Ganzheitliche Betrachtung des Gedichtbandes "Der Flohmarkt" von Peter Hacks


Hausarbeit, 2007

18 Seiten, Note: 1,7


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Der Kinderbuchautor Peter Hacks
2.1 Biographische Daten
2.2 Werk und Zeit

3 Der Flohmarkt
3.1 Einführung zu Der Flohmarkt
3.2 Deskription der einzelnen Gassen
3.2.1 Erste Gasse: Barometer
3.2.2 Zweite Gasse: Alte Hüte
3.2.3 Dritte Gasse: Menagerie
3.2.4 Vierte Gasse: Schaubude
3.2.5 Fünfte Gasse: Schurrmurr
3.2.6 Sechste Gasse: Spielplatz

4 Der Flohmarkt – abschließende Betrachtung

5 Literaturverzeichnis

1 Einleitung

Der deutsche Dramatiker, Erzähler, Essayist und Lyriker Peter Hacks gilt als einer der international anerkannten Autoren, die unter anderem viele literarisch wertvolle Kinderbücher und Kindergedichte geschrieben haben. Für Peter Hacks selbst, der erstrangig durch seine Dramen bekannt wurde, spielen Gedichte besonders für Kinder eine bedeutsame Rolle: "Das Kindergedicht ist eine eigene Form von Literatur wie das Kind eine eigene Form von Mensch ist, beide sind ein bißchen klein" (Hacks; zit. in Forytta/ Hanke 1991, S.68). In dem Gedichtband Der Flohmarkt, einer Ansammlung von über 60 Gedichten, lässt sich bereits die Grundhaltung, die Peter Hacks stets in seinen Kindergedichten hegt, erkennen: Sie ist sehr freundlich, heiter und optimistisch, und besitzt einen sehr persönlichen Charakter.

Insbesondere Der Flohmarkt besitzt eine reichhaltige Fülle von den unterschiedlichsten Themenbereichen, die alle aus der Fantasiewelt der Kinder entstammen. In dieser Hausarbeit sollen im Folgenden einige Gedichte des Flohmarktes erläutert und analysiert werden.

2 Der Kinderbuchautor Peter Hacks

2.1 Biographische Daten

Peter Hacks wurde am 21. März 1928 als Sohn des Rechtsanwaltes Dr. Karl Hacks und seiner Ehefrau Elly Hacks in Breslau (heutiges Wroclaw) geboren (vgl. Trilse 1980). Er verbrachte seine Kindheit in Breslau, verließ aber kurz vor seinem Abitur die zur Festung erklärte Stadt (vgl.ebd.). 1945 legte er das Abitur in Wuppertal ab und begann im darauf folgenden Jahr sein Studium der Neueren Deutschen Literatur und Theaterwissenschaft, Soziologie und Philosophie an der Ludwig-Maximilian-Universität in München (vgl. Laube 1972). 1951 promovierte er mit einer Arbeit über das Theater-stück des Biedermeier zum Dr. phil. Schon zu diesem Zeitpunkt verfasste er erste Hör-spiele und Gedichte für Theater und Rundfunk.

Auf Einladung Brechts siedelte Hacks gemeinsam mit seiner Ehefrau Anna Elisabeth Wiede im Jahre 1955 in die DDR über und lebte seitdem in Berlin. Es handelte sich „um eine große weltanschaulich-politische Entscheidung, um die Entscheidung für den Sozialismus“ (Trilse 1980, S. 11). Bis zuletzt blieb er ein Verteidiger des Sozialismus. 1960-1963 arbeitete Hacks als Theaterdichter am Deutschen Theater in Berlin, fasste aber schnell als selbstständiger und freischaffender Schriftsteller Fuß (vgl. Trilse 1980).

Mit seinem Austritt aus der Akademie der darstellenden Künste der DDR im Jahre 1991 zog er sich immer mehr aus der Öffentlichkeit zurück, bis er am 29.August 2003 in Berlin verstarb.

2.2 Werk und Zeit

Zu Peter Hacks` umfangreichem Gesamtwerk zählen nicht ausschließlich lyrische Werke, sondern auch einige dramatische und epische Werke, Fernseh- und Hörspiele, Essays, Aufsätze und Briefe. Als meistgespielter deutschsprachiger Dramaturg nach Brecht gewann er die größte Anerkennung durch seine zahlreichen Dramen. Trotzdem musste er sich seinen Ruhm und Anerkennung mit großen Erfolgen erarbeiten, da die meisten Funktionäre der ehemaligen DDR ihn und seine „schlagende Formulierungskraft“ (Laube 1972, S. 13) nicht akzeptierten. Anlässlich seines Stückes Die Sorgen und die Macht, welches wegen angeblicher Verunglimpfung der führenden Arbeiterrolle der DDR abgesetzt und verboten wurde, musste Hacks aus dem Deutschen Theater zurücktreten. Dieses Missvergnügen an der Haltung Hacks‘, wie es sich am Beispiel von Die Sorgen und die Macht zeigt, ließ aber niemanden Hacks‘ festen Stand im Sozialismus anzweifeln (vgl. Laube 1972). Als auch sein dramatisches Stück Moritz Tassow drei Monate nach der Uraufführung abgesetzt wurde, zog er sich immer mehr aufs Poetische zurück. In seinen Werken wurde er komplizierter und indirekter: Seine „unbekümmerte, rundum hoffnungsfrohe Direktheit [...]lässt er nun nicht mehr so ohne weiteres raus“ (Laube 1972, S.51f.).

Am offenkundigsten und am meisten von seiner Weltfreundlichkeit geprägt sind jedoch seine Gedichte und Geschichten für Kinder, deren Grundhaltung stets freundlich, heiter und optimistisch, dennoch aber auch kritisch ist (vgl. Trilse 1980). In seinen Werken für Kinder stellt er sich sowohl den Problemen der (Erwachsenen-) Welt als auch denen der Kinderwelt (vgl. ebd). Seine Kinderbücher Das Windloch (1950), Das Turmverlies (1962), Geschichten von Henriette und Onkel Titus (1966) weisen Peter Hacks auch als Erzähler aus. In den siebziger Jahren erschienen seine Bilderbücher Der Bär auf dem Försterball, Kathrinchen ging spazieren, Die Sonne und Meta Morfoss. 13 Jahre vor dem Erscheinen des Großgedichtes Das musikalische Nashorn erscheint schließlich 1965 der Gedichtband Der Flohmarkt, der im Folgenden näher beschrieben werden soll.

3 Der Flohmarkt

3.1 Einführung zu Der Flohmarkt

Der Titel Der Flohmarkt. Gedichte für Kinder geht auf eine Pariser Einrichtung zurück: Der Flohmarkt ist eine Art Trödelmarkt, auf dem es alles gibt, was das Herz eines Kindes begehrt (vgl. Trilse 1980). So ist das Lesen und Erleben der einzelnen Gedichte, die Peter Hacks für diesen Band verfasst hat, vergleichbar mit einem langen Spaziergang über einen „Markt der Poesie“ (Trilse 1980, S.90), der vieles zu bieten hat, was niemals auf den ersten Blick unterschätzt werden sollte, denn: „Gut ist auch das dümmste Ding“ (Hacks S.6). Gleich zu Anfang des Buches stellt der Direktor dieses speziellen poetischen Flohmarktes das dort Angebotene in einem Einführungsgedicht vor und fordert die Leser dazu auf, ihn zu besuchen und etwas von dem reichhaltigen Angebot zu kaufen. Das Einführungsgedicht soll Lust auf den Flohmarkt machen, und unterstreicht, welch großes differenziertes Angebot es zu bieten hat: Man findet dort alles (außer Flöhe):

Auf dem Flohmarkt zu Paris

Gibt es das und gibt es dies.

Trauriges und Putziges,

Sauberes und Schmutziges,

Neues und Veraltetes,

Wunderlich Gestaltetes,

Häßliches und Hübsches, Heiles,

Doch Kaputtes meistenteiles.

Alles ist auf diesem Markt

Angeschleppt und hingeharkt

Außer einem Flohe, den

Hab ich dort noch nicht gesehen. (Hacks, S.6)

Hacks, der immer mit vielen dichterischen Mitteln bewusst gearbeitet hat, zählt jene Dinge, die auf dem Flohmarkt auffindbar sind, in Form von Gegensätzen bzw. Kontrasten auf: trauriges-putziges, sauberes-schmutziges, neues-veraltetes, hässliches-hübsches und heiles-kaputtes, was die große Varietät des Flohmarktes, und somit auch der Gedichte, die auf dieses Einführungsgedicht folgen, hervorhebt.

In den folgenden Zeilen des Gedichtes wird von jenen Menschen und Tieren berichtet, auf die man beim Weiterlesen (bzw. -gehen) stoßen wird:

Standbilder von hohen Knaben,

Die wir längst vergessen haben,

Medaillons von Herrscherinnen,

Deren wir uns kaum entsinnen. (Hacks, S.6)

Die hier angesprochenen hohen Knaben deuten wohl auf die Hauptpersonen der Gedichte Der Monarch und Der Säbelkaiser voraus, auf die man in der Gasse Alte Hüte stoßen wird.

Ferner wird auch schon jetzt darauf hingewiesen, dass auch unterschiedliche Länder der Welt in das Gesamtkunstwerk der Gedichte mit eingebunden sind. Darüber hinaus spricht Peter Hacks von Tieren, die sich etwa in der Anzahl ihrer Füße unterscheiden. Ob Frösche, Tausendfüßler, Mäuse, Katzen, Hunde oder Walfische, man darf viele unterschiedliche Tiere erwarten:

Landkarten für wenig Geld,

Worin manches Land der Welt,

Ob bewaldet, ob behügelt,

Ist zum Kunstwerk eingebügelt.

Ferner: jedwedes Getier,

Was da irgend zwischen vier

Oder tausend Füße trägt,

Eingehegt und ausgelegt. (Hacks, S.6)

In den letzten Versen des Gedichtes wird folgend darauf hingewiesen, dass man Spaß beim Lesen der folgenden Seiten haben wird, sich aber trotzdem Gedanken machen sollte, was jedes Gedicht eigentlich versucht auszusagen. Denn jedes Einzelne von Hacks‘ Gedichten unterliegt speziellen Werten und einer Moral, die er versucht den Kindern mit Hilfe des Fantastischen, so wie die kindliche Fantasie das Fantastische besitzt, zu übermitteln:

Gut ist auch das dümmste Ding,

Beispielsweise, daß wir lachen

Oder uns Gedanken machen.

Sieh dir alles gründlich an,

Was du magst, behälst du dann. (Hacks, S.6)

Manche Gedichte, die im Flohmarkt zu finden sind, erschienen bereits in früheren Werken für Kinder als heitere Zwischenglieder: So trifft man etwa auf Das Pflaumenhuhn, Die Nachricht vom Leben der Spazoren oder Ladislaus und Komkarlinchen schon in den Geschichten von Henriette und Onkel Titus (1966) (vgl. Trilse 1980).

[...]

Ende der Leseprobe aus 18 Seiten

Details

Titel
Ganzheitliche Betrachtung des Gedichtbandes "Der Flohmarkt" von Peter Hacks
Hochschule
Universität zu Köln
Veranstaltung
Lyrik für Kinder
Note
1,7
Autor
Jahr
2007
Seiten
18
Katalognummer
V86094
ISBN (eBook)
9783638016230
Dateigröße
488 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Ganzheitliche, Betrachtung, Gedichtbandes, Flohmarkt, Peter, Hacks, Lyrik, Kinder
Arbeit zitieren
Caroline Lorig (Autor), 2007, Ganzheitliche Betrachtung des Gedichtbandes "Der Flohmarkt" von Peter Hacks, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/86094

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