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Motivationsförderung im fachpraktischen Unterricht durch Leistungsstandards

Title: Motivationsförderung im fachpraktischen Unterricht durch Leistungsstandards

Diploma Thesis , 2006 , 81 Pages , Grade: Sehr gut

Autor:in: Friedrich Wilhelm (Author)

Pedagogy - Pedagogic Psychology
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Summary Excerpt Details

Durch die Tatsache, dass auf dem langen Weg zur Reife- und Diplomprüfung von
den Schülern auch branchenfremde Unterrichtsgegenstände gelernt oder, im
Werkstättenunterricht besser: branchenfremde Fertigkeiten erlernt werden müssen,
gibt es doch öfters einige demotivierte Schüler, die sich fragen, wozu sie „das
überhaupt brauchen“. Im konkreten Fall sind das hier Schüler der Höheren Abteilung
für Maschineningenieurwesen und der Höheren Abteilung für Wirtschaftsingenieurwesen,
welche auch im Zuge ihrer umfassenden Ausbildung einige
Grundlagen in Elektrotechnik und Elektronik erlernen müssen. Ich will hier gar nicht
den Ursachen auf den Grund gehen, woher diese Ablehnung kommt, diese sind
auch von Schüler zu Schüler verschieden. Außerdem liegt es einfach in der Natur
des Menschen, dass ungeliebte Tätigkeiten schwerer von der Hand gehen, als
solche, für die man sich interessiert. Ich möchte auch keine Schüler überreden oder
zu meinem Fachgebiet „bekehren“.
In der vorliegenden Diplomarbeit werde ich mich damit beschäftigen, wie solche
demotivierten Schüler zumindest zu einem Grundinteresse kommen können,
welches sie dazu befähigt, die wichtigsten Grundlagen in dem fachfremden Gewerk
zu erlernen.
Die Diplomarbeit gliedert sich grob in drei Teile:
· in einen theoretischen Teil, dieser enthält diejenigen motivationspsychologischen
Grundlagen, die eine Relevanz zu meiner Arbeit als Werkstättenlehrer
aufweisen,
· in einen empirischen Teil, darin werden der Istzustand und Schülerwünsche
mittels Fragebögen erhoben, die meine Forschungsfragen samt Hypothesen
erheben sollen und
· den Schlussfolgerungen, den Erkenntnissen, die ich aus dieser Arbeit
gezogen habe und wie ich sie in meinem zukünftigen Unterricht umzusetzen
gedenke.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Motivation

2.1. Allgemeines

2.2. Motivation, ein hypothetisches Konstrukt

2.3. Definitionsansätze

2.4. Motiv

3. Leistungsmotivation

3.1. Definition

3.2. Leistungsmotiv

3.3. Das Konzept der Leistungsmotivation

3.4. Studien zur Leistungsmotivation

3.5. Risikowahl-Modell nach Atkinson

3.6. Hoffnung auf Erfolg und Furcht vor Misserfolg

3.7. Attributionen

3.8. Eine Theorie leistungsmotivierten Verhaltens

3.8.1. Die erfolgsaufsuchende Motivierung

3.8.2. Die misserfolgsmeidende Motivierung

3.8.3. Die resultierende leistungsbezogene Motivierung

3.9. Bestätigungsbedürfnis

3.10. Das Basismodell leistungsmotivierten Handelns

3.11. Förderliche Bedingungen für die Motivation bei der Ausbildung

3.11.1. Kompetenz- und Wirksamkeitserleben

3.11.2. Soziale Eingebundenheit

3.11.3. Selbstbestimmung

4. Bildungsstandards

4.1. Was sind Bildungsstandards?

4.2. Wozu dienen Bildungsstandards?

4.3. Wer entwickelt Bildungsstandards? Wo werden sie eingesetzt?

4.4. Wie sind die Bildungsstandards aufgebaut?

4.5. Welche Funktion haben die Aufgabenbeispiele?

4.6. Ab wann gelten die Bildungsstandards? Wie wird das Erreichen der Standards überprüft?

5. Empirische Erhebung

5.1. Forschungsfragen und Hypothesenmodell

5.2. Durchführung der Erhebung

5.3. Beschreibung der Vollumfrage

5.4. Interpretation der Ergebnisse

5.4.1. Forschungsfrage 1

5.4.2. Forschungsfrage 2

5.4.3. Forschungsfrage 3

6. Schlussfolgerungen

Zielsetzung & Themen

Diese Diplomarbeit untersucht, wie demotivierte Schüler durch den Einsatz von Leistungsstandards und motivationspsychologischen Ansätzen zu einem Grundinteresse an fachfremden Lehrinhalten (Elektrotechnik/Elektronik) geführt werden können. Dabei werden die theoretischen Grundlagen der Leistungsmotivation mit einer empirischen Erhebung bei Schülern verknüpft, um praxisnahe Strategien für den Unterricht zu entwickeln.

  • Motivationspsychologische Grundlagen (Leistungsmotiv, Risikowahl-Modell, Attributionen)
  • Einfluss von Leistungsstandards auf die Lernmotivation
  • Förderliche Bedingungen für Motivation (Kompetenzerleben, Soziale Eingebundenheit, Selbstbestimmung)
  • Empirische Analyse des Istzustands und der Schülerwünsche im Werkstättenunterricht
  • Strategien zur Umsetzung von Leistungsstandards in der pädagogischen Praxis

Auszug aus dem Buch

3.8.1. Die erfolgsaufsuchende Motivierung

Die Stärke der aufsuchenden Motivierung - oder der Tendenz, leistungsbezogene Tätigkeiten in Angriff zu nehmen - ist nach der Theorie das Produkt von drei Faktoren: des Erfolgsmotivs (Me), der Erfolgswahrscheinlichkeit (We) und des Anreizes von Erfolg (Ae).

aufsuchende Motivierung (Mge) = Me x We x Ae

Die Definition des Erfolgsmotivs und dessen Messung sind bereits beschrieben worden. Die verbleibenden beiden Faktoren der obigen Gleichung, We und Ae, sind noch näher zu bestimmen. We bezeichnet die subjektive Wahrscheinlichkeit von Erfolg oder die Erwartung, ein Ziel zu erreichen. Sie kann in Abhängigkeit von der wahrgenommenen Schwierigkeit der in Frage stehenden Aufgabe variieren, in Abhängigkeit von den zuletzt erreichten Leistungen, von der Einschätzung der eigenen Begabung sowie in Abhängigkeit von anderen Gegebenheiten. Ae symbolisiert den Anreizwert von Erfolg. Atkinson definiert den Anreiz von Erfolg als Gefühl des Stolzes über die eigene Leistung. Die Stärke dieses Affektes über einen antizipierten (gedanklich vorweggenommenen) Erfolg steht nach einer Zusatzannahme der Theorie in invers linearer Beziehung zu We, das heißt:

Ae = 1 - We.

Je leichter also die Aufgabe ist (oder je höher We), desto weniger wird man auf einen erzielten Erfolg stolz sein.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Arbeit thematisiert die Herausforderung, demotivierte Schüler in branchenfremden Werkstättenunterrichtsfächern zu einem Grundinteresse zu führen, und beschreibt die dreiteilige Struktur der Diplomarbeit.

2. Motivation: Dieses Kapitel definiert den psychologischen Motivationsbegriff als hypothetisches Konstrukt und unterscheidet zwischen der situativen Motivation und dem stabilen Motiv als Persönlichkeitseigenschaft.

3. Leistungsmotivation: Hier werden zentrale theoretische Modelle wie das Risikowahl-Modell nach Atkinson, das Konzept der Attributionen sowie die förderlichen Bedingungen wie Kompetenzerleben und Selbstbestimmung ausführlich dargelegt.

4. Bildungsstandards: Der Autor erläutert das System der Bildungsstandards, adaptiert dieses für den eigenen fachpraktischen Unterricht als Leistungsstandards und diskutiert deren Nutzen für die Orientierung und Unterrichtsentwicklung.

5. Empirische Erhebung: Dieses Kapitel präsentiert die Forschungsfragen und Hypothesen, beschreibt die Durchführung der Vollumfrage unter Schülern der HTBLuVA St. Pölten und interpretiert die erhobenen Daten.

6. Schlussfolgerungen: Der Autor fasst die Erkenntnisse zusammen und leitet konkrete Schritte zur Umsetzung von Profilen, Standards und einer stärker schülerzentrierten Unterrichtsgestaltung ab.

Schlüsselwörter

Motivation, Leistungsmotivation, Leistungsstandards, Bildungsstandards, Werkstättenunterricht, Kausalattributionen, Risikowahl-Modell, Kompetenzerleben, Selbstbestimmung, Selbstwirksamkeit, Schülerinteresse, Lernmotivation, Erfolgsmotiv, Misserfolgsmotiv, pädagogische Praxis.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Diplomarbeit grundsätzlich?

Die Arbeit beschäftigt sich mit der Motivationsförderung von Schülern in fachfremden Werkstättenunterrichtsfächern durch den Einsatz von Leistungsstandards.

Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?

Die Arbeit verknüpft motivationstheoretische Grundlagen wie die Leistungsmotivation und das Risikowahl-Modell mit der praktischen Anwendung von Bildungsstandards in der Ausbildung.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, demotivierte Schüler zu einem Grundinteresse zu führen und Unterrichtsstrategien zu entwickeln, die den Kompetenzerwerb fördern.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Neben einer theoretischen Aufarbeitung psychologischer Motivationsmodelle wird eine empirische Vollumfrage mittels Fragebögen bei Schülern durchgeführt.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil umfasst eine tiefgehende Analyse der Leistungsmotivationsforschung sowie die Erläuterung, wie Bildungsstandards aufgebaut sind und wie diese für die Unterrichtsgestaltung genutzt werden können.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zentrale Begriffe sind Motivation, Leistungsmotivation, Leistungsstandards, Selbstbestimmung und Werkstättenunterricht.

Wie gehen misserfolgsängstliche Schüler typischerweise mit Aufgaben um?

Misserfolgsängstliche Schüler wählen laut den Ergebnissen eher extrem leichte oder extrem schwere Aufgaben, um eine negative Selbstbewertung oder Scham bei Misserfolg zu vermeiden.

Welche Rolle spielt die Transparenz der Leistungsbeurteilung?

Die Umfrage ergab, dass Transparenz bei den Schülern einen hohen Stellenwert einnimmt und eine wichtige Voraussetzung für die Motivationssteigerung darstellt.

Wie beeinflusst das Selbstbestimmungsrecht die Motivation?

Mehr Möglichkeiten der Wahl und Mitbestimmung wirken sich positiv auf die intrinsische Motivation aus, da die Schüler ihr Lernen als stärker selbstbestimmt erleben.

Warum spielt die soziale Eingebundenheit im Werkstättenunterricht eine Rolle?

Sie bildet den Rahmen für eine angstfreie Lernatmosphäre, fördert den Teamgeist und unterstützt die Akzeptanz des Lehrers durch die Schüler, besonders in kleinen Gruppen.

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Details

Title
Motivationsförderung im fachpraktischen Unterricht durch Leistungsstandards
College
University of Linz  (BPA Linz)
Grade
Sehr gut
Author
Friedrich Wilhelm (Author)
Publication Year
2006
Pages
81
Catalog Number
V86410
ISBN (eBook)
9783638909259
ISBN (Book)
9783638909945
Language
German
Tags
Motivationsförderung Unterricht Leistungsstandards
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Friedrich Wilhelm (Author), 2006, Motivationsförderung im fachpraktischen Unterricht durch Leistungsstandards, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/86410
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