Die vorliegende Arbeit befasst sich mit dem Einfluss des IPCC auf die Klimapolitik und die Verhandlungen im Klimaregime. Tora Skodvin hat drei Ebenen eines möglichen Einflusses der Wissenschaft auf die Klimapolitik dargelegt. Darauf wird im vierten Abschnitt eingegangen. Der erste Teil stellt die Arbeitsweise bei der Erstellung der Sachstandsberichte dar, denn dies ist für die Akzeptanz durch die Politik von großer Bedeutung. Im zweiten Abschnitt werden die Politiken und Verhandlungspositionen von Europäischer Union und der USA bis zu Beginn des Kyoto-Protokolls den Aussagen des IPCC gegenübergestellt. Ein Vergleich findet auch im dritten Teil statt. Hier allerdings in Bezug auf die Ergebnisse von CoP 3 in Kyoto. Ziel dieser Gegenüberstellungen ist es, den praktischen Einfluss der Wissenschaft in Form des IPCC auf die Politik zu erörtern.
Inhaltsverzeichnis
EINLEITUNG
1. DAS IPCC
1.1 Prozess zur Erstellung der Sachstandsberichte
2. VERGLEICH DER EINSCHÄTZUNGEN DES ERSTEN UND ZWEITEN SACHSTANDSBERICHTES DES IPCC MIT DEN KLIMAPOLITISCHEN MAßNAHMEN UND VERHANDLUNGSPOSITIONEN BIS ZU BEGINN DES KYOTO-PROTOKOLLS
2.1 Die Europäische Union
2.1.1 Kyoto- Protokoll
2.2 USA
2.2.1 Kyoto-Protokoll
2.3 Vergleich der Politiken und Positionen von EU und USA mit den vom IPCC vorgeschlagenen möglichen Maßnahmen
3. VERGLEICH DER EINSCHÄTZUNGEN DES ERSTEN UND ZWEITEN SACHSTANDSBERICHTES DES IPCC MIT DEN ERGEBNISSEN DER KONFERENZEN VON RIO UND KYOTO
3.1 Der Erste Sachstandsbericht und die Klimarahmenkonvention
3.2 Der Zweite Sachstandsbericht und das Kyoto-Protokoll
4. DREI EBENEN EINES EINFLUSSES DES IPCC AUF DIE KLIMAPOLITIK
4.1 Stellung des IPCC im Klimaregime
4.2 Drei Ebenen
4.2.1 Ebene eins: Politiker suchen Rat bei Wissenschaftlern
4.2.2 Ebene zwei: Politiker akzeptieren die Ergebnisse der Wissenschaftler
4.2.2.1 Ursachen für die Akzeptanz des IPCC und dessen wissenschaftlicher Arbeit
4.2.3 Ebene drei: Resultate der Forschung werden adäquat (möglichst rechtsverbindlich) in einem Regime umgesetzt
FAZIT
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit untersucht den Einfluss des Intergovernmental Panel on Climate Change (IPCC) auf die internationale Klimapolitik, insbesondere im Kontext der Verhandlungen zur Klimarahmenkonvention und des Kyoto-Protokolls. Dabei steht die Forschungsfrage im Mittelpunkt, inwiefern wissenschaftliche Erkenntnisse des IPCC tatsächlich die politischen Entscheidungsfindungen und Verhandlungspositionen maßgeblicher Akteure wie der EU und der USA beeinflusst haben.
- Institutionelle Rolle und Arbeitsweise des IPCC im Klimaregime
- Vergleichende Analyse der Positionen von EU und USA gegenüber den IPCC-Berichten
- Rolle wissenschaftlicher Expertise in internationalen Umweltverhandlungen
- Analyse des Einflusses anhand der drei Ebenen nach Tora Skodvin
- Evaluation der Umsetzung wissenschaftlicher Ergebnisse in rechtlich bindende politische Vereinbarungen
Auszug aus dem Buch
1.1 Prozess zur Erstellung der Sachstandsberichte
Der Ablauf der Erstellung der Sachstandsberichte des IPCC gibt Aufschluss über die Wissenschaftlichkeit der Arbeit dieses internationalen Regierungsausschusses. Im Folgenden wird dieser Prozess näher erläutert. Die Frage ob die Arbeit des IPCC objektiv, reliabel und letztlich valide ist, hat deshalb so eine große Bedeutung, weil sie Aufschluss darüber geben kann, inwieweit die internationale Gemeinschaft die Ergebnisse auch akzeptiert. Diese Akzeptanz wiederum ist eine von mehreren Voraussetzungen, die erfüllt sein müssen, um die Umsetzung in praktische Politik voranzubringen.
Gemeinsam erstellen die Technical Support Unit, die stellvertretenden Vorsitzenden und das Büro der jeweiligen Arbeitsgruppen eine Liste potenzieller Autoren. Die Zusammenstellung dieser Liste erfolgt auf Grund von Empfehlungen der Regierungen, Nichtregierungsorganisationen und anerkannter Experten. Die Auswahl muss dabei sowohl die Einschätzung wissenschaftlicher Expertise als auch eine angemessene geographische Repräsentation berücksichtigen. Pro Kapitel werden fünf bis zehn leitende und zwei Prüfeditoren (review editors) ernannt. Bei Ersteren muss mindestens ein Autor aus einem Entwicklungsland vertreten sein. Die prüfenden Autoren können selbständig Wissenschaftler auswählen, die sie für die Arbeit an ihrem Kapitel für kompetent halten (contributing authors). Aus der schon vorhandenen wissenschaftlichen Literatur und aus direkt an die leitenden Autoren gesandten Arbeiten, die Hinweise auf eine kritische Überprüfung durch andere Wissenschaftler enthalten sollte, wird ein erster vorläufiger Bericht erstellt. Die Rolle der Contributing Authors besteht darin, die Arbeit der leitenden Autoren zu unterstützen und eine größere Vielfalt der Standpunkte zu erreichen. Dies erhöht die Objektivität und damit die Akzeptanz der Arbeit des IPCC.
Zusammenfassung der Kapitel
EINLEITUNG: Die Einleitung beleuchtet die historische Entwicklung des Umweltbewusstseins und die Gründung des IPCC als wissenschaftliche Basis für das entstehende Klimaregime.
1. DAS IPCC: Dieses Kapitel erläutert den organisatorischen Aufbau des IPCC sowie den detaillierten, wissenschaftlich orientierten Prozess zur Erstellung seiner Sachstandsberichte.
2. VERGLEICH DER EINSCHÄTZUNGEN DES ERSTEN UND ZWEITEN SACHSTANDSBERICHTES DES IPCC MIT DEN KLIMAPOLITISCHEN MAßNAHMEN UND VERHANDLUNGSPOSITIONEN BIS ZU BEGINN DES KYOTO-PROTOKOLLS: Der Abschnitt vergleicht die unterschiedlichen Klimapolitiken und Verhandlungsansätze von EU und USA vor dem Hintergrund der Erkenntnisse des IPCC.
3. VERGLEICH DER EINSCHÄTZUNGEN DES ERSTEN UND ZWEITEN SACHSTANDSBERICHTES DES IPCC MIT DEN ERGEBNISSEN DER KONFERENZEN VON RIO UND KYOTO: Hier wird analysiert, inwieweit die Ergebnisse der Konferenzen von Rio und Kyoto die wissenschaftlichen Empfehlungen der IPCC-Sachstandsberichte widerspiegeln.
4. DREI EBENEN EINES EINFLUSSES DES IPCC AUF DIE KLIMAPOLITIK: Das Kapitel strukturiert den Einfluss des IPCC anhand von drei theoretischen Ebenen – Beratung, Akzeptanz und Umsetzung – und untersucht die institutionelle Einbindung des IPCC.
FAZIT: Das Fazit resümiert die erfolgreiche Rolle des IPCC bei der Bereitstellung wissenschaftlicher Grundlagen, weist jedoch auf die Schwierigkeiten bei der Umsetzung in verbindliche politische Verpflichtungen hin.
Schlüsselwörter
IPCC, Klimapolitik, Klimarahmenkonvention, Kyoto-Protokoll, Sachstandsberichte, Klimaregime, Treibhausgasemissionen, EU, USA, Wissenschaft, Politik, Klimaschutz, Emissionshandel, Internationale Beziehungen, Umweltverschmutzung
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert den Einfluss des Intergovernmental Panel on Climate Change (IPCC) auf die internationale Klimapolitik und deren Verhandlungen.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zentrale Themen sind die Rolle wissenschaftlicher Beratung in der Politik, die Positionierung großer Akteure wie EU und USA sowie die Entstehung und Umsetzung internationaler Klimaverträge.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Die Arbeit untersucht, wie und in welchem Maße wissenschaftliche Einschätzungen des IPCC die klimapolitischen Entscheidungen und Verhandlungen zur Klimarahmenkonvention und zum Kyoto-Protokoll beeinflusst haben.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine politikwissenschaftliche Untersuchung, die unter anderem die institutionalistische Denkschule und das Drei-Ebenen-Modell des wissenschaftlichen Einflusses nach Tora Skodvin anwendet.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Im Hauptteil werden der Prozess der Berichtserstellung, die Politiken von EU und USA im Vergleich zu IPCC-Einschätzungen sowie die institutionelle Stellung und der tatsächliche Einfluss des IPCC analysiert.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
IPCC, Klimapolitik, Klimaregime, Kyoto-Protokoll, Klimarahmenkonvention, Emissionshandel, wissenschaftliche Beratung.
Wie erklärt der Autor die Akzeptanz des IPCC durch die Politik?
Die Akzeptanz wird primär durch das institutionelle Design und den strengen, interdisziplinären Überprüfungsprozess erklärt, der Objektivität und wissenschaftliche Validität sicherstellt.
Warum ist das IPCC laut Autor keine dominierende politische Macht?
Das IPCC ist als beratendes Organ konzipiert, ohne Mandat oder Ressourcen zur Durchsetzung politischer Maßnahmen; es liefert die wissenschaftliche Basis, während die politische Macht bei den souveränen Staaten liegt.
- Quote paper
- Matthias Doyscher (Author), 2004, Der Einfluss des Intergovernmental Panel on Climate Change (IPCC) auf die Klimapolitik und die Verhandlungen der Klimarahmenkonvention und des Kyoto-Protokolls, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/86097