Einführung eines Club-im-Club Konzeptes im Fitnessstudio

Eingliederung von älteren Menschen im Fitnessstudio


Diplomarbeit, 2005

73 Seiten, Note: 2,4


Leseprobe

I Inhalt

Vorwort

1. Einleitung und Problemstellung

2. Zielsetzung der Thematik

3. Gegenwärtiger Kenntnisstand
3.1. Ist-Analyse des Fitnessstudios
3.1.1. Allgemeine Beschreibung
3.1.2. Die Flächenverteilung
3.1.3. Die Positionierung
3.1.4. Das Angebot
3.1.5. Die Preisstruktur
3.1.6. Die Öffnungszeiten
3.1.7. Die Mitarbeiter
3.1.8. Die Mitglieder
3.1.9. Beschreibung der Aufbau- und Ablauforganisation
3.2. Grundlegende Daten und Informationen zur Zielgruppe Senioren
3.2.1. Definition des Begriffs Senior
3.2.2. Das Alter aus Sicht der älteren Menschen
3.2.3. Demographische Entwicklung in Deutschland
3.2.4. Die Lebensfreizeit Älterer
3.2.5. Entwicklung von Seniorensport in Deutschland
3.3. Die Voraussetzungen im Fitnessstudio
3.3.1. Die organisatorischen Voraussetzungen
3.3.2. Die personellen Voraussetzungen
3.3.3. Die apparativen Voraussetzungen

4. Methodik der Erarbeitung
4.1. Ermittlung der Bedürfnisse im Seniorensport
4.1.1. Allgemeine und Spezielle Bedürfnisse der Älteren
4.1.2. Bedarfsermittlung der Mitglieder mittels Befragung
4.1.2.1 Eckdaten zur Mitgliederbefragung
4.1.2.2 Auswertung der Mitgliederbefragung
4.2. Barrieren und Hinderungsgründe sportlich inaktiver Älterer
4.3. Analyse der Besonderheiten beim Training mit Senioren
4.4. Planung des Konzeptes
4.4.1. Festlegung der Zielgruppe
4.4.2. Festlegung bedürfnisgerechter Ziele
4.4.3. Inhalt des Konzeptes
4.4.4. Aufbauorganisation
4.4.5. Ablauforganisation
4.5. Analyse der Gegebenheiten vor Ort
4.5.1. Vorhandene Räumlichkeiten
4.5.2. Vorhandene Geräte
4.5.3. Vorhandenes Personal
4.5.4. Benötigte Räumlichkeiten
4.5.5. Benötigte Geräte
4.5.6. Benötigtes Personal
4.6. Abgleich der vorhandenen mit den benötigten Geräten, Räumlichkeiten und des Personals
4.7. Ermittlung des Gesamtinvestitionsbedarfs
4.8. Berechnung des Marketingbudgets
4.9. Vermarktung des Kurskonzeptes
4.9.1. Aktionsplanung
4.9.2. Kostenabschätzung
4.9.3. Abgleich der geplanten Aktionen mit dem berechneten Budget
4.9.4. Preiskalkulation zur Durchführung des Konzeptes

5. Ergebnisdarstellung
5.1. Darstellung des erarbeiteten Club- im- Club Konzeptes
5.2. Darstellung der geplanten Marketingaktionen

6. Diskussion der Ergebnisse
6.1. Kritische Reflektion zum erarbeiteten Club- im- Club Konzept
6.1.1. Darstellung der Vor- und Nachteile
6.1.2. Umsetzungsprobleme
6.1.3. Lösungsmöglichkeiten
6.2. Kritische Reflektion zur geplanten Marketingaktion
6.2.1. Darstellung der Vor- und Nachteile
6.2.2. Mögliche Schwachstellen
6.2.3. Lösungsmöglichkeiten

7. Schlussfolgerung
7.1. Möglichkeiten der Weiterentwicklung des Konzeptes
7.2. Mögliche Kooperationspartner

8. Zusammenfassung
8.1. Notwendigkeit eines speziellen Angebotes für Ältere
8.2. Senioren als eine interessante und lukrative Zielgruppe

Vorwort

Die Aufgabe meiner Diplomarbeit ist es, herauszufinden, wie ältere Menschen im Fitnessstudio integriert werden können, ohne das sie sich unter- bzw. überfordern. Das Hauptziel besteht darin, ein Konzept zur Eingliederung von älteren Menschen zu entwickeln, welches gezielt die Bedürfnisse befriedigt. Die Schaffung einer breiten Angebotspalette für ältere Menschen ist aus heutiger Sicht aufgrund des demographischen Wandels unabdingbar. Die folgenden Fragen sollen die Notwenigkeit klar herausstellen und gleichzeitig zum Nachdenken anregen.

Haben Sie Kinder? Haben Sie Enkelkinder? Wollen Sie Urenkel?

Ich möchte mich recht herzlich bei meinen Freunden, meiner Familie und ganz besonders bei meiner Freundin bedanken, die mich in der Entstehungszeit dieser Diplomarbeit immer seelisch unterstützt haben. Mein Dank gilt auch den Experten, die mir bereitwillig ihr Fachwissen zur Verfügung gestellt haben. Ferner bedanke ich mich bei den Mitgliedern meines Fitnessstudios für die Beantwortung der Fragen im Rahmen einer Erhebung zur Bedarfsanalyse und damit zur Schaffung der Basis dieser Diplomarbeit. Besonderen Dank gilt meinem Betreuer Herrn Lars Kröger, der mir mit Rat und konstruktiver Kritik zur Seite stand.

1. Einleitung und Problemstellung

Die demographische Entwicklung im 20. Jahrhundert prägt die Zukunft unserer Gesellschaft. Besonders durch zwei bedeutsame Faktoren. Zum Einen der dramatische Anstieg der Weltbevölkerung und zum Anderen die einschneidende Veränderung der Altersstruktur in den Industriegesellschaften. Die Zunahme der Weltbevölkerung hat sich seit Beginn des Jahrhunderts vervierfacht und seit 1960 verdoppelt. Die Veränderung in der Altersstruktur führt langfristig zu einer alternden Gesellschaft. (vgl. Denk, 2003, S. 23 ff). Immer mehr Menschen werden immer älter - worüber man sich im Übrigen freuen kann. Jedoch führt diese weltweite Vergreisung zu teilweise bedrohlichen Ausmaßen. In China werden beispielsweise 2050 so viele Menschen über 65 leben wie heute auf der ganzen Welt. Japans Bevölkerung wird zu 31,8 Prozent aus über 65-jährigen bestehen, Italiens Bevölkerung sogar zu über einem Drittel (vgl. Schirrmacher, 2004, S.11). Aber nicht nur außerhalb der Grenzen Deutschlands vollziehen sich solche einschneidenden Umschichtungen in der Altersstruktur. Auch in Deutschland nimmt der Anteil der Älteren an der Gesamtbevölkerung stetig zu. (vgl. Denk, 2003, S. 24). So leben im Vereinten Deutschland derzeit über 16 Millionen über 60-jährige. Damit gehört jeder Fünfte der Gesamtbevölkerung dieser Altersgruppe an. Nach verlässlichen Prognosen wird ein Drittel der deutschen Bevölkerung im Jahr 2025 über 60 Jahre alt sein (vgl. Allmer, 2000, S. 79). Diese Fakten zeigen eindeutig, dass die Gruppe der Älteren in den nächsten Jahren immer größer wird. Doch wo bleibt der Nachwuchs? Die Geburtenrate stagniert und lag im Jahr 2000 bei 1,38 Kindern pro Frau. Zu Beginn der sechziger Jahre gab es noch Kinderzahlen von 2,5 Kindern pro Frau (vgl. Pötzsch, 2003, S. 13 ff). Dieser demographische Umbruch wirkt sich zunehmend auf die Nachfrage von Produkten und Dienstleistungen aus. Das erkennt man beispielsweise daran, dass die Konsumausgaben von älteren Menschen in den vergangenen Jahren überproportional gestiegen sind. [1]. Alte Menschen hatten noch nie so hohe Einkommen und soviel Vermögen in Besitz wie heute (vgl. Denk, 2003, S. 37). Aufgrund dieser Tatsache gewinnt diese Gruppe in den nächsten Jahren immer mehr an Bedeutung. Die Bundesministerin für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, Renate Schmidt erklärte: „Industrie, Handel und Dienstleister müssen lernen, stärker auf die Wünsche und Bedürfnisse älterer Menschen einzugehen, denn diese verfügen über ein Drittel der Kaufkraft. (…) Die Wirtschaft sollte stärker mit der Wirtschaftskraft Alter rechnen und sich mit ihrem Angebot auf ältere Menschen einstellen.“ [1]. Das war gleichzeitig der Auslöser, um für die Gruppe der älteren Menschen ein Angebot zu entwickeln, welches besonders auf ihre Wünsche und Bedürfnisse eingeht.

2. Zielsetzung der Thematik

Der Inhaber des Fitnessstudios „Daily Fitness“ plant die Einführung eines Club-im-Club Konzeptes in Form eines Einsteigerkurskonzeptes für ältere Menschen, um dadurch das Leistungsangebot im Fitnessstudio der demographischen Entwicklung anzupassen. Das Einsteigerkurskonzept soll Älteren den Einstieg ins Fitnessstudio durch eine kompetent begleitende Betreuung erleichtern. Natürlich verfolgt der Clubinhaber auch wirtschaftliche Ziele. Folglich möchte er mit der Einführung des Kurskonzeptes im Studio die Mitgliederzahl auf 60 erhöhen (innerhalb des Jahres 2006), um damit gleichzeitig den Gewinn zu optimieren. Für das Einsteigerkurskonzept soll ein auf die Bedürfnisse der älteren Generation abgestimmtes Angebot geschaffen werden. Insofern ist die Befragung älterer Mitglieder im Fitnessstudio ein zentraler Bestandteil dieser Arbeit. Für die Einführung des Konzeptes müssen organisatorische, räumliche und insbesondere personelle Maßnahmen getroffen werden. Die Kosten für diese Maßnahmen sollen durch die interne und externe Vermarktung mittels Marketingaktionen abgedeckt werden. Somit stellen diese Aktionen ebenfalls einen wesentlichen Teil der Arbeit dar. Die Ermittlung des Gesamtinvestitionsvolumens, die Berechnung des Marketingbudgets und die Ermittlung der Gesamtkosten zur Preiskalkulation sollen weitere Inhalte dieser Diplomarbeit sein.

3. Gegenwärtiger Kenntnisstand

3.1. Ist-Analyse des Fitnessstudios

3.1.1. Allgemeine Beschreibung

Von den beiden existierenden Fitnessstudios in Hannover „Daily Fitness GmbH“ und „Daily Fitness GmbH & Co KG“ bezieht sich die vorliegende Diplomarbeit auf das Letztgenannte. Auf den Zusatz „GmbH & Co KG“ wird in den weiteren Ausführungen verzichtet. Das Fitnessstudio „Daily Fitness“ liegt im Nordosten von Hannover, im Stadtteil Bothfeld. Dieser Stadtteil liegt zwar am Rande von Hannover, aufgrund der verkehrsgünstigen Lage des Studios (insbesondere zu den Orten Langenhagen, Isernhagen und Altwarmbüchen) jedoch sehr vorteilhaft. So hatte beispielsweise Isernhagen mit 140 Prozent im Jahre 2004 die höchste Kaufkraftkennziffer in der Region Hannover. [5]. Das Fitnessstudio „Daily Fitness“ ist ein klassisches Fitnessstudio, welches seit fast zwei Jahren auf dem Markt in Hannover besteht. Mit 1750 qm gehört es zu den größeren Studios der Landeshauptstadt Hannover.

3.1.2. Die Flächenverteilung

Das Fitnessstudio gliedert sich auf in Erd- und Obergeschoss. Im Erdgeschoss sind die zweigeteilte Trainingsfläche inklusive Damen- und Herrentoilette, zwei Kursräume, ein Kinderbetreuungsraum, ein Büro der Geschäftsleitung, der Eingangsbereich mit Theke und Bistro, ein Personalraum, ein Lager sowie eine untervermietete Naturheilpraxis zu finden. Im Obergeschoss befinden sich ein großzügiger Umkleidebereich für Damen und Herren inklusive Dusch- und Saunabereich, ein Kursraum, zwei Solarienräume, ein Schulungsraum, ein Wirtschaftsraum sowie ein untervermieteter Massageraum.

3.1.3. Die Positionierung

Der Begriff Positionierung beschreibt „alle Maßnahmen, um für ein Produkt, eine Dienstleistung oder ein Unternehmen eine bestimmte Wahrnehmung und Einstellung seitens der Konsumenten zu erreichen“ (Ebersberger, 2004, S. 133). Danach ist der „Daily Fitnessclub” vorwiegend im klassischen Fitnesstraining positioniert. Das heißt, dass der Kern des Angebotes im Kraft-, Ausdauer-, und Gruppentraining liegt. Aber auch das ältere Publikum ist gerade vor- bzw. nachmittags im Studio vertreten.

3.1.4. Das Angebot

Betrachtet man das gesamte Leistungsangebot in einer Pyramide, so stellen das Kraft- und Ausdauertraining sowie das Gruppentraining in Form eines Kursangebotes die Basisleistungen des Studios dar. Darunter befinden sich nicht nur Kursangebote wie Kindertanz, Kids in Action, Aerobic, Step Aerobic, Beckenboden, Bauch, Hot Iron, Iron System, Iron Cross, Fighting Fit, Indoor Cycling, Rücken und Figur, Body Complete, Fatburner, Pilates, Power Yoga, Chi Yoga Pilates, Chi Yoga, Trilo Chi sondern auch Kurse wie Ballet und Tae Kwon Do von externen Anbietern. Von Mai bis September bietet das Daily Fitness den internen und externen Mitgliedern auch Bewegungsangebote in der Natur. Das sind beispielsweise Kurse wie Nordic Walking, Aqua Fit, Inline Skaten und Walking. Darüber hinaus werden in regelmäßigen Abständen Mountain Bike Touren angeboten. Hinzukommt auf Wunsch des Einzelnen die Möglichkeit an einer externen Ernährungsberatung sowie an einer Laktatdiagnostik im Studio teilzunehmen. Die dritte Stufe in der Pyramide umfasst die passiven Regenerationsmaßnahmen wie beispielsweise Sauna, Solarium, Massage- und Wasseranwendungen. Das gesamte Angebot zielt auf die Altersgruppe 4 bis 99 ab.

3.1.5. Die Preisstruktur

Die Höhe der Mitgliedschaft richtet sich nach der gewünschten Laufzeit des Kunden. Bevor jedoch die Mitgliedschaft beginnt, wird eine so genannte Aufnahmegebühr vom Studio erhoben. Diese beträgt bei jeder Mitgliedschaft 149,00 EUR. Lediglich Schüler und Studenten zahlen 49,00 EUR. Mit einer Jahresmitgliedschaft in Höhe von 478,80 EUR oder einer Halbjahresmitgliedschaft in Höhe von 299,00 EUR hat der Kunde die Möglichkeit, die Aufnahmegebühr zu sparen, indem er den Beitrag für die Mitgliedschaft im Voraus zahlt. Welche Laufzeiten sind für Interessenten möglich? Für eine Laufzeit von zwölf Monaten zahlt der Kunde einen monatlichen Betrag von 39,90 EUR. Legt der Kunde Wert auf eine lose Bindung wie beispielsweise eine monatliche Kündigungsfrist, zahlt er einen Betrag von 44,90 EUR. Ferner besteht für Interessenten die Möglichkeit Zehnerkarten für 100 EUR zu erwerben. Weitere mögliche Preisvorteile kann man in den einzelnen Aktionszeiträumen erlangen.

3.1.6. Die Öffnungszeiten

Die Öffnungszeiten sind unterteilt in allgemeine Öffnungszeiten für das gesamte Fitnessstudio und Öffnungszeiten für die Kinderbetreuung. Die Öffnungszeiten der Kinderbetreuung richten sich nach dem vorhandenen Kursplan des Studios. Im Folgenden sind die Öffnungszeiten in den Tabellen 1 und 2 veranschaulicht.

Tab. 1: Die Öffnungszeiten des „Daily Fitness“

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Quelle: Eigene Darstellung

Tab. 2: Die Öffnungszeiten der Kinderbetreuung

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Quelle: Eigene Darstellung

3.1.7. Die Mitarbeiter

Das „Daily Fitness“ beschäftigt insgesamt 29 Mitarbeiter. Davon sind sechs Mitarbeiter fest angestellt. Das heißt, sie verrichten ihre Arbeit aufgrund eines Arbeitsvertrages mit dem „Daily Fitness“ und verpflichten sich damit hauptsächlich für das Fitnessstudio tätig zu sein. Hierbei bezieht der Arbeitnehmer ein festes Gehalt, von dem er und der Arbeitgeber jeweils zur Hälfte die Sozialversicherungsbeiträge abführen müssen (vgl. Marschollek, 2003, S. 106). Der Großteil der Mitarbeiter- 18 Personen- ist jedoch selbständig tätig. Diese Freiberufler arbeiten auf Basis eines Dienstvertrages mit dem „Daily Fitness“. Das bietet dem Unternehmer mehrere Vorteile. Beispielsweise muss er keine Sozialversicherungsbeiträge zahlen, da der Freiberufler für seine Versicherung selbst verantwortlich ist. Weitere fünf Mitarbeiter sind geringfügig beschäftigt. Der Unternehmer hat damit die Möglichkeit jederzeit neue Mitarbeiter ohne bürokratischen Aufwand und rechtlichen Bindungen einzustellen. Alle 29 Beschäftigten verrichten ihre Arbeit je nach zugeteiltem Aufgabenbereich im Unternehmen.

3.1.8. Die Mitglieder

Das Fitnessstudio „Daily Fitness“ verfügt derzeit über eine Gesamtmitgliederzahl von 1582 Mitgliedern. Diese sind zur Veranschaulichung in mehrere Altersgruppen eingeteilt und anhand der nachstehenden Tabelle 3 abgebildet.

Tab. 3: Die Mitgliederstruktur im Daily Fitness

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Quelle: Eigene Darstellung

3.1.9. Beschreibung der Aufbau- und Ablauforganisation

Die Aufbauorganisation „regelt die Zuständigkeiten zur Erfüllung der Unternehmensaufgaben und grenzt die Kompetenzen der einzelnen Organisationseinheiten voneinander ab.“ (Marschollek, 2003, S. 123). Organisationseinheiten sind in diesem Zusammenhang einzelne Entscheidungsbereiche wie beispielsweise der Kursbereich im Fitnessstudio. Mit der Abgrenzung der Zuständigkeiten entstehen unterschiedliche Organisationsstrukturen. Im Daily Fitnessstudio gibt es zwar unterschiedliche Organisationseinheiten, jedoch sind diese nicht klar abgegrenzt. Die Aufbauorganisation im „Daily Fitnessstudio“ gliedert sich folgendermaßen. Die Unternehmensleitung- bestehend aus dem Inhaber und seiner Frau- steht an der Spitze des Unternehmens. Ihr unterstellt ist der Studioleiter, der für mehrere Aufgaben im Fitnessstudio zuständig ist. Alle anderen Mitarbeiter sind dem Studioleiter und der Unternehmensleitung unterstellt. Dazu gehören die Fitnesstrainer, die Kurstrainer sowie die Betreuer für die Kinder. „Die Ablauforganisation regelt (…) die Abläufe der täglichen Aufgaben eines Unternehmens.“ (Marschollek, 2003, S. 130). Nebenbei legt sie fest, wer was wo wann und wie macht. Dadurch werden für das Unternehmen gewisse Standards geschaffen. Diese sind erforderlich, da sich im Fitnessstudio täglich unterschiedliche Situationen ergeben. Eine Ablauforganisation im Sinne der Definition von MARSCHOLLEK gibt es im „Daily Fitnessstudio“ nicht. Hier erledigt derjenige die Aufgabe, der sie entweder selbst entdeckt oder vom Vorgesetzten (Unternehmensleitung bzw. Studioleiter) aufbekommen hat. Standardisierte Abläufe sind nicht schriftlich festgelegt. So werden beispielsweise Telefonanrufe von jedem Mitarbeiter entgegen genommen oder Mitgliedschaften nach keinem speziellen Ablaufschema verkauft.

3.2. Grundlegende Daten und Informationen zur Zielgruppe Senioren

3.2.1. Definition des Begriffs Senior

Generell gilt, der Begriff „Senior“ meint eine Person. Im Fremdwörterlexikon wird er auch als „der Ältere“ oder „Ältester“ definiert. Im Sport steht der Begriff für Angehörige der Altersklasse von etwa 18 bis 35 Jahren (vgl. Wahrig-Burfeind, 2001, S. 853). In manchen Sportarten zählt man bereits schon als 18-jähriger zu den Senioren, in anderen erst ab über 40 (vgl. Balz, 2003, S. 109). KÖLZER meint: „Der Begriff ,Senior‘ stammt aus dem lateinischen und bedeutet, älterer Mensch‘, wird aber auch im allgemeinen Sprachgebrauch synonym zu ,Rentner‘ verwendet. Der Begriff ;Senioren‘ wird als sympathischer, positiver Begriff für das Alter verwendet, welches aber mit negativen Assoziationen verbunden ist“ (Kölzer, 1994, S. 24 f, zitiert nach SEIS, 2003, S. 12). Diese Assoziationen entsprechen den heutigen Klischees, die den alten Menschen als gebrechlich, schwach und steif erkennen lassen. Vor einigen Jahren war noch das Ausscheiden aus dem Berufsleben, das in der Regel im Alter von 60-65 Jahren geschah, ausschlaggebend dafür, um zur Gruppe der Senioren zu gehören. Grundsätzlich lässt sich also festhalten, dass man die Gruppe der Senioren nicht eindeutig hinsichtlich des Alters festlegen kann. Spricht man im weiteren Verlauf von der Zielgruppe „Senioren“ muss der Begriff „Zielgruppe“ ebenfalls bestimmt werden. Insofern bestehen Zielgruppen aus Personen, die mindestens ein vergleichbares Merkmal (Problem, Vorliebe, Bedürfnis usw.) besitzen (vgl. Maurer, 2003, S. 63).

3.2.2. Das Alter aus Sicht der älteren Menschen

In einem kürzlich erschienenen Artikel erzählen einige ältere Menschen ihre Lebensgeschichte in Kurzform. So antwortet zum Beispiel eine Professorenwitwe auf die Frage, seit wann sie denn alt sei: „Seit man Mann gestorben ist“. Diese Frau hat das Alter wohl dadurch bestimmt, dass eine ihr nahe stehende Person- ihr Ehemann- vor einigen Jahren gestorben sei und sie dadurch die Lebenslust verlor. Ab diesen Zeitpunkt fühlte sich die Witwe alt. Eine weitere Frau, die im Artikel als Clanmutter bezeichnet wird, erlitt vor zwei Jahren innerhalb weniger Tage gleich zwei Brüche und war damit so deprimiert, dass sie nicht mehr leben wollte. Damit machte ihr der Körper ihr Alter bewusst (vgl. Hanika, 2005, S. 7). Demnach kann davon ausgegangen werden, dass jeder Mensch das Alter unterschiedlich definiert. Die meisten älteren Menschen fühlen sich jünger, versuchen sich modisch zu kleiden und finden es wichtig auch mit zunehmendem Alter offen zu sein für Neues. Das zeigt beispielsweise die Seniorenstudie „Die unterschätzte Generation“ vom Institut für Seniorenforschung Frankfurt am Main aus dem Jahre 2004. Hierzu wurden 205 Senioren im Alter von 50 bis 91 Jahren befragt. In der Altersgruppe von 50 bis 59 Jahre fühlen sich zwei Drittel, in den Altersgruppen 60 bis 69, 70 bis 79 und 80 bis 91 Jahre mehr als die Hälfte, jünger als die meisten anderen ihres Alters. In der Studie wird auch deutlich, dass über die Hälfte der Befragten älteren Menschen mit der eigenen Lebenssituation sehr zufrieden sind.

3.2.3. Demographische Entwicklung in Deutschland

Zunächst gilt es zu erklären, was der Begriff „Demographie“ aussagt. Danach beschreibt die Demographie die Struktur und Bewegung der Bevölkerung aufgrund der Bevölkerungsstatistik (vgl. Wahrig-Burfeind, 2001, S. 190). Wie sich die Bevölkerung entwickelt zeigt beispielsweise die Pressekonferenz zum Thema Bevölkerungsentwicklung in Deutschland bis zum Jahr 2050, die am 6. Juni 2003 in Berlin stattfand. Der Redner, Präsident J. HAHLEN vom Statistischen Bundesamt Wiesbaden eröffnete die Rede mit den Worten: „Sehr geehrte Damen und Herren, die Zahl der älteren Einwohner nimmt in Deutschland stetig zu.“ [4]. So lag der Anteil der Menschen über 65 1990 bei 15 Prozent. Hält der Trend der steigenden Lebenserwartung jedoch weiter an, werden im Jahr 2050 28,4 Prozent der Deutschen älter sein als 65 Jahre (vgl. Schirrmacher, 2004, S. 44). Die Lebenserwartung wird unterschieden zwischen der durchschnittlichen (siehe Anlage 4) und der ferneren Lebenserwartung (siehe Anlage 3). „Die durchschnittliche Lebenserwartung zeigt beispielsweise wie viele Lebensjahre ein neugeborenes Kind zu erwarten hat, wenn das derzeitige Sterberisiko der Bevölkerung in den einzelnen Altersjahren während seines ganzen Lebens erhalten bliebe.“ (Pötzsch, 2003, S. 14). Danach hat sich seit Anfang des 20. Jahrhunderts die Lebenserwartung der neugeborenen Kinder um etwa 30 Jahre erhöht: Ein 1910 geborener Junge hatte im Durchschnitt 47 und ein Mädchen 51 Lebensjahre vor sich. Die in den Jahren 1998 bis 2000 geborenen Jungen und Mädchen erwarten dagegen 75 bzw. 81 Lebensjahre (vgl. Pötzsch, 2003, S. 14 f). Die fernere Lebenserwartung ist gekennzeichnet durch die durchschnittlich zu erwartende weitere Lebenszeit. Auch diese hat sich für die ältere Bevölkerung in Deutschland erhöht. So kann nach dem Statement vom Präsidenten des Statistischen Bundesamtes ein 60-jähriger Mann im Durchschnitt damit rechnen, dass er noch etwa 19 Jahre lebt; vor hundert Jahren hatte er eine etwa um sechs Jahre und 1970 noch eine um knapp vier Jahre geringere fernere Lebenserwartung. Eine Frau, die jetzt 60 Jahre alt ist, kann heute 23 weitere Lebensjahre erwarten. Vor hundert Jahren betrug die fernere Lebenserwartung einer 60-jährigen lediglich 14 Jahre und 1970 19 Jahre. Das heißt, die Menschen werden immer älter. Beispielshalber wird die Gruppe der über 100-jährigen bis zum Jahr 2067 stark angewachsen sein, nämlich mehr als das Zehnfache. (vgl. Schirrmacher, 2004, S. 43). Ferner wird der Anteil der 80-jährigen und älteren sich fast verdreifachen und könnte im Jahr 2050 bei circa zwölf Prozent liegen. Doch was geschieht in den Familien, wenn die Menschen immer älter werden? Kinder erleben ihre Großeltern, manchmal sogar Urgroßeltern. Das ist schön, nur gab es bis zum jetzigen Zeitpunkt eine solche Gleichzeitigkeit nicht. Ein weiteres Merkmal für die Zunahme der Älteren in Deutschland, insbesondere der Personen im Rentenalter, ist unter anderem der rasant steigende Altenquotient. Dieser gibt das Verhältnis von Rentnern zu Erwerbstätige an. In einigen Literaturquellen wird der Altenquotient auch als Verhältnis von Ernährern und Ernährten definiert (vgl. Schirrmacher, 2004, S. 18). Der Altenquotient lag im Jahr 1995 bei 37 und stieg in nur sechs Jahren auf 44 an. Das heißt 100 Menschen im Erwerbsalter standen 44 Personen im Rentenalter gegenüber. Demnach arbeiteten etwa zwei Personen für einen Rentner. Im Jahr 2030 steigt der Altenquotient laut Variante 5 der Bevölkerungsvorausberechnung des Statistischen Bundesamtes Wiesbaden auf 71 und im Jahre 2050 auf 78 an. Somit nimmt das Verhältnis von 2,27 im Jahre 2001 auf 1,28 im Jahre 2050 ab. Das bedeutet, dass in ferner Zukunft die Gruppe der Erwerbstätigen gleich der Gruppe der Rentner sein wird. Um dieses Problem lösen zu können, müsste das Renteneinstiegsalter von derzeit 60 Jahren auf 65 Jahren oder mehr erhöht werden. Durch dieses Umschichten der Jahrgänge der 60- bis 65-jährigen vom Rentenalter ins Erwerbsalter würde man einen deutlich niedrigeren Altenquotienten erreichen. Für 2050 wäre dann ein Altenquotient von 55 gegenüber 78 bei dem Rentenzugangsalter von 60 Jahren zu erwarten. Veränderungen in der Altersstruktur der Bevölkerung im Erwerbsalter ergeben sich vor allem für die Altersgruppe der 35- bis 49-jährigen, denn diese Gruppe schrumpft von derzeit 20 Millionen auf 14 Millionen Menschen. Aber auch die Gruppe der 20- bis 34-jährigen sinkt von 16 Millionen im Jahr 2001 auf 12 Millionen im Jahr 2050. Das besagt, die Bevölkerung in Deutschland wird nicht nur älter, sie wird auch zahlenmäßig schwächer werden. Nach Schätzungen der UN im Jahre 2050 um zwölf Millionen Menschen (vgl. Schirrmacher, 2004, S.14). Diese Entwicklung ist vorgegeben und unausweichlich: Im Jahr 2024 werden die 1964 Geborenen, der geburtenstärkste Jahrgang Deutschlands, 60 Jahre alt. Demgemäß erwarten uns die Folgen der Veränderungen nicht erst in 50 Jahren, sondern bereits in den nächsten beiden Jahrzehnten. Untersucht man die Ursache für diese enorme gesellschaftliche Veränderung, so findet man zwei wesentliche Probleme. Das Schlafzimmer und das Medizinlabor. Ein starker Geburtenrückgang einerseits sorgt für fehlenden Nachwuchs und durch immer bessere Versorgung der Medizin wird die Lebenserwartung stetig hochgeschraubt. Der Geburtenrückgang ist auf vielerlei Gründe zurückzuführen. „Neben den im internationalen Vergleich langen Ausbildungszeiten, dem vorherrschenden Egoismus der heutigen Spaß- Gesellschaft und individuellen wirtschaftlichen Gründen schlägt auch die biologische Uhr vielen Paaren in Deutschland bei der Familienplanung ein Schnippchen.“ [2]. Doch wohin führt die demographische Entwicklung in Deutschland? Die bisherige Hauptzielgruppe der Fitnessstudios - die 20 bis 40-jährigen - wird nicht mehr in dem Umfang wachsen, um das Fitnessstudio auf aktuellem Niveau zu halten. Potenziale bietet insbesondere die Generation 50plus (vgl. Bienert, 2004, S. 8). Wie man die demographische Entwicklung auch bewerten mag, unbestreitbar ist, dass die gravierenden Veränderungen in der Altersstruktur unsere Gesellschaft vor neue und große Herausforderungen stellt. Zum Thema „Chancen einer Gesellschaft des langen Lebens“ gab es am 29.11.2004 in Essen eine Fachtagung. Unter den Referenten war auch die Präsidentin der Europa- Universität Viadrina, Prof. Schwan. Sie sagte in ihrer Rede wörtlich: „Wir betrachten den demographischen Wandel als Herausforderung und Chance, und nicht als etwas, was uns alle depressiv machen soll.“ (Schwan, 2004). Anschließend referierte Prof. Walker - Inhaber des Lehrstuhls für Sozialpolitik an der Universität Sheffield - über die Alterungsprozesse in Europa. Nach seiner Meinung können gerade gesundheitliche Präventionsmaßnahmen positiv genutzt werden, um den Herausforderungen des demographischen Wandels zu begegnen (vgl. Walker, 2004).

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Ende der Leseprobe aus 73 Seiten

Details

Titel
Einführung eines Club-im-Club Konzeptes im Fitnessstudio
Untertitel
Eingliederung von älteren Menschen im Fitnessstudio
Hochschule
Private Berufsakademie Saarbrücken
Note
2,4
Autor
Jahr
2005
Seiten
73
Katalognummer
V86106
ISBN (eBook)
9783638901024
ISBN (Buch)
9783640157112
Dateigröße
881 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Einführung, Club-im-Club, Konzeptes, Fitnessstudio
Arbeit zitieren
Dipl. Fitnessökonom (BA) Marko Hübner (Autor), 2005, Einführung eines Club-im-Club Konzeptes im Fitnessstudio, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/86106

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