Klischees vom weiblichen Fußballfan - Realität und Fiktion


Hausarbeit, 2007
17 Seiten, Note: 2,0

Leseprobe

Inhalt

1. Einleitung und Eingrenzung des Themas

2. Geschlecht und Identität

3. Männerdomäne Fußball
3.1 Frauen, Fußball und die ewigen Klischees
3.2 Gegenwärtige Situation des weiblichen Publikumanteils

4. Schlussbetrachtung

5. Literatur- und Quellenangaben

1. Einleitung und Eingrenzung des Themas

Schon im Vorfeld der im Jahr 2006 stattgefundenen Fußball – Weltmeisterschaft wurde prophezeit, diese WM bei uns in Deutschland werde viel bewirken im eigenen Land. Und tatsächlich, vieles von dem, was vor der WM gesagt wurde, hat sich bewahrheitet. Und so kamen Diskussionen zu den verschiedensten Themen in den unterschiedlichsten Medien zustande. In der Politik – Talk-Sendung Sabine Christiansen etwa stritt man über den neu gewonnenen Nationalstolz und ob er denn in dem Ausmaß, in dem er neu entdeckt wurde, publik gemacht werden dürfe. Anderswo wurden Debatten über den Wirtschaftsaufschwung, der sicherlich ebenfalls in der WM mitbegründet werden muss, geführt. Aber es sind auch Themen aufgegriffen worden, die der Welt des Fußballs noch viel näher stehen. So hat man sich mit den Mannschaften und deren Abschneiden bei dieser Endrunde beschäftigt. Die Stadien, die aufgrund ihres multifunktionalen Charakters heutzutage als Arenen bezeichnet werden und für reichlich Erstaunen und Stolz hierzulande sorgten, wurden hinsichtlich des Sicherheitsaspektes oder auch einfach nur der Faszination wegen ebenfalls ausgiebig thematisiert. Und man hat sich auch denen gewidmet, ohne die der Fußball nicht das wäre, was er ist – den Fußballanhängern, den Fans. Ohne sie wären die Stadien sinnlos. Ohne sie gäbe es keine Sportschau und der FC Bayern München hätte niemals einen Roy Maakay verpflichten können. Und die so genannten Fanmeilen wären nie erfunden. Der Fußball, wie wir ihn kennen, würde schlicht und ergreifend gar nicht existieren. Apropos Fanmeilen. Dieser neue Begriff wurde durch eben diese Fußball – WM in Deutschland geprägt und bezeichnet

Zonen auf öffentlichen Plätzen, die Sportübertragungen mittels Großbildleinwand für große Menschenmengen ermöglichen. Die Gesellschaft für deutsche Sprache würdigte den prägenden Charakter der Fußballweltmeisterschaft auf die Stimmung in Deutschland und wählte»Fanmeile«sogar zum Wort des Jahres 2006. Unübersehbar war das große Interesse der Frauen auf diesen Fanmeilen. Sicherlich sind nicht alle dort hingegangen, allein des Fußballs willen. Aber diese Thematik lädt dennoch dazu ein, sich einmal darüber Gedanken zu machen, zumal auch zu den Bundesliga – Spielen immer mehr Frauen auf den Tribünen gezählt werden.

Frauen und Fußball; was lange Zeit als zwei sich einander kategorisch ausschließende Dinge galt, scheint sich sukzessiv zusammenzufinden. Nichtsdestotrotz gilt der Fußball in Europa und einigen lateinamerikanischen Ländern als klare Männerdomäne. Das ist unumstritten. Genauso unumstritten ist jedoch die Tatsache, dass der Fußball (zumindest in Deutschland) immer mehr weibliche Anhänger findet – als Fans ihrer (Männer-) Vereine. Auch der von Frauen gespielte Fußball ist in den letzten Jahren beliebter geworden, obwohl er in der Popularität keineswegs mit dem der Männer zu vergleichen ist. Aber auch hier ist ein größerer Zulauf erkennbar. Frauen und Fußball, das passte nicht immer zusammen. Das durfte zeitweilig gar nicht sein. Es gehörte sich einfach nicht. Als Fans zwar mehr oder minder akzeptiert, das Praktizieren jedoch gänzlich unerwünscht.

Es stellt sich hiermit die Frage, warum der Fußballsport (u. a. hierzulande) als Männerdomäne gilt. Was macht ihn überhaupt unweiblich, wie die weitläufige Meinung noch heute ist? Diese fundamentale Frage soll in dieser Arbeit fokussiert werden, die automatisch auch den Aspekt der öffentlichen Wahrnehmung von Frauen in Verbindung mit dem Fußball und die gegenwärtige Situation des weiblichen Publikumanteils beinhaltet.

Zunächst soll jedoch etwas allgemeiner an diese Fragestellung herangeführt werden. Dazu müssen die Begriffe Geschlecht und Identität kurz erläutert werden, um zu klären, was mit Männlichkeit bzw. Weiblichkeit überhaupt verbunden wird.

2. Geschlecht und Identität

Wir reden ständig von Frauen und Männern sowie über die Verhältnisse und den Umgang derer zueinander. Für den Laien ist es zunächst vielleicht nicht plausibel, sich den Begrifflichkeiten des >>Männlichseins<< und >>Weiblichseins<< eingehender zu beschäftigen und zu hinterfragen, welche Bedeutung ihnen zukommt. Denn das Geschlecht eines Menschen, so die Überzeugung der wohl meisten Leute, wird ganz einfach durch die Geschlechtsteile determiniert. „Geschlecht“ wird oftmals automatisch mit den Geschlechtsteilen assoziiert und sogar als Äquivalent angesehen. Es ist ja auch nicht falsch zu behaupten, dass diese Art der Zuschrei-bung heutzutage üblich ist. Als konstruktive Feststellung des Geschlechts bezeichnet der Soziologe Stefan Hirschauer diese Ansicht der Geschlechterzuschreibung. Damit meint er beispielsweise die „Feststellung des Geschlechts des Neugeborenen, der erste Blick auf gewisse Stellen, der in der Regel lebenslänglich über die Geschlechtszugehörigkeit entscheidet.“ 1.1) Um ganz allgemein jemanden etwas zuschreiben zu können, d.h. denjenigen in eine bestimmte Kategorie zuzuordnen, muss eine Zuschreibungsmenge existieren. Das heißt, es müssen voneinander unterscheidbare Elemente vorhanden sein oder als solche angesehen und bestimmt sein. In unserem zu behandelnden Fall sind es eben die Geschlechter, die differenziert werden. Wie selbstverständlich gehen wir heute dabei von sich zwei unterscheidbaren aus – dem männlichen und dem weiblichen Geschlecht. So simpel uns diese Unterscheidung auch vorkommen mag; sie war nicht immer so einfach. Es sollte bis zum späten 18. Jahrhundert dauern, ehe über Geschlechterdifferenz erörtert und überhaupt von zwei Geschlechtern gesprochen wurde. Mit dem so genannten Zwei–Geschlechter–Modell entstand die Betrachtungsweise der Unvergleichlichkeit der Geschlechter. Nicht nur eine „graduelle, sondern qualitative Differenz zwischen weiblichen und männlichen Geschlechtsmerkmalen“ 1.2) wurde hiermit behauptet. Und erst hier wurde auch in der Terminologie und der Begrifflichkeit zwischen >>Vagina<< und >>Penis<< unterschieden.

[...]

Ende der Leseprobe aus 17 Seiten

Details

Titel
Klischees vom weiblichen Fußballfan - Realität und Fiktion
Hochschule
Europa-Universität Flensburg (ehem. Universität Flensburg)  (Institut für Soziologie)
Veranstaltung
Soziologie und Fußball
Note
2,0
Autor
Jahr
2007
Seiten
17
Katalognummer
V86108
ISBN (eBook)
9783638016285
ISBN (Buch)
9783638920681
Dateigröße
456 KB
Sprache
Deutsch
Anmerkungen
In dieser Arbeit geht es um Soziologie und Fußball, das Phänomen einer Massenkultur. Im Blickpunkt stehen hier die weiblichen Fußballfans. Es werden Entwicklungen des weiblichen Fan-Daseins beschrieben, aber auch Vorurteile/Klischees aufgegriffen, deren Ursprünge erforscht werden. Die Fußball-Arenen sind heutzutage bunt mit Fußballanhängern gemischt, doch es sollte lange dauern, bis das der Fall war...
Schlagworte
Klischees, Fußballfan, Realität, Fiktion, Soziologie, Fußball
Arbeit zitieren
Michael Schmidt (Autor), 2007, Klischees vom weiblichen Fußballfan - Realität und Fiktion, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/86108

Kommentare

  • Noch keine Kommentare.
Im eBook lesen
Titel: Klischees vom weiblichen Fußballfan - Realität und Fiktion


Ihre Arbeit hochladen

Ihre Hausarbeit / Abschlussarbeit:

- Publikation als eBook und Buch
- Hohes Honorar auf die Verkäufe
- Für Sie komplett kostenlos – mit ISBN
- Es dauert nur 5 Minuten
- Jede Arbeit findet Leser

Kostenlos Autor werden