktionsprozess betrachtet werden, bei dem sich die Kinder Bilder von sich selbst, ihren Mitmenschen und ihrer Umwelt machen, die keine bloßen Abbilder der Realität, sondern Neuschöpfungen darstellen.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitender Problemaufriss: Die Einleitung beleuchtet die bildungspolitische Relevanz frühkindlicher Bildung und stellt die kritische Frage, warum Geschlechterthematiken in aktuellen Bildungsplänen kaum konkretisiert werden.

2 Der Bildungsbegriff: Dieses Kapitel definiert den modernen Bildungsbegriff als einen lebenslangen, konstruktivistischen Selbstbildungsprozess und grenzt ihn von reiner Wissensanhäufung ab.

3 Der Genderbegriff: Hier werden die theoretischen Grundlagen zum Geschlechtsbegriff als Kategorie und Konstruktion sowie deren Bedeutung für frühe Bildungsprozesse erläutert.

4 Aspekte der geschlechtsspezifischen Sozialisation: Das Kapitel analysiert, wie Rollenstereotype durch primäre Sozialisationsinstanzen und das Aufwachsen in einer feminisierten Welt entstehen und verfestigt werden.

5 Die aktuelle Praxissituation: Es wird untersucht, wie Kinder ihre Geschlechteridentität im Spiel manifestieren und wie pädagogische Fachkräfte sowie die Raumgestaltung den Kindergarten als „weiblichen Raum“ prägen.

6 Lösungsansätze für eine geschlechtsbewusste Bildungsarbeit im Kindergarten: Das Kapitel stellt konkrete Strategien zur Reflexion der eigenen pädagogischen Haltung und zur bewussten Gestaltung von Raum und Alltag vor.

7 Abschließende Betrachtung: Eine kritische Bilanz zum Forschungsstand, die den dringenden Bedarf einer stärkeren fachlichen Verankerung der Geschlechterthematik in der Ausbildung pädagogischer Fachkräfte betont.

Schlüsselwörter

Bildung, Selbstbildung, Kindergarten, Geschlechtsidentität, Gender, Sozialisation, Rollenstereotype, Pädagogische Praxis, Geschlechtsbewusste Pädagogik, Raumgestaltung, Konstruktivismus, Koedukation, Frühpädagogik, Chancengleichheit

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der Bedeutung von geschlechtsbewusster Bildungsarbeit in Kindertageseinrichtungen und untersucht, wie pädagogische Fachkräfte dazu beitragen können, dass Kinder eine Identität jenseits starrer Geschlechterrollen entwickeln.

Welche sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?

Zentrale Themen sind der moderne Bildungsbegriff, geschlechtsspezifische Sozialisation, die aktuelle Situation in Kindergärten sowie praktische Ansätze zur Förderung einer geschlechtsvariablen Erziehung.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Ziel ist es zu klären, ob und wie Bildungsarbeit im Kindergarten gezielt auf den Geschlechtsaspekt ausgerichtet werden sollte, um Kindern ein breiteres Spektrum an Entwicklungsmöglichkeiten zu bieten.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer fundierten Literaturanalyse und der Aufarbeitung aktueller pädagogischer Diskurse und Studien zur Geschlechterthematik in der Früherziehung.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert die theoretischen Grundlagen, die Auswirkungen der Sozialisation auf das Rollenverhalten von Kindern und diskutiert Lösungsansätze wie die Raumgestaltung und die Bedeutung männlicher Identifikationsfiguren.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie „Selbstbildung“, „Gender“, „Sozialisation“, „Rollenstereotype“ und „Geschlechtsbewusste Pädagogik“ geprägt.

Warum wird der Kindergarten als „weiblicher Raum“ bezeichnet?

Der Kindergarten wird so bezeichnet, da dort überwiegend Frauen tätig sind, die Räumlichkeiten oft nach weiblichen Vorstellungen von Gemütlichkeit gestalten und die Angebote vielfach klassisch weiblich konnotierten Interessen entsprechen.

Welche Rolle spielt die Reflexion für pädagogische Fachkräfte?

Die Reflexion ist zentral, da Fachkräfte oft unbewusst durch ihr eigenes Verhalten und die Auswahl von Materialien Geschlechterstereotype verstärken; eine kritische Auseinandersetzung mit der eigenen Biografie und Haltung ist daher die Voraussetzung für eine geschlechtsbewusste Praxis.

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Detalles

Título
Soll Bildungsarbeit im Kindergarten auf den Geschlechtsaspekt ausgerichtet sein?
Universidad
University of Dortmund
Calificación
1,0
Autor
Corinna Kühn (Autor)
Año de publicación
2006
Páginas
36
No. de catálogo
V85977
ISBN (Ebook)
9783638018074
ISBN (Libro)
9783638938983
Idioma
Alemán
Etiqueta
Soll Bildungsarbeit Kindergarten Geschlechtsaspekt
Seguridad del producto
GRIN Publishing Ltd.
Citar trabajo
Corinna Kühn (Autor), 2006, Soll Bildungsarbeit im Kindergarten auf den Geschlechtsaspekt ausgerichtet sein?, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/85977
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