Ziel der vorliegenden Arbeit ist es, die unterschiedlichen Möglichkeiten zur Übersetzung ins Italienische von deutschen Nominalkomposita der Fachsprache der Psychoanalyse, einer Wissenschaft, die von Sigmund Freud begründet wurde und daher ursprünglich deutschsprachig war, herauszuarbeiten und zu untersuchen. Dazu ist es erforderlich, zunächst eine allgemeine Definition zu finden und aus synchronischer Sicht die strukturellen und semantischen Eigenschaften von Nominalkomposita im Deutschen zu beleuchten. Auch werden einzelne Aspekte, bei denen das Italienische von den für das Deutsche beschriebenen Bildungs- und Interpretationsmustern abweicht, kontrastiv dargestellt. Die generellen Übersetzungsmöglichkeiten deutscher Nominalkomposita ins Italienische werden anhand von Beispielen aus der Gemeinsprache vorgestellt und die gewonnenen Erkenntnisse auf die Termini der Fachsprache der Psychoanalyse angewendet. Abschließend erfolgt die Auswertung der Ergebnisse in bezug auf die genannte Fragestellung unter besonderer Berücksichtigung eventuell auftretender Auffälligkeiten und der bevorzugten Übersetzungsschemata.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Einordnung der Thematik und Definition
3 Einteilung der Komposita nach der Beziehung zwischen ihren Konstituenten
3.1 Kopulativkomposita
3.2 Determinativkomposita
4 Eigenschaften deutscher Nominalkomposita
4.1 Strukturelle Eigenschaften
4.1.1 Selbständigkeit der Konstituenten
4.1.2 Binäre Struktur
4.1.3 Nicht-Trennbarkeit der Konstituenten
4.1.4 Akzentmuster
4.1.5 Orthographie
4.2 Semantische Eigenschaften
4.2.1 Endozentrische und exozentrische Komposita
4.2.2 Durchsichtigkeit
4.2.3 Lexikalisierungsgrad
4.2.4 Probleme bei der Interpretation von Komposita
5 Generelle Übersetzungsmöglichkeiten deutscher Nominalkomposita ins Italienische
6 Nominalkomposita der Fachsprache der Psychoanalyse
6.1 Methodik der Untersuchung
6.2 Auswertung
6.3 Schlußfolgerungen
7 Schlußwort
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die vielfältigen Übersetzungsmöglichkeiten deutscher Nominalkomposita aus der Fachsprache der Psychoanalyse ins Italienische. Das primäre Ziel ist es, die in der Fachliteratur verwendeten Übersetzungsmuster kontrastiv zu analysieren und auf Basis eines Korpus zu ermitteln, welche Schemata bei der Übertragung dieser spezifischen Fachbegriffe bevorzugt werden.
- Strukturelle und semantische Analyse deutscher Nominalkomposita
- Kontrastive Betrachtung deutscher und italienischer Wortbildungsstrukturen
- Untersuchung der Übersetzung psychoanalytischer Fachtermini
- Klassifizierung bevorzugter Übersetzungsschemata (z.B. präpositionale Fügungen)
Auszug aus dem Buch
4.1.2 Binäre Struktur
Mit Ausnahme einiger drei- und mehrgliedriger Kopulativkomposita wie z.B. Schwarzrotgold im Gegensatz zu Nordnordost haben alle Zusammensetzungen eine binäre Struktur, d.h. sie lassen sich in zwei Konstituenten zerlegen (vgl. Ortner/Ortner 16-17). Mit Hilfe der Konstituentenstrukturanalyse können die einzelnen Bestandteile ermittelt werden. Dazu wird das Kompositum durch die Bildung von Minimalpaaren so unterteilt, daß die Gesamtbedeutung durch die Konstituenten paraphrasiert werden kann: eine Kaffeekanne ist eine Kanne für Kaffee (vgl. Duden, Grammatik 411).
Aufgrund dieser Struktur sind der Länge deutscher Komposita theoretisch keine Grenzen gesetzt, auch wenn sie ab einer gewissen Länge unübersichtlich werden. Ein viel zitiertes Beispiel hierfür ist die Donaudampfschiffahrtsgesellschaft (vgl. Naumann 65). Im Italienischen dagegen sind derart lange Bildungen nicht möglich. Bereits dreigliedrige Komposita sind laut Langen-Keffenbrinck (218) und Renzi/Salvi/Cardinaletti (471) äußerst selten.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Definiert das Ziel der Arbeit, die Übersetzungsmöglichkeiten psychoanalytischer Nominalkomposita ins Italienische zu untersuchen.
2 Einordnung der Thematik und Definition: Erläutert den Begriff der Komposition als Wortbildungsverfahren und liefert definitorische Grundlagen.
3 Einteilung der Komposita nach der Beziehung zwischen ihren Konstituenten: Unterscheidet zwischen Kopulativ- und Determinativkomposita hinsichtlich ihrer syntaktischen und semantischen Beziehungen.
4 Eigenschaften deutscher Nominalkomposita: Analysiert detailliert die strukturellen und semantischen Kriterien, die deutsche Komposita charakterisieren.
5 Generelle Übersetzungsmöglichkeiten deutscher Nominalkomposita ins Italienische: Stellt verschiedene Übersetzungsschemata vor, von Simplizia bis hin zu komplexen präpositionalen Fügungen.
6 Nominalkomposita der Fachsprache der Psychoanalyse: Beschreibt die methodische Untersuchung von Freud’schen Fachbegriffen und wertet die ermittelten Übersetzungsmuster aus.
7 Schlußwort: Fasst die Erkenntnis zusammen, dass die Wahl des Übersetzungsschemas maßgeblich von der semantischen Beziehung der Konstituenten abhängt.
Schlüsselwörter
Nominalkomposita, Psychoanalyse, Übersetzung, Italienisch, Wortbildung, Determinativkomposita, Kopulativkomposita, Kontrastive Linguistik, Fachsprache, Semantik, Syntax, Morphologie, Lexikalisierung, Wortzusammensetzung, Übersetzungsanalyse
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der kontrastiven Untersuchung, wie deutsche Nominalkomposita aus der Fachsprache der Psychoanalyse ins Italienische übersetzt werden.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Themen umfassen die deutsche Wortbildung (insbesondere Nominalkomposita), deren strukturelle und semantische Eigenschaften sowie die verschiedenen Möglichkeiten der morphosyntaktischen Übersetzung ins Italienische.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es, die im Italienischen gebräuchlichen Übersetzungsschemata für psychoanalytische Fachbegriffe zu identifizieren und zu analysieren, welche Muster dabei am häufigsten auftreten.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es wird eine korpusbasierte Analyse durchgeführt, bei der Begriffe aus Laplanche und Pontalis’ „Das Vokabular der Psychoanalyse“ herangezogen und nach strukturellen Übersetzungsschemata kategorisiert werden.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Darstellung der Komposition im Deutschen und Italienischen sowie die praktische Auswertung der Übersetzungspraxis von 132 psychoanalytischen Fachtermini.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird durch Begriffe wie Nominalkomposita, Psychoanalyse, Übersetzung, Kontrastive Linguistik und Wortbildung charakterisiert.
Warum spielt die Unterscheidung zwischen Determinativ- und Kopulativkomposita eine Rolle?
Diese Unterscheidung ist fundamental, da sie bestimmt, ob die Konstituenten gleichwertig oder untergeordnet sind, was wiederum die semantische und syntaktische Übersetzbarkeit stark beeinflusst.
Wie werden lange deutsche Komposita im Italienischen typischerweise aufgelöst?
Im Italienischen werden solche Komposita meist durch präpositionale Fügungen (z.B. mit „di“ oder „da“) oder syntaktische Konstruktionen wie Substantiv mit nachgestelltem Attribut wiedergegeben.
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- Daniela Rollmann (Author), 2002, Die Übersetzung deutscher Nominalkomposita, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/8607