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Die biblischen Motive der Jungfrauengeburt und des Zweifels in "Die Kindheit Jesu" Konrads von Fussesbrunnen

Title: Die biblischen Motive der Jungfrauengeburt und des Zweifels in "Die Kindheit Jesu" Konrads von Fussesbrunnen

Seminar Paper , 2002 , 19 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Manuela Miska (Author)

German Studies - Older German Literature, Medieval Studies
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Summary Excerpt Details

Neben der Darstellung Christi nimmt die Mariendarstellung in der christlichen Tradition die wichtigste Position ein. Mit der gesonderten Betrachtung der Person Maria und ihres Lebens setzte bereits im frühen Christentum eine Entwicklung des Marienbildes ein, die bis in die heutige Zeit hinein reicht und die sich im Verlauf von 2000 Jahren verschiedenartig äußerte.

Die Kindheit Jesu nach Konrad von Fussesbrunnen ist, wie auch das erste größere Marienleben "Driu liet von der maget" des Priesters Wernher, dem Beginn der deutschsprachigen mittelalterlichen Marienepik zuzuordnen. Das Wirken Konrads von Fussesbrunnen bleibt einzig mit diesem umfassenden Werk verbunden, weitere Schriften des Dichters sind nicht überliefert.
Eine besondere Stellung innerhalb der mittelalterlichen Mariendichtung kommt der Kindheit Jesu zu, da sie in einem Maße und Umfang wie keine andere religiöse Dichtung nicht nur die Lebensgeschichte Marias, sondern auch die Geburts- und Kindheitsgeschichte Jesu beinhaltet.

Im Folgenden soll ein kurzer Überblick über die Figur der Maria, ihre Lebensgeschichte und ihre biblischen Erwähnungen sowie über Formen und Entwicklungen ihrer Verehrung als auch über die deutsche Mariendichtung im Mittelalter gegeben werden.
Der Hauptteil dieser Arbeit wird eingeleitet mit der Entstehungsgeschichte der Kindheit Jesu, welche mit einem Einblick in die Besonderheiten und in die literaturhistorische Stellung dieses Werkes schließt.
Da anhand zweier Szenen aus der Kindheit Jesu exemplarisch der Zweifel an der jungfräulichen Empfängnis Marias thematisiert wird, schließen Erklärungen und Erläuterungen zu den biblischen Motiven der Jungfrauengeburt und des durch den Jünger Thomas symbolisierten Zweifels an die Texthistorie an.
Weiterhin werden die Szenen „Josephs Klage“ sowie die „Hebammenszene“ unter der o. g. Themenstellung näher betrachtet und analysiert.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

Einleitung

1. Die Entwicklung des Marienbildes in Geschichte, Religion und Kultur

1.1 Maria als Heiligenfigur

1.2 Die deutsche Mariendichtung des Mittelalters

2. Konrad von Fussesbrunnen, Die Kindheit Jesu

2.1 Entstehungsgeschichte

2.2 Die biblischen Motive der Jungfrauengeburt und des Zweifels

2.2.1 „Josephs Klage“

2.2.2 Die Hebammenszene

Schlussbetrachtung

Quellenverzeichnis

Zielsetzung und Themen

Die Arbeit verfolgt das Ziel, das Werk „Die Kindheit Jesu“ von Konrad von Fussesbrunnen im Kontext der mittelalterlichen Mariendichtung zu verorten und dabei insbesondere die Motivik des Zweifels an der Jungfrauengeburt anhand ausgewählter Schlüsselszenen zu analysieren.

  • Historische Entwicklung und Verehrung des Marienbildes
  • Stellung der „Kindheit Jesu“ in der deutschen Marienepik
  • Die literarische Aufarbeitung biblischer Motive der Jungfrauengeburt
  • Analyse der Klageszenen und der Hebammenszene als Ausdruck menschlichen Zweifels

Auszug aus dem Buch

2.2.1 „Josephs Klage“

Die hier zu betrachtende Szene aus der Kindheit Jesu erstreckt sich über die Zeilen 370 bis 428 und kann somit dem Beginn des gesamten Werkes zugeordnet werden.

Joseph, der aus Nazareth zurückgekehrt ist, erfährt von der Schwangerschaft seiner noch unberührten Verlobten und verzweifelt an dieser Situation (370-377). Seine maßlos heftige Reaktion wird mit der Trauer Davids um Saul und Jonathan, die im Gilboa Gebirge ums Leben kamen (2Sam 1, 11-27), verglichen (378-383). Im Folgenden beklagt Joseph sein Schicksal: Er, der dieses Los nicht verdient zu haben glaubt, befürchtet den Verlust seiner Ehre, die Ausweisung aus dem Tempel und die Bestrafung durch die Priester (384-394). Eine jungfräuliche Empfängnis Marias scheint Joseph auszuschließen: Er wirft seiner Verlobten ein Vergehen vor und bedauert, sich ihr einst „unterzogen“ (Zeile 395) und ihr vertraut zu haben. Niemals habe er erwartet, dass ihre Taten sich einmal gegen sie selber oder gar gegen ihn richten könnten (395-413). Gleichzeitig aber fühlt Joseph sich Maria noch immer verbunden: Ihre Anmut und Hilflosigkeit rühren ihn und er empfindet eine tiefe Liebe für sie.

Er richtet seine Klage an Gott und bittet ihn, sich über Maria zu erbarmen: Sie in einer bedrohlichen Situation zu wissen, könne er nicht ertragen (414-421). Joseph glaubt, sterben zu müssen und fürchtet den Spott der Menschen (422-425), letztlich richtet er körperliche Gewalt gegen sich selber, bis er zusammenbricht (426-428).

Zusammenfassung der Kapitel

Einleitung: Die Einleitung führt in das Werk „Die Kindheit Jesu“ von Konrad von Fussesbrunnen ein und umreißt die methodische Herangehensweise an die Untersuchung der Marienmotive.

1. Die Entwicklung des Marienbildes in Geschichte, Religion und Kultur: Dieses Kapitel zeichnet die historische und religiöse Entwicklung der Marienverehrung von der Antike bis zum Mittelalter nach.

1.1 Maria als Heiligenfigur: Hier wird der Wandel des Marienbildes in der christlichen Tradition und die dogmatische Festlegung ihrer Rolle beleuchtet.

1.2 Die deutsche Mariendichtung des Mittelalters: Dieser Abschnitt ordnet die deutsche Marienepik in ihren byzantinischen und lateinischen Ursprungskontext ein.

2. Konrad von Fussesbrunnen, Die Kindheit Jesu: Das Kapitel widmet sich dem spezifischen Werk Konrads und dessen Stellung innerhalb der literarischen Überlieferung.

2.1 Entstehungsgeschichte: Hier werden die Forschungsergebnisse zur Datierung, den Quellen und den Haupthandschriften des Werkes zusammengefasst.

2.2 Die biblischen Motive der Jungfrauengeburt und des Zweifels: Dieses Kapitel analysiert die theologische und literarische Bedeutung der Jungfrauengeburt sowie die Rolle des Thomas-Motivs als Symbol für Zweifel.

2.2.1 „Josephs Klage“: Diese Sektion untersucht Josephs verzweifelte Reaktion auf Marias Schwangerschaft als zentrale Klageszene.

2.2.2 Die Hebammenszene: Die Analyse der Hebammenszene verdeutlicht die körperliche Darstellung Marias und die Konfrontation mit menschlichem Skeptizismus.

Schlussbetrachtung: Die Schlussbetrachtung resümiert die Bedeutung des Zweifels als zeitloses Motiv und die Einzigartigkeit von Konrads Darstellung.

Quellenverzeichnis: Dies ist die Auflistung der für die Arbeit herangezogenen Primär- und Sekundärliteratur sowie der verwendeten Nachschlagewerke.

Schlüsselwörter

Mariendichtung, Konrad von Fussesbrunnen, Kindheit Jesu, Mittelalter, Marienbild, Jungfrauengeburt, Zweifel, Josephs Klage, Hebammenszene, Thomasmotiv, Marienepik, Religionsgeschichte, Stoffgeschichte, Apokryphen, Literaturgeschichte.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit untersucht das mittelalterliche Werk „Die Kindheit Jesu“ von Konrad von Fussesbrunnen im Kontext der Mariendichtung und analysiert die Darstellung von Zweifeln an der jungfräulichen Empfängnis.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Im Zentrum stehen die historische Entwicklung der Marienverehrung, die quellenkritische Einordnung des Werkes von Konrad von Fussesbrunnen und die literarische Analyse des Motivs der Jungfrauengeburt.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage der Arbeit?

Das primäre Ziel ist es, den menschlichen Zweifel an der göttlichen Jungfrauengeburt anhand spezifischer Szenen aus der „Kindheit Jesu“ herauszuarbeiten und die literarische Bedeutung dieser Darstellung aufzuzeigen.

Welche wissenschaftliche Methode wird in der Arbeit verwendet?

Die Autorin nutzt eine literaturhistorische Analyse, die sowohl den Vergleich mit biblischen Quellen und Apokryphen als auch die Analyse spezifischer Textstellen (Klageszene, Hebammenszene) umfasst.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil befasst sich mit der Entstehungsgeschichte des Werkes, der biblischen Fundierung des Zweifels sowie einer detaillierten Interpretation von „Josephs Klage“ und der „Hebammenszene“.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?

Die Arbeit wird wesentlich durch Begriffe wie Mariendichtung, Kindheit Jesu, Jungfrauengeburt, Zweifel und das Thomas-Motiv charakterisiert.

Wie unterscheidet sich die Darstellung Marias bei Konrad von Fussesbrunnen vom üblichen mittelalterlichen Bild?

Die Autorin betont, dass Konrad von Fussesbrunnen Maria durch die körperliche Beschreibung vermenschlicht, was in einem bewussten Kontrast zur sonst üblichen ätherischen Spiritualisierung in mittelalterlichen Hymnen steht.

Warum spielt das Thomas-Motiv eine entscheidende Rolle in der Analyse der beiden Hebammen?

Wie der ungläubige Apostel Thomas benötigen die Hebammen Zeloni und Salome erst den empirischen Beweis (die Untersuchung Marias), um die göttliche Wahrheit der Jungfrauengeburt anerkennen zu können.

Welche Rolle spielt das Motiv der Klage für die Profilbildung von Joseph?

Die „Klage“ wird als eigenständige literarische Motiveinheit genutzt, die Joseph aus dem bloßen Handlungsverlauf heraushebt und ihm durch die Darstellung seines inneren Leids menschliches Profil und Charakter verleiht.

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Details

Title
Die biblischen Motive der Jungfrauengeburt und des Zweifels in "Die Kindheit Jesu" Konrads von Fussesbrunnen
College
University of Dusseldorf "Heinrich Heine"  (Philosophische Fakultät)
Course
Proseminar: Mariendichtung
Grade
1,3
Author
Manuela Miska (Author)
Publication Year
2002
Pages
19
Catalog Number
V86293
ISBN (eBook)
9783638019545
ISBN (Book)
9783638920551
Language
German
Tags
Konrad Fussesbrunnen Fußesbrunnen biblische Motive Jungfrauengeburt Zweifel Kindheit Jesu unbefleckte Empfängnis Jünger Thomas Maria Heiligenfigur
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Manuela Miska (Author), 2002, Die biblischen Motive der Jungfrauengeburt und des Zweifels in "Die Kindheit Jesu" Konrads von Fussesbrunnen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/86293
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