Journalistin oder Journalist ist die allgemeine Berufsbezeichnung für die schreibende Zunft. Aufgrund der besseren Lesbarkeit wird die maskuline Form dieses Berufs als Bezeichnung verwendet.
Die Schuldrechtsreform wurde unter enormen Zeitdruck zum 01.01.2002 in Kraft gesetzt. In dieser Arbeit geht es nicht darum „in einer Problemfindungseuphorie jeden neuen Zweifel begeistert zu begrüßen und argumentativ auf die Spitze zu treiben“; tatsächlich gibt es bei den Journalisten echte Sachprobleme, die sich aus der Schuldrechtsreform ergeben. Fragen der Anwendbarkeit auf vorformulierte Allgemeine Geschäftsbedingungen in Verbindung mit dem Urheberrecht beschäftigen in jüngster Zeit die Verbände der Journalisten. Dabei gehen die Meinungen über die Auswirkungen weit auseinander. Während die Zuständigen der großen Zeitungshäuser und Verbände der Verleger nicht von einer bedeutenden Auswirkung ausgehen, wird unter den Journalisten diskutiert, ob die Schuldrechtsreform Möglichkeiten bietet, ihre rechtliche Position gegenüber den Verlegern zu verbessern.
Der im Titel genannte Begriff „Freie Journalisten“ wird vielfältig definiert. In Gesetzen sucht man den Begriff vergeblich.
Inhaltsverzeichnis
1. Vorbemerkung
2. Vertragskonstellationen „Freie“ Journalisten
3. Personengruppe „Freie“ Journalisten
4. Anwendbarkeit der §§ 305 ff. BGB auf Mitarbeiterverträge
4.1. Freiberufler ( Unternehmer )
4.2. Arbeitnehmerähnliche Personen
5. Neuerungen im Urhebergesetz
6. Anwendbarkeit der §§ 305 ff. BGB auf Urheberrechtsverträge
6.1. Einbeziehungskontrolle §§ 305 – 305 c BGB
6.2. Inhaltskontrolle §§ 307 I 1 , II - 309 BGB
6.2.1. Klauselverbote §§ 308 – 309 BGB
6.2.2. Generalklausel § 307 I 1 , II BGB
6.3. Inhaltskontrolle im Urhebervertragsrecht
6.4. Wesentliche Grundgedanken des Urheberrechtes
6.5. Leitbildfunktion des § 32 UrhG
7. Auswirkungen der §§ 305 ff. BGB im Urhebervertragsrecht
7.1. für Urheberrechtsverträge vor dem 01.06.2001
7.2. für Urheberrechtsverträge zwischen dem 01.06.2001 – 30.06.2002
7.3. für Urheberrechtsverträge ab dem 01.07.2002
8. Verbandsklage
9. Schlussbemerkung
Zielsetzung und Themen der Arbeit
Die vorliegende Arbeit untersucht die Auswirkungen der Schuldrechtsreform 2002 auf vorformulierte Mitarbeiterverträge freier Journalisten, unter besonderer Berücksichtigung der damit verknüpften Urheber- und Nutzungsrechte. Zentral ist dabei die Forschungsfrage, ob und wie die Inhaltskontrolle Allgemeiner Geschäftsbedingungen (AGB) auf die Vertragssituation dieser Personengruppe Anwendung findet, um ein strukturelles Ungleichgewicht gegenüber Verlegern auszugleichen.
- Anwendbarkeit der AGB-Kontrolle auf Verträge freier Journalisten
- Statusbestimmung als Unternehmer vs. arbeitnehmerähnliche Person
- Neuerungen im Urhebervertragsrecht (§§ 32, 32a, 36 UrhG)
- Bedeutung der strukturellen Ungleichheit und des Vertrauensschutzes
- Relevanz der Verbandsklage im Urhebervertragsrecht
Auszug aus dem Buch
6.2.2. Generalklausel § 307 I 1 , II BGB
Bestimmungen in Allgemeinen Geschäftsbedingungen sind nach § 307 Abs.1 Satz 1, Abs.2 BGB unwirksam, wenn sie entgegen den Geboten von Treu und Glauben den Vertragspartner des Verwenders unangemessen benachteiligen. Im Zweifel ist eine unangemessene Benachteiligung anzunehmen, wenn eine Bestimmung in Allgemeinen Geschäftsbedingungen mit den wesentlichen Grundgedanken der gesetzlichen Regelung, von der abgewichen werden soll, nicht zu vereinbaren ist. Unwirksam ist auch eine Bestimmung, wenn wesentliche Rechte und Pflichten, die sich aus der Natur des Vertrages ergeben, so eingeschränkt werden, dass die Erreichung des Vertragszweckes gefährdet ist.
Vorformulierte Urheberrechtsverträge unterliegen dem § 307 Abs. 1 Satz 2 BGB, in dem das Transparentgebot verankert ist. Urheberrechtsverträge sind häufig derart kompliziert gestaltet, dass selbst der erfahrene Künstler oder Journalist die Bedeutung der Bestimmungen nicht erkennt, was zu deren Unwirksamkeit führen kann.
Zusammenfassung der Kapitel
Vorbemerkung: Die Einleitung beleuchtet die schwierige Statusbestimmung freier Journalisten und die Relevanz der Schuldrechtsreform für deren Arbeitsbedingungen.
Vertragskonstellationen „Freie“ Journalisten: Dieses Kapitel erläutert die typische Vertragspraxis, bei der Journalisten vorformulierte Dienst- oder Werkverträge mit weitgehender Rechteeinräumung vorgelegt werden.
Personengruppe „Freie“ Journalisten: Der Autor differenziert zwischen festen Freien, freien Journalisten und pauschalierten Verträgen unter Berücksichtigung ihrer rechtlichen Schutzbedürftigkeit.
Anwendbarkeit der §§ 305 ff. BGB auf Mitarbeiterverträge: Es wird analysiert, inwieweit freie Journalisten rechtlich als Unternehmer gelten und wie dies die Kontrolle ihrer Verträge nach dem AGB-Recht beeinflusst.
Neuerungen im Urhebergesetz: Die zentralen Änderungen, insbesondere die neuen Korrekturansprüche (§§ 32, 32a UrhG), werden hinsichtlich ihrer Auswirkungen auf die Vergütungssituation dargestellt.
Anwendbarkeit der §§ 305 ff. BGB auf Urheberrechtsverträge: Dieses Kapitel vertieft die Einbeziehungs- und Inhaltskontrolle von AGB im Kontext von Urheberrechtsverträgen.
Auswirkungen der §§ 305 ff. BGB im Urhebervertragsrecht: Die Auswirkungen werden zeitlich differenziert nach dem Inkrafttreten der Reformen analysiert.
Verbandsklage: Der Autor diskutiert die Möglichkeiten von Verbänden, gegen unwirksame AGB vorzugehen, um die Interessen der Journalisten zu wahren.
Schlussbemerkung: Zusammenfassend wird das Schutzbedürfnis der Journalisten betont und die Forderung aufgestellt, das Schutzniveau dieser Gruppe an das von Arbeitnehmern anzugleichen.
Schlüsselwörter
Schuldrechtsreform, freie Journalisten, Urhebervertragsrecht, Allgemeine Geschäftsbedingungen, AGB-Kontrolle, Nutzungsrechte, Vergütungsregelung, Bestsellerparagraph, Transparenzgebot, Vertragsfreiheit, Arbeitnehmerähnlichkeit, Verbandsklage, § 32 UrhG, Vertragsanpassung, strukturelles Ungleichgewicht.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundlegend?
Die Arbeit analysiert die rechtliche Situation von freien Journalisten nach der Schuldrechtsreform 2002, insbesondere im Hinblick auf die Wirksamkeit vorformulierter Arbeits- und Urheberrechtsverträge.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Im Fokus stehen das AGB-Recht, die Einbeziehung und Inhaltskontrolle von Vertragsbedingungen, das neue Urhebervertragsrecht sowie der Schutzstatus freier Journalisten.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist aufzuzeigen, wie durch die Anwendung des AGB-Rechts und der neuen Urheberrechtsnormen das strukturelle Ungleichgewicht zwischen Journalisten und Verlegern bei der Vertragsgestaltung gemindert werden kann.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine juristische Fachanalyse, die geltende Gesetze, Rechtsprechung und Fachliteratur auswertet, um die Auswirkungen der Schuldrechtsreform auf die konkrete Vertragspraxis zu skizzieren.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Prüfung der Anwendbarkeit des AGB-Rechts, die Erläuterung der neuen Urheberrechtsbestimmungen (§§ 32, 32a UrhG) und eine zeitlich differenzierte Untersuchung der Auswirkungen auf Alt- und Neuverträge.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind AGB-Kontrolle, Urhebervertragsrecht, Angemessenheit der Vergütung, unternehmerische Journalisten und strukturelles Ungleichgewicht.
Inwiefern hat das Transparenzgebot (§ 307 BGB) Bedeutung für Journalisten?
Da Urheberrechtsverträge oft sehr komplex sind, schützt das Transparenzgebot Journalisten davor, dass aufgrund unverständlicher Klauseln ihre Rechte unangemessen eingeschränkt werden, was zur Unwirksamkeit solcher Bestimmungen führen kann.
Warum spielt die Verbandsklage für freie Journalisten eine wichtige Rolle?
Da das individuelle Klagerecht oft aus wirtschaftlicher Abhängigkeit und der Sorge um weitere Aufträge nicht wahrgenommen wird, ermöglicht die Verbandsklage durch qualifizierte Verbände eine wirksame Kontrolle missbräuchlicher AGB.
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- Hans-Joachim Kloth (Author), 2002, Auswirkung der Schuldrechtsreform auf Mitarbeiterverträge freier Journalisten unter Berücksichtigung des neuen Urheberrechtes, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/8626