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Einwände gegen Huntingtons These vom "Kampf der Kulturen"

Title: Einwände gegen Huntingtons These vom "Kampf der Kulturen"

Scientific Essay , 2007 , 39 Pages

Autor:in: Oliver Bruns (Author)

Politics - Political Theory and the History of Ideas Journal
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Die jüngsten Berichte über Menschenrechtsverletzungen und kriegerische Konflikte in aller Welt lassen keine Zweifel darüber aufkommen, dass die von Vielen nach dem Kalten Krieg getragene Hoffnung, Frieden, Freiheit und Demokratie könnten sich nun ungehindert um den Globus verbreiten, nicht erfüllt wurde. Auf der Suche nach Erklärungsmöglichkeiten für die anhaltenden Auseinandersetzungen hat die Theorie vom »Kampf der Kulturen« von Samuel P. Huntington sowohl in wissenschaftlichen als auch außerwissenschaftlichen Diskursen eine bedeutende Stellung eingenommen und zur Diskussion über die Beziehungen von kultureller Identität und politischem Handeln beigetragen. Die Thesen Huntingtons werden im ersten Teil dargestellt. Darauf kann nicht verzichtet werden, weil die Popularität des Buches in der breiten Öffentlichkeit unabhängig von einer eingehenderen Auseinandersetzung mit den Thesen Huntingtons fortbesteht, öffentliche Diskussionen über einen möglichen »Kampf der Kulturen« also häufig ohne den Hintergrund genauerer Lektürekenntnisse geführt werden. Die daraufhin folgenden Kritiken im zweiten Teil sollen belegen, dass es sich beim »Kampf der Kulturen« nicht um ein wissenschaftliches Paradigma handelt und auf begriffliche sowie inhaltliche Inkonsistenzen und Widersprüche hinweisen. Die Kritik ist aufgeteilt in die Gliederungspunkte »Der Begriff des Paradigmas«, »Einteilung in Kulturen«, »Kulturelle oder ethnische Konflikte« sowie »Neorassismus«. Gelegentliche Polemiken gegen Huntingtons »Kampf der Kulturen« im zweiten Teil mag der Leser mir verzeihen, sie können der Polemik und dem Zynismus Huntingtons gegenüber politischen Realitäten und historischen Tatsachen nicht das Wasser reichen.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

Teil I

»Welt aus Kulturen« – ein neues Paradigma

Der Westen als universale Kultur? – Die Differenz zwischen Modernisierung und Verwestlichung

Struktur und globale Politik der Kulturen

Zur Dynamik von Bruchlinienkriegen

»Die Zukunft der Kulturen«

Teil II - Kritik

Der Begriff des Paradigmas

Einteilung in Kulturen

Kulturelle oder ethnische Konflikte

Neorassismus

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit setzt sich kritisch mit Samuel P. Huntingtons These vom »Kampf der Kulturen« auseinander. Ziel ist es, die konzeptionellen Schwächen, begrifflichen Ungenauigkeiten und die politisch-ideologische Einseitigkeit dieser Theorie aufzuzeigen und sie einer wissenschaftlichen Überprüfung zu unterziehen.

  • Darstellung und Analyse von Huntingtons Thesen zur neuen Weltordnung.
  • Kritische Untersuchung des Paradigmenbegriffs im Kontext der Geisteswissenschaften.
  • Hinterfragung der Einteilung in homogene Kulturblöcke und deren Abgrenzung.
  • Analyse der Dynamik von Bruchlinienkriegen und der Instrumentalisierung kultureller Identität.
  • Aufzeigen neorassistischer Tendenzen in der argumentationstheoretischen Struktur.

Auszug aus dem Buch

»Die Zukunft der Kulturen«

Da Huntingtons Paradigma vom »Kampf der Kulturen« vor allem der Konfliktprognose dienen und Ansatzpunkte für die Gestaltung zukünftiger Politik liefern soll, kommt dem abschließenden Kapitel über »Die Zukunft der Kulturen« eine besondere Bedeutung zu. Es wird eingeleitet mit der These, dass in jeder kulturellen Hochphase angenommen werde, dass der erreichte Zustand, die kulturelle Blüte endgültig und unvergänglich sei, obwohl die Geschichte das Gegenteil lehre: jede Kultur erlebe einen Aufstieg und Niedergang. Huntington fragt, ob der Westen hierin eine Ausnahme bilde. Einerseits unterscheide sich der Westen zwar durch seine überwältigende Einflussnahme auf andere Kulturen von anderen Kulturkreisen, aber der wiedererstarkte Islam und die wirtschaftliche Dynamik Asiens würden zeigen, dass andere Kulturen eine Gefahr für den Westen darstellten. Der Westen habe laut Huntington zu Beginn des 20. Jahrhunderts seinen machtpolitischen Höhepunkt überschritten und befände sich seitdem in einem allmählichen, zögerlichen Niedergang.

Zusammenfassung der Kapitel

Teil I: Dieser Abschnitt erläutert Huntingtons zentrales Paradigma einer Welt, die nach dem Kalten Krieg primär von kulturellen Identitäten und deren Konflikten bestimmt wird.

»Welt aus Kulturen« – ein neues Paradigma: Das Kapitel führt in Huntingtons Hauptthese ein, die eine multipolare und multikulturelle Weltordnung beschreibt, in der kulturelle Zugehörigkeit die primäre Trennlinie bildet.

Der Westen als universale Kultur? – Die Differenz zwischen Modernisierung und Verwestlichung: Hier wird Huntingtons Unterscheidung zwischen Modernisierungsprozessen und der kulturell spezifischen westlichen Identität analysiert.

Struktur und globale Politik der Kulturen: Dieses Kapitel behandelt die Kategorisierung von Staaten als Kern-, Mitglied-, einsame, gespaltene oder zerrissene Länder innerhalb der Huntingtonschen Weltordnung.

Zur Dynamik von Bruchlinienkriegen: Inhalt ist die Untersuchung der Eskalationsphasen von Konflikten an den Trennlinien verschiedener Kulturkreise.

»Die Zukunft der Kulturen«: Das Kapitel reflektiert den prognostizierten Niedergang des Westens und diskutiert mögliche politische Strategien zur Erhaltung der westlichen Führungsrolle.

Teil II - Kritik: Dieser Teil dekonstruiert Huntingtons theoretisches Fundament und zeigt die methodischen sowie inhaltlichen Schwachstellen seines Ansatzes auf.

Der Begriff des Paradigmas: Eine wissenschaftstheoretische Auseinandersetzung mit Huntingtons Verwendung des Paradigmenbegriffs in Anlehnung an Thomas Kuhn.

Einteilung in Kulturen: Die kritische Prüfung der inkonsistenten Kategorisierung und der mythischen Aufladung des Kulturbegriffs bei Huntington.

Kulturelle oder ethnische Konflikte: Dieser Abschnitt diskutiert die Schwierigkeit, Bruchlinienkonflikte von ethnischen oder territorialen Konflikten abzugrenzen.

Neorassismus: Eine Analyse der neorassistischen Züge in Huntingtons Konzept, bei dem kulturelle Homogenität die biologische Rasse ersetzt.

Schlüsselwörter

Kampf der Kulturen, Huntington, kulturelle Identität, Bruchlinienkriege, Weltordnung, Modernisierung, Verwestlichung, Paradigmenwechsel, Geisteswissenschaften, Neorassismus, Konfliktforschung, Kulturkreis, politische Theorie, Multikulturalismus, Ethnie.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit bietet eine fundierte Kritik an Samuel P. Huntingtons einflussreicher, aber umstrittener Theorie vom »Kampf der Kulturen« und hinterfragt deren wissenschaftliche Plausibilität.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentrale Themen sind die Kritik an der Kategorisierung von Kulturblöcken, die Analyse von Konfliktverläufen in multipolaren Welten und die Entlarvung politisch-ideologischer Vorurteile in Huntingtons Argumentation.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, aufzuzeigen, dass Huntingtons Theorie keine wissenschaftlich belastbare Erklärungsgrundlage für globale Konflikte bietet, sondern als kulturalistische Ideologie zu verstehen ist.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es wird eine wissenschaftstheoretische und politikwissenschaftliche Analyse durchgeführt, die Huntingtons Thesen mit anderen Paradigmen vergleicht und den Begriff des Paradigmas kritisch hinterfragt.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung von Huntingtons fünf Hypothesen und eine detaillierte, punktweise Kritik an seinen Begriffen, seiner Einteilung der Welt und seiner Prognostik.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird durch Begriffe wie kulturelle Identität, Neorassismus, Paradigmenwechsel, Bruchlinienkriege und Konfliktforschung charakterisiert.

Wie bewertet der Autor Huntingtons Umgang mit dem Begriff »Kultur«?

Der Autor bemängelt eine signifikante Unschärfe und Widersprüchlichkeit, da Huntington den Begriff nicht präzise definiert, sondern ihn primär zur Konstruktion von Feindbildern instrumentalisiert.

Welches Verhältnis sieht die Arbeit zwischen Politik und Kultur bei Huntington?

Der Autor zeigt auf, dass Huntington Politik und Kultur kaum unterscheidet und politische Machtinteressen fälschlicherweise als biologisch-deterministische kulturelle Notwendigkeiten tarnt.

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Details

Title
Einwände gegen Huntingtons These vom "Kampf der Kulturen"
College
Carl von Ossietzky University of Oldenburg  (Institut für Politikwissenschaft)
Author
Oliver Bruns (Author)
Publication Year
2007
Pages
39
Catalog Number
V86155
ISBN (eBook)
9783638901031
ISBN (Book)
9783638902274
Language
German
Tags
Einwände Huntingtons These Kampf Kulturen
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Oliver Bruns (Author), 2007, Einwände gegen Huntingtons These vom "Kampf der Kulturen", Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/86155
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