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August der Starke als Primus inter pares?

Title: August der Starke als Primus inter pares?

Term Paper (Advanced seminar) , 2000 , 40 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: M.A. Saskia Gerber (Author)

History of Europe - Modern Times, Absolutism, Industrialization
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Wie gegenwärtig Geschichte sein kann, zeigt sich in August dem Starken als sächsischer Mythos. Er begegnet uns heute des öfteren bei regionalen Feierlichkeiten und als beliebter Werbeträger für verschiedene sächsische Produkte. Daß gerade der "Landesherr des beginnenden 18. Jahrhunderts offenbar in Sachsen selbst als eine Art Symbol im Bemühen um regionale Identität fungiert", ist nicht verwunderlich, ist doch "die sächsische Landesgeschichte der frühen Neuzeit nicht eben reich an Fürsten mit mehr als durchschnittlicher Regierungskompetenz."
Auch die wissenschaftliche Darstellung und Wertung des sächsischen Kurfürsten und polnischen Königs wurde lange Zeit vom Bild des skandalträchtigen Kraftprotzes beeinflußt. "Von den großen Festen und Feierlichkeiten am Dresdner und Warschauer Hof haben manche Zeitgenossen mit größerer Genauigkeit als von politischen Entwicklungen berichtet."

Von der zeitgenössischen bis zur heutigen Historiographie existiert ein breites Meinungsspektrum, das einander widersprechende Beurteilungen im Für und Wider seiner Person bereithält, sowie verschiedene Deutungsmöglichkeiten des Augusteischen Zeitalters sichtbar macht.

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Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Begriff der Herrschaft

3. Ausgangsposition bei Herrschaftsantritt

4. Ebenen der Herrschaft

4.1. Ständepolitik

4.1.1. Rechte der Stände

4.1.2. Zum Kräfteverhältnis von Fürst und Ständen

4.2. Behörden- und Verwaltungsorganisation

4.3. Religion / Kirchenpolitik

4.3.1. Folgen des Übertritts zum katholischen Glauben

4.4. Wirtschaftspolitik

4.5. Militärpolitik

4.5.1. Die Heeresreform

5. Absolutismusfrage als Fazit der Herrschaft

5.1. Defizite in der Herrschaftspraxis

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Herrschaftspraxis von Friedrich August I. (August der Starke) im Kurfürstentum Sachsen zwischen 1694 und 1733, mit der zentralen Forschungsfrage, ob er innerhalb seiner inneren Herrschaft tatsächlich ein "Starker" im Sinne einer absolutistischen Machtausübung (potestas absoluta) war.

  • Analyse der Machtverhältnisse zwischen Fürst und Ständen
  • Untersuchung der zentralen Herrschaftsebenen: Verwaltung, Kirche, Wirtschaft und Militär
  • Bewertung der absolutistischen Bestrebungen und deren institutioneller Umsetzung
  • Herausarbeitung der Gründe für das Fortbestehen ständischer Mitspracherechte

Auszug aus dem Buch

Die Heeresreform

Die Wurzeln und Entwicklungslinien für Maßnahmen zur Schaffung eines überzeugenden Macht-instrumentes reichen bis in den Dreißigjährigen Krieg zurück, denn er hatte die Wehrlosigkeit des Landes offengelegt, obwohl bereits unter Kurfürst Johann Georg I. die Errichtung eines stehenden Heeres angestrebt wurde.

" Der 30jährige Krieg beeinflußte vielfältig und nachhaltig die weitere Entwicklung des spätfeudalen Militärwesens." Johann Georg III. hatte 1682 das stehende Heer durchgesetzt, somit die ständische Macht beschnitten und sein Nachfolger Johann Georg IV. hatte 1694 den Ständen mit militärischer Intervention gedroht, falls sie dessen Steuerforderungen nicht zustimmten.

Unter Friedrich August mußten sich die Unruhen im Inneren des Wahlkönigreiches und seine nun besonders hervorgehobene Stellung in Europa auch auf Umfang und Organisation der sächsischen Armee auswirken, denn August wollte seine Ziele mit einer schlagkräftigen Armee erreichen. Die Kriegs-verwicklungen verlangten dabei zusätzliche Anstrengungen, das militärische Machtmittel auszubauen und zu festigen. Seine Stärke im militärischen Bereich lag eher auf Gebiet der Heeresorganisation, wovon eigenhändige Ausarbeitungen, Berechnungen und Entwurfszeichnungen zeugen und nicht in der Truppenführung. Daß August der Starke als Feldherr keine größeren militärischen Erfolge hat erzielen können, lag laut Pommerin vor allem daran, daß er an die Beschlüsse des vom Kaiser beigegebenen Kriegsrates, bestehend aus mehreren Reichsgeneralen, gebunden war.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die historische Wahrnehmung Augusts des Starken als Mythos und skizziert das Ziel der Arbeit, die Herrschaftspraxis in Sachsen kritisch zu hinterfragen.

2. Begriff der Herrschaft: Dieses Kapitel liefert eine theoretische Definition von Herrschaft, basierend auf soziologischen Ansätzen, um den weiteren Untersuchungsrahmen abzustecken.

3. Ausgangsposition bei Herrschaftsantritt: Hier werden die politischen Rahmenbedingungen bei Regierungsantritt 1694 beschrieben, insbesondere der staatsrechtliche Dualismus zwischen Fürst und Ständen.

4. Ebenen der Herrschaft: Das Hauptkapitel untersucht detailliert die verschiedenen Handlungsfelder absolutistischer Politik, von der Ständepolitik über Verwaltung und Kirche bis hin zu Wirtschaft und Militär.

5. Absolutismusfrage als Fazit der Herrschaft: Das Fazit bewertet, inwieweit absolutistische Bestrebungen tatsächlich umgesetzt werden konnten und warum ständische Strukturen weitgehend erhalten blieben.

Schlüsselwörter

August der Starke, Kurfürstentum Sachsen, Absolutismus, Ständepolitik, Machtverhältnis, Landesherr, Verwaltungsstruktur, Konfessionswechsel, Merkantilismus, Heeresreform, potestas absoluta, politische Mitsprache, frühneuzeitliche Geschichte, Zentralbehörde, Landesverfassung

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die Regierungsweise von Friedrich August I. (August der Starke) im 18. Jahrhundert in Sachsen und prüft, inwieweit er seine absolutistischen Herrschaftsziele gegen die Stände durchsetzen konnte.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Die Untersuchung konzentriert sich auf die fünf Hauptebenen der Herrschaft: Ständepolitik, Behörden- und Verwaltungsorganisation, Kirchenpolitik, Wirtschaftspolitik sowie Militärpolitik.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das primäre Ziel ist es, zu klären, ob August der Starke in seiner inneren Herrschaft tatsächlich über eine uneingeschränkte Macht (potestas absoluta) verfügte oder ob er in seinen Möglichkeiten durch ständische Traditionen und Mitspracherechte begrenzt blieb.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es wird eine fachhistorische Analyse vorgenommen, die auf der Auswertung zeitgenössischer Literatur, Akten und einer breiten geschichtswissenschaftlichen Forschung basiert, um den komplexen Prozess der Modernisierung und Zentralisierung im Kurfürstentum Sachsen zu bewerten.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Im Hauptteil werden die Institutionen und Maßnahmen analysiert, mit denen der Kurfürst versuchte, seine Macht auszubauen – etwa durch neue Verwaltungsbehörden, eine konfessionell sensible Toleranzpolitik, merkantilistische Wirtschaftsförderung und den Aufbau eines stehenden Heeres.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Kernbegriffe sind August der Starke, Absolutismus, Ständepolitik, Machtteilung, moderne Staatsbildung und die spezifischen Rahmenbedingungen des sächsischen Kurfürstentums.

Inwiefern beeinflusste der Konfessionswechsel 1697 die Herrschaftspraxis?

Der Übertritt zur katholischen Konfession zur Erlangung der polnischen Krone schränkte Augusts Handlungsspielraum in Sachsen ein, da er seine Rolle als Oberhaupt der lutherischen Landeskirche verlor und die Stände in ihrer Wachsamkeit gegenüber einer möglichen Rekatholisierung stärkte.

Warum scheiterte die vollständige Einführung einer absolutistischen Herrschaft in Sachsen?

Das Scheitern lag primär an der starken, historisch gewachsenen Stellung der Stände und des Adels, die über wichtige Kernrechte wie das Steuerbewilligungsrecht verfügten und diese, gestützt auf landesverfassungsrechtliche Traditionen, erfolgreich gegen den zentralistischen Zugriff des Landesherren verteidigten.

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Details

Title
August der Starke als Primus inter pares?
College
Dresden Technical University  (Institut für Geschichte)
Course
HS: Sachsen im Augusteischen Zeitalter
Grade
1,0
Author
M.A. Saskia Gerber (Author)
Publication Year
2000
Pages
40
Catalog Number
V8601
ISBN (eBook)
9783638155335
ISBN (Book)
9783656058823
Language
German
Tags
August Starke Primus Sachsen Augusteischen Zeitalter
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
M.A. Saskia Gerber (Author), 2000, August der Starke als Primus inter pares?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/8601
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