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Erich Kästner als Kinder- und Jugendbuchautor

Die literarische Strömung der Neuen Sachlichkeit unter besonderer Berücksichtigung des Großstadtmotivs, exemplifiziert an Erich Kästners Kinderbüchern „Emil und die Detektive“ und „Pünktchen und Anton“

Title: Erich Kästner als Kinder- und Jugendbuchautor

Seminar Paper , 2003 , 18 Pages , Grade: 1,7

Autor:in: Manuela Miska (Author)

Didactics - German Studies
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Mit seinem ersten Kinderroman "Emil und die Detektive" (1929) errang Erich Kästner eine besondere Position als Autor im Genre der Kinder- und Jugendliteratur und trug entscheidend zu dem sich bereits abzeichnenden Wandel innerhalb derselben bei. 1929 proklamierte Rudolf Paulsen in der Berliner Börsen-Zeitung: „Die alte Jugendschrift, die über die Köpfe der Kinder hinwegpredigte, oft in einem kindlich sein wollenden und darum albernen Stil, verschwindet aus dem Bord: das ist die Revolution im Bücherschrank der Kinder!“
Erich Kästner etablierte eine neue Art des Schreibens für Kinder, die sich, basierend auf den Idealen der literarischen Strömung der Neuen Sachlichkeit und losgelöst von jeder Tradition, nicht als romantisch und utopisch-idealisierend sondern als zeitgemäß und realistisch darstellte. [...]
Im Folgenden soll auf die neusachlichen Elemente der beiden Kinderromane Kästners "Emil und die Detektive" und "Pünktchen und Anton" eingegangen werden, wobei zunächst als Orientierung ein Überblick über die kulturelle Strömung der Neuen Sachlichkeit gegeben wird. Weiterhin wird die Bedeutung des Großstadtmotivs innerhalb dieser beiden Romane untersucht, und es wird erklärt, auf welche Weise die Großstadt Berlin die Bedingungen für die Handlungsabläufe und dem Moralisten Kästner eine Plattform für die Vermittlung seiner Überzeugungen schafft.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

Einleitung

1. Die kulturelle Strömung der Neuen Sachlichkeit im Deutschland der zwanziger Jahre

2. Die literarische Strömung der Neuen Sachlichkeit unter besonderer Berücksichtigung des Großstadtmotivs, exemplifiziert an Erich Kästners Kinderbüchern „Emil und die Detektive“ und „Pünktchen und Anton“

2.1 Der Wirklichkeitsbezug als neusachliches Element

2.2 Der Realismus des Milieus – Die Darstellung sozialer Unterschiede und die Verwendung einer alltäglichen Sprache

2.3 Die Großstadt Berlin als Kulisse und Lehrmeister

Schlussbetrachtung

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht, wie Erich Kästner die literarische Strömung der Neuen Sachlichkeit, insbesondere das Motiv der Großstadt, in seinen Kinderromanen "Emil und die Detektive" und "Pünktchen und Anton" umsetzt, um eine zeitgemäße, realistische Erziehung zur Menschlichkeit und Demokratie zu fördern.

  • Die literarische Strömung der Neuen Sachlichkeit in der Weimarer Republik.
  • Die Bedeutung des Großstadtmotivs als Handlungsort und pädagogisches Element.
  • Die Darstellung sozialer Unterschiede und die Verwendung einer alltäglichen Sprache als Realismus-Stilmittel.
  • Die pädagogische Intention Erich Kästners, ein demokratisches Miteinander zu vermitteln.

Auszug aus dem Buch

2.3 Die Großstadt Berlin als Kulisse und „Lehrmeister“

Sowohl in Emil und die Detektive als auch in Pünktchen und Anton dient die Großstadt Berlin als Kulisse für das Geschehen. Kästners Entschluss, sich von den einstmals gängigen ländlichen Schauplätzen in der Kinder- und Jugendliteratur zu distanzieren und die Großstadt als neues Motiv zu wählen, hat in besonderem Maße zum Erfolg seiner Kinderbücher beigetragen.

Obwohl sich Kästner in Emil und die Detektive und in Pünktchen und Anton merklich um eine neutrale Darstellung der Großstadt Berlin in Form eines allgegenwärtigen Abwägens positiver und negativer Aspekte des Großstadtlebens bemüht, gewinnt eine unübersehbare Schwärmerei für die Metropole stets an überhand: „‘Berlin ist natürlich großartig. Man denkt man sitzt im Kino.’“ – „Kennt ihr die Weiden-dammer Brücke? Kennt ihr sie am Abend, wenn unterm dunklen Himmel ringsum die Licht-reklamen schimmern? [...] Autobusse rollen in Kolonnen über den Brückenbogen. Im Hinter-grunde erhebt sich der Bahnhof Friedrichstraße. Hochbahnen fahren über die Stadt hin, die Fenster der Züge sind erleuchtet, und die Wagen gleiten wie schillernde Schlangen in die Nacht. Manchmal ist der Himmel rosa vom Wiederschein des vielen Lichts, das unter ihm strahlt. Berlin ist schön, hier besonders, an dieser Brücke, und abends am meisten! [...] Kinder, das ist ein Leben!“

Zusammenfassung der Kapitel

Einleitung: Es wird die zentrale These eingeführt, dass Kästner durch die Übernahme neusachlicher Ideale die Kinderliteratur revolutionierte und seine jungen Helden in der realistisch dargestellten Großstadt Berlin zu eigenverantwortlichem Handeln erzieht.

1. Die kulturelle Strömung der Neuen Sachlichkeit im Deutschland der zwanziger Jahre: Dieses Kapitel skizziert den zeitgeschichtlichen Hintergrund der Weimarer Republik und erläutert die ästhetischen Merkmale der Neuen Sachlichkeit als nüchterne, objektive Abkehr vom Expressionismus.

2. Die literarische Strömung der Neuen Sachlichkeit unter besonderer Berücksichtigung des Großstadtmotivs, exemplifiziert an Erich Kästners Kinderbüchern „Emil und die Detektive“ und „Pünktchen und Anton“: Das Hauptkapitel analysiert die Umsetzung der neusachlichen Maximen in den ausgewählten Romanen, wobei der Fokus auf dem Realitätsanspruch, der Milieudarstellung und der Rolle Berlins liegt.

2.1 Der Wirklichkeitsbezug als neusachliches Element: Es wird untersucht, wie Kästner durch Vorworte und eine gegenwartsnahe Erzählweise einen bewussten Bruch mit utopisch-idealisierender Kinderliteratur vollzieht und einen Anspruch auf Realität etabliert.

2.2 Der Realismus des Milieus – Die Darstellung sozialer Unterschiede und die Verwendung einer alltäglichen Sprache: Das Kapitel behandelt Kästners Darstellung verschiedener sozialer Schichten und den bewussten Einsatz einer authentischen, schnörkellosen Alltagssprache zur Charakterisierung seiner Figuren.

2.3 Die Großstadt Berlin als Kulisse und „Lehrmeister“: Hier wird analysiert, wie Berlin als modernes Motiv fungiert, das sowohl Faszination als auch Gefahren birgt und den Protagonisten als notwendiges Umfeld für ihre charakterliche Entwicklung dient.

Schlussbetrachtung: Das Fazit fasst zusammen, dass Kästners Kinderromane durch die Verbindung von ungeschönter Realitätskonfrontation und moralischem Optimismus einen wesentlichen Beitrag zur Erziehung zu einer humaneren, demokratischen Gesellschaft leisten.

Schlüsselwörter

Erich Kästner, Neue Sachlichkeit, Kinderliteratur, Großstadtmotiv, Berlin, Emil und die Detektive, Pünktchen und Anton, Realismus, Weimarer Republik, Milieudarstellung, Alltagssprache, Pädagogik, Demokratie, Sozialkritik, Jugendbuchautor.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die Kinderromane von Erich Kästner vor dem Hintergrund der literarischen Strömung der Neuen Sachlichkeit.

Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?

Die zentralen Themen sind der Realitätsanspruch in der Kinderliteratur, die Darstellung sozialer Milieus, die Funktion der Großstadt Berlin und der moralische Erziehungsanspruch Kästners.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Ziel ist es zu untersuchen, wie Kästner durch die Stilmittel der Neuen Sachlichkeit ein zeitgemäßes, realistisches Bild der Weimarer Republik vermittelt, um Kinder zu demokratischem und verantwortungsbewusstem Handeln zu erziehen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine literaturwissenschaftliche Analyse, die primär textimmanente Untersuchungen der Romane mit kulturhistorischen Kontexten der Neuen Sachlichkeit verknüpft.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Im Hauptteil werden der Wirklichkeitsbezug der Texte, die Darstellung sozialer Unterschiede durch Alltagssprache sowie die Funktion Berlins als Kulisse und „Lehrmeister“ anhand konkreter Textbeispiele analysiert.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Neue Sachlichkeit, Erich Kästner, Großstadtmotiv, Realismus, Milieudarstellung und demokratische Erziehung charakterisiert.

Wie unterscheidet sich Kästners Darstellung von der damaligen üblichen Kinderliteratur?

Im Gegensatz zur damals üblichen, oft idyllisierenden und belehrenden Literatur, stellt Kästner die Welt der Kinder realistisch, direkt und ohne romantische Verklärung dar.

Welche Rolle spielt die Großstadt Berlin spezifisch in „Emil und die Detektive“?

Berlin fungiert im Roman als eine ambivalente Umgebung, die Emil einerseits durch ihre Größe und Anonymität ängstigt, ihm andererseits aber erst durch den Zusammenhalt mit den anderen Kindern die Möglichkeit zur Selbstbehauptung bietet.

Wie wird das soziale Gefälle in den Romanen thematisiert?

Kästner thematisiert soziale Unterschiede ungeschönt, indem er Kinder aus armen Verhältnissen, wie Anton, denen aus wohlhabenden Familien, wie Pünktchen, gegenüberstellt und durch ihre Freundschaften ein demokratisches Miteinander postuliert.

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Details

Title
Erich Kästner als Kinder- und Jugendbuchautor
Subtitle
Die literarische Strömung der Neuen Sachlichkeit unter besonderer Berücksichtigung des Großstadtmotivs, exemplifiziert an Erich Kästners Kinderbüchern „Emil und die Detektive“ und „Pünktchen und Anton“
College
University of Dusseldorf "Heinrich Heine"
Grade
1,7
Author
Manuela Miska (Author)
Publication Year
2003
Pages
18
Catalog Number
V86117
ISBN (eBook)
9783638016308
ISBN (Book)
9783638918817
Language
German
Tags
Erich Kästner Jugendbuchautor Kinderliteratur Jugendliteratur Pünktchen Anton Emil Detektive Neue Sachlichkeit Großstadtmotiv Kinderbuch Jugendbuch Kinderbuchautor Thema Erich Kästner
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Manuela Miska (Author), 2003, Erich Kästner als Kinder- und Jugendbuchautor, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/86117
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