Es gehört zu der Aufgabe eines ordentlichen Controllings, Kennzahlen in einer zielgerichteten und empfängerorientierten Form bereitzustellen. Zur Bewältigung dieser Aufgabe steht dem Controlling das Instrument "Kennzahlensystem" zur Verfügung. Kennzahlensysteme werden in der betrieblichen Praxis bereits seit längerem eingesetzt und bieten sich neben der Strukturierung von Informationen auch zur Unternehmenssteuerung an. Die hier vorliegende Arbeit befasst sich mit der Entwicklung von Kennzahlensystemen. Dazu wird zunächst zur Schaffung eines Grundverständnisses der Begriff der Kennzahlen beschrieben sowie deren Aufgaben im Unternehmen erläutert. Im nachfolgenden Teil wird auf die Aufgaben von Kennzahlensystemen im Hinblick auf deren möglichen Anwendungsgebiete sowie auf den Systemaufbau anhand von zwei ausgewählten Beispielen eingegangen. Im dritten Teil wird schließlich beschrieben, welche allgemeinen und spezifischen Anforderungen bestehen und welche Methoden zur Systembildung zur Verfügung stehen.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Einzelkennzahlen als Elemente von Kennzahlensystemen
2.1 Definition von Kennzahlen und Klassifizierung in Grund- und Verhältniszahlen
2.2 Steigerung der Aussagekraft von Kennzahlen durch vergleichende Gegenüberstellung
2.3 Aufgaben von Kennzahlen
3 Kennzahlensysteme
3.1 Verknüpfung von Einzelkennzahlen zu Kennzahlensystemen
3.2 Funktionen von Kennzahlensystemen und Beschreibung von möglichen Anwendungsgebieten
3.3 Aufbau von Kennzahlensystemen und ausgewählte Beispiele
3.3.1 Skizzierung des Aufbaus von Rechensystemen am Beispiel des Du-Pont-Systems
3.3.2 Skizzierung des Aufbaus von Ordnungssystemen am Beispiel der Balanced Scorecard
4 Entwicklung von Kennzahlensystemen
4.1 Anforderungen an Kennzahlensysteme und deren Anwender
4.2 Anforderungen an die Entwicklung von Kennzahlensystemen
4.3 Methoden der Systembildung
4.3.1 Logische Herleitung von Kennzahlensystemen
4.3.2 Empirisch-theoretische Herleitung von Kennzahlensystemen
4.3.3 Empirisch-induktive Herleitung von Kennzahlensystemen
4.3.4 Modellgestützte Herleitung von Kennzahlensystemen
5 Abschließende Würdigung und Fazit
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht die Entwicklung und Bedeutung von Kennzahlensystemen als zentrales Steuerungsinstrument im Controlling, um dem Informationsüberfluss in Unternehmen entgegenzuwirken und eine zielgerichtete Unternehmensführung zu ermöglichen.
- Grundlagen von Einzelkennzahlen und deren Klassifizierung
- Funktionen und Anwendungsgebiete von Kennzahlensystemen
- Analyse der Systemaufbauten (Rechen- vs. Ordnungssysteme)
- Methoden zur Entwicklung und Herleitung von Kennzahlensystemen
- Anforderungen an Anwender und Implementierungsprozesse
Auszug aus dem Buch
3.3.1 Skizzierung des Aufbaus von Rechensystemen am Beispiel des Du-Pont-Systems
Kennzahlensysteme werden in Ordnungs- und Rechensysteme unterschieden. Innerhalb der Rechensysteme werden Kennzahlen verknüpft, sodass sich Veränderungen einer Kennzahl auf die vor- bzw. nachgelagerte Kennzahl auswirken. Rechensysteme werden zumeist durch logische Herleitung oder Modellbildung konstruiert. Auf die Methoden der logischen Herleitung von Kennzahlensystemen sowie der Modellbildung wird im Rahmen der Punkte 4.3.1 und 4.3.4 näher eingegangen.
Das wohl bekannteste System dieser Art ist das Du-Pont-Kennzahlensystem, das von dem amerikanischen Chemie-Konzern „Du Pont de Nemours and Company“ bereits im Jahr 1919 entwickelt und seit dem mehrfach verbessert wurde. Bei der Anwendung des Systems wird nicht die Gewinnmaximierung angestrebt, sondern die Maximierung der Gesamtkapitalrentabilität, die anhand der Kennzahl „ROI“ gemessen wird. Abbildung 1 (siehe Seite 7) zeigt das im Rahmen der Controlling-Software „Corporate Planner“ grafisch abgebildete Du-Pont-Kennzahlensystem, das oftmals auch als „ROI-Baum“ bezeichnet wird.
Kernelement des Kennzahlensystems ist, dass die verwendeten Kennzahlen in der nachfolgenden Ebene in ihre sich logisch ergebende Bestandteile in Unterkennzahlen zerlegt werden. Hierdurch entsteht der markante, pyramidenförmige Aufbau des Systems. Die alleinige Spitzenkennzahl „ROI“ wird durch mathematisches Umformen in die Kennzahlen „Kapitalumschlag“ und „Gewinn/Umsatz (in %)“ (auch als „Umsatzrentabilität“ bezeichnet) zerlegt. Beide Kennzahlen werden wiederum in Ihre rechnerischen Bestandteile (Umsatz, Kapital und Gewinn) aufgeteilt. Auf diese Weise können die Kennzahlen fortlaufend immer feingliedriger in ihre logisch hergeleiteten Bestandteile aufgespaltet werden, bis die gewünschte Detailtiefe zur Analyse von Abweichungen erreicht ist.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Die Einleitung beleuchtet den Informationsüberfluss in Unternehmen und definiert die Notwendigkeit von Kennzahlensystemen als zielgerichtetes Controlling-Instrument.
2 Einzelkennzahlen als Elemente von Kennzahlensystemen: Dieses Kapitel definiert Kennzahlen, klassifiziert diese in Grund- und Verhältniszahlen und erläutert die Bedeutung vergleichender Gegenüberstellungen.
3 Kennzahlensysteme: Es werden die Funktionen von Kennzahlensystemen sowie der Aufbau von Rechensystemen (Du-Pont) und Ordnungssystemen (Balanced Scorecard) detailliert beschrieben.
4 Entwicklung von Kennzahlensystemen: Das Kapitel behandelt die Anforderungen an Systeme und Anwender sowie verschiedene wissenschaftliche Methoden der Systembildung.
5 Abschließende Würdigung und Fazit: Das Fazit resümiert den Nutzen von Kennzahlensystemen für die Unternehmensführung und betont die Notwendigkeit einer unternehmensspezifischen Anpassung.
Schlüsselwörter
Kennzahlensysteme, Controlling, ROI, Balanced Scorecard, Unternehmenssteuerung, Kennzahlen, Datenverdichtung, Rechensysteme, Ordnungssysteme, Frühwarnsystem, Systembildung, Zielhierarchie, Unternehmensführung, Rentabilität, Informationsmanagement.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit?
Die Arbeit befasst sich mit der theoretischen und praktischen Gestaltung von Kennzahlensystemen, die als Instrumente zur Reduzierung von Informationsflut und zur Steuerung von Unternehmen dienen.
Welche zentralen Themenfelder werden abgedeckt?
Die Schwerpunkte liegen auf der Differenzierung zwischen Einzelkennzahlen und Kennzahlensystemen, der Einordnung in Rechen- oder Ordnungssysteme sowie der systematischen Entwicklung solcher Instrumente.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist es, einen Überblick über Methoden zu geben, mit denen Unternehmen Kennzahlensysteme entwickeln können, um ihre komplexen betrieblichen Sachverhalte zielorientiert abzubilden.
Welche wissenschaftlichen Methoden werden zur Systembildung verwendet?
Die Arbeit unterscheidet zwischen der logischen, der empirisch-theoretischen, der empirisch-induktiven sowie der modellgestützten Herleitung von Kennzahlensystemen.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil analysiert den Aufbau von bekannten Modellen wie dem Du-Pont-System und der Balanced Scorecard sowie die methodischen Anforderungen an die Entwicklung und Implementierung dieser Systeme.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?
Zentrale Begriffe sind Kennzahlensysteme, Unternehmenssteuerung, ROI, Balanced Scorecard und diverse methodische Ansätze der Herleitung, wie etwa die logische oder empirische Systembildung.
Was unterscheidet Rechen- von Ordnungssystemen?
Rechensysteme weisen mathematische Verknüpfungen zwischen den Kennzahlen auf, bei denen Veränderungen eine direkte Auswirkung auf andere Kennzahlen haben, während Ordnungssysteme Kennzahlen eher inhaltlich gruppieren.
Warum ist eine unternehmensspezifische Anpassung so wichtig?
Da jedes Unternehmen unterschiedliche Ziele und organisatorische Gegebenheiten verfolgt, gibt es keine allgemeingültige Lösung; die Implementierung muss daher individuell erfolgen, um die Akzeptanz bei den Mitarbeitern zu fördern.
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- Christian Bork (Author), 2007, Entwicklung von Kennzahlensystemen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/86261