Praxis der qualitativen Sozialforschung in den Feldern der Sozialen Arbeit.
Viele SozialpädagogInnen wählen nach dem Studium noch eine Zusatzausbildung. Diese Arbeit beschäftigt sich mit der Erforschung möglicher Hintergrunde.
Gliederung
1 Interesse am Forschungsgegenstand
2 Abgrenzung von Sozialer Arbeit und Therapie
3 Methodisches Vorgehen
3.1 Unsere Interviewpartnerin
3.2 Rahmenbedingungen
3.3 Vorgehensweise
4 Interview mit Lisa
4.1 Auswertung der Interview-Ergebnisse
4.1.1 Therapeutische Zusatzqualifikation und Motivation
4.1.2 Methoden in der sozialpädagogischen Tätigkeit
4.1.3 Anwendung therapeutischer Methoden
4.1.4 Abgrenzungsproblematik
4.1.5 Bedeutung des Studiums
4.1.6 Berufsidentität und Selbstverständnis
4.2 Fachwissenschaftliche Interpretation
5 Fazit
6 Schlusswort
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht die Motivationslagen von SozialpädagogInnen, die in der sozialtherapeutischen Heimerziehung tätig sind und eine zusätzliche therapeutische Ausbildung anstreben. Dabei wird der Frage nachgegangen, wie sich die Grenze zwischen sozialpädagogischen Aufgaben und therapeutischen Interventionen im Berufsalltag gestaltet und welche Bedeutung die akademische Grundausbildung für dieses Arbeitsfeld hat.
- Abgrenzung zwischen Sozialer Arbeit und Therapie
- Motivationsfaktoren für therapeutische Zusatzausbildungen
- Methodenanwendung im sozialtherapeutischen Kontext
- Herausforderungen der Beziehungsarbeit und Reflexion
- Berufsidentität von SozialpädagogInnen
Auszug aus dem Buch
4 Interview mit Lisa
Interviewerin: Ok. Meine erste Frage lautet: Beschreibe bitte deine Funktion, also deine Aufgaben hier im Haus.
Befragte: Meine Aufgabe hier im Haus. Also ich denk so der wichtigste Bereich ist einfach die Bezugspersonenarbeit, wo so jeder von uns 2 – 3 Bezugsmädchen hat. Wo er einfach für die gesamte Alltagsplanung, Strukturierung, wie auch immer, zuständig ist, einfach so den Überblick behält. Das ist, so denk ich, der wichtigste Bereich. Dann bin ich noch im Neuaufnahmeteam. Soll ich jetzt schon einfach meine Funktion beschreiben?
I: Ja.
B: Im Neuaufnahmeteam, wo sich einfach die Mädchen vorstellen. Wo wir die Diagnostik machen, uns die Mädchen anschauen.
I: Ihr macht direkt Diagnostik?
B: Ja. Zumindest soweit, ob sie zu uns passen. Also dass ist jetzt nicht so professionell, die Diagnostik. Aber wo wir einfach schauen, ob das mit den Bereichen übereinstimmt, ob wir uns das Mädchen vor allem in der Gruppe vorstellen können und wir uns vorstellen können mit dem Mädchen zu arbeiten. Ja, die Sachen schauen wir uns dann zusammen im Team an und bringen es dann wieder ins Groß-Team und entscheiden dann letztendlich. Ja. Dann bin ich ja seit neuestem Team-Koordinatorin.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Interesse am Forschungsgegenstand: Die Autorinnen thematisieren das Phänomen, dass viele SozialpädagogInnen in der Heimerziehung eine therapeutische Zusatzausbildung anstreben, um den Anforderungen im Arbeitsalltag gerecht zu werden.
2 Abgrenzung von Sozialer Arbeit und Therapie: Dieses Kapitel erläutert die theoretischen Unterschiede zwischen sozialpädagogischem Handeln im Alltag und therapeutischen Prozessen, die auf ein spezielles Setting angewiesen sind.
3 Methodisches Vorgehen: Hier wird der Forschungsansatz beschrieben, der auf einem Experteninterview mit einer sozialpädagogischen Fachkraft basiert, um praktische Einblicke zu gewinnen.
4 Interview mit Lisa: Der Hauptteil präsentiert das geführte Interview, transkribiert die Ergebnisse und interpretiert diese im Hinblick auf die Motivation der Fachkraft sowie die Anwendung therapeutischer Methoden.
5 Fazit: Das Fazit stellt fest, dass sich die professionelle Identität durch die Praxis festigt und das Studium lediglich das notwendige Grundgerüst für die weitere Spezialisierung bietet.
6 Schlusswort: Die Autorinnen reflektieren den Prozess der Hausarbeit und betonen den Erkenntnisgewinn des geführten Interviews für alle Beteiligten.
Schlüsselwörter
Sozialpädagogik, Therapie, Heimerziehung, Motivationslage, Zusatzausbildung, Abgrenzung, Alltagsbegleitung, Berufsidentität, Experteninterview, Psychoanalytische Pädagogik, Reflexion, Übertragung, Krisenintervention, Sozialarbeit, Fallbesprechung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich mit der Motivationslage von SozialpädagogInnen in der sozialtherapeutischen Heimerziehung, die sich dazu entschließen, eine therapeutische Zusatzausbildung zu absolvieren.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Im Zentrum stehen die Abgrenzung zwischen Sozialer Arbeit und Psychotherapie, die berufliche Identität von SozialpädagogInnen sowie die praktische Anwendung therapeutischer Methoden im pädagogischen Alltag.
Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?
Das Ziel ist es, ein besseres Verständnis dafür zu entwickeln, warum SozialpädagogInnen im sozialtherapeutischen Bereich eine therapeutische Zusatzqualifikation anstreben und wie sie den Spagat zwischen ihrem pädagogischen Auftrag und therapeutischen Anforderungen bewältigen.
Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?
Die Arbeit nutzt als methodischen Ansatz das qualitative Experteninterview. Es wurde ein leitfadengestütztes Interview mit einer in der Praxis tätigen Sozialpädagogin durchgeführt, transkribiert und anschließend nach den Vorgaben von Meuser und Nagel ausgewertet.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil umfasst das transkribierte Interview mit "Lisa", eine detaillierte Auswertung der Ergebnisse hinsichtlich Motivation und Methoden sowie eine fachwissenschaftliche Interpretation der gewonnenen Daten.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die zentralen Schlagworte sind Sozialpädagogik, Therapie, Abgrenzung, Alltagsbegleitung, Berufsidentität, Reflexion und Zusatzqualifikation.
Inwiefern beeinflusst das Studium die berufliche Praxis laut der Interviewten?
Das Studium wird als ein notwendiges Grundgerüst betrachtet, das jedoch im Alltag durch praktische Erfahrungen und weitere Fortbildungen ergänzt werden muss, da die akademische Ausbildung zu allgemein gehalten sei.
Warum wird im Arbeitsalltag der Einrichtung oft therapeutisch gearbeitet?
Aufgrund der hohen psychischen Belastungen der Klientinnen lassen sich therapeutische Gespräche im Rahmen der Alltagsbegleitung häufig nicht vermeiden, auch wenn die SozialpädagogInnen ihre Rolle klar von der einer Therapeutin abgrenzen.
- Quote paper
- Rabea Raila (Author), Barbara Reis (Author), 2007, Therapeutische Zusatzausbildungen: Motivationslagen für SozialpädagogInnen in der sozialtherapeutischen Heimerziehung, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/86205