Der Einfluß von Focusing auf das Schmerzerleben von chronischen Schmerzpatienten

Eine Evaluationsstudie in Zusammenarbeit mit der Deutschen Focusing Gesellschaft und der AOK Gesundheitskasse


Diplomarbeit, 2007

78 Seiten, Note: 2,0


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

I Einleitung
1 Problemstellung
2 Forschungsstand
3 Zielsetzung
4 Methodik der Arbeit
5 Aufbau der Arbeit
6 Begriffserklärungen
6.1 Schmerz
6.2 Chronischer Schmerz
6.3 Salutogenese
6.4 Focusing

II Theoretischer und empirischer Hintergrund
1 Definition Schmerz
1.1 Chronische Schmerzen
1.2 Chronischer Schmerz als Stressor
1.3 Schmerzbewältigung
2 Sprechende Medizin und ihr Einfluss auf das Gehirn
3. Focusing
3.1 Exkurs: Biographie Gendlin’s
3.2 Grundlagen und Thesen einer klientenzentrierten Theorie der gesunden menschlichen Entwicklung
3.3 Theorie der Persönlichkeitsentwicklung aus der Sicht klientenzentrierter Persönlichkeitspsychologie
3.4 Erleben
3.4.1 Strukturgebundenes Erleben und persönliche Entwicklung
3.5 Bedeutung unbedingter Wertschätzung im Focusing
3.6 Focusing als Prozess
3.6.1 Definition von Gendlin
3.6.2 Felt sense
3.6.3 Felt shift
3.7 Die sechs Focusing Schritte
3.7.1 Schritt: Freiraum schaffen:
3.7.2 Schritt/Bewegung: den Felt Sense entstehen lassen
3.7.3 Schritt: Einen Griff finden
3.7.4 Schritt: Stimmigkeit (Resonanz) zwischen felt sense und Wort/Bild überprüfen
3.7.5 Zusammenfassung Schritt 1-4:
3.7.6 Schritt – Anwendung des felt sense auf das Thema (Fragen stellen)
3.7.7 Schritt: Annehmen und Schützen
3.7.8 Abschließende Bemerkungen zu den Schritten:
4 Abgrenzung von Focusing zu anderen Konstrukten
5 Entstehung von Schmerz aus der focusing orientierten Sichtweise
5.1 Griff-Modell
6. Salutogenese
6.1 Das Konzept der Salutogenese
6.2 Das Gesundheits-Krankheits-Kontinuum
6.3 Das Kohärenzgefühl
6.4 Einfluss des Kohärenzgefühls auf die Krankheitsverarbeitung
6.5 Entwicklung des Kohärenzgefühls
6.6 Veränderbarkeit des Kohärenzgefühls
6.7 Einfluss des Kohärenzgefühls auf die Gesundheit
6.8 Gesundheitliche Kontrollüberzeugungen

III Fragestellungen und Hypothesen
1 Hypothese zum Kohärenzgefühl
2 Hypothese zum affektiven Schmerzempfinden
3 Hypothese zum sensorischen Schmerzempfinden
4 Hypothese zum Wohlbefinden
5 Hypothese zum Bewältigungsstadium

IV Methoden
1 Projektplanung und Datenerhebung
2 Soziodemographische Daten der Stichprobe
3 Erhebungsinstrumente
3. 1 Fragebogen zur Erfassung des Kohärenzgefühls von Antonovsky
3.1.1 Übersicht
3.1.2 Gütekriterien der Kohärenzskala
3.1.2.1 Objektivität
3.1.2.2 Reliabilität
3.1.2.3 Validität
3.2 Der Mehrdimensionale Befindlichkeitsfragebogen (MDBF)
3.2.1 Interpretation der MDBF Skalen
3.2.1.1 Gute/Schlechte Stimmung:
3.2.1.2 Wachheit/Müdigkeit:
3.2.1.3 Ruhe/Unruhe:
3.3 Der Freiburger Fragebogen zu Stadien der Bewältigung chronischer Schmerzen (FF-STABS)
3.3.1 Übersicht
3.3.2 Stadien der Schmerzbewältigung
3.3.2.1 Stadium der Sorglosigkeit
3.3.2.2 Stadium der Vorbereitung
3.3.2.3 Stadium der Handlung
3.3.2.4 Stadium der Aufrechterhaltung
3.3.3 Auswertung
3.4 Die Schmerzempfindungsskala SES
3.4.1 Übersicht
3.4.2 Auswertung
3.4.3 Gütekriterien
3.4.3.2 Reliabilität
3.4.3.3 Validität
3.5 Offene Fragen

V. Ergebnisse
1 Auswertung
1.1 Kohärenzsinn (SOC)
1.2 Befindlichkeit
1.3 Schmerzempfindungsscala
1.3.1 Affektive Schmerzwahrnehmung
1.3.2 Sensorische Schmerzwahrnehmung
1.4 Bewältigungsstadien
1.4.1 Sorglosigkeit
1.4.2 Vorbereitung
1.4.3 Handlung
1.4.4 Aufrechterhaltung
1.5 Korrelation Affektive Schmerzempfindung und Sorglosigkeit
1.6 Korrelation Affektive Schmerzempfindung und Aufrechterhaltung (t3)
1.7 Korrelation Affektive Schmerzempfindung und Aufrechterhaltung (t2)
2 Auswertung der Korrelationen
3 Gegenüberstellung Schmerzempfindlichkeit und SOC-Mittelwerte
3.1 Tabelle zur signifikanten Verbesserung der Schmerzempfindung:
3.2 Tabelle zur signifikanten Verschlechterung der Schmerzempfindung:
3.2.1 Subgruppen
3.2.1.1 Gruppe
3.2.1.2 Gruppe
4 Auswertung der einzelnen Übungen
5. Auswertung der offenen Fragen

VI Diskussion

VII Schlussbemerkungen
1. Zusammenfassung
2.1 Fortschrit gegenüber dem Stand der Forschung
2.2 Grenzen
2.3 Schwachstellen
2.4 Verbesserungsmöglichkeiten
3. Ausblick

Der Einfluss von Focusing auf das Schmerzerleben von chronischen Schmerzpatienten.

Eine Evaluationsstudie in Zusammenarbeit mit der Deutschen Focusing Gesellschaft und der AOK Gesundheitskasse

„Der Mensch vermag seine Krankheitsvorgänge zu gestalten durch seinen körperlichen und seelischen Einfluss auf eben diese Vorgänge. Und er ist nicht nur Objekt, sondern stets zugleich Subjekt.“[1] (Ludolf von Krehl)

I Einleitung

1 Problemstellung

In Deutschland leiden 5 – 8 Millionen Menschen an chronischen Schmerzen.[2]

Wie eine Studie herausfand, welche die International Association for the Study of Pain in Auftrag gab, leidet sogar jeder dritte Patient in Allgemeinarztpraxen an Schmerzen, die bereits länger als 6 Monate andauern. Schmerzbedingte Arbeitsausfälle belaufen sich dabei auf 40 Milliarden Euro. Die häufigsten Beschwerden sind Rückenschmerzen, Kopfschmerzen, Tumorschmerzen und rheumatische Beschwerden.

Chronische Schmerzpatienten haben ihre eigene persönliche Schmerzgeschichte. Nicht selten haben sie eine Vielfalt von medikamentösen Therapieversuchen, schmerzhaften Operationen und anderen fehlgeschlagen Heilungsversuchen hinter sich. Vorschläge der Therapieform kamen dabei meist durch den behandelnden Arzt. Im günstigsten Fall wurde der Patient in die Therapieplanung mit einbezogen. Neben logischen Begründungen zum Für und Wider einzelner Interventionen gab es sicherlich eine intuitive Wahrnehmung der Angemessenheit der jeweiligen Therapie im Patienten selbst. Fraglich ist und bleibt jedoch inwieweit Raum vorhanden ist, auf diese Intuitionen einzugehen. Focusing stellt an diesem Ansatzpunkt eine Methode dar, die es ermöglicht, mit den eigenen Selbstheilungskräften in Kontakt zu treten. Die Aufmerksamkeit auf das Körpererleben als Ganzes führt zu Antworten, die auf logischem und analytischem Wege nicht möglich wären.[3] Diese neue Erfahrung des Erlebens stärkt das Vertrauen in die eigenen Kräfte. Dies ist ganz im Sinne einer salutogenetischen[4] Sichtweise, wonach ein hohes Gefühl der Verstehbarkeit, der Handhabbarkeit und der Sinnhaftigkeit persönlicher Lebensaufgaben mit körperlicher Gesundheit korrespondiert. Salutogenese betrachtet Schmerz als Warnsignal des Körpers, der aus seiner Mitte geraten ist. Focusing ermöglicht diesem Schmerz oder dem Symptom im Allgemeinen, zu „sprechen“.[5] Herkömmliche Medizin bekämpft lediglich das Symptom. Im übertragenen Sinne löscht die pathologisch denkende Medizin den Brandmelder, während in der salutogenetisch denkenden Medizin der Brandmelder zum Feuer führt, das es zu löschen gilt. Mit Hilfe von Focusing kann der Patient selbst das Feuer löschen. In der folgenden Arbeit habe ich mir deshalb zur Aufgabe gestellt, die Wirksamkeit von Focusing an chronischen Schmerzpatienten zu überprüfen.

2 Forschungsstand

Die Notwendigkeit alternativ zu schmerzstillenden Medikamenten[6] neue Wege in der Schmerztherapie zu finden wurde vielfach erkannt. In Deutschland gibt es eigene Gesellschaften zur Schmerztherapie[7] und zur psychologischen Schmerztherapie und -forschung[8]. Studien. Biopsychosoziale Modelle, die einen ganzheitlichen Blick auf den Menschen werfen, brachten multimodale Programme zur Schmerztherapie hervor. In einer Studie zu den Risikofaktoren der Chronifizierung von Rückenschmerzen kommen Schiltenwolf und Neubauer[9] zu folgenden Schlussfolgerungen: „Die Chronifizierung ist ein dynamischer Prozess, der auf mehrdimensionalen Risikofaktoren aufbaut und der mehrdimensionale Dekonditionierungen steuert.

Auch psychologische Formen der Schmerztherapie haben sich als erfolgreich erwiesen. Verfahren, die am Verhalten und der Psyche ansetzen, sind im Gehirn nicht weniger wirksam als pharmakologischen Strategien.[10] Chronischer Schmerz ist das Resultat verhängnisvoller Lernprozesse des Nervensystems, bei denen biologische, psychische und soziale Faktoren beteiligt sind. Die Lernprozesse verändern die schmerzverarbeitenden Teile des Nervensystems, die "Schmerzmatrix" auf allen Ebenen - im Rückenmark sowie in verschiedenen Bereichen des Gehirns bis hin zur Großhirnrinde. Dadurch werden Signale aus dem Körper auf allen diesen Ebenen bei Menschen mit chronischen Schmerzen anders verarbeitet als bei Gesunden. Der Heidelberger Schmerzforscherin Herta Flor gelang es, schmerzbedingte Veränderungen kortikaler Strukturen nachzuweisen. Darüber hinaus konnte sie diese Veränderungen durch verhaltenstherapeutische Maßnahmen rückgängig machen, worauf hin sich auch die Schmerzen der Patienten besserten.[11]: Wie Flor berichtet, verkleinern sich bei diesen Patienten die zuvor vergrößerten Repräsentationen in unterschiedlichen Bereichen des Gehirns.

Nachweislich wirken sich auch verschiedene Formen der Entspannung auf das Schmerzerleben aus. (z.B. Kiecolt-Glaser und Glaser, (1985)) bestätigen, dass regelmäßig angewandte Entspannungsverfahren positiven Einfluss auf das Immunsystem haben.[12] Lutgendorf, S., et al (1994) untersuchten, ob das Reden über ein Trauma die Funktion des Immunsystems verbessert.[13] Dabei wurden Focusing-Fragen gestellt, die eine Bezugnahme zum Körpererleben ermöglichten. Die Bezugnahme zum Körpererleben wurde mit der Experiencing[14] Scala[15] erfasst. Es zeigte sich, dass die Funktion des Immunsystems von der Tiefe des Erlebens abhängt.[16] Nach ihrer Erkenntnis reicht offensichtlich nicht nur das Reden oder Schreiben über ein Trauma.[17] Ausschlaggebend ist die direkte Bezugnahme auf die im Augenblick des Sprechens erlebte Bedeutung eines Traumas.[18]

3 Zielsetzung

In der vorliegenden Arbeit soll evaluiert werden, ob chronische Schmerzpatienten, durch direkte Bezugnahme auf die körperlich erlebte Bedeutung ihrer Schmerzen mit Hilfe von Focusing-Techniken, eine Schmerzlinderung erfahren können. Forschungsgrundlage ist ein speziell auf Schmerzpatienten zugeschnittenes Training. Inhalte dieses ressourcenorientierten Trainings sind die Schulung der Selbstaufmerksamkeit, der Umgang mit Stressoren und inneren Bewertungssystemen, der Aufbau von Bewältigungskompetenzen und die Schulung der intuitiven Wahrnehmung durch Focusing.

4 Methodik der Arbeit

Wie die International Association for the Study of Pain (IASP)[19] schreibt ist „Schmerz immer subjektiv“.[20] Daher ist es ausschlaggebend wie sich die subjektive Wahrnehmung des Schmerzpatienten ändert. Erfasst wurde dies an drei verschiedenen Zeitpunkten mit der Schmerzempfindungsskala (SES) von Geissner. Da bei der Bewältigung chronischer Schmerzen verschiedene Stadien durchlaufen werden, wurden diese mit dem Freiburger Fragebogen zu Stadien der Bewältigung chronischer Schmerzen (FF-STABS) erfasst. Ob Focusing einen Einfluss auf die allgemeine Befindlichkeit hat, wurde mit dem Mehrdimensionalen Befindlichkeitsfragebogen (MDBF) von Eid und Schwenkmetzger getestet. Ausgehend von der Tatsache Antonovskys, dass ein hohes Kohärenzgefühl Auswirkungen auf die körperliche Gesundheit hat, wurde zur Erhebung dessen die Leipziger Kurzversion der Skala Antonovskys zur Erfassung des Kohärenzgefühls verwendet. Für diese Version existieren Normwerte der Durchschnittsbevölkerung, was es zum einen ermöglicht, die Stichprobe im Vergleich zu gesunden Personen zu betrachten und zum anderen mögliche Veränderungen durch Focusing zu registrieren.

5 Aufbau der Arbeit

Die Arbeit beginnt nach einer kurzen Erklärung der wesentlichen Begriffe mit einer überblicksartigen Darstellung des Forschungsstandes zur Schmerztherapie und Focusing. Im Folgenden wird das Thema Schmerz, chronischer Schmerz, Schmerzerleben, Schmerzverarbeitung und Schmerztherapie in den wesentlichen Zügen dargestellt. Des Weiteren werden kurz die neuronalen Grundlagen zur Physiologie und Psychosomatik chronischer Schmerzen erläutert. Dies ist notwendig, da der gegenwärtige Stand der Psychoneuroimmunologie evidente Belege für die Verbindung von Psyche und Körper vorlegt.[21] Anschließend erfolgt eine Einführung in die Inhalte und Methoden des Focusing mit Bezugnahme auf Rogers phänomenologische Sichtweise einer klientenzentrierten Theorie. Nach einer Abgrenzung von Focusing zu ähnlichen Konstrukten wird der Beitrag des Focusing zur Schmerzbewältigung erläutert. Es folgen praktische Beispiele von Focusing Übungen und einer Focusing Sitzung mit einer Schmerzpatientin. Diese sollen Möglichkeiten der Anwendbarkeit von Focusing in der Praxis aufzeigen. Im Anschluss möchte ich Antonovsky´s Salutogenesekonzept vorstellen. Augenmerk gilt hierbei besonders dem zentralen Begriff des Kohärenzgefühls und dessen Einfluss auf die Krankheitsverarbeitung. Nach Ableitung der Hypothesen werden die Erhebungsinstrumente im Einzelnen vorgestellt. Nach Auswertung der Ergebnisse folgen eine Diskussion und Schlussbemerkungen mit Ausblick auf weitere Forschung.

6 Begriffserklärungen

6.1 Schmerz

Die International Association for the Study of Pain definiert Schmerz[22] folgendermaßen: „Schmerz ist ein unangenehmes Sinnes- oder Gefühlserlebnis, das mit tatsächlicher oder drohender Gewebsschädigung einhergeht oder von betroffenen Personen so beschrieben wird, als wäre eine solche Gewebsschädigung die Ursache.“[23] Schmerzbeschreibungen lassen sich in affektive (ein Gefühl ausdrückende) und sensorische (die Sinnesqualität betreffende) Aspekte unterteilen.

6.2 Chronischer Schmerz

Schmerzen begleiten oft Erkrankungen und Verletzungen, werden aber inzwischen selbst als Krankheit verstanden. Besteht der Schmerz dabei länger als drei Monate wird von chronischem[24] Schmerz gesprochen. Chronische Schmerzen können jedoch auch akute Komponenten haben. Einige chronische Leiden zeichnen sich durch akute Schübe aus. Von akuten[25] Schmerzen spricht man bei schnell zum Ausbruch kommenden Erkrankungen von vergleichsweise kurzer Dauer. Ich weise darauf hin, dass es weitere Unterteilungen von Schmerz gibt, auf deren Ausführung ich an dieser Stelle verzichte.

6.3 Salutogenese

Die Salutogenese[26] bedeutet soviel wie die Entstehung beziehungsweise der Ursprung von Gesundheit und wurde von dem Medizinsoziologen Aaron Antonovsky als Gegenbegriff zur Pathogenese[27] entwickelt.[28] Betont wird hierbei nicht der Leidensweg einer Krankheit, sondern der Gesundheitsaspekt eines Symptoms. Unter diesem Gesichtspunkt wird Schmerz nicht als Symptom bekämpft, sondern als „gesunder Hinweis“, als Warnsignal verstanden.

6.4 Focusing

Focusing ist eine Selbsthilfemethode, die eine innere Orientierung an bedeutungshaltigem Körperempfinden ermöglicht. Implizit gespürte, jedoch unklare Aspekte einer Sache können mit Hilfe von Focusing-Schritten dem Bewusstsein und damit einer Veränderung zugänglich gemacht werden. Focusing hat verschiedene Anwendungen gefunden. z. B. Traumarbeit,[29] Arbeit mit Kindern, Focusing orientierte Supervision und Entscheidungsfindung, sowie Psychotherapie.[30] Neueste Weiterentwicklung ist TAE-thinking at the Edge, „Denken wo Worte noch fehlen“.[31]

II Theoretischer und empirischer Hintergrund

1 Definition Schmerz

Der Schmerz[32] ist eine komplexe Sinnesempfindung, oft mit starker seelischer Komponente. Voraussetzung ist das Vorhandensein von Schmerzrezeptoren (Nozizeptoren) und die ungestörte Weiterleitung an das Zentralnervensystem (ZNS).[33] Schmerz in der Vielfalt seiner Erscheinungsformen mit sensorischen, motorischen, vegetativen, affektiven und kognitiven Komponenten ist das Ergebnis des Zusammenwirkens zentralnervöser Strukturen.[34] Die International Association for the Study of Pain definiert Schmerz wie bereits obig dargestellt folgendermaßen: „Schmerz ist ein unangenehmes Sinnes- oder Gefühlserlebnis, das mit tatsächlicher oder drohender Gewebeschädigung einhergeht oder von betroffenen Personen so beschrieben wird, als wäre eine solche Gewebeschädigung die Ursache.“[35] Diese für den Alltagsgebrauch ausreichende Beschreibung von Schmerz ist inzwischen wesentlich erweitert worden. Adler[36] betont in seiner erweiterten Definition die psychologische Komponente des Schmerzes. Schmerz sei demnach eine unangenehme Empfindung, die dem Körper zugeschrieben wird und die dem Leiden entspricht, das durch die psychische Wahrnehmung einer realen, drohenden oder fantasierten Verletzung hervorgerufen wird. Schmerz ist keine „Einbahnstraße“, bei der lediglich Signale aus dem Körper an das Gehirn übermittelt werden. Vielmehr sorgen Filterprozesse unseres Zentralnervensystems dafür, dass eine körperliche Schädigung nicht zwangsläufig zu Schmerz führt[37] (Stressanalgesie; z. B. werden Verletzungen, etwa während eines Verkehrsunfalls oder Wettkampfes oft nicht bemerkt) und umgekehrt Schmerz auch ohne körperliche Schädigung bestehen kann (z. B. Phantomschmerz). Schmerz ist demnach das, was der Patient als solches empfindet. Klar unterschieden werden sollte unter akutem Schmerz und chronischem Schmerz. Akuter Schmerz hat neben der unangenehmen Empfindung die durchaus wichtige Funktion den Organismus zu erhalten, bzw. die Wiederherstellung der körperlichen Unversehrtheit zu gewährleisten. Sowohl Arzt als auch Patient gehen davon aus, dass der Schmerz eine bestimmte identifizierbare Ursache hat. Die Behandlung der Schmerzursachen kann mit Aussicht auf Erfolg angegangen werden. Somit kann durch die Kontrollierbarkeit und Vorhersehbarkeit die psychische Belastungsreaktion gemildert werden.[38] Die Auseinandersetzung mit chronischem Schmerz stellt sich in der kognitiven Verarbeitung und seinen Konsequenzen völlig anders dar als akuter Schmerz.

1.1 Chronische Schmerzen

Während akute Schmerzen eine wichtige Warnfunktion als Krankheitssymptom haben, sind chronische Schmerzen Ausdruck einer Fehlfunktion des nozizeptiven Systems. Sie haben jede physiologische Bedeutung verloren und sich zu einem eigenständigen Krankheitsbild entwickelt.[39] Schmerzlinderung wird zum eigentlichen Ziel einer Behandlung. Bei chronischen Schmerzen werden komplexe Wechselwirkungen zwischen biologischen, psychischen und sozialen Faktoren angenommen. Dies entspricht dem Verständnis des von Engel entwickelten bio-psycho-soziale Krankheitsmodells. Es betrachtet den kranken Menschen im Spannungsfeld seiner biologischen Natur einerseits und seiner psychischen und sozialen Gegebenheiten andererseits. Dabei wird das Schmerzerleben als umfassendes seelisches Regulationssystem betrachtet. Am Beginn einer Schmerzkarriere steht nicht selten ein definierbares Ereignis, z.B. eine Verletzung, ein Unfalltrauma, eine Entzündung o. ä. Psychologische Bewertungsprozesse und daraus resultierende Verhaltensweisen nehmen unmittelbar Einfluss auf das Schmerzerleben. Emotionale Zustände wie Angst oder depressive Stimmung sind weitere Modulationsfaktoren, die zu dysfunktionalen Copingstrategien wie Schon- und Vermeidungsverhalten führen können. Soziale Auswirkungen, wie langandauernde Krankschreibungen oder besondere Zuwendung, können als Verstärkerfaktoren hinzukommen. Auch die Einschränkung von positiven Aktivitäten und der damit verbundene soziale Rückzug führen zu einer Aufmerksamkeitsfokussierung auf das Schmerzgeschehen, was wiederum die deszendierende Schmerzhemmung beeinflusst. Unter Dauererregung des schmerzverarbeitenden Systems kommt es zu plastischen Veränderungen des Nervensystems, welche ihrerseits Sensibilisierungsprozesse[40] hervorrufen. Neuronale Schmerzinformationen werden also verstärkt, selbst wenn der eigentliche Auslöser unverändert bleibt oder gar zurückgeht. Man spricht in diesem Zusammenhang von einem „Schmerzgedächtnis“. Aufgrund früher Schmerzerfahrungen werden neuronale Strukturen offenbar durch Lernprozesse im Gehirn, vor allem im Zwischenhirn permanent verändert. Wie Herta Flor und Mitarbeiter herausfanden, vergrößert sich beispielsweise bei chronischen Rückenschmerzen das für den Rücken zuständige Hirnareal auf Kosten anderer Areale, und zwar progressiv mit der Dauer der Schmerzen.[41] Gerade am Phänomen Phantomschmerz wird deutlich, dass chronifizierter Schmerz auch dann empfunden wird, wenn die Schmerzinformation ihren Ursprung nicht mehr in den Nozizeptoren hat. In der Fachsprache wird dieses Phänomen auch Langzeitpotenzierung[42] genannt. Auch frühkindliche Erfahrungen von Gewalt oder anderen traumatischen Ereignissen graben sich in das implizite Schmerzgedächtnis und werden im späteren Leben wieder belebt, vor allem durch Auslöser, welche das dem Schmerzgeschehen zugrunde liegende Trauma von damals in Erinnerung rufen.[43] Schon Freud räumte ein, dass seelische Konflikte und psychische Symptome in somatische Symptome (wie z. B. Kopfschmerz) konvertiert werden können.

1.2 Chronischer Schmerz als Stressor

Krankheiten werden durch Stress[44] nicht nur begünstigt, sondern Krankheiten, besonders jene die mit chronischen Schmerzen einhergehen, können in höchstem Maße Anspannung und Stress verursachen. Wie Forschungsergebnisse aus der Psychoneuroimmunologie belegen, gibt es eine direkte Verbindung zwischen Psyche und Soma. Von außen kommende Belastungen, die starke emotionale Bedeutung haben, wirken über das zentrale Nervensystem und die Nebennierenrinde auf das Immunsystem ein und bewirken dort eine Dämpfung der zellulären Immunabwehr und eine Veränderung der Immunoglobuline. Dies hat eine erhöhte Erkrankungsbereitschaft zur Folge. (vgl.Ruegg, 2006, S. 96ff.) Das Immunsystem und die Gesundheit eines Patienten können durch dessen Vorstellungen, Denkweise und Glauben beeinflusst werden.[45] Antonovsky spricht in diesem Zusammenhang von einem Kohärenzgefühl. Auf der Suche nach heilsamen Faktoren (salutary factors), eben jenen die Menschen helfen mit diversen Stressoren[46] umzugehen, entdeckte Antonovsky drei universell gültige Gemeinsamkeiten: zum einen dass heilsame Faktoren die Überzeugung des Menschen stärken, dass die Stimuli der eigenen Umwelt sinnvoll interpretierbar sind. Weiterhin führen sie zu einem instrumentellen Vertrauen, dass Geschehnisse beeinflussbar bzw. handhabbar sind und zuletzt stärken sie eine motivationale Komponente, Dinge auch ausführen zu wollen. Ein schicksalhaftes Ereignis – auch ein Leben mit chronischen Schmerzen kann als solches verstanden werden- wird demnach nicht als Last sondern als Herausforderung verstanden. Ein hohes Kohärenzgefühl wirkt sich demnach positiv auf die Gesundheit aus.

Neben den bewusst zugänglichen Erinnerungen und Gedanken im expliziten Gedächtnis, sind Gefühle, Empfindungen, Ängste aufgrund traumatischer Erfahrungen, im impliziten, dem Bewußtsein nicht zugänglichen Teil des Gehirns gespeichert. Stressreaktionen hängen somit von der Interpretation und vom Vergleich der aktuellen Stressreaktion mit vorausgehenden Stresserfahrungen ab, die im impliziten Gedächtnis, vor allem in der Amygdala und im Hippocampus, als wesentliche Bestandteile, gespeichert sind. Eric Kandel[47] weist auf die Bedeutung des Unbewussten für eine Heilung hin. „Die Ursachen liegen im impliziten (bzw. prozeduralen) Unbewussten und dieses müsse sich auch bei einer Therapie verändern, soll sie heilsam sein.“

1.3 Schmerzbewältigung

Im folgenden Abschnitt möchte ich weniger auf die medizinische Behandlung[48] chronischer Schmerzen eingehen, als vielmehr die psychologischen Möglichkeiten der Schmerzbewältigung aufführen. Bei der Auswahl der Literatur beschränke ich mich gezielt auf die für die vorliegende Arbeit relevanten Aspekte der Schmerztherapie.

Chronischer Schmerz ist ein multidimensionales Phänomen und erfordert die Notwendigkeit einer multiprofessionellen Behandlung.[49] Konzepte der einseitig somatisch ausgerichteten Medizin haben in der Vergangenheit wenig zur Verbesserung des Gesundheitszustandes der Betroffenen beigetragen, z. T. wurden durch medikamentöse Behandlung Schmerzen erst recht induziert[50]. Rüegg (2006) empfiehlt bei der Behandlung chronischer Schmerzen ein integrativ-psychosomatisches Vorgehen und eine „ganzheitliche“ Sichtweise, die neben den körperlichen Symptomen auch die seelischen Aspekte berücksichtigt, insbesondere die persönliche Lebens- und Leidensgeschichte der Schmerzpatienten. Basler (2004, S.502) fordert die Anwendung spezifischer diagnostischer Verfahren. Hierzu zählen die strukturierte Schmerzanamnese, die Anwendung von Test- und Erhebungsverfahren, die kompetent nur von speziell ausgebildeten Psychologen bzw. Psychotherapeuten angewandt werden können, sowie der Einsatz von Selbstbeobachtungsmethoden. Weiter weist er darauf hin, dass eine Chronifizierung dadurch verhindert werden kann, dass unangemessene medizinische Maßnahmen nicht und psychologische Interventionen frühzeitig greifen. Zu den Zielbereichen psychologischer Schmerztherapie zählt er unter anderem die Education, d. h. die Erweiterung der subjektiven Schmerztheorie des Patienten, die Analyse und Verbesserung der Nutzung eigener Ressourcen im Umgang mit dem Schmerz, die Optimierung eigener Schmerzbewältigungsfertigkeiten, sowie die Verbesserung der Selbstbeobachtung. Letztere hat die Folge, dass der Patient die Veränderlichkeit des Schmerzes wieder wahrzunehmen lernt. Ebenso erleichtert sie die differenzierte Wahrnehmung der Wirkung von therapeutischen Interventionen. Interventionen sollten sich nach Möglichkeit an den Ressourcen des Patienten orientieren. Je mehr ein Mensch auf seine inneren Ressourcen angesprochen wird, um so eher wird er diese Anteile auch in sich selbst wieder wahrnehmen und aktivieren können. Kröner-Herwig und Frettlöh[51] schlagen einen 3-Stufen Plan vor, der die Klärung von Ressourcen des Patienten, deren Aktivierung, sowie der Nutzung von Ressourcen im Umgang mit dem Schmerz beinhaltet. Mit einer ressourcenorientierten Suchhaltung wird der Therapeut für den Patienten zum Modell dafür, sich selbst auch in dieser Richtung zu befragen. Ein verstärktes Bewusstsein für die positiven Aspekte der eigenen Person und Situation lindert zwar die Schmerzen nicht, hilft aber, sie zu „tragen“ und fördert das Vertrauen in die eigenen Kräfte. Allen Bemühungen, Schmerzen beseitigen zu wollen, sollte zur Seite gestellt werden, dass Schmerzbewältigung auch heißt mit den Schmerzen leben zu lernen. Frede[52] schreibt aus Patientenperspektive: „Mittlerweile erlebe ich es als entlastend, auf das Ideal der Kontrolle zu verzichten, anzuerkennen, dass Krankheit und Schmerz Bestandteile des Lebens sind, dass es Realitäten gibt, die der Einzelne tragen muss, obwohl er sie nicht selbst „herbeigeführt“ hat und die auch durch noch soviel positives Denken nicht verändert werden können. Weiterhin beschreibt Frede, dass in der Praxis psychologischer Schmerztherapie Angst- und Trauergedanken überwiegend als „negativ“, als „dysfunktional“ bezeichnet werden. Wenn jedoch ein Mensch seinen schmerzfreien Körper verliert, so löst dies zunächst erst einmal Trauer und auch Ängste aus. In beiden Fällen geht es um das Loslassen, um die Anpassung an Verlust. Voraussetzung für diese Anpassung ist, dass der Verlust angeschaut wird. Mit vorschnellen Aufforderungen zur positiven Selbstinstruktion („Bald scheint für mich die Sonne wieder“) wird nicht der Prozess der Anpassung unterstützt, sondern das Nichtwahrhabenwollen von Verlust. Dieser Mechanismus steht der Verarbeitung im Wege und verlängert den Trauervorgang. Ängste sind normal bei chronischen Erkrankungen. Frede schlägt vor, die Angst an die Hand zu nehmen und mit ihr seinen Weg zu gehen, sie zum Verbündeten zu machen. Der Dialog mit der Angst ermöglicht zunächst eine Distanzierung von ihr und weiter eine Konkretisierung der Furcht. Während diffuse Angst häufig Gefühle der Hilflosigkeit hervorruft, kann eine konkrete Furcht durchaus beeinflusst werden. (z. B. durch klärende Gespräche, Informationsbeschaffung, usw.) Der Mensch erlebt sich nicht als Opfer seiner Ängste, sondern als kompetent im Umgang mit seinen Gefühlen. In der Theorie der Schmerztherapie gilt als „primäres Behandlungsziel die Förderung der Selbstkontrolle und Eigenaktivität des Patienten“[53]. Ziel psychologischer Schmerztherapie ist es, den Patienten im Umgang mit seinen Schmerzen zu seinem eigenen Experten zu machen. Dabei sollte der Zugang zum Patienten nicht kategorisch („typischer Schmerzpatient“) sondern individuumszentriert sein, so die Forderung von Traue[54]. Entscheidend ist dabei die Aufrechterhaltung der Integrität der Person, das Erleben des eigenen Wertes. In dieser Hoffnung kann ein Mensch bestärkt werden – unabhängig davon, ob und inwieweit Schmerzlinderung möglich ist.

[...]


[1] Vgl. Krehl, L. (1898): Pathologische Physiologie. Ein Lehrbuch für Studierende und Ärzte.

[2] Zahlen des Bundesministerium für Bildung und Forschung.

[3] Grindler Katonah, D. (1999) the Folio. A Journal for focusing and experiental therapy. P.4.

[4] Salutogenese = Lehre von der Entstehung der Gesundheit

[5] siehe Ringwelski, B. (2003). Arbeit mit dem Felt sense. In: Focusing – ein integrativer Weg der Psychosomatik. S. 108.

[6] Beispielsweise lokale Analgetika (wie Xylocain®), systemische Analgetika, nicht-steroidale Analgetika (wie Aspirin®, Paracetamol®, Diclofenac®, Ibuprofen®), Opioide (wie Tramal®), trizyklische Antidepressiva, Antikonvulsiva, Betablocker und nichtsteroidale Antirheumatika.

[7] Siehe auch Deutsche Gesellschaft für psychologische Schmerztherapie und -forschung < http://www.dgpsf.de/ >

[8] Deutsche Gesellschaft für Schmerztherapie e.V. < http://www.dgschmerztherapie.de/ >.

[9] Neubauer, E., Schiltenwolf, M. (2004): Indikationen und Kontraindikationen für eine multimodale ambulante Schmerztherapie, mündliche Mitteilung

[10] http://www.innovations-report.de/html/berichte/medizin_gesundheit/bericht-67459. Flor, Herta 07/2006. Den Schmerz verlernen: Das Gehirn verarbeitet eine Vorstellung und nicht die Realität.

[11] Flor, H., Denke, C., Schaefer, M., Gruesser, S. (2001) Effect of sensory discrimination training on cortical reorganisation and phantom limb pain. Lancet, 357, 1763-4.

[12] Kiecolt-Glaser, J.D. und Glaser, R. (1985): Enhancement of immunocompetence in a geriatic population, in: Health Psychology, 4, S. 25-41.

[13] Lutgendorf, S., et. al. (1994): Changes in Cognitive Coping Strategies Predict EBV-Antibody Titre Change following a Stressor Disclosure Induction, in: Journal of Psychosomatic Research, Vol. 38, No. 1, pp. 63-77.

[14] Experiencing ist die Bezugnahme auf die gefühlte Bedeutung, vgl. Stumm. G, Wiltschko, J., Keil, W. (2003): Grundbegriffe der personenzentrierten und focusing-orientierten Psychotherapie und Beratung, S.99.

[15] Siehe zum Messinstrument der Experiencing Scala Klein, M., Mathieu-Coughlan, P., Kiesler, D. (1986): The experiencing scales, in: Greenberg, L.S., Pinsof, W.M.: The psychotherapeutic process: a research handbook. Siehe zum somatic experiencing, das die Sprache der Empfindung nutzt und die Körperwahrnehmung verfolgt, um Gehirn und Nervensystem insgesamt in den Lösungsprozess einzubeziehen, die Beschreibung der Somatic Experiencing® Deutschland e.V. unter < http://www.somatic-experiencing.de/e187/e323/index_ger.html >; Abruf: 30.09.2006.

[16] Vgl. Lutgendorf, S., et. al., (1994), p.69.

[17] „This suggests that is the manner in which one engages in the expression of the trauma that makes the difference in immune functioning rather than just talking or writing“, vgl. Lutgendorf, S., et. al. (1994), p. 70.

[18] Vgl. Feuerstein, H.J. (2002), in: Gendlin, E.: Focusing. Selbsthilfe bei der Lösung persönlicher Problemen, S. 8.

[19] Quelle: < http://www.iasp-pain.org/ >; Abruf: 29.08.2006.

[20] “Pain is always subjective”, unter < http://www.iasp-pain.org/terms-p.html#Pain >: Abruf: 29.08.2006.

[21] die neuronale Aktivität im limbischen System korreliert mit der Intensität des subjektiv empfundenen Schmerzes. vgl. Casey, K. (1999) Forebrain mechanisms of nociception and pain: analysis through imaging. PNAS USA. 96: 7668-74.

[22] Lateinisch dolor, der Schmerz.

[23] “An unpleasant sensory and emotional experience associated with actual or potential tissue damage, or described in terms of such damage”, unter < http://www.iasp-pain.org/terms-p.html#Pain >; Abruf: 29.08.2006.

[24] Griechisch chronos, die Zeit.

[25] Lateinisch acutus, gespitzt, geschärft, scharf.

[26] Griechisch genesis oder genese, Ursprung, Erzeugung, Entstehung, Geburt, Leben und lateinisch salus, Wohlergehen, Gesundheit.

[27] Griechisch pathos, Missgeschick, Ungemach, Unglück, Leid, Schmerz, Empfindung, Krankheit. Pathogenese bedeutet also die Entstehung und Entwicklung von krankheitswertigen Störungen, Defekten und sonstigen Veränderungen und damit von behindernden Missbildungen und Krankheiten aller Art, einschließlich „funktioneller“ und psychischer Störungen, vgl. < http://de.wikipedia.org/wiki/Pathogenese >; Abruf: 29.08.2006.

[28] Vgl. Antonovsky, A. (1979): Health, stress, and coping: New perspectives on mental and physical well-being.

[29] Vgl. Stumm. G, Wiltschko, J., Keil, W. (2003): Grundbegriffe der personenzentrierten und focusing-orientierten Psychotherapie und Beratung, S.315.

[30] Vgl. Feuerstein, H.J., Müller, D., Weiser Cornell, A., (2000). Focusing im Prozess.

[31] In dieser Methode werden derzeit 14 Schritte angegeben, die von einem vagen Gefühl über ein bestimmtes Erfahrungsfeld bis hin zu logisch-formalen Strukturen fortschreiten, vgl. Gendlin, E. (1998): Focusing-orientierte Psychotherapie. Ein Handbuch der erlebensbezogenen Methode, S.12.

[32] (von althochdeutsch smerzo) (lat. Dolor)

[33] Vgl. auch die Definition von Schmerz der Stanford Encyclopedia of Philosophy m.w.N. unter < http://plato.stanford.edu/entries/pain/ >; Abruf: 04.09.2006.

[34] vlg. Basler S.33

[35] “An unpleasant sensory and emotional experience associated with actual or potential tissue damage, or described in terms of such damage”, unter < http://www.iasp-pain.org/terms-p.html#Pain >; Abruf: 29.08.2006.

[36] Adler, Rolf. (2005). Einführung in die biopsychosoziale Medizin. Stuttgart: Schattauer. S.95.

[37] Die Stärke der Schmerzempfindung hängt auch stark von der mentalen Einstellung ab. Deutlich wird dies in dem sogenannten „Eiswassertest“. Hierbei taucht die Versuchsperson ihre linke Hand in Eiswasser. Nach 7-10 Minuten verspürt sie einen starken Schmerz. Sagt der Versuchsleiter jedoch dem Probanden, die eisige Kälte „härte ab“ und stärke somit die Gesundheit, so spürt der Proband geringere Schmerzen und lässt somit die Hand länger (schmerzfrei) im Wasser.

[38] vgl. Stressmodell von Lazarus.

Lazarus, R. S., Folkman, S. (1984). Stress, appraisal, and coping. New York: Springer.

[39] Michel, S. Bernardy, K.: chronische Schmerzen. in: Köllner, V. Broda, M.(2005). Praktische Verhaltensmedizin. Stuttgart: Thieme. S. 175.

[40] auf zellulärer Ebene wird dies durch einfache Modulation des Kalziumeinstroms in die präsynaptische Endigung erreicht. (Kandel, (2006). S. 62)

[41] Flor et. al. (1997). Extensive reorganization of primary somatosensory cortex in chronic back pain patients. Neurosience Letter. 224. S. 5-8.

[42] Nozizeptive Rückenmarksneurone werden infolge andauernder Reizung übererregbar, sodass der Flucht-, Rückzieh- oder Beugereflex verstärkt sind. Das Rückenmark erinnert sich an vorausgegangene Reizung. Dies lässt sich auf eine Konzentration intrazellulären Kalziumionen in den Rückenmarksneuronen zurückführen

[43] Heinl, H., Heinl, P. (2004). Körperschmerz – Seelenschmerz. Die Psychosomatik des Bewegungssystems. Ein Leitfaden. München: Kösel-Verlag.

[44] Stress bezeichnet durch spezifische äußere Reize (Stressoren) hervorgerufene psychische und physiologische Reaktionen, die zur Bewältigung besonderer Anforderungen befähigen und zum anderen die dadurch entstehende körperliche und geistige Belastung. Stress ist also die Anpassung des Körpers an diese Stressoren, bzw. seine Reaktion auf diese.

[45] Jerry, M. (1996). Psychoneuroimmunologie. In: Greger, R., Windhorst, U. (eds). Comprehensive Human Physiology. From cellular mechanisms to integration. Vol. 2. Berlin, Heidelberg, New York: Springer. 1731-45

[46] Antonovsky definiert Stressoren als „eine von innen oder außen kommende Anforderung an den Organismus, die sein Gleichgewicht stört und die zur Wiederherstellung des Gleichgewichtes eine nicht-automatische und nicht unmittelbare, verfügbare, energieverbrauchende Handlung erfordert.“ (Antonovsky, 1979, S. 72).

[47] Kandel, E. R. Psychiatirie, Psychoanalyse und die neue Biologie des Geistes.(2006).Frankfurt am Main: Suhrkamp. S. 39ff.

[48] z.B. 3 - Stufenschema der WHO der medikamentösen Schmerztherapie

[49] “The task force is strongly commited to the idea that a multidisciplinary approach to diagnosis and treatment is the preferred method of delivering health care to patients wich chronic pain of any etiology.” IASP Forderung

[50] Mao, J. (2006) Opioid – induced Abnormal Pain sensivity. In: Current Pain and Headache reports. No. 1, Vol. 10.

[51] in Basler, 2004, S. 507

[52] Frede, U. (2004) Praxis psychologischer Schmerztherapie- kritische Reflexion aus der Patientenperspektive. in: Basler. S. 623.

[53] Flor, H., Turk, DC. (1996) Der kognitiv-verhaltenstherapeutische Ansatz und seine Anwendung. In: Basler, H-D., Franz, C.,Kröner-Herwig, B., Rehfisch, H-P. Seemann, H. (Hrsg) Psychologische Schmerztherapie. 3. Aufl. Heidelberg: Springer. S. 613-630.

[54] Traue, H. C., Kessler, M., Kröner-Herwig, B. (1999). Verhaltenstherapie bei chronischen Schmerzen. In: Hoefert, H-W., Kröner-Herwig, B. (Hrsg). Schmerzbehandlung. Psychologische und medikamentöse Intervention. München: Reinhardt. S. 182-191.

Ende der Leseprobe aus 78 Seiten

Details

Titel
Der Einfluß von Focusing auf das Schmerzerleben von chronischen Schmerzpatienten
Untertitel
Eine Evaluationsstudie in Zusammenarbeit mit der Deutschen Focusing Gesellschaft und der AOK Gesundheitskasse
Hochschule
Universität Koblenz-Landau
Note
2,0
Autor
Jahr
2007
Seiten
78
Katalognummer
V86027
ISBN (eBook)
9783638907477
ISBN (Buch)
9783638907712
Dateigröße
993 KB
Sprache
Deutsch
Anmerkungen
Literaturnachweis ausschließlich durch Fußnoten
Schlagworte
Einfluß, Focusing, Schmerzerleben, Schmerzpatienten
Arbeit zitieren
Diana von Kopp (Autor), 2007, Der Einfluß von Focusing auf das Schmerzerleben von chronischen Schmerzpatienten, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/86027

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