Durch die Tatsache, dass auf dem langen Weg zur Reife- und Diplomprüfung von
den Schülern auch branchenfremde Unterrichtsgegenstände gelernt oder, im
Werkstättenunterricht besser: branchenfremde Fertigkeiten erlernt werden müssen,
gibt es doch öfters einige demotivierte Schüler, die sich fragen, wozu sie „das
überhaupt brauchen“. Im konkreten Fall sind das hier Schüler der Höheren Abteilung
für Maschineningenieurwesen und der Höheren Abteilung für Wirtschaftsingenieurwesen,
welche auch im Zuge ihrer umfassenden Ausbildung einige
Grundlagen in Elektrotechnik und Elektronik erlernen müssen. Ich will hier gar nicht
den Ursachen auf den Grund gehen, woher diese Ablehnung kommt, diese sind
auch von Schüler zu Schüler verschieden. Außerdem liegt es einfach in der Natur
des Menschen, dass ungeliebte Tätigkeiten schwerer von der Hand gehen, als
solche, für die man sich interessiert. Ich möchte auch keine Schüler überreden oder
zu meinem Fachgebiet „bekehren“.
In der vorliegenden Diplomarbeit werde ich mich damit beschäftigen, wie solche
demotivierten Schüler zumindest zu einem Grundinteresse kommen können,
welches sie dazu befähigt, die wichtigsten Grundlagen in dem fachfremden Gewerk
zu erlernen.
Die Diplomarbeit gliedert sich grob in drei Teile:
· in einen theoretischen Teil, dieser enthält diejenigen motivationspsychologischen
Grundlagen, die eine Relevanz zu meiner Arbeit als Werkstättenlehrer
aufweisen,
· in einen empirischen Teil, darin werden der Istzustand und Schülerwünsche
mittels Fragebögen erhoben, die meine Forschungsfragen samt Hypothesen
erheben sollen und
· den Schlussfolgerungen, den Erkenntnissen, die ich aus dieser Arbeit
gezogen habe und wie ich sie in meinem zukünftigen Unterricht umzusetzen
gedenke.
Inhaltsverzeichnis
- Einleitung
- Motivation
- Allgemeines
- Motivation, ein hypothetisches Konstrukt...
- Definitionsansätze
- Motiv
- Leistungsmotivation
- Definition
- Leistungsmotiv
- Das Konzept der Leistungsmotivation
- Studien zur Leistungsmotivation
- Risikowahl-Modell nach Atkinson
- Hoffnung auf Erfolg und Furcht vor Misserfolg
- Attributionen
- Eine Theorie leistungsmotivierten Verhaltens
- Die erfolgsaufsuchende Motivierung
- Die misserfolgsmeidende Motivierung
- Die resultierende leistungsbezogene Motivierung
- Bestätigungsbedürfnis
- Das Basismodell leistungsmotivierten Handelns
- Förderliche Bedingungen für die Motivation bei der Ausbildung
- Kompetenz- und Wirksamkeitserleben
- Soziale Eingebundenheit
- Selbstbestimmung
- Bildungsstandards
- Empirische Erhebung
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Die Diplomarbeit analysiert die Bedeutung von Leistungsstandards für die Motivationsförderung im fachpraktischen Unterricht. Sie untersucht, wie Leistungsstandards die Motivation von Schülern in technischen Fächern, insbesondere im Bereich der Elektrotechnik und Elektronik, beeinflussen können.
- Motivation im fachpraktischen Unterricht
- Die Rolle von Leistungsstandards bei der Motivationsförderung
- Empirische Untersuchung des Einflusses von Leistungsstandards auf die Motivation von Schülern
- Entwicklung von Strategien zur Optimierung der Motivationsförderung durch Leistungsstandards
- Bedeutung der Selbstbestimmung und Kompetenzentwicklung für die Motivation im fachpraktischen Unterricht
Zusammenfassung der Kapitel
Die Arbeit beginnt mit einer umfassenden Einführung in die Motivationspsychologie und beleuchtet die Bedeutung von Motivation im Bildungskontext. Dabei werden verschiedene Motivationskonzepte und -theorien, insbesondere im Hinblick auf die Leistungsmotivation, vorgestellt.
Im nächsten Abschnitt werden die Konzepte und Funktionen von Bildungsstandards erläutert und ihre Rolle für die Motivation von Schülern im fachpraktischen Unterricht untersucht.
Der empirische Teil der Arbeit beinhaltet die Darstellung der durchgeführten Erhebung, die Forschungsfragen und die Interpretation der Ergebnisse. Die Forschungsfragen zielen darauf ab, den Einfluss von Leistungsstandards auf die Motivation von Schülern im Fach Elektrotechnik und Elektronik zu untersuchen.
Schlüsselwörter
Die Arbeit fokussiert auf die Themen Motivation, Leistungsmotivation, Bildungsstandards, fachpraktischer Unterricht, Elektrotechnik, Elektronik, empirische Forschung, Schülermotivation, Kompetenzentwicklung, Selbstbestimmung und Motivationstheorien.
Häufig gestellte Fragen
Wie kann man Schüler für branchenfremde Fächer motivieren?
Durch den Einsatz klarer Leistungsstandards und praxisnaher Aufgaben können Schüler ein Kompetenz- und Wirksamkeitserleben erfahren, das ihre Motivation steigert.
Was besagt das Risikowahl-Modell nach Atkinson?
Es erklärt, wie Menschen Aufgaben basierend auf ihrer Hoffnung auf Erfolg und ihrer Furcht vor Misserfolg auswählen und wie dies ihre Leistungsmotivation beeinflusst.
Welche Rolle spielen Bildungsstandards im fachpraktischen Unterricht?
Bildungs- bzw. Leistungsstandards geben klare Ziele vor, machen Lernfortschritte messbar und helfen Schülern, den Nutzen branchenfremder Grundlagen (z.B. Elektrotechnik für Maschinenbauer) zu verstehen.
Was sind förderliche Bedingungen für die Motivation in der Ausbildung?
Wichtige Faktoren sind das Erleben von Selbstbestimmung, soziale Eingebundenheit in der Lerngruppe und das Gefühl, über die notwendigen Kompetenzen zu verfügen.
Was ist das Ziel der empirischen Erhebung in dieser Arbeit?
Es wurde der Istzustand der Schülermotivation sowie deren Wünsche mittels Fragebögen erhoben, um Strategien für einen besseren Unterricht in fachfremden Gewerken zu entwickeln.
- Quote paper
- Friedrich Wilhelm (Author), 2006, Motivationsförderung im fachpraktischen Unterricht durch Leistungsstandards, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/86410