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"Coeur" und die Grenze der Vernunft - eine Annäherung an den Begriff "Coeur" bei Blaise Pascal

Title: "Coeur" und die Grenze der Vernunft - eine Annäherung an den Begriff "Coeur" bei Blaise Pascal

Term Paper (Advanced seminar) , 2005 , 35 Pages , Grade: 1 (B)

Autor:in: Dipl. Soz.päd. (FH), M.A. Hans-Peter Breuner (Author)

Philosophy - Philosophy of the 17th and 18th Centuries
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In Johannes Hirschbergers „Geschichte der Philosophie“ wird Descartes, dem Vater der neuzeitlichen Philosophie, unter der Kapitelüberschrift des Rationalismus 34 Seiten gewidmet. Die Philosophie Blaise Pascals findet in einem Unterkapitel dagegen mit lediglich 4 Seiten Platz. Pascals Philosophie wird jedoch dort zumindest als eine kritische Auseinandersetzung und Weiterentwicklung der des Descartes verstanden und gewürdigt. Dahingegen findet z.B. in Bertrand Russels „Philosophie des Abendlandes“ Pascals Philosophie nur ganz am Rande Erwähnung. Pascal scheint hier wie dort, wenn auch in verschiedenem Maße unter dem Blick der Geschichte der Philosophie im Schatten von Descartes zu stehen, ob es gerechtfertigt ist, dass Pascals Philosophie unter qualitativer Hinsicht verdient ein Schattendasein zu führen, ist nicht zuletzt auch eine Fragestellung dieser Arbeit. Jede Generation von Philosophen ist aufgerufen, die Philosophien der vorangegangenen Jahrhunderte neu aufzugreifen und auf ihre Bedeutung aus heutigem Blick zu befragen.
Wie auch immer sich die Stellung der Pascalschen Philosophie in der weiteren Forschung sich verändern mag, an Gewicht zunehmen wird, oder auch nicht. Der Weg dorthin wird immer über Descartes führen.
Was sind also die epochemachenden neuen Gedanken die mit Descartes verbunden werden und auf die Pascal in seinen Pensees reagierte?

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Prolog

Descartes

2.1. Die Methode

2.2. Die Geometrie und der Zweifel

2.3. Der Gottesbeweis und die Unsterblichkeit der Seele

2.4. Descartes zum Abschluss

3. Pascal

3.1. „Coeur“ das Herz

3.2. Der Geist des Feinsinns gegen den Geist der Geometrie

3.3. Das Herz schlägt im Leib

4. Epilog

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht den philosophischen Begriff „Coeur“ bei Blaise Pascal im Spannungsfeld zur rationalistischen Methode von René Descartes. Ziel ist es, Pascals Kritik an der Vorrangigkeit des Intellekts zu analysieren und aufzuzeigen, wie er durch das Konzept des Herzens als „ästimative Rationalität“ und die Berücksichtigung der leiblichen Existenz die Grenzen des cartesischen Rationalismus erweitert.

  • Vergleich der philosophischen Ansätze von Descartes und Pascal
  • Analyse der Grenzen der rationalistischen Methode
  • Die Bedeutung des Begriffs „Coeur“ (Herz) bei Pascal
  • Die Rolle der leiblichen Existenz in der Erkenntnistheorie
  • Methodologische Einordnung Pascals im Rationalismus

Auszug aus dem Buch

3.1. „Coeur“ das Herz

Eduard Zwierlein bezeichnet den Ausdruck „coeur“ als Bezeichnung für ein komplexes menschliches Vermögen zu denen er folgende Phänomene zählt:

„Fühlen, Wollen, Streben, Wohlgefallen, Wählen, Wetten, Glauben, Lieben und Hassen. Es werden desweitern die Phänomene der Resonanz, Relevanz und Rationalität untersucht. Zu den eigentümlichsten Leistungen oder eher noch Charakterisierungen des Herzens gehören u.a. sein Bewegt-Sein, Aus-Sein-Auf, Sich-Beziehen- Können-Auf und seine interessierte Aufmerksamkeit.

Das Herz zeichnet sich aus als Ort der Wert- und Weltwahrnehmung, ja, noch ursprünglicher: als Ort der Weltkonstitution. Es verweist in das Zentrum menschlichen Selbtseins, umfaßt als Quelle und Motor der menschlichen Bewegungen Teleologie und Intentionalität und integriert mental, emotionale und vitale Topoi.“50

Hinter dieser Vielzahl von Bestimmungen sieht Zwierlein eine Gemeinsamkeit sie weisen alle eine „wertschätzendwählende Grundstruktur“ auf. „Coeur“ bezeichnet für Zwierlein deshalb „menschliche[s] Erkennen in Gestalt einer ästimativen Rationalität.“51

Zusammenfassung der Kapitel

1. Prolog: Einleitende Betrachtung über existenzielle Erschütterung und die Frage nach dem richtigen Weg philosophischer Erkenntnis anhand von Baudelaire und Pascal.

Descartes: Überblick über die zentralen Anliegen der Philosophie Descartes, insbesondere das Streben nach einer mathematisch begründeten, sicheren Methode.

2.1. Die Methode: Darstellung der vier methodischen Regeln Descartes, die auf dem Vertrauen in die menschliche Vernunft basieren.

2.2. Die Geometrie und der Zweifel: Erläuterung des methodischen Zweifels bei Descartes, der im „Cogito ergo sum“ als archimedischem Punkt mündet.

2.3. Der Gottesbeweis und die Unsterblichkeit der Seele: Untersuchung der rationalistischen Begründung für Gottes Existenz und die Unsterblichkeit der Seele bei Descartes.

2.4. Descartes zum Abschluss: Kritische Würdigung der cartesischen Methode als Mathesis Universalis und der damit einhergehenden Abstraktion von der Lebenswelt.

3. Pascal: Einführung in Pascals Denken als kritische Auseinandersetzung und Erweiterung der cartesischen Konzeption.

3.1. „Coeur“ das Herz: Definition des Herzens als komplexes Erkenntnisvermögen, das der Vernunft erweiternd zur Seite gestellt wird.

3.2. Der Geist des Feinsinns gegen den Geist der Geometrie: Gegenüberstellung von zwei verschiedenen Arten des Erkennens, wobei das Herz das Unendliche und Feinsinnige erfasst.

3.3. Das Herz schlägt im Leib: Untersuchung der Bedeutung der leiblichen Existenz für das menschliche Denken und Handeln.

4. Epilog: Reflexion über die Endlichkeit des Menschen und die bleibende Bedeutung von Pascals Leibphilosophie für die Moderne.

Schlüsselwörter

Blaise Pascal, René Descartes, Coeur, Rationalismus, Vernunft, Herz, Erkenntnistheorie, Leiblichkeit, Geist der Geometrie, Geist des Feinsinns, Existenz, Methode, Pensees, Methode, Wissenschaftstheorie

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit dem philosophischen Begriff des „Coeur“ (Herz) bei Blaise Pascal und untersucht dessen Funktion als notwendige Ergänzung zum Rationalismus von René Descartes.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Die zentralen Themen sind Erkenntnistheorie, die Rolle der Vernunft versus Gefühl, der methodische Zweifel, die Bedeutung der leiblichen Existenz sowie das Spannungsfeld zwischen mathematischer Logik und menschlicher Intuition.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Ziel ist die Analyse von Pascals Kritik an der Überbetonung des Intellekts bei Descartes und die Aufarbeitung des Herzens als einer eigenständigen, dem Menschen zugrunde liegenden Vernunftform.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt eine philosophische Textanalyse und komparative Methode, um die Pensees von Pascal in Bezug auf die erkenntnistheoretischen Voraussetzungen von Descartes zu deuten.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Analyse der cartesischen Methode und ihre Kritik durch Pascal, wobei die Konzepte „Geist der Geometrie“, „Geist des Feinsinns“ und die leibliche Fundierung des Denkens im Zentrum stehen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird durch Begriffe wie Rationalismus, Herz, Vernunft, Erkenntnistheorie, Leiblichkeit und Existenz charakterisiert.

Wie unterscheidet sich Pascals „Herz“ von Descartes’ Vernunft?

Während Descartes auf eine deduktive, mathematisch-logische Methode setzt, versteht Pascal das Herz als ein Instrument, das Prinzipien unmittelbarer erfühlt und Situationen in ihrer Komplexität erfasst, die der diskursiven Vernunft verborgen bleiben.

Warum ist die leibliche Existenz für Pascal so wichtig?

Pascal betont, dass das menschliche Denken nicht von der leiblichen Existenz abgelöst werden kann, da der Leib die Welt erfährt und das Denken durch seine Endlichkeit, Zeitlichkeit und leibliche Verfasstheit beeinflusst wird.

Welche Bedeutung kommt der Fabel vom Igel und dem Hasen in der Arbeit zu?

Die Fabel dient als Metapher: Der „vernünftige“ Hase folgt starren Regeln, während der Igel durch intuitive Anpassung und „Geist des Feinsinns“ bereits am Ziel ist, was Pascals Ansicht verdeutlicht, dass das Herz dem Geist der Geometrie oft überlegen ist.

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Details

Title
"Coeur" und die Grenze der Vernunft - eine Annäherung an den Begriff "Coeur" bei Blaise Pascal
College
University of Würzburg
Grade
1 (B)
Author
Dipl. Soz.päd. (FH), M.A. Hans-Peter Breuner (Author)
Publication Year
2005
Pages
35
Catalog Number
V86059
ISBN (eBook)
9783638011525
Language
German
Tags
Coeur Grenze Vernunft Annäherung Begriff Coeur Blaise Pascal
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Dipl. Soz.päd. (FH), M.A. Hans-Peter Breuner (Author), 2005, "Coeur" und die Grenze der Vernunft - eine Annäherung an den Begriff "Coeur" bei Blaise Pascal, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/86059
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