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Interessenplurale Ansprüche an Bildung und deren Bedeutung für die Gestaltung eines Bildungsangebots

Title: Interessenplurale Ansprüche an Bildung und deren Bedeutung für die Gestaltung eines Bildungsangebots

Seminar Paper , 2006 , 25 Pages

Autor:in: Diplom-Verwaltungswirt (FH) Silvester Popescu-Willigmann (Author)

Pedagogy - General
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Bildung ist eine Grundlage für ein freies Leben, das mit Kant seinen Ausdruck in der aus geistiger Selbstbestimmtheit des Einzelnen resultierenden Mündigkeit findet. Hier schon zeigt sich die Abhängigkeit eines solchen Freiheitsbegriffs von der Bildung: Im Kontext von Aufklärung und Emanzipation kann sie verstanden werden als eine kritische „Distanz des aufgeklärten Menschen gegenüber der Fremdsteuerung durch Metaphysik, Theologie und herrschende Gesellschaftsklasse, die seine Autonomie in der ihm eigenen Vernunft begründet“. Bildung ist demnach für eine Unabhängigkeit des Individuums von höheren Instanzen sowie seine Möglichkeit einer eigenen, freien Lebensgestaltung vorauszusetzen.

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Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Interdisziplinäre Rechtfertigung von Bildung

3. Widerspruch zwischen Ökonomische und Pädagogik?

3.1 Bildungsökonomische Forderung

3.2 Zum Verhältnis zwischen Ökonomie und Pädagogik

4. Forderungen der Educandi: Berücksichtigung ihrer Individuallage

4.1 Bildungsbedingungen und Lebenswandel

4.2 Physiologische Lern-Bedingtheiten

4.3 Psychologische Lern-Bedingtheiten

4.4 Soziales Umfeld als Bildungsdeterminante

4.5 Bildungsbiographie als Resultat (auch) der Individuallage

5. Zusammenfassung und Schlussfolgerungen

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht das Spannungsfeld zwischen bildungsökonomischen Anforderungen und pädagogischen Idealen und fragt danach, wie Bildungsangebote gestaltet werden müssen, um die spezifischen Individuallagen der Lernenden (Educandi) zu berücksichtigen und deren Mündigkeit zu fördern.

  • Interdisziplinäre Rechtfertigung der Bedeutung von Bildung
  • Analyse des Widerspruchs zwischen Ökonomie und Pädagogik
  • Einflussfaktoren der individuellen Lernfähigkeit und -bereitschaft
  • Die Rolle des sozialen Umfelds als Bildungsdeterminante
  • Forderungen an die Gestaltung chancengerechter Bildungsangebote

Auszug aus dem Buch

3.2 Zum Verhältnis zwischen Ökonomie und Pädagogik

Die Frage nach einer „technischen“ (zweckorientierten) oder einer „liberalen“ (sachzwangfreien) Erziehung / Bildung ist nicht erst Ausfluss unserer arbeitsteiligen, modernen Gesellschaft. Sie ist vielmehr ein Relikt, dass uns seit Entstehung der Pädagogik selbst schon begleitet.21

Im antiken Griechenland waren es die Sophisten, die ihre (männlichen) Schüler auf das Bestehen in öffentlichen Ämtern vorbereiteten. Es galt ihnen, den „tragenden Säulen“ der Gesellschaft, künftigen Anwälten und Richtern, Ärzten und Politikern, militärischen Befehlshabern und Erziehern die Eigenschaften beizubringen, die sie brauchten, um im Staatswesen ihre Positionen zu behaupten: psychologisches Gespür, politisches Wissen und rhetorisches Geschick. Den Sophisten nach waren jene die „besten Staatsbürger“, die es besser verstanden, andere von ihren eigenen Ansichten zu überzeugen und dadurch die Geschicke der polis, des Stadt-Staates, zu lenken; auf jeden Fall waren sie faktisch einflussreichsten Persönlichkeiten im Staate. Nicht umsonst galt die Redefertigkeit in der Antike als elementare Fertigkeit. Und gilt Überzeugungskraft auch heute noch landläufig als Schlüsselfähigkeit eines jeden zu etablierenden „Machers“, in Verwaltung, Politik und Wirtschaft gleichermaßen.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung definiert Bildung als Grundlage für Mündigkeit und Selbstbestimmung und skizziert die Notwendigkeit, Bildungsansprüche interdisziplinär zu reflektieren.

2. Interdisziplinäre Rechtfertigung von Bildung: Dieses Kapitel begründet die Relevanz von Bildungszugang aus politischer, gesamtwirtschaftlicher, anthropologischer und philosophischer Perspektive.

3. Widerspruch zwischen Ökonomische und Pädagogik?: Das Kapitel beleuchtet das Spannungsfeld zwischen der ökonomischen Nutzenorientierung und den pädagogisch-liberalen Bildungsansätzen.

3.1 Bildungsökonomische Forderung: Fokus auf Humankapitaltheorie, Employability und die Verantwortung der Wirtschaft bei der Gestaltung von Bildungsmaßnahmen.

3.2 Zum Verhältnis zwischen Ökonomie und Pädagogik: Historische Herleitung des Konflikts zwischen zweckorientierter Ausbildung und humaner Bildung am Beispiel der Sophistik und der griechischen Antike.

4. Forderungen der Educandi: Berücksichtigung ihrer Individuallage: Untersuchung der Faktoren, die Lernprozesse beeinflussen und die Notwendigkeit einer individuellen Anpassung von Bildungsangeboten unterstreichen.

4.1 Bildungsbedingungen und Lebenswandel: Diskussion über Lebensphasenmodelle und den Einfluss des heutigen Zeitgeists auf die Bildungsbiografie.

4.2 Physiologische Lern-Bedingtheiten: Analyse der körperlichen Verfassung, der biologischen Entwicklung und situativer Faktoren als Voraussetzungen für Lernfähigkeit.

4.3 Psychologische Lern-Bedingtheiten: Untersuchung emotionaler Faktoren, Lernblockaden und die Anwendung der Attributionstheorie auf den Lernerfolg.

4.4 Soziales Umfeld als Bildungsdeterminante: Erörterung der Prägung durch soziale Herkunft, Rollenkonflikte und die Abhängigkeit von Bildungschancen vom sozioökonomischen Status.

4.5 Bildungsbiographie als Resultat (auch) der Individuallage: Zusammenfassung der Bedeutung der Lernhistorie für die Gestaltung zielgruppengerechter Bildungsangebote.

5. Zusammenfassung und Schlussfolgerungen: Fazit, das Bildung als zweckfrei definiert und pädagogische Kriterien zur obersten Prämisse für die Gestaltung von Bildungssystemen erhebt.

Schlüsselwörter

Bildung, Mündigkeit, Educandus, Humankapital, Bildungsökonomie, Pädagogik, Individuallage, Employability, Bildungsbiografie, Sozialisation, Chancengleichheit, Lernfähigkeit, Lehr- und Lernprozesse, Selbstbestimmung, Bildungsgerechtigkeit.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht, wie Bildungsansprüche in der modernen Gesellschaft zwischen ökonomischen Verwertungsinteressen und dem pädagogischen Ideal der menschlichen Mündigkeit vermittelt werden können.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themen sind Bildungsökonomie, pädagogische Anthropologie, Entwicklungspsychologie sowie der Einfluss des sozialen Umfelds und individueller Voraussetzungen auf den Bildungserfolg.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?

Das Ziel ist es, Kriterien für eine „optimale“ Gestaltung von Bildungsangeboten zu reflektieren, die den Educandus als Subjekt respektieren und dessen individuelle Lebenslage in den Mittelpunkt stellen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um einen interdisziplinären Diskurs, der theoretische Analysen aus Soziologie, Psychologie, Ökonomie und Philosophie verknüpft, um eine fundierte normative Begründung für Bildung zu liefern.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die ökonomische und pädagogische Rechtfertigung von Bildung sowie eine detaillierte Analyse der individuellen Voraussetzungen (physiologisch, psychologisch, sozial) der Lernenden.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird durch Begriffe wie Mündigkeit, Humankapital, Individuallage, Chancengerechtigkeit und die notwendige pädagogische Güte von Bildungsmaßnahmen geprägt.

Warum betont der Autor die Notwendigkeit von „Charakterbildung“?

Der Autor argumentiert, dass rein fachgebundenes „technisches“ Wissen nicht ausreicht; erst eine Charakterbildung ermöglicht es dem Einzelnen, verantwortungsvoll und wertend an den Zeitfragen der Gesellschaft teilzunehmen.

Wie beeinflusst das soziale Umfeld den Lernerfolg laut der Arbeit?

Das soziale Umfeld prägt nicht nur durch vorgegebene Rollen und Zwänge das Verhalten, sondern entscheidet über die Ausgangsbedingungen und die Bildungschancen, was soziale Diskrepanzen wie die Kluft zwischen Arm und Reich verstärken kann.

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Details

Title
Interessenplurale Ansprüche an Bildung und deren Bedeutung für die Gestaltung eines Bildungsangebots
College
Graduate School of Business and Economics Lahr
Author
Diplom-Verwaltungswirt (FH) Silvester Popescu-Willigmann (Author)
Publication Year
2006
Pages
25
Catalog Number
V86128
ISBN (eBook)
9783638019521
ISBN (Book)
9783656092605
Language
German
Tags
Interessenplurale Ansprüche Bildung Bedeutung Gestaltung Bildungsangebots Erziehungswissenschaft Pädagogik Ökonomie Wirtschaftspädagogik Philosophie Interdisziplinär
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Diplom-Verwaltungswirt (FH) Silvester Popescu-Willigmann (Author), 2006, Interessenplurale Ansprüche an Bildung und deren Bedeutung für die Gestaltung eines Bildungsangebots, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/86128
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