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Militärherrschaften in Afrika. Entstehen und Zerfall von Militärregimen im postkolonialen Afrika

Titre: Militärherrschaften in Afrika. Entstehen und Zerfall von Militärregimen im postkolonialen Afrika

Exposé Écrit pour un Séminaire / Cours , 2007 , 22 Pages , Note: 2,3

Autor:in: Dennis Marvin aus der Wieschen (Auteur)

Politique - Région: Afrique
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Die vorliegende Hausarbeit thematisiert die Ursachen für das Entstehen und den Zerfall von Militärregimen im postkolonialen Afrika.

Nachdem die Kolonialzeit nach dem Zweiten Weltkrieg de facto beendet war, erlangten viele afrikanische Staaten um 1960 herum formell ihre Unabhängigkeit. Die Hoffnung, dass sich die nun unabhängigen Staaten zu funktionierenden Demokratien nach westlichem Vorbild entwickeln würden, wurde dabei jäh enttäuscht. Viele Staaten stürzten – nicht zuletzt aufgrund der „zurückgelassenen“ politischen und sozialen Strukturen der Kolonialmächte - nach wenigen Jahren in ein Chaos. Schon Mitte der 60er Jahre kamen in Afrika zahlreiche Militärherrschaften auf, nachdem die Streitkräfte gegen die bisherigen Regierungen geputscht hatten.

Zunächst wird die Regierungsbildung im postkolonialen Afrika dargestellt, wobei zuerst auf die Erblasten des Kolonialismus eingegangen wird, bevor die verschiedenen Herrschaftsformen im postkolonialen Afrika und hierbei insbesondere die Herrschaftsform der Militärdiktatur untersucht werden. Anschließend werden die Ursachen für die Herausbildung von Militärdiktaturen erörtert. In diesem Kontext sollen vor allem die generelle Neigung afrikanischer Staaten zu charismatischen Herrschern sowie die Rolle des Militärs verdeutlicht werden. Anhand der empirischen Länderbeispiele Nigeria und Zaire / Demokratische Republik Kongo sollen die Faktoren identifiziert werden, die in diesen Ländern zur Bildung von Militärdiktaturen beigetragen haben. Im weiteren Verlauf der Arbeit werden die politischen und ökonomischen Ursachen für den Zerfall von Militärregierungen dargelegt. Auch hierbei wird das prototypische Beispiel Zaire / Demokratische Republik Kongo thematisiert. Zum Schluss der Arbeit werden die Chancen und Grenzen militärischer Herrschaftsformen diskutiert.

Extrait


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Methodische Vorgehensweise und Erkenntnisinteresse

3. Regierungsbildung im postkolonialen Afrika

3.1 Erblasten des Kolonialismus

3.2 Herrschaftsformen

3.3 Militärherrschaften

4. Ursachen für das Entstehen von Militärherrschaften in Afrika

4.1 Befürwortung personaler Herrschaftsformen

4.2 Politischer Despotismus

4.3 Rolle des Militärs

4.4 Fehlen einer Mittelschicht

4.5 Signalwirkung anderer Militärputsche

4.6 Länderbeispiel Nigeria

4.7 Länderbeispiel Zaire / Demokratische Republik Kongo

5. Ursachen für den Zerfall von Militärherrschaften in Afrika

5.1 Politische Ursachen

5.2 Ökonomische Zusammenbrüche

5.3 Korruption der Militärregierungen

5.4 Länderbeispiel Zaire

6. Chancen und Grenzen von Militärregimen

7. Resümee

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit analysiert die historischen und strukturellen Ursachen, die nach der Entkolonialisierung zur Etablierung sowie zum späteren Zerfall von Militärregimen in verschiedenen afrikanischen Staaten geführt haben.

  • Analyse der postkolonialen Regierungsstrukturen und Erblasten
  • Untersuchung der Entstehungsursachen von Militärdiktaturen
  • Empirische Fallstudien zu Nigeria und Zaire / Demokratische Republik Kongo
  • Evaluation der Gründe für den Zerfall von Militärregierungen
  • Diskussion der Modernisierungschancen und Grenzen militärischer Herrschaft

Auszug aus dem Buch

3.3 Militärherrschaften

Militärherrschaften wurden in Afrika fast immer durch Militärputsche eingeleitet. Hierbei kann zwischen vier verschiedenen Putschformen unterschieden werden, nämlich dem „governmental/guardian coup“, dem „veto coup“, dem „anticipatory coup“ und dem „reforming coup“. Beim Typus des „governmental/guardian coup“ löst das Militär die bisherige Regierung ab, verändert aber nicht das politische, ökonomische und soziale System des Landes. Die Militärregierung verfolgt dabei die Absicht, so lange das Land zu regieren, bis sich eine akzeptable Regierung gebildet hat. Der „veto coup“ stellt einen militärischen Putsch dar, bei dem das Militär die bisherige Regierung aufgrund der Tatsache verdrängt, dass die bisherige Regierung radikale wirtschaftliche und soziale Reformen eingeleitet hat, die zu Lasten der wohlhabenden Bevölkerung gehen. Eine Unterform des „veto coup“ ist der „anticipatory coup“, „when the military intervence to pre-empt power passing to a revolutionary or radical government as distinct from the overthrow of an existing progressive and reformist government“ (Smith 1996: 178).

Unter “reforming coup” werden Militärputsche verstanden, bei denen das Militär den Staat und die Sozialordnung mit einer neuen ideologischen Grundlage überziehen will (Vgl. Smith: 1996: 178 f).

Die Militärherrschaften sind in der Regel dadurch gekennzeichnet, dass es kaum oder sogar gar keine Wahlen gibt und die politischen Entscheidungen hinter verschlossenen Türen vollzogen werden. Auch wenn es in der Regel einen zentralen Machthaber im Vordergrund gibt, werden die Entscheidungen kollektiv in einer Art Komitee getroffen (Vgl. Bratton / van de Walle 1997: 79 f).

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Arbeit thematisiert die Entstehungsursachen und den Zerfall von Militärregimen im postkolonialen Afrika nach Erlangung der Unabhängigkeit um 1960.

2. Methodische Vorgehensweise und Erkenntnisinteresse: Das methodische Vorgehen umfasst die Untersuchung von Regierungsformen und Ursachen mittels historischer Analyse und der Fallbeispiele Nigeria sowie Zaire / Demokratische Republik Kongo.

3. Regierungsbildung im postkolonialen Afrika: Es werden die kolonialen Erblasten, verschiedene Herrschaftsformen und spezifisch die Militärherrschaften in Afrika dargestellt.

4. Ursachen für das Entstehen von Militärherrschaften in Afrika: Dieses Kapitel analysiert Faktoren wie politischen Despotismus, die Rolle des Militärs, das Fehlen einer Mittelschicht und beleuchtet die Situation in Nigeria sowie Zaire.

5. Ursachen für den Zerfall von Militärherrschaften in Afrika: Hier werden politische und ökonomische Faktoren, Korruption sowie der Demokratisierungsprozess anhand des Beispiels Zaire untersucht.

6. Chancen und Grenzen von Militärregimen: Das Kapitel diskutiert den wissenschaftlichen Diskurs über das Militär als potenziellen Modernisierungsakteur in Entwicklungsländern.

7. Resümee: Die Zusammenfassung bilanziert die Gründe für das Aufkommen und den Rückgang von Militärregimen im Kontext des Ost-West-Konflikts und der Demokratisierung.

Schlüsselwörter

Militärherrschaft, Afrika, Postkolonialismus, Militärputsch, Zaire, Nigeria, Regierungsbildung, Demokratisierung, Politische Instabilität, Militärdiktatur, Neopatrimonialismus, Staatszerfall, Kleptokratie, Herrschaftsformen, Modernisierung

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht das Phänomen der Militärherrschaften im postkolonialen Afrika, insbesondere die Ursachen für deren Entstehung nach der Unabhängigkeit sowie die Faktoren, die zu ihrem späteren Zerfall führten.

Welches sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Zentrale Felder sind die Analyse kolonialer Erblasten, die Rolle des Militärs als politischer Akteur, die Dynamik von Demokratisierungswellen und die Auswirkungen von ökonomischen Krisen auf die politische Stabilität.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist die Identifizierung von Mustern und Faktoren, die in afrikanischen Staaten zur Bildung von Militärdiktaturen beitrugen und welche politischen oder wirtschaftlichen Entwicklungen letztlich deren Ende herbeiführten.

Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?

Die Arbeit nutzt eine politikwissenschaftliche Perspektive und kombiniert theoretische Ansätze der Herrschaftstypologie mit empirischen Länderbeispielen, um allgemeine Trends zu illustrieren.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung der Entstehungsursachen von Militärregimen, eine detaillierte Fallanalyse zu Nigeria und Zaire sowie eine anschließende Untersuchung der Zerfallsfaktoren, wie Korruption und ökonomische Zusammenbrüche.

Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit am besten?

Wichtige Begriffe sind Militärputsch, Postkolonialismus, Neopatrimonialismus, Kleptokratie und der Transformationsprozess zwischen autoritären und demokratischen Systemen.

Welche besondere Bedeutung hat das Fallbeispiel Zaire / Demokratische Republik Kongo?

Zaire wird als prototypisches Beispiel für die langfristige, repressive Herrschaft von Mobutu Sese Seko und den späteren staatlichen Zerfall aufgrund von "bad governance" und massiver Korruption herangezogen.

Welche Rolle spielt die Armee laut der Arbeit in afrikanischen Staaten?

Die Armee wird oft als Akteur beschrieben, der das Gewaltmonopol in schwachen Staaten übernimmt, wenn zivile Institutionen versagen, wobei sie jedoch häufig selbst durch Intrigen, Korruption und politische Instrumentalisierung degeneriert.

Wie bewertet die Arbeit die Rolle westlicher Staaten in diesem Kontext?

Die Arbeit zeigt auf, dass westliche Staaten Militärregime oft aus geopolitischem Kalkül (insbesondere während des Ost-West-Konflikts) unterstützten oder duldeten, ihre Politik aber nach dem Ende des Kalten Krieges stärker an Demokratisierung knüpften.

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Résumé des informations

Titre
Militärherrschaften in Afrika. Entstehen und Zerfall von Militärregimen im postkolonialen Afrika
Université
University of Duisburg-Essen
Cours
Seminar
Note
2,3
Auteur
Dennis Marvin aus der Wieschen (Auteur)
Année de publication
2007
Pages
22
N° de catalogue
V86077
ISBN (ebook)
9783638010412
ISBN (Livre)
9783656520177
Langue
allemand
mots-clé
Militärherrschaften Afrika Ursachen Entstehen Zerfall Militärregimen Afrika Seminar
Sécurité des produits
GRIN Publishing GmbH
Citation du texte
Dennis Marvin aus der Wieschen (Auteur), 2007, Militärherrschaften in Afrika. Entstehen und Zerfall von Militärregimen im postkolonialen Afrika, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/86077
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Extrait de  22  pages
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